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Flughafensee

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Flughafensee
Datei:Flughafensee Ueberblick.JPG
Der Flughafensee – Blick von der Brücke Richtung West zum Badestrand
Geographische Lage Berlin, nördlich des ehemaligen Flughafens Tegel
Daten
Koordinaten 52° 34′ 0″ N, 13° 17′ 0″ OKoordinaten: 52° 34′ 0″ N, 13° 17′ 0″ O
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Fläche 30,6 ha
Länge 1 km
Breite 500 m
Volumen 3,61 Mio. m³
Umfang 3,545 km
Maximale Tiefe 34,3 m
Mittlere Tiefe 11,81 m

Besonderheiten

tiefster See Berlins

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Datei:Flughafensee Absetzbecken.JPG
Schwarzer-Graben-Kanal und Absetzbecken

Der Flughafensee befindet sich im Berliner Ortsteil Tegel des Bezirks Reinickendorf. Er liegt nördlich des ehemaligen Flughafens Tegel, westlich der A 111 und südöstlich des Tegeler Sees. Mit bis zu 34,3 Metern ist er der tiefste See Berlins.<ref>Flughafensee. Abgerufen am 21. August 2020.</ref> Er ist ungefähr 30 Hektar groß und umfasst ein Wasservolumen von rund 3,61 Millionen Kubikmetern.<ref name=":0">EU-Badestelle Flughafensee – Badegewässerprofil. Landesamt für Gesundheit und Soziales, abgerufen am 9. September 2022.</ref> Ideen zum Umbenennung in „Tegeler Süd-See“, oder „Jungfernheide-See“ haben sich bisher nicht durchgesetzt.<ref name=":5">Christian Schröter, Jürgen Kohlfaerber: Diskussionspapier FLUGHAFENSEE - Der Traum von der Tegeler Süd-See - Vision 2025. SPD Borsigwalde / Tegel-Süd, abgerufen am 26. September 2025.</ref>

Entstehung

Der See entstand in den Jahren 1953–1978<ref>Eine Wanderung bis an die Grenzen von „Otto Lilienthal“</ref> durch den Abbau durch die Märkischen Kies- und Sandwerke von rund zwei Millionen Tonnen Kies. Es handelt sich also um einen künstlichen See, einen Baggersee.<ref name=":3">Inka Thaysen: 40 Jahre Naturoase am Flughafensee. In: RAZ Zeitung. 11. August 2023, abgerufen am 18. September 2025.</ref>

Zugang zum See

Der Zugang zum See ist von der östlichen Seite, von der Otisstraße aus kommend, möglich. Ein weiterer Weg führt von der Seidelstraße längs der Grundstücksgrenze der JVA Tegel und dann rund 500 Meter durch den Wald. An beiden Zugängen findet man mehrere Parkplätze.

Erholungsmöglichkeiten und Seenutzung

Datei:Flughafensee - FKK-Strand.jpg
Flughafensee – FKK-Strand

Der Flughafensee war ursprünglich zur Rekultivierung vorgesehen, die aber nie umgesetzt wurde. Ende der 1970er Jahre gab es die Bürgerinitiative „Rettet den Flughafensee“, die sich für die Beendigung des Kiesabbaus und für eine Öffnung für die Öffentlichkeit einsetzte.<ref name=":5" /> Aufgrund seiner günstigen Erreichbarkeit für die nahegelegenen Wohngebiete erfreute sich der See nach Aufgabe des Kiesabbaus 1978 schnell großer Beliebtheit als Badesee. Eine bautechnische Absicherung der Uferbereiche erfolgte allerdings nicht.<ref>GRUPPE F: Entwicklungskonzept Flughafensee und Schwarzer Graben. Abgerufen am 15. September 2025.</ref>

In den 1980er Jahren wurden dann in einem Landschaftsplan erstmalig Badebereiche ausgewiesen.<ref name=":0" /> An der Nordseite befindet sich ein weitläufiger Badestrand. Der Flughafensee ist mit „ausgezeichneter Badegewässerqualität“ eingestuft.<ref name=":2">Flughafensee – Badegewässerprofil. 1. August 2024, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Juli 2025; abgerufen am 17. September 2025.</ref><ref>Landesamt für Gesundheit und Soziales: Flughafensee | Reinickendorf. Abgerufen am 18. September 2025.</ref> Der Flughafensee blieb unbewirtschaftet. Lediglich ein Toilettencontainer ist vorhanden. Des Weiteren wird der See von Tauchern und Anglern genutzt. Da der See von Wald umgeben ist und Wege vorhanden sind, ist dort auch das Wandern – zum Beispiel zum Tegeler See – möglich.

Im Juni 2022 wurden mehrere Bereiche für das Betreten und Baden gesperrt. Solche Beschränkungen gab es bereits im östlichen Uferbereich. Es wurden auch Teile des FKK-Bereiches am Nordufer des Sees einbezogen, zumal hier ungenehmigte bauliche Anlagen errichtet worden waren, die zum Baden im Gefahrenbereich einladen würden.<ref>Thomas Frey: Das Bezirksamt erweitert das Betretungsverbot am Flughafensee. In: Berliner Woche. 16. Juni 2022, abgerufen am 9. September 2022.</ref> Nur im abgeflachten Uferbereich des Sandstrandes ist das Baden erlaubt. Einige Bereiche sind aufgrund von Standsicherheitsproblemen von Abrutschungen bedroht; die Bereiche wurden 2024 abgesperrt, der Zaun jedoch nach Vandalismus wieder entfernt.<ref>Bezirksamt Reinickendorf: Nordufer des Flughafensees wird eingezäunt. 14. März 2024, abgerufen am 18. September 2025.</ref><ref>Christiane Flechtner: Weiter Lebensgefahr am Flughafensee. In: RAZ Zeitung. 27. Februar 2025, abgerufen am 18. September 2025.</ref> Die Sicherheitsprobleme wurden erst im Rahmen einer Machbarkeitsstudie festgestellt, die vom Bezirk Reinickendorf zur künftigen Entwicklung am Flughafensee in Auftrag gegeben worden war.<ref>Thomas Frey: Bürger kritisieren Sperrungen am Flughafensee. In: Berliner Woche. 25. Juli 2022, abgerufen am 9. September 2022.</ref><ref>Entwicklungskonzept Flughafensee – Nachhaltige Erneuerung. In: Berlin.de. Abgerufen am 17. September 2025.</ref> Eine Aussichtsbrücke, die seit 2022 gesperrt wurde, soll 2026 erneuert werden.<ref>Berlin: Nach jahrelanger Sperrung – pünktlich zum Sommer ändert sich hier alles. In: Berlin-live.de. 19. Juni 2025, abgerufen am 18. September 2025.</ref>

Naturschutz

Am Südwestufer befindet sich im Landschaftsschutzgebiet Flughafensee<ref>berlin.de: Verordnung zum Schutz der Landschaft des Flughafensees im Bezirk Reinickendorf von Berlin Vom 18. Juni 1990. In: GVBl. 1990, 1299. 18. Juni 1990, abgerufen am 15. September 2025.</ref> ein abgesperrtes Vogelschutzgebiet.<ref>Frank Sieste: Das Vogelschutzreservat Flughafensee. NABU, abgerufen am 15. September 2025.</ref> Nach einer Besetzung von ökologisch wertvollen Bereichen von Umweltschützern<ref name=":3" /> im Jahr 1982 wurde am 8. Juni 1983 mit dem Deutschen Bund für Vogelschutz ein Pachtvertrag geschlossen.<ref>Frank Sieste: 40 Jahre AG Flughafensee. NABU, 26. Juli 2023, abgerufen am 18. September 2025.</ref> Eine AG Flughafensee des NABU kümmert sich um das Vogelschutzgebiet durch Biotoppflege, Reparaturarbeiten und Bestandserfassungen.<ref name=":3" /> Das Vogelschutzgebiet kann aber von drei Aussichtspunkten besichtigt werden. Das Vogelschutzgebiet ist eigentlich durch Bojen vom Badegewässer-Bereich zu trennen.<ref>Dr. Silke Karcher: Schriftliche Anfrage zum Thema: Vogelschutz am Flughafensee und Antwort vom 15. September 2022. Abgeordnetenhaus Berlin, 15. September 2022, abgerufen am 25. September 2025.</ref> Die Bojen sind allerdings nicht mehr instand gesetzt worden.<ref>Juliana Schlaberg: Millionenschweres Entwicklungskonzept spart wichtigste Naturschutzmaßnahme aus. NABU, 7. August 2023, abgerufen am 18. September 2025.</ref><ref name=":4">Janna Einöder: Seltene Zwergdommel brütet am Flughafensee. NABU, 21. August 2024, abgerufen am 25. September 2025.</ref>

Im Herbst/Winter 2006 wurden im Vogelschutzgebiet (südwestlich des Sees gelegen) und im Bereich des angrenzenden Ufers umfangreiche Renaturierungsarbeiten durchgeführt, damit Vögel und weitere Tiere dort wieder bessere Lebensmöglichkeiten haben. Vor allem wurde überschüssige Vegetation entfernt. Im Jahr 2024 gelang ein Brutnachweis der Zwergdommel.<ref name=":4" />

Im Jahr 2020 gab es eine Initiative das Vogelschutzgebiet in ein Naturschutzgebiet aufzuwerten.<ref name=":3" />

Zu- und Abflüsse

Der Zufluss des Sees erfolgt über den Schwarzer-Graben-Kanal, der vom abgeleiteten Oberflächenwasser eines Teils der Reinickendorfer Straßen gespeist wird. Bevor das Wasser in den Flughafensee fließt, passiert es mit dem Septimerbecken ein vorgeschaltetes Absetzbecken – auch „Vorsee“ genannt. Allerdings ist das Becken bei starkem Regen völlig überlastet, sodass es allenfalls einen Teil der einfließenden Schwebstoffe ausfiltert.

1965 wurden große Flächen städtischen Einzugsgebietes (Trennkanalisation) an den See angeschlossen.<ref name=":1">Friedhelm Sieker, Heiko Sieker, Harald Sommer, Matthias Grottker, Hartmut Wassmann: Regen(ab)wasserbehandlung und ‑bewirtschaftung unter Berücksichtigung der Anforderungen nach § 7a WHG und einer möglichst ortsnahen Versickerung. In: Umweltbundesamt, (Hrsg.): Texte. Band 09, Nr. 04, April 2004, ISSN 0722-186X, S. 253 (umweltbundesamt.de [PDF]).</ref> In den 1980er Jahren wurde eine zweite biologische Filterstufe geplant. Im Jahr 1986 erhielt der See eine Belüftungsanlage zur zusätzlichen Wasserverbesserung.<ref name=":2" />

Zudem wird der Flughafensee von zuvor gereinigtem Wasser einer Entwässerungsanlage des ehemaligen Flughafens gespeist.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.inowa.atInformationen zur Wasserklärung des vom Tegeler Flughafens kommenden Wassers (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Der See ist abflusslos.

Teileinzugsgebiete des Flughafensees mit (kanalisierten) Flächen und Flächenanteilen (Stand: 2004)<ref name=":1" />
Einzugsgebiet Einzugsgebiets­fläche (ha) Flächenanteil am Einzugsgebiet (%)
SGK und Seidelkanal 397,77 056,02
Kienhorstgraben 255,11 035,93
Flugplatz Tegel-Nord 034,34 004,84
Cité Guynemer 022,83 003,21
Summen 710,04 100,00

Weblinks

Commons: Flughafensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>