Zum Inhalt springen

Helmut Kiene

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 6. November 2025 um 01:14 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Helmut Kiene (* 13. Juni 1952 in Nördlingen) ist ein deutscher Arzt, Wissenschaftler und Anthroposoph. Er leitet das von ihm mitbegründete Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie e.V. an der Universität Witten/Herdecke.<ref>Dr. Helmut Kiene International Congress for Integrative Health and Medicine</ref> Er verfasste zahlreiche Arbeiten zu wissenschaftlichen Grundfragen der Medizin, wobei er einen Methodenpluralismus für die medizinische Forschung vertritt, der auch komplementärmedizinischen Richtungen gerecht werden soll. In den 1970er Jahren war er Sportkletterer.<ref>Highlights des Alpinismus – Alpenverein Storys. Abgerufen am 26. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Wissenschaft

Helmut Kiene studierte Medizin in Freiburg mit anschließender Promotion. Heute lebt und arbeitet er im Schwarzwald.

Er ist Mitbegründer des Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie e. V. in Freiburg und Verfasser erkenntnis- und wissenschaftstheoretischer und medizinischer Arbeiten, die sich mit Grundlagen der Erkenntnisgewinnung in der Medizin beschäftigen.<ref name="Kiene2001" />

Kiene propagiert eine sogenannte „Cognition based medicine“.<ref name="Kiene2001">H. Kiene: Komplementäre Methodenlehre der klinischen Forschung. Cognition-based Medicine. Springer, Berlin/Heidelberg 2001, ISBN 3-540-41022-8 Volltext online</ref> Nach diesem Modell soll die Wertigkeit der Wirksamkeitsbeurteilung einer Therapie durch Aussagen über einzelne Patienten (anekdotische Evidenz) gleich bzw. höher gestellt werden als durch randomisierte kontrollierte Studien der evidenzbasierten Medizin. Diese Methode wird vereinzelt in der Diskussion um Kausalitätsbeurteilungen am Einzelfall erwähnt.<ref>Patrick S Phelan: Synthesis of case reports for meta-assessment of causality. In: BMJ Evidence-Based Medicine. Band 23, Nr. 5, Oktober 2018, ISSN 2515-446X, S. 200–200, doi:10.1136/bmjebm-2018-110969.</ref><ref>Milos Jenicek: Medical error and harm: understanding, prevention, and control. CRC press, Boca Raton 2011, ISBN 978-1-4398-3694-1, S. 142.</ref><ref>Milos Jenicek: Writing, Reading, and Understanding in Modern Health Sciences. 1. Auflage. CRC Press - Taylor & Francis Group, 2014, ISBN 978-1-4822-2645-4, S. 132–134.</ref> Ansonsten wurde sie vor allem in der Komplementärmedizin aufgegriffen.<ref>Michael Teut, Robbert A. van Haselen, Lex Rutten, Chetna Deep Lamba, Gerhard Bleul, Susanne Ulbrich-Zürni: Case Reporting in Homeopathy—An Overview of Guidelines and Scientific Tools. In: Homeopathy. Band 111, Nr. 01, Februar 2022, ISSN 1475-4916, S. 002–009, doi:10.1055/s-0041-1731313.</ref><ref>Mark R. Tonelli, Timothy C. Callahan: Why Alternative Medicine Cannot Be Evidence-based:. In: Academic Medicine. Band 76, Nr. 12, Dezember 2001, ISSN 1040-2446, S. 1213–1220, doi:10.1097/00001888-200112000-00011.</ref><ref>Dennis Patrick O'Hara: Is there a role for prayer and spirituality in health care? In: Medical Clinics of North America. Band 86, Nr. 1, Januar 2002, S. 33–46, doi:10.1016/S0025-7125(03)00070-1.</ref><ref>Bernard S. Bloom, Aurélia Retbi, Sandrine Dahan, Egon Jonsson: EVALUATION OF RANDOMIZED CONTROLLED TRIALS ON COMPLEMENTARY AND ALTERNATIVE MEDICINE. In: International Journal of Technology Assessment in Health Care. Band 16, Nr. 1, Januar 2000, ISSN 0266-4623, S. 13–21, doi:10.1017/S0266462300016123.</ref>

Helmut Kiene ist Mitglied der CARE-Gruppe, die 2013 die Publikationsleitlinien für Einzelfallberichte veröffentlicht hat,<ref>Joel J. Gagnier, David Riley, Douglas G. Altman, David Moher, Harold Sox, Gunver S. Kienle: The CARE Guidelines. In: Deutsches Ärzteblatt international. 13. September 2013, ISSN 1866-0452, doi:10.3238/arztebl.2013.0603, PMID 24078847, PMC 3784031 (freier Volltext).</ref> die im Publikations-Leitlinien-Netzwerk EQUATOR hinterlegt sind.<ref>The CARE Guidelines: Consensus-based Clinical Case Reporting Guideline Development | EQUATOR Network. Abgerufen am 28. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Alpinismus

Zusammen mit Reinhard Karl eröffnete er 1977 die erste alpine Kletterroute im VII. Schwierigkeitsgrad (UIAA), die Fleischbank-Pumprisse im Wilden Kaiser.<ref>Vor 40 Jahren: Karl und Kiene klettern die "Pumprisse". Abgerufen am 26. Juni 2023.</ref>

Seine Solobegehungen zeichnen ihn als einen der führenden Alpinisten der siebziger Jahre aus. So meisterte er den gesamten Peutereygrat und die Überschreitung Grands MontetsAiguille VerteGrandes JorassesTuriner Hütte.<ref name="Panorama 3-12">Menschen. In: Panorama. Nr. 3, 2012, ISSN 1437-5923, S. 16 (alpenverein.de [PDF; 47,0 MB]).</ref>

Nach Helmut Kiene ist der sogenannte „Kiene-Swing“ benannt, der ähnlich wie ein Bungee-Sprung ausgeführt wird. Im Gegensatz zum Bungeesprung ist das Seil beim Kiene-Swing nicht über dem Springer befestigt, sondern von ihm entfernt (Helmut Kiene hat diesen Sprung zum Beispiel an zwei parallelen Brücken durchgeführt). Dadurch wird nach dem freien Fall ein langer Pendelschwung („Swing“) ausgeführt.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein