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Yuditu

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Datei:Da Ming yu di tu LOC 2002626776-13.jpg
Die „Karte von Sichuan“ aus dem Atlas des Ming-Reiches (Daming Yuditu), erstellt in den 1540er und 1550er Jahren während der Jianjing-Ära (嘉靖) der Ming-Dynastie. Nullmeridian von Peking. Jedes Quadrat repräsentiert eine bestimmte Anzahl von Li (里, etwa ⅓ km), die von der Library of Congress fälschlicherweise als „Meilen“ (etwa 1⅔ km) interpretiert wurden. Exemplar der Library of Congress von Langdon Warner, 1929 (Nr. 10), der fälschlicherweise als Urheber des Werkes angegeben wurde.

Yuditu (輿地圖, yúdìtú) ist chinesisch und bedeutet etwa universale Karte,<ref name=":0">Fritz-Heiner Mutschler, Achim Mittag: Conceiving the Empire: China and Rome Compared. Oxford University Press, 2008, ISBN 978-0-19-155044-7, S. 181 (google.de [abgerufen am 7. Januar 2026]).</ref> im übertragenen Sinne „Reichskarten“, wörtlich „Wagen-Land-Karten“.<ref>Helwig Schmidt-Glintzer: China: Vielvölkerreich und Einheitsstaat : von den Anfängen bis heute. C.H.Beck, 1997, ISBN 978-3-406-42348-2, S. 62 (google.de [abgerufen am 8. Januar 2026]).</ref> Als eine der bekanntesten Yuditu gilt die vom Geographen Zhu Siben (朱思本), der sie aus einer einfacheren Kartenversion weiterentwickelte.<ref>Benjamin A. Elman: Science In China, 1600-1900: Essays By Benjamin A Elman. World Scientific, 2015, ISBN 978-981-4651-12-7, S. 52 (google.de [abgerufen am 13. Januar 2026]).</ref> Forschungen ergaben, dass seine im Jahr 1320 erschienene „Yuditu“ (與地圖) häufig konsultiert wurde und als eine der Hauptquellen für die Kangnidokarte (Honil gangni yŏktaegukto jido) diente.<ref>Sang-un Chŏn: A History of Korean Science and Technology. NUS Press, 2011, ISBN 978-9971-69-402-9, S. 285.</ref>

Wortherkunft

Die ersten Fundstellen in der Literatur finden sich erst zur Zeit der Han-Dynastie gegen Ende des 2. Jh. vor Christus kam. Es gibt allerdings auch Hinweise, die einen vorherigen Gebrauch zur Zeit der Qin-Dynastie plausibel machen.<ref></ref> Die damalige Weltvorstellung der Chinesen ließen die Welt als viereckig mit China als Insel im Mittelpunkt erscheinen, deren Randgebiete mit Barbaren bevölkert waren, umgeben von den vier Meeren. Damit ist die Erde der Rumpf des Wagens, der Himmel dagegen das (neunstufigen von acht Säulen getragenen) Dach, was möglicherweise die Komponente des Wagens 與 erklärt.<ref>Helwig Schmidt-Glintzer: Das alte China: von den Anfängen bis zum 19. Jahrhundert. C.H.Beck, 1999, ISBN 978-3-406-45115-7, S. 17 (google.de [abgerufen am 11. Januar 2026]).</ref>

Geschichte

In den Riten der Zhou kommen vier Kartentypen vor: Karten für militärisch-strategische Zwecke, Katasterkarten zur Beilegung von Streitigkeiten über Grundbesitz, Karten von Gräbern und Begräbnisbezirken sowie Karten, die Informationen über geografische Merkmale vermitteln. Letztere vermittelte die Informationen über die grundlegenden physischen oder geographischen Merkmale einer Region, die Größe und Verteilung ihrer Bevölkerung, die angebauten Feldfrüchte, den Viehbestand usw.<ref name=":0" /> Es scheint, dass solche Karten in der Han-Zeit auch in Form von „Universalkarten“ („Yuditu“) existierten, die den Wohlstand und das Leid (Li-Hai) jeder Region des Reiches darstellten.<ref name=":0" />

Eine wissenschaftliche Kartographierung bildet die 1136 in Stein gemeißelte Yu ji tu (Karte der Reisen von Yu), die mit Nord-Süd- und Ost-West-Koordinaten überzogen ist, wobei die Seitenlänge der jeweiligen Quadrate etwa 50 Kilometern Länge entspricht. Dann wurde zwischen 1311 und 1320 von Zhu Siben (1273–1337) die Yuditu (Landkarte des chinesischen Reiches) angefertigt, welche diese Karte noch übertraf.<ref>Dieter Kuhn: Neue Fischer Weltgeschichte. Band 13: Ostasien bis 1800. FISCHER E-Books, 2014, ISBN 978-3-10-402413-4 (google.de [abgerufen am 8. Januar 2026] Ebook).</ref><ref>Unryu Suganuma: Sovereign Rights and Territorial Space in Sino-Japanese Relations: Irredentism and the Diaoyu/Senkaku Islands. University of Hawaii Press, 2001, ISBN 978-0-8248-2493-8, S. 65 (google.de [abgerufen am 8. Januar 2026]).</ref> Es war eine neuartige Karte des Reiches, die das Gradnetz anwendete sowie eine Darstellung der mongolischen Eroberungen bot. Seine Karte ist nicht erhalten, aber eine handschriftliche Kopie bildete die Grundlage für die erhaltenen Karten der Ming-Dynastie.<ref>Endymion Porter Wilkinson: Chinese History: A Manual. Harvard University Asia Center, 2000, ISBN 978-0-674-00249-4, S. 147 (google.de [abgerufen am 11. Januar 2026]).</ref>

Weblinks

  • Ulrich Theobald, Senior Lecturer, Department of Chinese Studies, University of Tübingen, Germany: yuditu 輿地圖, chinaknowledge.de – An Encyclopaedia on Chinese History and Literature

Einzelnachweise

<references />