Erich Wolf Degner
Erich Wolfgang Degner (* 8. April 1858 in Hohenstein; † 18. November 1908 in Bad Berka)<ref>Musikdirekter E. W. Degner gestorben. In: Tagespost (Graz), Abendblatt, 19. November 1908, S. 23. (online bei ANNO).</ref> war ein deutscher Musikpädagoge, Chorleiter und Komponist.
Leben
Degner studierte in Weimar und Würzburg Violine, Klavier und Komposition. 1882 unterrichtete er am Gymnasium in Regensburg, 1883 an einer privaten Musikschule in Gotha. Von 1884 bis 1888 war er Leiter des Musikvereins in Pettau, machte sich um den Ausbau der dortigen Musikschule verdient und dirigierte den Männerchor. 1891 wurde Degner artistischer Direktor des Musikvereins für Steiermark in Graz und erweiterte durch eine Reihe von Reformen den Lehrplan von dessen Musikschule. Schon im März 1888 hatte er die erste Klavierschule eröffnet, nach 1891 schuf er ein Schülerorchesters und eine Dirigentenschule. Ferner führte er das Orgelspiel und die Posaune als neue Lehrfächer ein und erweiterte den theoretischen Unterricht. Außerdem ermöglichte er Berufsmusikern Fortbildungskurse an der Vereinsmusikschule zu besuchen.
In den Jahren 1884 und 1886 entwarf der Musikvereinspräsident und Jurist Ferdinand Bischoff (1826–1915) Statuten mit dem Ziel, in Graz eine „Deutsche Akademie für Musik“ zu schaffen. Degner hatte dazu Vorarbeiten geleistet und die Errichtung eines Seminars für Musiktheorie vorangetrieben;<ref>Hundert Jahre steiermärkischer Musikverein. In: Grazer Volksblatt, 28. April 1915, S. 11. (online bei ANNO).</ref> der spätere Musikvereinsdirektor Roderich Mojsisovic setzte Degners Arbeiten zwischen 1911 und 1931 fort. Zu Degners Schülern zählte unter anderen der Komponist Ludwig Rochlitzer.
Degner selbst wurde 1902 nach Weimar berufen, um dort die Nachfolge Carl Müllerhartungs als Direktor der Musikschule und Leiter der Singakademie zu übernehmen. 1906 wurde ihm von Großherzog Wilhelm Ernst der Professorentitel verliehen. Der in Bad Berka lebende Bildhauer Adolf Brütt fertigte eine Büste Degners an.
Im Alter von 50 Jahren erlag Erich Wolf Degner einem Krebsleiden.
Erich Wolf Degner komponierte zwei Sinfonien, Ouvertüren, symphonische Dichtungen, Kammermusik, Klavier- und Orgelwerke sowie zahlreiche Chormusiken und Lieder.
Literatur
- Wolfgang Suppan: Beiträge zur Lebensgeschichte von Erich Wolf Degner (1858–1908). In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. Band 52, Graz 1961, S. 138–149 (historischerverein-stmk.at).
- Wolfram Huschke: Zukunft Musik. Eine Geschichte der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Weimar 2006 (Degners Tätigkeit als Musikpädagoge findet ausführliche Erwähnung).
Weblinks
- Werke von und über Erich Wolf Degner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Geschichte der Kunstuni Graz
- Noten und Audiodateien von Erich Wolf Degner im International Music Score Library Project
Einzelnachweise
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Degner, Erich Wolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Degner, Erich Wolfgang (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Pädagoge |
| GEBURTSDATUM | 8. April 1858 |
| GEBURTSORT | Hohenstein-Ernstthal |
| STERBEDATUM | 18. November 1908 |
| STERBEORT | Bad Berka |