Klaus-Uwe Gerhardt
Klaus-Uwe Gerhardt (* 22. Mai 1955) ist ein deutscher Autor mit den Arbeitsschwerpunkten Arbeitsmarkt und Sozialpolitik, Kommunalpolitiker im Landkreis Offenbach sowie Stadtältester.<ref>Langjähriges Wirken gewürdigt. In: Offenbach Post. 8. September 2010, abgerufen am 15. März 2019. |archiv-url=https://www.op-online.de/region/obertshausen/langjaehriges-wirken-gewuerdigt-909206.html</ref><ref>Er ist das Gesicht der Grünen in Obertshausen. In: Offenbach Post. 17. April 2015, abgerufen am 15. März 2019. |archiv-url=https://www.op-online.de/region/obertshausen/dank-dachlatte-gruener-4915634.html</ref> Klaus-Uwe Gerhardt ist verheiratet, Vater und Großvater.
Leben und Beruf
Klaus-Uwe Gerhardt ist diplomierter Wirtschaftspädagoge und promovierter Volkswirt, studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, an der Technischen Universität Darmstadt und an der Universität Potsdam. Nach dem Studium war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter u. a. am Institut für Sozialforschung (IfS) tätig. Am Studienseminar Frankfurt II für Berufsbildende Schulen legte er 1989 das Zweite Staatsexamen ab und arbeitete an kaufmännischen Berufsschulen. Gerhardt schrieb seine Dissertation am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und promovierte 2006 zum Dr. rer. pol. an der Universität Potsdam über die Problematik der Lohnsubvention.<ref></ref><ref>Plan B (Videoclip zur Bundestagswahl 2009). Abgerufen am 15. März 2019.</ref><ref>Dr. Klaus-Uwe Gerhardt auf der Sozial-BDK der Grünen (Nürnberg 2007). Abgerufen am 15. März 2019.</ref><ref>Plan B (Videoclip zur Bundestagswahl 2009). Abgerufen am 15. März 2019.</ref><ref>Volkswirt über das Bürgergeld: Es gibt weiterhin nichts geschenkt. Abgerufen am 13. September 2025.</ref> Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war Gerhardt im berufsbildenden Schulwesen tätig und engagiert sich kommunalpolitisch im Landkreis Offenbach bei Bündnis 90/Die Grünen.<ref>Dr. Klaus-Uwe Gerhardt << Grundeinkommen ist wählbar (#btw09). Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. September 2020; abgerufen am 15. März 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref><ref>„Wahlkreis 185 ist kein Erbhof der CDU“. In: Offenbach Post. 26. März 2009, abgerufen am 15. März 2019. |archiv-url=https://www.op-online.de/region/obertshausen/wahlkreis-kein-erbhof-cdu-106907.html</ref><ref>Wahlkreisversammlung: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt zum Direktkandidaten gewählt. 13. März 2009, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 15. März 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Forschung und Publikationen
Gerhardts Arbeiten bewegen sich im Schnittfeld von Arbeitsmarktökonomie, Sozialpolitik und normativer Theorie des Wohlfahrtsstaats. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Mindesteinkommensmodellen, der Kritik aktivierender Arbeitsmarktpolitik sowie der historischen Rekonstruktion sozialpolitischer Institutionen.
Früh beteiligte er sich an der deutschen Debatte zum garantierten Mindesteinkommen und entwickelte entsprechende Konzepte bereits in den 1980er-Jahren. Zu seinen zentralen Publikationen zählen unter anderem Hartz plus (2006), Studien zum Speenhamland-System sowie jüngst Bürgergeld für alle? (2025), in dem historische, empirische und theoretische Perspektiven auf Mindestsicherungssysteme zusammengeführt werden.
Seine Arbeiten zielen darauf, strukturelle Ursachen von Armut und Prekarität freizulegen und diese von verbreiteten individualisierenden Deutungen abzugrenzen.
Einfluss und Rezeption
Gerhardt gehörte zu Anfang der 1980er-Jahre zu den Mitbegründern der deutschen Diskussion um ein Garantiertes Mindesteinkommen. Seine Beiträge verbinden ideengeschichtliche Analysen mit gegenwartsbezogener Kritik wohlfahrtsstaatlicher Reformen.
Im Zentrum steht dabei die These, dass moderne Sozialpolitik zunehmend durch moralische Bewertungslogiken geprägt ist, die strukturelle Risiken in individuelle Verantwortungszuschreibungen übersetzen. Vor diesem Hintergrund plädiert er für institutionelle Arrangements, die soziale Sicherung als verlässliches Mitgliedschaftsrecht organisieren und von Verhaltensanforderungen entkoppeln.
Seine Arbeiten finden insbesondere in sozialpolitischen, arbeitssoziologischen und normativen Debatten zum Wohlfahrtsstaat Resonanz.
Schriften
- Bürgergeld für alle? Geschichte und Zukunft eines liberalen Vorschlags, Baden-Baden: Nomos, ISBN 978-3-7560-2306-6, 2025
- Hartz plus. Lohnsubventionen und Mindesteinkommen im Niedriglohnsektor, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISBN 978-3-531-14842-7, 2006
- Das Speenhamland-System als frühes Grundeinkommen. Vorgeschichte, Wirkungen und Erkenntnisse, ISBN 978-3-346-29010-6, 2020
- The Speenhamland System - An Early Basic Income? Prehistory, Effects and Findings, academia.edu, 2021
- Erwachsenenbildung und Neue Techniken. Auswirkungen der veränderten Sozial- und Wirtschaftsstruktur auf Qualifikationsanforderungen, Kursteilnehmer und Volkshochschule, Offenbach/M.: Eigenverlag, ISBN 978-3-00-020697-9, 1986
- (mit Arnd Weber): Garantiertes Mindesteinkommen. Für einen libertären Umgang mit der Krise, in: T. Schmid (Hrsg.): Befreiung von falscher Arbeit. Thesen zum garantierten Mindesteinkommen, 2. erheblich veränderte Auflage, S. 18–70, Berlin: Wagenbach-Verlag, ISBN 3-8031-2109-4, 1986, Universitätsverlag Karlsruhe, Karlsruhe 2007, ISBN 978-3-86644-109-5 (PDF; 6,3 MB)
- (mit D. Hoß, H. Kramer und A. Weber): Die sozialen Auswirkungen der Integration von CAD und CAM. Vorstudie für ein empirisches Hauptprojekt. Teilprojekt II des RKW-Projekts A148/83 „Wirtschaftliche und soziale Auswirkungen des Einsatzes von integrierten CAD/CAM-Systemen“, Frankfurt/Main: Institut für Sozialforschung, 1983
- Das dicke Ende kommt noch. Ist Schwarz-Gelb gut für ein Grundeinkommen?, in: AKP – Fachzeitschrift für Alternative Kommunal Politik, 6/2009, S. 48–50, Bielefeld 2009, ISSN 0941-9225.
- Langzeitarbeitslosigkeit und Grundeinkommen. Strukturveränderungen in der Krise, in: AKP – Fachzeitschrift für Alternative Kommunal Politik, 3/2009, S. 61–63, Bielefeld 2009, ISSN 0941-9225.
- Garantiertes Mindesteinkommen – eine Forderung für alle(s)? In: Widersprüche 103 (2007), S. 103–117, ISBN 978-3-89370-426-2.
- (mit Arnd Weber): Mindesteinkommen – Konservativ oder libertär, in: T. Kreuder und H. Loewy (Hrsg.): Konservativismus in der Strukturkrise, S. 462–483, Frankfurt/M.: Suhrkamp 1987, ISBN 3-518-11330-5.
- Garantiertes Mindesteinkommen als Möglichkeit sozialrechtlicher Absicherung alternativer Arbeitsformen. Am Beispiel Telearbeit, ETH Zürich, Grin-Verlag 1987, ISBN 978-3-640-11912-7, E-Book 2008, ISBN 978-3-640-14397-9.
- Eigeninitiative und Sozialpolitik. Zur Diskussion eines garantierten Mindesteinkommens, in: Widersprüche 14, S. 61–69, 1985, ISBN 3-88534-032-1.
- (mit Arnd Weber): Garantiertes Mindesteinkommen, Alemantschen. Materialien für radikale Ökologie, Ökologische Berufspraxis, hrsg. von der Gesellschaft für Kultur und Ökologie; Band 3, Maintal, S. 69–99, 1983 [1]
Weblinks
- Literatur von und über Klaus-Uwe Gerhardt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Website von Klaus-Uwe Gerhardt
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gerhardt, Klaus-Uwe |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Sachbuchautor |
| GEBURTSDATUM | 22. Mai 1955 |
| GEBURTSORT | Offenbach am Main, Hessen |
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- Person (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung)
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- Geboren 1955
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