Zum Inhalt springen

Neustift (Freising)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. März 2026 um 10:00 Uhr durch imported>Lou.gruber (Einzelnachweise).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Neustift
Stadt Freising
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(6963)&title=Neustift 48° 24′ N, 11° 45′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(6963) 48° 24′ 21″ N, 11° 45′ 26″ O
 {{#coordinates:48,405958333333|11,757108333333|primary
dim=10000 globe= name=Neustift region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Einwohner: 6963 (1. Juli 2024)<ref>Einwohner-Statistik der Stadt Freising (Freising). Abgerufen am 15. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Eingemeindung: 1. Januar 1905
Postleitzahl: 85356
Vorwahl: 08161

Neustift ist ein im Nordosten des geschlossenen Stadtgebietes gelegener Stadtteil der Großen Kreisstadt Freising im oberbayerischen Landkreis Freising.

Geschichte

Durchgeführte Grabungen zeigten schon eine befestigte Höhensiedlung der Hallstattzeit. Das St. Peter und Paul geweihte Kloster Neustift der Prämonstratenser wurde 1141 durch Bischof Otto I. von Freising mit Unterstützung der Markgrafen von Österreich als Nova Cella gegründet. Es handelte sich um ein Doppelkloster mit angeschlossenem Hospital. Bereits 1143 war der Bau der Klosterkirche Peter-und-Paul beendet und die päpstliche Bestätigung der Probstei lag vor.<ref>Christian Lankes: Neustift: Kloster - Kaserne - Fabrik - Landratsamt. In: HdBG, Klöster in Bayern.</ref> Um dem Klosterkomplex bildete sich eine kleine Ortschaft. Der Ort Neustift gehörte zum Hochstift und wurde von Vögten verwaltet. Als Vögte wurde von Bischof Otto das Geschlecht der Fraunhofer ausgewählt. Wie beim Kloster Weihenstephan konnten auch hier die Wittelsbacher im 14. Jahrhundert die Vogtei an sich reißen und das Kloster 1353 aus dem Freisinger Burgfrieden ausgliedern, obwohl es ringsum vom Hochstift umgeben und nur durch eine Straße mit dem Herzogtum Niederbaiern verbunden war.

Datei:Alte Poststraße 42 St. Peter und Paul Freising-5.jpg
Landratsamt Freising – im ehemaligen Kloster, angrenzend St. Peter und Paul

Neustift wurde zu einer Klosterhofmark mit eigener niederen Gerichtsbarkeit. 1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst und diente von 1803 bis 1905 als Kaserne. 1906 veräußerte der Staat die Gebäude an die Stadt Freising. Diese verkaufte sie am 12. Juli 1906 für 60.000 Mark weiter an den Tuchfabrikanten Carl Feller.<ref>Freisinger Tagblatt vom 13. Juli 1906</ref> Die Fabrik Loden Feller existierte bis 1971; es waren auch Wohnungen und Büroräume untergebracht. Seit 1987 ist Neustift Sitz des Landratsamts Freising. Der ehemalige Festsaal des Klosters ist heute Sitzungssaal des Kreistags.

Die 1818 durch das bayerische Gemeindeedikt gegründete Gemeinde Neustift umfasste auch die heutigen Freisinger Ortsteile Ast, Tuching und Altenhausen<ref>Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 11-12: Die Landgerichte Dachau und Kranzberg, Seite 260</ref>. Am 1. Januar 1905 wurde Neustift wegen der desolaten finanziellen Lage auf eigenen Wunsch nach Freising eingemeindet.<ref></ref> Der heutige Stadtteil Neustift umfasst mehr als ehemalige Gemeindegebiet und wird im Westen durch die Mainburger Straße begrenzt.<ref>Stadtteilsteckbrief Neustift</ref>

An der im Süden verlaufenden Bahnstrecke München–Regensburg gab es den Haltepunkt Neustift

 {{#coordinates:48,405677|11,76293|
   |dim=
   |globe=
   |name=Haltepunkt Neustift
   |region=DE-BY
   |type=landmark
  }}, an dem bis 1973 die Züge der Hallertauer Lokalbahn hielten.<ref>Holledauer Bockerl, Betriebsstellen. Abgerufen am 20. Juni 2021.</ref>

Einwohner

Neustift hatte 2014 insgesamt 6003 Einwohner. Zum 1. Januar 2019 war die Einwohnerzahl auf 6796 angewachsen<ref>Facebook-Beitrag der Stadt Freising zur Einwohnerstatistik, abgerufen am 3. Mai 2019</ref>. Das Gelände der ehemalige General-von-Stein-Kaserne im Nordwesten des Stadtteils wird zu einem Wohngebiet umgestaltet in dem auch ein Einkaufszentrum und eine Schule entstanden bzw. im Bau sind. Die bestehende Sternschule wird im Anschluss geschlossen.

Jahr Einwohner
1871 2183
1925 2465
2014 6003
2019 6796
2024 6963

Standort Neustift

Die Kaserne war der wesentliche wirtschaftliche Faktor der Gemeinde. Als 1905 Pläne bekannt wurden, dass die Kaserne aufgegeben werden soll, bot Neustift neue Grundstücke wie im Ortsteil Tuching oder im Norden der alten Kaserne an. Diese wurden jedoch von der Regierung mit der Begründung abgelehnt, das Gelände sei zu hügelig, schwer zugänglich und hätte eine schlechte Wasserversorgung.

Von 1803 bis 1905 waren folgende Einheiten in Neustift stationiert:<ref>Günter Soltau: Freisings Entwicklung als Garnisonsstadt; in: Amperland Nr. 9, 1973.</ref>

Jahr Einheit
1803 – 1810 Chevauleger-Regiment „Fugger“; ab 11. März 1804 in 1. Dragoner-Regiment „Graf Minucci“ umbenannt, ab 27. Juli 1807 „vacant Minucci“
1810–1815 Dragoner Reserve; ab 12. August 1813 in 7. Chevauleger Regiment „Prinz Carl von Bayern“ umbenannt; 781 Soldaten. Ab 23. März 1815 umgewandelt in 1. Kürassier-Regiment „Prinz Carl von Bayern“
Herbst 1815 – November 1816 1. Ulanen-Regiment
Mai 1816 – November 1825 Ab 6. Mai 1. Kürassier-Regiment „Prinz Carl von Bayern
November 1825 – November 1862 2. Kürassier-Regiment „Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este“
November 1862 – März 1863 4. Gezogene (Sechspfünder) Feldbatterie des 1. Feldartillerie-Regiments „Prinz Luitpold“
April 1863 – Dezember 1863 5. Feldbatterie des 1. Feldartillerie-Regiments „Prinz Luitpold
Dezember 1863 – Mai 1867 zusätzlich zur 5. Feldbatterie die 1. und 2. Eskadron des 3. Kürassier-Regiments „Großfürst Konstantin Nikolajewitsch
Mai 1867 – September 1890 Das 3. Kürassier-Regiment wird im Mai 1867 aufgelöst. Dafür wird das 3. Chevauleger-Regiment „Herzog Maximilian“ mit Stab und 3., 4. und 5. Eskadron stationiert
1869 – Juli 1870 hinzu kommen Teile des 1. Feldartillerie-Regiments „Prinz Luitpold“
Juli 1870 – Mai 1871 Die Kaserne dient als Kriegsgefangenenlager für 25 französische Offiziere und 960 Unteroffiziere und Soldaten
Oktober 1890 – 1900 II. Abteilung des 1. Feldartillerie-Regiments „Prinzregent Luitpold“ mit 18 Geschützen und 270 Soldaten
1900 – September 1901 Die I. Abteilung des 3. Feldartillerie-Regiments „Königin Mutter“ löst die II. Abteilung ab.
Oktober 1901 – 17. August 1905 1. Abteilung des 9. Feldartillerie-Regiment mit Regimentsstab und Musikkorps

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

  • Matthias Widmann (1661–1721), Prämonstratensermönch, Abt des Klosters Neustift bei Freising
  • Maurus Hagel (1780–1842), Benediktinermönch und katholischer Theologe
  • George Morin (1831–1918), Publizist, Journalist und Dichter

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende