Balthasar Schlimbach
Balthasar Philipp Schlimbach (* 1. April 1807 in Bad Königshofen; † 30. August 1896 in Würzburg) war ein deutscher Orgelbauer.<ref>„Den größten Betrieb besaß [Ernst] Balthasar Schlimbach (1807–1896) aus Königshofen i. Grabfeld“. In: Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Historische Orgeln in Unterfranken. Schnell & Steiner, München 1981, ISBN 3-7954-0424-X, S. 26, online.</ref>
Leben
Balthasar Schlimbach war einer der vier Söhne des Instrumentenbauers Johann Caspar Schlimbach,<ref>Hans Martin Balz: Orgeln und Orgelbauer im Gebiet der ehemaligen hessischen Provinz Starkenburg (= Studien zur hessischen Musikgeschichte. Bd. 3). Bärenreiter-Antiquariat, Kassel 1969 S. 373, online.</ref> die das Handwerk des Orgelbauers ausübten. Sein Bruder war der Speyerer Orgelbauer Gustav Schlimbach (1816–1887).
Balthasar übernahm 1836 die verwaiste Werkstatt des ehemaligen Hoforgelbauers Seuffert in Würzburg.<ref>„Erst Balthasar Schlimbach (1807–1896), der 1836 die verwaiste Seuffert-Werkstatt übernommen hatte, und sein Sohn Martin (1841–1914) gewannen überregional, vor allem im Mainer Raum, an Bedeutung.“ In: Hans-Wolfgang Theobald: Der Ostheimer Orgelbauer Johann Georg Markert und sein Werk. Ein Beitrag zur Geschichte des Orgelbaus in Thüringen im 19. Jahrhundert. Schneider, Tutzing 1990, ISBN 3-79520641-3, S. 73, online.</ref> Am 23. Dezember 1845 erhielt er ein Privilegium für das Königreich Bayern auf zehn Jahre – für eine Verbesserung an Orgeln.<ref>Kunst- und Gewerbe-Blatt. Band 42, 1856, S. 264, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden..</ref> Wegen des Baus des Ludwigbahnhofs musste Schlimbach die Werkstatt 1852 innerhalb von Würzburg verlegen.
1863 führte sein Sohn und Mitarbeiter Martin Joseph Schlimbach die Kegellade ein. Bis 1873 entstanden unter Balthasar Schlimbach etwa 80 Orgelneubauten.<ref>Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Historische Orgeln in Unterfranken. Schnell & Steiner, München 1981, ISBN 3-7954-0424-X, S. 313.</ref> 1873 übernahm der Sohn die Werkstatt und führte sie bis zu seinem Tod weiter.
Zu den Lehrlingen der Firma Schlimbach gehörten u. a. die Orgelbauer Otto und Gustav Rieger sowie Hermann Eule († 1929).
Werkliste (Auswahl)
| Jahr | Ort | Gebäude | Bild | Manuale | Register | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1837 | Frankenwinheim | St. Johannes der Täufer und St. Johannes der Evangelist | II/P | 16 | nicht erhalten | |
| 1854 | Aschaffenburg | St. Peter und Alexander | II/P | 36 | nicht erhalten | |
| 1846 | Aschfeld | St. Bonifatius | Datei:Eußenheim, Aschfeld, Pfarrkirche-005.jpg | II/P | 16 | 1878, 1884, 1894 und 1926 umgebaut; erhalten |
| 1859 | Bieberehren | St. Peter und Paul | Datei:D-6-79-118-3 Bieberehren 20210514 327.jpg | II/P | 18 | erhalten |
| 1860 | Watterbach | St. Sebastian und St. Mauritius | I/P | 12 | erhalten | |
| 1862 | Neupotz | St. Bartholomäus | II/P | 24 | erhalten | |
| 1862 | Gerlachshausen | St. Ägidius | I/P | 9 | erhalten | |
| 1864 | Aub | Spitalmuseum | I/P | 10 | erhalten, 2018 restauriert<ref>Aub, Spitalkirche (Fränkisches Spitalmuseum) – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref> | |
| 1866 | Mainz-Kostheim | St.-Kilian-Kirche | II/P | 16 | 1945 zerstört<ref>Franz Bösken: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins (= Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte. Band 7,1). Band 2: Das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Wiesbaden. Teil 1: A–K. Schott, Mainz 1975, ISBN 3-7957-1307-2, S. 227.</ref> | |
| 1867–1868 | Kloster Johannisberg | Klosterkirche | 1942 zerstört<ref>Franz Bösken: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins (= Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte. Band 7,1). Band 2: Das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Wiesbaden. Teil 1: A–K. Schott, Mainz 1975, ISBN 3-7957-1307-2, S. 473–474.</ref> | |||
| 1869 | Hochheim am Main | St. Peter und Paul | II/P | 14 | nicht erhalten; Spieltisch im Orgelzentrum Valley<ref>Franz Bösken: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins (= Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte. Band 7,1). Band 2: Das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Wiesbaden. Teil 1: A–K. Schott, Mainz 1975, ISBN 3-7957-1307-2, S. 438.</ref> | |
| 1872 | Bad Königshofen im Grabfeld | Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt | Datei:Bad Königshofen Mariä Himmelfahrt 03.jpg | II/P | 28 | erhalten |
| 1876 | Sommerach | St. Eucharius | Datei:Sommerach St. Eucherius 04.jpg | erhalten |
Literatur
- Hermann Fischer: Schlimbach. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 23. Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
Weblinks
- Schlimbach, Balthasar Philipp im Bayerischen Musiker-Lexikon Online (BMLO)
- Organ index: Schlimbach (Würzburg)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schlimbach, Balthasar |
| ALTERNATIVNAMEN | Schlimbach, Balthasar Philipp (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Würzburger Orgelbauer |
| GEBURTSDATUM | 1. April 1807 |
| GEBURTSORT | Bad Königshofen |
| STERBEDATUM | 30. August 1896 |
| STERBEORT | Würzburg |