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Vivantes

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Koordinaten: 52° 33′ 50,8″ N, 13° 21′ 12,2″ O

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Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH

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Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 2001
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung
  • Johannes Danckert (Vorsitzender der Geschäftsführung)
  • Dorothea Schmidt (Geschäftsführerin Personalmanagement)
  • Adelheid Jakobs-Schäfer (Geschäftsführerin Bau, Infrastruktur und Service)
Mitarbeiterzahl 20.215<ref name="Mitarbeiter">Konzern Überblick. In: Vivantes. Abgerufen am 22. Juli 2025.</ref>
Umsatz 1,66 Milliarden Euro<ref name="Jahresabschluss 2024">Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH, Jahresabschluss 2024, abgerufen am 30. Juli 2025.</ref>
Branche Gesundheitswesen
Website www.vivantes.de
Stand: 31. Dezember 2024

Die Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH (kurz Vivantes) ist ein kommunaler Krankenhausbetreiber in Berlin.<ref name="Jahresabschluss 2024" /> Alleiniger Anteilseigner ist das Land Berlin.<ref>Beteiligungsunternehmen des Landes Berlin. In: Hauptstadtportal Berlin. 10. November 2023, abgerufen am 11. März 2024.</ref> Das Unternehmen wurde zum 1. Januar 2001 gegründet und ist nach eigenen Angaben Deutschlands größter kommunaler Krankenhauskonzern.<ref name=":0">Konzernprofil. In: Vivantes. Abgerufen am 11. März 2024.</ref>

Geschichte

1850–2001

Datei:Krankenhaus am Urban, Berlin-Altbaugelände 2014-01.jpg
Das 1890 eröffnete Krankenhaus Am Urban in Kreuzberg

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden in Berlin verschiedene Krankenhäuser, welche später in Vivantes eingegliedert wurden. Dazu zählten beispielsweise das erste Städtische Krankenhaus in Spandau, welches 1854 in der Havelstraße gebaut wurde,<ref>André Görke: Wo sind denn alle? Leere im Rathaus Spandau. In: Tagesspiegel. 12. November 2019, abgerufen am 11. März 2024.</ref> das 1874 gegründete Städtische Krankenhaus Am Friedrichshain,<ref>Thomas Frey: Das Krankenhaus Friedrichshain feierte seinen 140. Geburtstag. In: Berliner Woche. 9. Oktober 2014, abgerufen am 11. März 2024.</ref> das 1890 eröffnete Krankenhaus Am Urban<ref>Thomas Frey: Die Geschichte des Urban-Krankenhauses. In: Berliner Woche. 16. Juli 2015, abgerufen am 11. März 2024.</ref> sowie das 1899 eröffnete Städtische Krankenhaus zwischen Lynarstraße und Neue Bergstraße.<ref>Geschichte des Klinikum Spandau. In: Vivantes. Abgerufen am 21. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1880 wurde die Irrenanstalt Dalldorf (ab 1967: Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, die 1997 mit dem Krankenhaus Reinickendorf fusionierte)<ref name=":1">15 Jahre Vivantes. (PDF; 8,0 MB) In: Vivantes. 2016, abgerufen am 11. März 2024.</ref> als erste Berliner Heil- und Pflegeanstalt gegründet.<ref name=":2">Unternehmensgeschichte 1854-2021. In: Vivantes. Abgerufen am 11. März 2024.</ref><ref>Matthias Kunert: Wittenau. Das Konzept geht nicht mehr auf. In: Berliner Zeitung. 25. April 2002.</ref>

Im Jahr 1909 wurde das Rixdorfer Krankenhaus eröffnet, welches nach drei Jahren in das Städtische Krankenhaus Neukölln umbenannt wurde.<ref name=":3">Vom Krankenhaus Rixdorf zum Klinikum Neukölln. In: Neukölln Online. Abgerufen am 11. März 2024.</ref> Im Jahr 1910 erfolgte die Eröffnung der Krankenhäuser der Gemeinden Reinickendorf, Tegel, Wittenau sowie Rosenthal in der Teichstraße.<ref name=":2" />

Während des Nationalsozialismus wurden jüdische Krankenhausmitarbeiter aus dem Dienst gedrängt und deportiert oder zur Emigration gezwungen. Zudem wurden die Gebäude der städtischen Krankenhäuser teilweise besetzt sowie umbenannt. Zudem erfolgte die Vertreibung des jüdischen Personals. Des Weiteren führten die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs zu Beschädigungen vieler städtischer Krankenhäuser, die nach dem Krieg wiederaufgebaut wurden.<ref name=":2" />

Nach der Teilung Berlins im Jahr 1949 entstand 1951 im westlichen Teil der Stadt das Wenckebach-Krankenhaus, welches 1945 von einem Militärkrankenhaus zu einem städtischen Krankenhaus umgewandelt worden war.<ref>Oliver Stüber: Zahlen, Daten, Fakten. Vivantes Wenckebach-Klinikum. In: B.Z. 31. Januar 2008.</ref> 1953 begann der Aufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR mit Arbeitsniederlegungen auf zwei Berliner Großbaustellen, darunter auch am Krankenhausneubau des Städtischen Krankenhaus Am Friedrichshain.<ref>Thomas Frey: Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in Friedrichshain. In: Berliner Woche. 6. Juni 2013, abgerufen am 11. März 2024.</ref>

1967 führte Emil Bücherl die erste Lungentransplantation Europas in der Lungenchirurgie Neuköllns durch.<ref>Medizingeschichte: Die ersten Transplantationen. In: Hamburger Abendblatt. 23. Juli 2005.</ref> In den Siebzigerjahren erfolgten weitere Klinikzusammenschlüsse in West-Berlin, die zur Entstehung des Humboldt-Krankenhauses (Fusion aus dem Städtischen Krankenhaus Tegel Süd und dem Klinikum Wiesengrund), des Krankenhauses Spandau (Fusion aus dem Städtischen Krankenhaus Spandau Nord und dem Städtischen Krankenhaus Spandau Süd) sowie des Krankenhauses Neukölln (Fusion aus dem Krankenhaus Britz und der Frauenklinik am Mariendorfer Weg) führten.<ref name=":1" /> Seit 1975 wird das Krankenhaus Neukölln als Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité genutzt.<ref name=":3" /> Des Weiteren wurden in den Siebzigerjahren das Krankenhaus Am Urban sowie das Auguste-Viktoria-Klinikum zu akademischen Lehrkrankenhäusern der Charité ernannt.<ref name=":2" /> In den folgenden Jahren wurden alle Vivantes Klinika Lehrkrankenhäuser der Charité.<ref>Klinische Forschung im Krankenhaus. In: Vivantes. Abgerufen am 21. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

1985 erfolgte die Eröffnung des neuen Humboldt-Krankenhauses in Reinickendorf.<ref>Uta Keseling: Ganz Berlin heißt Humboldt. In: Berliner Morgenpost. 1. August 2021, abgerufen am 11. März 2024.</ref> Ein Jahr später wurde das neue Hauptgebäude des Klinikums Neukölln fertiggestellt.<ref name=":3" />

Datei:VIVANTES LOGO 2001.png
Vivantes Logo bis 2007

Die Zusammenlegung des Krankenhauses Kaulsdorf und des Wilhelm-Griesinger-Krankenhauses in Biesdorf erfolgte im Jahr 1997, wodurch das Krankenhaus Hellersdorf entstand.<ref>Harald Ritter: Vom Hilfslazarett zum Vivantes Klinikum Kaulsdorf. In: Berliner Woche. 21. April 2018, abgerufen am 11. März 2024.</ref> Zudem wurde im selben Jahr die Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in das Humboldt-Krankenhaus integriert.<ref>Oliver Ohmann: Berlin kaufte Wittenau, um eine Klinik zu bauen. In: B.Z. 6. Oktober 2008.</ref>

2001–Gegenwart

Zum 1. Januar 2001 wurde die Net-Ge Kliniken für Berlin GmbH als Zusammenschluss der zu diesem Zeitpunkt verbliebenen städtischen Krankenhäusern Berlins gegründet.<ref>Kurz notiert: NET-GE. In: GV-Praxis. Nr. 6, 11. Juni 2001, S. 8.</ref> Die Net-Ge umfasste zum Gründungszeitpunkt die Krankenhäuser Friedrichshain, Hellersdorf, Prenzlauer Berg, Spandau, Reinickendorf, Neukölln, Urban in Kreuzberg, Auguste-Viktoria in Schöneberg und Wenckebach in Tempelhof.<ref>Mechthild Küpper: Das größte Kombinat im Land. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 17. Januar 2001.</ref> Ein halbes Jahr später erfolgte die Umbenennung der Net-Ge in die Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH.<ref name=":4">Neuer Name für Berliner Net-Ge GmbH. In: Ärzte Zeitung. Nr. 100, 31. Mai 2001, S. 9.</ref>

Unternehmensstruktur

Nach eigenen Angaben wird rund ein Drittel der Berliner Krankenhauspatienten von Vivantes versorgt. Vivantes betreibt acht Klinika und ein Fachkrankenhaus für Geriatrie, die insgesamt über 5963 Betten verfügen (Stand 2024).<ref>Konzernprofil. In: Vivantes. Abgerufen am 1. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der Vivantes-Konzern umfasst die Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH mit folgenden verbundenen Unternehmen:<ref name="Jahresabschluss 2024" /> Die Vivantes Rehabilitation GmbH betreibt ein ambulantes Rehabilitations- und Therapiezentrum auf dem Gelände des Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum für kardiologische, neurologische, onkologische und orthopädische Erkrankungen. Die Vivantes – Forum für Senioren GmbH betreibt 18 Pflegeeinrichtungen der Normalpflege und drei Kurzzeitpflegeeinrichtungen für Senioren sowie zwei Seniorenwohnhäuser.<ref>Home. In: Vivantes Hauptstadtpflege. Abgerufen am 8. Juli 2024.</ref> Über die Vivantes – MVZ GmbH werden 13 medizinische Versorgungszentren mit 60 Facharztpraxen betrieben;<ref>Vivantes MVZ. In: Vivantes MVZ. Abgerufen am 20. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> unter der Vivantes Hospiz gGmbH agiert das Hospiz der Vivantes. Das Ida-Wolff-Krankenhaus mit Schwerpunkt Geriatrie wird von der Vivantes Ida-Wolff-Krankenhaus GmbH geführt. Die SVL Speiseversorgung und -logistik GmbH ist für die Cafeterien und die Gastronomie der Vivantes-Einrichtungen zuständig, während die VivaClean Nord GmbH und die VivaClean Süd GmbH Reinigungsdienste übernehmen. Weitere Dienstleistungen werden von der Vivantes Service GmbH erbracht.<ref name=":8">Vivantes Einrichtungen in Berlin. 28. Februar 2024, abgerufen am 12. März 2024.</ref> Die BBG Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe gGmbH (Beteiligung zu 51 Prozent, 49 Prozent werden von der Charité – Universitätsmedizin Berlin gehalten) fasst das Ausbildungsangebot des Konzerns zusammen.<ref>BBG Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe gGmbH, Berlin. In: Northdata. Abgerufen am 3. April 2024.</ref>

Zudem ist Vivantes zu jeweils 50 Prozent an den Unternehmen Labor Berlin – Charité Vivantes GmbH, Labor Berlin – Charité Vivantes Services GmbH und MVZ Charité Vivantes GmbH beteiligt.<ref name="Jahresabschluss 2024" />

Kennzahlen

Vivantes erwirtschafte im Geschäftsjahr 2024 Umsatzerlöse in Höhe von 1,66 Milliarden Euro (2023: 1,50 Milliarden Euro). In den Vivantes-Kliniken und dem Ida-Wolff-Krankenhaus wurden im Jahr 2024 197.575 stationäre Fälle (2023: 188.280 stationäre Fälle) behandelt. Die Zahl der Pflegeplätze belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 2.362. Im selben Geschäftsjahr standen 16 Pflegeplätze im Hospiz zur Verfügung.<ref name="Jahresabschluss 2024" />

Zum Jahresende 2024 waren 20.215 Mitarbeitende für den Vivantes-Konzern tätig.<ref name="Mitarbeiter" />

Vorsitzende der Geschäftsführung

  • Johannes Danckert (seit Juli 2020)
  • Andrea Grebe (Oktober 2013 bis Juli 2020)
  • Joachim Bovelet (Februar 2007 bis April 2013)
  • Holger Strehlau-Schwoll (Januar 2006 bis Februar 2007)
  • Wolfgang Schäfer (November 2000 bis Dezember 2005)

Einrichtungen

Zu den Einrichtungen des Unternehmens gehören Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie weitere Einrichtungen, die sich über verschiedene Stadtteile Berlins erstrecken.

Fachbereiche und Zentren

Die Gesundheitseinrichtungen von Vivantes bieten in Berlin medizinische Versorgung, Rehabilitation und Pflege an.<ref name="Jahresabschluss 2024" /><ref>Vivantes – Forum für Senioren GmbH, Berlin. In: Northdata. Abgerufen am 13. März 2024.</ref> 2022 behandelte Vivantes in den Rettungsstellen der Kliniken 304.000 Notfälle.<ref>Hannes Heine: Rettungsstellen. Welche Kliniken behandeln wie viel Notfälle? In: Der Tagesspiegel. 31. Oktober 2023.</ref> Nach eigener Aussage werden in den Kliniken und weiteren Einrichtungen des Unternehmens insgesamt rund eine halbe Millionen Behandlungen jährlich durchgeführt.<ref name=":0" />

Die Fachbereiche des Konzerns in den verschiedenen Einrichtungen sind Anästhesie, Adipositas und metabolische Chirurgie, Augenheilkunde, Intensivmedizin, Schmerztherapie, Chirurgie (Allgemein- und Viszeralchirurgie; Endokrine Chirurgie; Plastische, Ästhestische und Rekonstruktive Chirurgie; Unfallchirurgie; Gelenke und spezielle Orthopädische Chirurgie; Neurochirurgie; Wirbelsäulenchirurgie), Dermatologie und Phlebologie, Ernährungsmedizin, Suchtmedizin, Geburtsmedizin und Gynäkologie, Gefäßmedizin, Geriatrie und Gerontopsychiatrie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Pathologie, Innere Medizin (Gastroenterologie, Infektiologie, Pneumologie, Kardiologie, Diabetologie, Nephrologie), Kinder- und Jugendmedizin sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Kinder- und Neugeborenenchirurgie, Onkologie, Hämatologie, Palliativmedizin, Orthopädie, Neurologie mit Stroke Unit, Nuklearmedizin, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Radiologie und interventionelle Therapie und Urologie.<ref>Krankenhausplan 2020 des Landes Berlin. Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Berlin. 2021. Abgerufen am 8. Juli 2024.</ref> Außerdem betreibt Vivantes sieben Rettungsstellen für Erwachsene und zwei Kinderrettungsstellen.<ref>Notdienstpraxen gefragter: Entlastung für Rettungsstellen. In: Berliner Zeitung. 9. April 2023, abgerufen am 21. Juli 2024.</ref><ref>Dirk Jericho: Wartezeiten in Echtzeit: Vivantes stellt Daten für alle Rettungsstellen online. In: Berliner Woche. 25. August 2023, abgerufen am 21. Juli 2024.</ref>

Vivantes unterhält psychiatrische Tageskliniken, psychiatrische Institutsambulanzen und psychiatrisch-psychotherapeutische Fachabteilungen im Humboldt-Klinikum, im Klinikum Spandau, im Auguste-Viktoria-Klinikum, im Klinikum Kaulsdorf, im Klinikum Neukölln, im Wenckebach-Klinikum, im Klinikum Am Urban und im Klinikum im Friedrichshain.<ref>Seelische Gesundheit: Einrichtungen im Überblick. In: Vivantes. Abgerufen am 13. März 2024.</ref><ref>Deutschlands größter kommunaler Klinikkonzern weiter im Aufwärtstrend. In: Ärzte Zeitung. Nr. 86, 11. Mai 2009, S. 13.</ref><ref>Psychiatrische Ambulanzen. In: Vivantes. Abgerufen am 13. März 2024.</ref>

Im Bereich Schwangerschaft und Geburt informieren außerdem die Babylotsen des Unternehmens über Beratungsangebote zu verschiedenen Aspekten der Elternschaft und Geburt.<ref>Lorenz Vossen: Vivantes Klinikum Kaulsdorf stellt Babylotsen ein. In: Berliner Morgenpost. 25. September 2018.</ref><ref>Schwangerschaft & Geburt. In: Vivantes. Abgerufen am 13. März 2024.</ref>

Kliniken

Datei:Berlin Friedrichshain Vivantes Klinikum Haus 18.JPG
Klinikum im Friedrichshain

Zum Konzern gehören acht Klinika und ein geriatrisches Fachkrankenhaus:<ref name=":8" />

  • Auguste-Viktoria-Klinikum
  • Humboldt-Klinikum
  • Ida-Wolff-Krankenhaus, Fachkrankenhaus für Geriatrie
  • Klinikum Am Urban
  • Klinikum Kaulsdorf
  • Klinikum im Friedrichshain
  • Klinikum Neukölln
  • Klinikum Spandau
  • Wenckebach-Klinikum

Pflegeeinrichtungen

Des Weiteren sind folgende Pflegeeinrichtungen im Geschäftsbereich Vivantes – Forum für Senioren GmbH tätig:<ref>Unsere Häuser. In: Vivantes Forum für Senioren. Abgerufen am 12. März 2024.</ref>

  • Haus Dr.-Hermann-Kantorowicz (Spandau)
  • Haus Ernst Hoppe (Spandau)
  • Haus Franckepark (Tempelhof)
  • Haus Jahreszeiten (Friedrichshain-Kreuzberg)
  • Haus John F. Kennedy (Reinickendorf)
  • Haus Jungfernheide (Charlottenburg-Wilmersdorf)
  • Haus Kaulsdorf (Marzahn-Hellersdorf)
  • Haus Leonore (Steglitz-Zehlendorf)
  • Haus Rhinstraße (Lichtenberg)
  • Haus Seebrücke (Spandau)
  • Haus Sommerstraße (Reinickendorf)
  • Haus St. Richard (Neukölln)
  • Haus Teichstraße (Reinickendorf)
  • Haus Weidenweg (Friedrichshain-Kreuzberg)
  • Haus Wilmersdorf (Charlottenburg-Wilmersdorf)
  • Ida-Wolff-Pflegeheim (Neukölln)

Standorte der Kurzzeitpflege:

  • Wenckebach
  • Ida Wolff
  • Rhinstraße
  • Sommerstraße

Standorte der Gerontopsychiatrie:

  • John-F-Kennedy

Ausbildung

Vivantes unterhielt bis 2020 das konzerneigene Institut für berufliche Bildung im Gesundheitswesen (IbBG), das zum 1. Januar 2020 mit der Gesundheitsakademie der Berliner Charité zur Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe gGmbH (BBG) zusammengelegt wurde.<ref name="Jahresabschluss 2024" /><ref name=":7">Annette Neumann: In einen zukunftsfähigen Gesundheitskosmos führen. In: Wirtschaft & Weiterbildung. Nr. 3, 2022, S. 24–27.</ref> Das Institut umfasst rund 3000 Ausbildungsplätze (zum Beispiel zur Pflegefachkraft) an 13 Schulen und bietet in Kooperation mit der Charité den Studiengang Angewandte Hebammenwissenschaften an. Zudem werden Weiterbildungen zum Logopäden oder Physiotherapeuten angeboten.<ref name=":7" />

Kontroversen

Gerichtsverfahren

Dieter Wopen, der von Ende 2007 bis Ende 2012 Geschäftsführer der Vivantes-Tochtergesellschaft Forum für Senioren gewesen war, wurde im Rahmen einer Anklage vorgeworfen, nach Errichtung eines Pflegeheims durch die Vermögensverwaltungsgesellschaft Senectus GmbH, nicht auf Vertragserfüllung in Form des vereinbarten Komplettpakets bestanden zu haben. Damit war Forum für Senioren gezwungen, zusätzliche Gelder für die Einrichtung des Pflegeheims aufzubringen. Auch dabei habe sich Wopen pflichtvergessen verhalten, indem er die Anschaffung von Möbeln nicht offiziell ausgeschrieben, sondern freihändig vergeben habe. Durch Wopens Vorgehen sei der Vivantes-Tochter ein Schaden von mehreren Hunderttausend Euro entstanden.<ref name=":10">Vivantes stellt Strafanzeige gegen Ex-Chef Bovelet. In: Kma – Das Gesundheitswirtschaftsmagazin. 31. Januar 2014, abgerufen am 12. März 2024.</ref> Zum Zeitpunkt der Klageeinreichung war er bereits in den Vorstand der Marseille-Kliniken gewechselt (seit Ende 2015 MK-Kliniken).<ref>Vivantes – Forum für Senioren GmbH, Berlin, Germany. northdata.com, abgerufen am 4. Dezember 2020 (siehe dort Wopens wechselnder Gebrauch seines Vornamens und seine Beschäftigungsdaten).</ref><ref>Dieter Wopen zum neuen Marseille-Vorstand bestellt., healthcaremarketing.eu, 5. Oktober 2012, abgerufen am 4. Dezember 2020.</ref> Der frühere Geschäftsführer von Vivantes, Joachim Bovelet, habe Wopens Verhalten gedeckt und sich so mitschuldig gemacht. Die Berliner Staatsanwaltschaft reichte im Februar 2014 eine Klage aufgrund von Untreue gegen Bovelet ein.<ref name=":10" /> Dies geschah nach Bovelets Ausscheiden aus dem Konzern im Februar 2013. Das Verfahren wurde im Mai 2018 wegen mangelnden Tatverdachts eingestellt.<ref>Hannes Heine: Verfahren gegen Ex-Vivantes-Chef eingestellt. In: Tagesspiegel. 14. Mai 2018.</ref>

Im März 2014 entließ Vivantes den damaligen Finanzgeschäftsführer Bernd K., weil er verdächtigt wurde, Bestechungsgelder von Auftragnehmern bei Vergabeverfahren angenommen zu haben.<ref>Andreas Knoch: Vivantes feuert Finanzchef Kahnes. In: Finance. 14. März 2014, abgerufen am 11. März 2024.</ref> Zur Anklage kam es im Fall eines Reinigungsunternehmens mit Kontakten zur Berliner Clan-Kriminalität, das sich um einen Auftrag zur Schneebeseitigung bemüht hatte, sowie im Fall einer Telekommunikationsgesellschaft, die hoffte, den Auftrag zur Modernisierung der entsprechenden Vivantes-Anlagen zu erhalten.<ref>Ehemaliger Vivantes-Top-Manager soll für Auftrag 250.000 Euro kassiert haben. In: B.Z. 12. August 2020, abgerufen am 11. März 2024.</ref><ref>Kerstin Gehrke: Berliner Krankenhaus-Konzern: Korruptions-Prozess gegen Vivantes-Manager beginnt. In: Tagesspiegel. 12. August 2020.</ref> Im Fall des Reinigungsunternehmens entging Bernd K. einer Verurteilung aufgrund nicht ausreichender Indizien.<ref>Berlins kriminelle Subkultur: Wie Beamte, Manager und Ärzte mit Clans illegale Geschäfte machen. In: Tagesspiegel. 14. August 2020.</ref> Ein Urteilsspruch im Prozess um die Erteilung des Auftrages zur Modernisierung des Vivantes-Telekommunikationsnetzes steht noch aus (Stand Dezember 2020). Im Nachhinein wurde zudem bekannt, dass die international tätige Personalberatungsgesellschaft Kienbaum den Vivantes-Aufsichtsrat im Jahr 2011 vor einer Anstellung K.'s gewarnt hatte.<ref>Joachim Fahrun: Personalberater warnten vor Vivantes-Finanzchef. In: Die Welt. 22. April 2014, abgerufen am 11. März 2024.</ref>

Der Fall Heinisch

Die Altenpflegerin Brigitte Heinisch war zwischen 2002 und Anfang 2005 in einer Berliner Pflegeeinrichtung des Konzerns beschäftigt. In dieser Zeit beklagte sie die Arbeitsüberlastung des Pflegepersonals, vor allem wies sie auf erhebliche Mängel in der Pflegequalität und Pflegedokumentation hin. Dies geschah anfangs konzernintern, dann öffentlich, indem sie im Dezember 2004 gegen Vivantes Strafanzeige wegen Betruges erhob. Daraufhin wurde ihr im Februar 2005 fristlos gekündigt.<ref>„Whistleblower“-Prozess:Gefeuerte Altenpflegerin bekommt Abfindung. In: Süddeutsche Zeitung, 26. Mai 2012.</ref>

In der Folge kam es vor Berliner Gerichten zu mehreren Prozessen und schließlich zur Anrufung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) durch Brigitte Heinisch, die ihr Recht auf Meinungsfreiheit durch die Urteile deutscher Gerichte verletzt sah. Zuvor hatten sowohl das Berliner Landesarbeitsgerichts als auch das Bundesverfassungsgericht ihre Kündigung für rechtmäßig erklärt.<ref>Thorkit Treichel: Vivantes: Der Fall Heinisch. In: Berliner Zeitung. 11. Oktober 2011, abgerufen am 8. Juli 2024.</ref> In der Causa Heinisch v. Germany erhielt sie schließlich 15.000 Euro Schadenersatz zugesprochen, zahlbar durch die Bundesrepublik Deutschland (Urteil Nr. 28274/08 vom 21. Juli 2011 des EGMR).<ref>Heinisch ./. Deutschland, Urteil vom 21. Juli 2011, Nr. 28274/08; anonymisierte deutsche Übersetzung der Bundesregierung.</ref>

Abschließend beigelegt wurde der Fall in einem gerichtlichen Vergleich, bei dem Vivantes der ehemaligen Mitarbeiterin 90.000 Euro zahlte und die fristlose Kündigung in eine ordentliche wandelte.<ref>Jost Müller-Neuhof: Erfolg für Brigitte Heinisch: Altenpflegerin erhält 90.000 Euro. In: Tagesspiegel. 25. Mai 2012.</ref>

Für ihr Engagement wurde Heinisch 2007 der Whistleblower-Preis der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) und der Deutschen Sektion der International Association of Lawyers against Nuclear Arms (IALANA) verliehen.<ref>Whistleblower-Preisträger: PD Dr. Liv Bode und Brigitte Heinisch (2007). In: Vereinigung Deutscher Wissenschaftler. Abgerufen am 11. März 2024.</ref>

Arbeitsbedingungen und Streiks

2021 schlossen sich Angestellte der Vivantes, deren Tochterunternehmen und der Charité zur Berliner Krankenhausbewegung zusammen. Die Forderungen der Bewegung bezogen sich auf Überlastung im Krankenhausbetrieb und Bezahlung unterhalb des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD).<ref>Hannes Heine: Pflegekräfte denken an Streik: Die Corona-Helden begehren auf. In: Der Tagesspiegel Online. 6. Mai 2021, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 5. Juli 2024]).</ref> Beschäftigte von Vivantes-Tochterunternehmen in den Bereichen Reinigung, Transport und Gastronomie, deren Bezahlung auf den niedrigeren NGG- und IG-Bau-Tarifen basierte,<ref>Hannes Heine: Protest am Neuköllner Krankenhaus: Reinigungskräfte der Berliner Vivantes-Kliniken vor Streik. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 5. Juli 2024]).</ref> forderten eine Angleichung der Löhne an den TVöD, während das Pflegepersonal des Krankenhausträgers eine Verringerung der Arbeitsbelastung durch einen Entlastungstarifvertrag erwirken wollte.<ref>Hannes Heine: Der Pfleger als Patient. In: Der Tagesspiegel. 23. August 2021.</ref><ref>Timm Kühn: Arbeitskampf des Klinikpersonals: Vivantes bestreikt Rot-Rot-Grün. In: Die Tageszeitung. 23. August 2021, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 12. Juni 2022]).</ref><ref name=":52">Joachim Fahrun: Vivanets und Charité: So kämpfen Pfleger für bessere Arbeitsbedingungen. In: Berliner Morgenpost. 6. Mai 2021, abgerufen am 5. Juli 2024.</ref>

Vivantes-Sprecher erklärten, dass es zum einen schwierig sei, ausreichend Fachpersonal zu finden – die Forderung nach abgesenkten Personalschlüsseln könne demnach nur durch die Streichung von Betten umgesetzt werden; zum anderen würde eine Angleichung an den TVöD zusätzliche Kosten von 35 bis 40 Millionen Euro erzeugen, die aufgrund der fixen Fallpauschalen nicht ausgeglichen werden könnten und das Vorjahresdefizit von 20 Millionen Euro noch verstärken würden.<ref name=":53">Joachim Fahrun: Vivanets und Charité: So kämpfen Pfleger für bessere Arbeitsbedingungen. In: Berliner Morgenpost. 6. Mai 2021, abgerufen am 5. Juli 2024.</ref> Im Rahmen dessen wurde die fehlende Bereitschaft des Landes Berlin, zusätzliche Kosten auszugleichen, thematisiert.<ref>Joachim Fahrun: Charité und Vivantes: Krankenhäuser vor der Quadratur des Kreises. In: Berliner Morgenpost. 12. Mai 2021, abgerufen am 5. Juli 2024.</ref>

Im Mai 2021 drohten Pflegekräfte mit Streiks, wenn keine Fortschritte in den Verhandlungen erzielt werden könnten. Die Warnung richtete sich sowohl an die Krankenhausträger Vivantes und Charité als auch an das Land Berlin.<ref>Christian Schwager: Berliner Pflegekräfte stellen Arbeitgebern Ultimatum. In: Berliner Zeitung. 13. Mai 2021, abgerufen am 5. Juli 2024.</ref> Kurz vor Antritt der angekündigten Streiks im August erwirkte Vivantes dagegen einen Unterlassungsbescheid, da keine Notdienstvereinbarung zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmern zustande gekommen war.<ref>Joachim Fahrun: Verdi sagt Streik in den Vivantes-Tochterfirmen ab. In: Berliner Morgenpost. 21. August 2021, abgerufen am 5. Juli 2024.</ref> Das Arbeitsgericht entschied jedoch nach Rücksprache mit den Gewerkschaftern, dass von einer ausreichenden Notversorgung ausgegangen werden könne, und erlaubte die Streiks.<ref>Verdi will Vivantes-Warnstreik wieder hochfahren. In: Berliner Morgenpost. 24. August 2021, abgerufen am 5. Juli 2024.</ref>

Nach mehrwöchigen Streiks kam es im Oktober 2021 zu einer Einigung zwischen Verdi und Vivantes, zunächst über einen Entlastungstarifvertrag mit dem Konzern, und dann zu einer schrittweisen Angleichung der Löhne in den Tochterunternehmen auf bis zu 96 % des TVöD.<ref>Hannes Heine: Mehr Lohn für Reinigungs- und Küchenpersonal: Tarifkampf bei Vivantes in Berlin beigelegt – Pflegestreik in Brandenburg. In: Der Tagesspiegel Online. 29. Oktober 2021, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 5. Juli 2024]).</ref><ref>Manuela Heim: Berliner Krankenhausbewegung: Erfolgreich zu Ende gestreikt. In: Die Tageszeitung: taz. 27. Oktober 2021, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 5. Juli 2024]).</ref>

Im Sommer 2022 kam es zu Kritik hinsichtlich der nun gültigen Tarifverträge. Dem Konzern wurde vorgeworfen, die Umsetzung der Tarifverträge zu verzögern und nicht wie vereinbart umzusetzen. Eine Gewerkschafterin, die in einem Interview mit der taz Kritik am Konzern geäußert hatte,<ref>Timm Kühn: Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern: Entlastung in weiter Ferne. In: Die Tageszeitung. 26. Juli 2022, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 7. September 2022]).</ref> erhielt für diese Aussagen eine Abmahnung. Verdi Berlin verurteilte die Abmahnung und warf dem Konzern vor, „Kritik einfach zu verbieten, anstatt die Probleme konstruktiv zu lösen“.<ref>Das geht gar nicht: Vivantes will Gewerkschafterin Silvia Habekost den Mund verbieten. In: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Berlin. 7. September 2022, abgerufen am 7. September 2022.</ref><ref>Ulrike Henning: Abgemahnt, aber nicht allein. In: nd aktuell. 6. September 2022, abgerufen am 7. September 2022.</ref> Später entfernte Vivantes die Abmahnung aus der Personalakte der Gewerkschafterin.<ref>Joachim Fahrun: Ärger bei Vivantes: Verdacht auf manipulierte Dienstpläne. In: Berliner Morgenpost. 1. Dezember 2023, abgerufen am 20. Juni 2024.</ref>

Weblinks

Commons: Vivantes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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