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Kaliumferrat

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Strukturformel
2 · Struktur des Kaliumions Struktur des Ferrations
Allgemeines
Name Kaliumferrat
Andere Namen

Kaliumferrat(VI)

Summenformel K2FeO4
Kurzbeschreibung

schwarzer Feststoff<ref name="Sigma" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
PubChem 53493006
ChemSpider 57579260
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 198,04 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

>400 °C<ref name="Sigma" />

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser<ref name="Brauer" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272
P: 220<ref name="Sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Kaliumferrat(VI) ist eine purpurrote bis violette, in reiner Form stabile chemische Verbindung.

Das Ferrat(VI)-Ion (FeVIO42−) enthält ein tetraedisch von vier Sauerstoffatomen umgebenes Eisenatom. Es handelt sich um einen Charge-Transfer-Komplex, wodurch die intensive Färbung erklärt wird.

In dieser Verbindung liegt Eisen in seiner höchsten vorkommenden Oxidationsstufe vor. Kaliumferrat ist daher ein starkes Oxidationsmittel, stärker als Kaliumpermanganat.

Gewinnung

Zur Darstellung im Labor wird zunächst eine Natriumhydroxidlösung durch Oxidation mit Chlorgas in das Hypochlorit überführt. Dieses wird dann mit einer Eisen(III)-nitratlösung umgesetzt und die erhaltene Ferrat(VI)-Lösung mit Natriumhydroxid gesättigt. Aus dieser Lösung wird schließlich mit konzentrierter Kaliumhydroxidlösung das Kaliumferrat gefällt. Durch Umfällen aus konzentrierter Kaliumhydroxidlösung kann die Verbindung in einer Reinheit von > 98 % erhalten werden<ref name="Brauer">Georg Brauer: Kaliumferrat(VI). In: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1954, S. 1124–1126.</ref>:

<chem>2 NaOH + Cl2 -> NaCl + NaOCl + H2O</chem>
<chem>3 NaOCl + 2 Fe(NO3)3 * 9 H2O + 10 NaOH -> 2 Na2FeO4 + 6 NaNO3 + 3 NaCl + 23 H2O</chem>
<chem>Na2FeO4 + 2 KOH -> K2FeO4 + 2 NaOH</chem>

Andere Methoden benutzt statt des Chlors Kaliumperoxodisulfat als Oxidationsmittel oder verzichten ganz auf die Verwendung chemischer Oxidationsmittel und nutzen hierfür eine Elektrolyse.<ref name="Brauer" />

Eigenschaften

Datei:Potassiumferrate(VI)solution.png
Kaliumferrat(VI) in wässriger Lösung.

Kaliumferrat kristallisiert in einer orthorhombischen Kristallstruktur mit der Raumgruppe Pnam (Raumgruppen-Nr. 62, Stellung 6)Vorlage:Raumgruppe/62.6. Die Gitterkonstanten sind a=769 pm, b=1033 pm und c=586 pm. Die Struktur ist isomorph zu der von Kaliumsulfat und Kaliumchromat.<ref>M. L. Hoppe, E. O. Schlemper, R. K. Murmann: Structure of Dipotassium Ferrate(Vl), in: Acta Crystallographica, 1982, B38, 2237–2239, doi:10.1107/S0567740882008395</ref> Die Verbindung ist nur in trockenem Zustand haltbar. Stark verdünnte Lösungen sind einige Zeit haltbar, während sich konzentrierte Lösungen schnell zersetzen.<ref name="Brauer" />

Weblinks

  • Patent US5746994A: Method for synthesizing ferrate and ferrate produced thereby. Angemeldet am 9. August 1996, veröffentlicht am 5. Mai 1998, Anmelder: New Mexico State University, Erfinder: Michael D. Johnson.

Einzelnachweise

<references />