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Miltefosin

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Strukturformel
Struktur von Miltefosin
Allgemeines
Freiname Miltefosin
Andere Namen

Hexadecyl-2-trimethylazaniumylethylphosphat (IUPAC)

Summenformel C21H46NO4P
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer (Listennummer) 622-572-6
ECHA-InfoCard 100.151.328
PubChem 3599
ChemSpider 3473
DrugBank DB09031
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Arzneistoffangaben
ATC-Code

L01XX09, P01CX04

Wirkstoffklasse

Antiprotozoika, Zytostatika

Eigenschaften
Molare Masse 407,57 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

232–234 °C (Zersetzung)<ref>Eintrag zu Miltefosin. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Datei:GHS-pictogram-skull.svg

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301
P: 264​‐​270​‐​301+310​‐​405​‐​501<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten

246 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="Calbiochem">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check (PDF) bei CalbiochemVorlage:Abrufdatum</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Miltefosin, ein Phospholipid aus der Familie der Alkyphosphocholine mit dem Stoffnamen Hexadecylphosphocholin, ist ein Arzneistoff gegen die Protozoen der Leishmanien, die Erreger der Leishmaniose (Kala-Azar, Dum-Dum-Fieber, Aleppobeule bzw. Orientbeule). Es hat sich in Studien beim Menschen und auch beim Tier als wirksam gegen Leishmania donovani und Leishmania infantum gezeigt. Der Wirkstoff wird auch experimentell zur Behandlung von Infektionen mit der Amöbe Naegleria fowleri benutzt. Miltefosin ist strukturell mit Edelfosin und Perifosin verwandt.

Nebenwirkungen

Oral verabreichtes Miltefosin kann zu leichten bis mittelschweren gastrointestinalen Beschwerden führen. Es kann zu einem reversiblen Anstieg der Transaminasen und des Kreatinins kommen. Es kommt zu relativ häufigen Durchfällen und Erbrechen, Hautreizungen sind nicht ungewöhnlich.

Zu Miltefosin alternative medikamentöse Therapien (N-Methylglucamin-Antimonat und Amphotericin B) sind jedoch ebenfalls für ihre erheblichen Nebenwirkungen bekannt.

Entwicklungsgeschichte

Miltefosin wurde in den 1990er Jahren am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie von Hansjörg Eibl und Clemens Unger<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tödliche Tropenkrankheit jetzt heilbar. (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie Göttingen, Pressemeldung vom 28. Januar 2000.</ref><ref name="PMID1329624">A. Kuhlencord, T. Maniera, H. Eibl, C. Unger: Hexadecylphosphocholine: oral treatment of visceral leishmaniasis in mice. In: Antimicrobial agents and chemotherapy. Band 36, Nummer 8, August 1992, S. 1630–1634, PMID 1329624. PMC 192021 (freier Volltext).</ref> entwickelt und in ersten klinischen Studien als Therapeutikum eingesetzt. Seit 2004 ist Miltefosin zur Behandlung der Leishmaniose zugelassen. Für Tiere wurde der Wirkstoff in Spanien, Italien, Griechenland und der Schweiz zugelassen. Aufgrund des seit dem 28. Januar 2022 geltenden europäischen Tierarzneimittelrechts ist dieses Tierarzneimittel nun auch in Deutschland vorrangig vor Miltefosin-haltigen humanmedizinischen Kapseln anzuwenden.<ref></ref>

Handelsnamen

Monopräparate

Impavido (D, USA<ref name="label">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig IMPAVIDO- miltefosine capsule.] DailyMed, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>), Miltex (D, A)

Tiermedizin: Milteforan (CH, I, E, GR)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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