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Eugen Munder

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Vorlage:Hinweisbaustein Eugen Paul Munder (* 9. Oktober 1899 in Stuttgart; † 20. November 1952 in Stuttgart)<ref>Landesarchiv Baden-Württemberg, Bestand EL 76 (Strukturansicht)</ref><ref>Meinrad Schaab, Hansmartin Schwarzmaier (Hrsg.) u. a.: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Band 5: Wirtschafts- und Sozialgeschichte seit 1918, Übersichten und Materialien, Gesamtregister. Hrsg. im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Klett-Cotta, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-608-91371-2, S. 804.</ref> war von 1925 bis 1927 NSDAP-Gauleiter von Württemberg und von 1933 bis 1945 Verwaltungsdirektor der AOK-Krankenkasse. Im Rahmen des Forschungsprojekts zur „Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der NS-Zeit“ wurde Munders Wirken zwischen Partei und Verwaltung wiederentdeckt und in Kooperation mit der AOK Baden-Württemberg erforscht.<ref name=":0">Michael Matthiesen: Munder, Eugen Paul. In: Württembergische Biographien 3 (2017), 162-167. In: Leo-bw Landeskunde entdecken online. Landeskundliches Informationssystem Baden Württemberg, 2023, abgerufen am 16. Juni 2023.</ref>

NS-Werdegang bis 1933

Im Ersten Weltkrieg ging der Volksschüler zunächst auf die Militärschule in Jena und trat 1916 seinen Kriegsdienst beim Infanterieregiment 14 in Nürnberg an. Nach dem Krieg war Munder ab 1919 in Gaildorf für den antisemitischen und antidemokratischen Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund agitatorisch tätig,<ref>Uwe Lohalm: Völkischer Radikalismus : Die Geschichte des Deutschvölkischen Schutz- und Trutz-Bundes. 1919–1923. Leibniz-Verlag, Hamburg 1970, S. 314. ISBN 3-87473-000-X.</ref> der nach Fememorden 1922 verboten wurde. Aus diesem Verband gingen später etliche berüchtigte Nationalsozialisten hervor, auch Munder trat am 15. April 1925 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 1.835) und übernahm den Vorsitz der Ortsgruppe Stuttgart.

Nachdem er im Jahre 1927 Hitlers Lebensstil kritisierte, verlor er seinen mächtigen Posten als Gauleiter von Württemberg. Sein Nachfolger, der Esslinger NSDAP-Ortsgruppenleiter Wilhelm Murr, der während dieser heftigen innerparteilichen Querelen – so wie auch später – durch rücksichts- und skrupellose Methoden auffiel, konnte ihn schließlich von seinem Posten verdrängen, und wurde im Februar 1928 von Hitler zum Gauleiter der NSDAP in Württemberg-Hohenzollern ernannt. Munder dagegen trat am 12. Januar 1928 aus der NSDAP aus und gründete eine Familie. Ende 1927 hatte er geheiratet, die beiden Kinder wurden 1929 und 1931 geboren.<ref name=":0" />

Beruflich hatte Munder schon ab 1915 eine Verwaltungslaufbahn eingeschlagen, die ihn bis 1923 zum Obersekretär im Landesgewerbeamt machte und bis 1931 zu einem Staatlichen Krankenkassenprüfer.<ref name=":0" />

NS-Karriere 1933-1945

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nahm seine Karriere 1933 mehrere schnelle Sprünge, zunächst zum Stellvertreter des Staatskommissars für die Krankenkassen in Württemberg (27.3.) und zum Kommissarischen Geschäftsführer des Württembergischen Krankenkassenverbandes (9.6.) bzw. des Landesverbandes Württemberg-Hohenzollern im Reichsverband der Ortskrankenkassen (5.7.), schließlich zum Geschäftsführer (1.9.) und Verwaltungsdirektor (22.9.) der AOK in Stuttgart. Diesen Posten hatte er von 1933 bis 1945 inne.<ref name=":0" />

Als Leiter des Beamtenbeirats im Innen- und Wirtschaftsministeriums (1933) und als Geschäftsführer des Krankenkassenverbandes (1933) sowie als Beirat in der Zentralleitung für das Stiftungs- und Anstaltswesen in Württemberg (1937–1945) war Munder seit 1933 auch Mitglied in mehreren NSDAP-Parteiorganisationen, so im Reichsbund Deutscher Beamter und in der NSV.<ref name=":0" />

1933 hatte sich Munder auch wieder um eine Mitgliedschaft in der NSDAP bemüht, jedoch wurden seine beiden Anträge auf Neuaufnahme abgelehnt. Erst zum 1. August 1935 trat er wieder der Partei bei (Mitgliedsnummer 3.685.277)<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/29911536</ref> und wurde im selben Jahr „ehrenhalber“ Sturmbannführer in der SA.<ref name=":0" />

1945

1945–1950 Haft und Spruchkammerverfahren.<ref name=":0" />

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Munder bei der AOK in Stuttgart.<ref>Landesarchiv Baden-Württemberg, Bestand EL 76 (Strukturansicht)</ref>

Literatur

  • NS-apologetisch: Karl Höffkes: Hitlers politische Generale. Die Gauleiter des 3. Reiches; ein biographisches Nachschlagewerk. Grabert-Verlag, Tübingen 1997, ISBN 3-87847-163-7.
  • Michael Matthiesen: Munder, Eugen Paul; in: Württembergische Biographien, Band III, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-17-033572-1.
  • Michael Matthiesen: Das verborgene Sozialministerium. Eugen Munder – vom Gauleiter zum AOK-Direktor. Hrsg.: Wolfram Pyta und Edgar Wolfrum, Bd. 2 (Bibliographie). 2018.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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