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Brosche

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Eine goldene Brosche

Die Brosche (von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), auch ‚Bratspieß‘<ref name="Pfeifer">Wolfgang Pfeifer et al.: Brosche. In: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache. 1993, abgerufen am 25. Dezember 2024.</ref>) ist ein ovales, längliches oder rundes Schmuckstück, das mit einem Verschluss ähnlich einer Sicherheitsnadel an der Kleidung befestigt wird.

Wortherkunft

Der Begriff Brosche ist seit dem 19. Jahrhundert im Deutschen belegt, anfangs noch französisch Broche geschrieben. Der Begriff geht auf das lateinische Adjektiv brocc(h)us ‚hervorstehend‘ (Zähne von Tieren) zurück. Dieses Adjektiv wiederum ist keltischen Ursprungs und fand in substantivierter Form Eingang ins Galloromanische als brocca zur Bezeichnung spitzer Gegenstände und Geräte.<ref>Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-012922-1.</ref><ref name="Pfeifer" />

Unabhängig von der Entwicklung im 19. Jahrhundert hatte sich bereits im Mittelhochdeutschen das Wort bratsche für Brosche vom Altfranzösischen broche entlehnt.<ref name="Pfeifer" /><ref>brosche, f. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Neubearbeitung (A–F); woerterbuchnetz.de</ref>

Vom französischen Begriff broche leitet sich auch das deutsche Wort Broschüre ab.<ref name="Pfeifer" />

Geschichte

Vorgänger: Fibeln und Agraffen

Vorgängerin der Brosche war die Fibel, mit der Menschen von der Bronzezeit bis ins Hochmittelalter ihre Gewänder verschlossen. Frühe Fibeln wurden in Griechenland, Norditalien und Mitteleuropa gefunden, sie gehen wahrscheinlich auf minoische Nadeln zurück.<ref>Bronze hook-pin. In: metmuseum.org. Abgerufen am 25. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Frederick Norman Pryce, Michael Vickers: fibula. In: Oxford Research Encyclopedia of Classics. 2015, ISBN 978-0-19-938113-5, doi:10.1093/acrefore/9780199381135.013.6965 (oxfordre.com).</ref> Fibeln verbreiteten sich in der Antike durch die Ausbreitung des Römischen Reichs, so sind sie beispielsweise auch für Persien im 7. Jahrhundert v. Chr. belegt.<ref>Fibula. In: Britannica. Abgerufen am 25. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die kunstvollen, aus Metall gefertigten Fibeln dienten nicht nur als Verschluss, sondern auch als Statussymbol. Mit der Erfindung der Knöpfe und der Verbreitung von Knopflöchern im Europa des 13. Jahrhunderts entwickelten sich die Fibeln zur Brosche mit reinem Schmuckcharakter.<ref>Anziehend: von der Fibel zur Brosche. In: artsandculture.google.com. Schmuckmuseum Pforzheim, abgerufen am 25. Dezember 2024.</ref>

Die Brosche im Mittelalter und der Frühen Neuzeit

Datei:Marquise de sevignee.jpg
Madame de Sévigné mit Sévigné-Brosche

Im Spätmittelalter entstanden in Zentraleuropa mit der Agraffe und dem Fürspann Übergangsformen zwischen Fibel und Brosche.

Im England des 16. Jahrhunderts trug erstmals Elizabeth I. die Brosche als modisches Accessoire.<ref>Lydia Figes: The return of the power brooch: coded jewellery in art history. In: Art UK. 26. September 2019, abgerufen am 25. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im 17. Jahrhundert kamen Broschen mit Zierelementen in Form von Schleifen und Blumen in Mode. Daneben auch die nach Madame de Sévigné benannten Sévigné-Broschen, eine durch ein querovales Schleifenmotiv mit mittig pendelnder Abhängung charakterisierte Brosche,<ref>Die Schleifen der Madame Sevigné. In: hofer-antikschmuck.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Juli 2022; abgerufen am 26. Dezember 2024.</ref> die unterhalb des Ausschnitts getragen wurde.<ref>Sévigné-Brosche. In: artsandculture.google.com. Schmuckmuseum Pforzheim, abgerufen am 9. Juli 2022.</ref>

Ein neuer Trend kam im 18. Jahrhundert auf: mit Diamanten und Perlen besetzte Broschen mit Miniaturporträts erfreuten sich großer Beliebtheit.<ref>Brosche. In: Schmucklexikon RENÉSIM, renesim.com. Abgerufen am 9. Juli 2022.</ref> Es gibt auch Broschen, die man auf ein Band oder eine Kette ziehen kann, um sie als Halsschmuck zu tragen (z. B. Gadderke, Schuwe).

Broschen der Moderne

Im 20. und 21. Jahrhundert waren einige Frauen dafür bekannt, Broschen zu tragen, so etwa die britische Königin Elisabeth II. und Madeleine Albright.<ref>Timeless Elegance: The Evolution of the Brooch. In: rauantiques.com. 2. Februar 2023, abgerufen am 26. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ihr wurde nachgesagt, dass sie an guten Tagen Motive wie Blumen, Schmetterlinge oder Ballons in Broschenform trug. Vor schwierigen Verhandlungen tendierte sie jedoch zu Motiven wie Käfern oder fleischfressenden Tieren. Bei einem Treffen mit Saddam Hussein trug sie eine Brosche mit Schlangenmotiv, das auf ihre Bezeichnung als Schlange in der irakischen Presse anspielte.<ref>Joko Zöllner: The History of the Brooch. In: muellerundsohn.com. 13. Oktober 2023, abgerufen am 26. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Brooches – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Brosche – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

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