Zum Inhalt springen

Letternmetall

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 27. März 2026 um 20:03 Uhr durch imported>InternetArchiveBot (InternetArchiveBot hat 1 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein Letternmetall ist die Bezeichnung einer Bleilegierung, die für das Gießen von beweglichen Lettern, den Drucktypen, verwendet wird.

Der erste der über Letternmetall und die Herstellung der Lettern berichtete, war Vannoccio Biringuccio in seiner De la Pirotechnia.<ref>Gmelin-Institut für anorganische Chemie und Grenzg: Blei: Teil A 1: Geschichtliches. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-11844-3, S. 213.</ref> Im graphischen Gewerbe waren bis in die 1970er Jahre Bleitypen gebräuchlich. Die Druckverfahren sind heute weitgehend auf z. B. Offsetverfahren umgestellt.

Das Letternmetall im strengeren Sinne setzte sich aus Blei und 5 bis 6 % Zinn und 28 bis 29 % Antimon zusammen, mitunter auch etwas Kupfer. Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren die Legierungen meist verunreinigt,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />DAS PFEIFENWERK (Orgelauskunft) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 17. April 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.orgelauskunft.de, private Website</ref> so dass nicht nur Beimengungen von Zink, Aluminium, Nickel und Eisen, sondern das giftige Arsen im Metall zu finden waren. Arsen ist ein häufiges Nebenprodukt bei der Herstellung von Bleilegierungen, erhöht jedoch auch die Härte des Metalls.<ref>Römpp Chemielexikon, Band 1, Seite 253, 9. Auflage 1989</ref> Die Verunreinigungen konnten im Laufe des technischen Fortschritts auf 0,01 bis 0,05 % begrenzt werden.

Der Hauptbestandteil Blei gibt dem „Zeug“ (alte Bezeichnung für Letternmetall) die Weiche und Formbarkeit, Antimon die nötige Härte, das Zinn sorgt für eine gute Verbindung der einzelnen Metalle und eine entsprechende Zähigkeit und Abriebfestigkeit. Kupfer erhöht die Härte und Widerstandsfähigkeit der Schrift.

Außerdem waren für jeden Sonderfall des Typengusses weitere Legierungen gebräuchlich:<ref>Jean d'Ans, Ellen Lax: Makroskopische physikalisch-chemische Eigenschaften. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-49833-6, S. 1–724.</ref>

Die Vielfalt der Legierungen erklärt sich aus den speziellen Anforderungen: Einzeltypen für den Handsatz wurden immer wieder verwendet und mussten daher widerstandsfähig sein. Für den Blei-Maschinensatz optimierte Gießmaschinen konnten nur mit den exakt auf diese abgestimmten Legierungen störungsfrei betrieben werden.

Zink stört z. B. das Fließverhalten und durch Bilden einer Oxidhaut die Formgebung, Kupfer-Kristalle können bei zu hoher Konzentration den Gießmund verstopfen. Durch Abbrand und Krätzebildung ändern sich im Betrieb die Konzentrationsverhältnisse in der Schmelze, daher wird dies mit Zusatzmetall (ebenfalls definierter Zusammensetzung) kompensiert.

Letternmetall gehört neben Wasser zu den wenigen einfachen Verbindungen, die sich beim Erstarren ausdehnen.<ref>Arnold Berliner: Lehrbuch der Experimentalphysik. BoD – Books on Demand, 2016, ISBN 978-9925-01867-3, S. 291.</ref>

Einzelnachweise

<references />