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Gelber Lerchensporn

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Gelber Lerchensporn
Datei:Corydalis-lutea-plant-hr.jpg

Gelber Lerchensporn (Pseudofumaria lutea)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Erdrauchgewächse (Fumarioideae)
Tribus: Fumarieae
Gattung: Scheinlerchensporne (Pseudofumaria)
Art: Gelber Lerchensporn
Wissenschaftlicher Name
Pseudofumaria lutea
(L.) Borkh.

Der Gelbe Lerchensporn (Pseudofumaria lutea), auch Gelber Scheinerdrauch genannt,<ref name="FloraWeb" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Scheinlerchensporne (Pseudofumaria) innerhalb der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).<ref name="GRIN" />

Beschreibung

Datei:Corydalis lutea Sturm45.jpg
Illustration aus Jakob Sturm: Deutschlands Flora in Abbildungen, Stuttgart 1796
Datei:Pseudofumaria lutea leaf (12).jpg
Laubblätter: Blattoberseite und -unterseite
Datei:Corydalis lutea — Flora Batava — Volume v15.jpg
Illustration aus Flora Batava, Band 15
Datei:Pseudofumaria lutea2.jpg
Blütenstand mit gestielten, zygomorphen Blüten
Datei:Pseudofumaria lutea fruit (01).jpg
Blüte und Früchte
Datei:Corydalis lutea a1.jpg
Bestand des Gelben Lerchensporns

Erscheinungsbild und Blatt

Beim Gelben Lerchensporn handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 20 Zentimetern erreicht. Er besitzt ein waagrechtes knotiges Rhizom.<ref name="Markgraf1958" /> Ein Pflanzenexemplar ist meist schon von Grunde an stark verzweigt und bilden deshalb einen dichten Bestand. Die Stängel sind vierkantig, markig gefüllt und meist verzweigt.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Lidén1993" /> Ein Keimling entwickelt zwei Keimblätter.<ref name="Markgraf1958" />

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die kahle, hellgrüne bis leicht bläulich-grüne Blattspreite ist doppelt bis dreifach gefiedert. Die Fiederabschnitte sind meist nicht mehr als eineinhalb mal so lang wie breit. Am Grunde sind sie lang keilförmig verschmälert und vorne oft gelappt.<ref name="Lidén1993" />

Blütenstand und Blüte

Die Blütezeit des Gelben Lerchensporns dauert fast den ganzen Sommer (Mai bis September). 4 bis 20 Blüten stehen in endständigen, traubigen Blütenständen zusammen. Diese Blütenstände sind zuerst dicht, aber sie verlängern sich später. Die Tragblätter sind schmal und viel kürzer als der Blütenstiel.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Lidén1993" />

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und 14 bis 20 Millimeter lang. Die Kelchblätter sind 4 bis 6 Millimeter lang.<ref name="InfoFlora" /> Die Blütenhüllblätter sind gelb, wobei die beiden äußeren Blütenhüllblätter oft, aber nicht immer, heller zitronengelb sind, die beiden inneren etwas dunkler orange-gelb. Der Sporn ist 2 bis 4 Millimeter lang.<ref name="Lidén1993" />

Frucht und Samen

Die Frucht ist hängend, bei einer Länge von etwa 10 Millimetern etwa so lang wie ihr Stiel.<ref name="Markgraf1958" /> Die Samen sind glatt, etwa 1,5 Millimeter lang und glänzend schwarz.<ref name="InfoFlora" /> Die Samen besitzen Elaiosome.<ref name="Lidén1993" />

Chromosomensatz

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28, 56 oder 64.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Der Gelbe Lerchensporn ist ein submediterranes Florenelement, dessen Ursprungsgebiet in den Südalpen vom Lago Maggiore bis Kroatien vermutet wird. Sein eigentliches Areal lässt sich wegen Verwilderung und Einbürgerung kaum noch feststellen.<ref name="Sebald1993" /> In Mitteleuropa kommt er wohl ursprünglich nur in den Südlichen Kalkalpen zwischen dem Lago Maggiore und den Dolomiten vor; er besiedelt dort Felsspalten und Schutthalden mit kalkhaltigem Gestein.<ref name="Aichele1994" /> Er steigt in Mitteleuropa bis 1700 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Markgraf1958" />

Ursprünglich wohl ein Bewohner kalkreicher Felsspalten in Pflanzengesellschaften der Klasse Thlaspietea<ref name="Oberdorfer2001" />, stammt der Gelbe Lerchensporn wahrscheinlich aus den südlichen Alpen, ist aber in fast alle gemäßigten bis wärmeren Gebiete der Erde verschleppt worden.<ref name="Oberdorfer2001" />

In Mitteleuropa ist er in Mauerritzen oder am Grunde von Mauern vielfach verbreitet. Man trifft ihn in Mauerritzen oft selbst noch in Innenstädten an. Er gedeiht in Mitteleuropa im Cymbalarietum aus dem Verband Centrantho-Parietarion, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Potentillion caulescentis vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Der Gelbe Lerchensporn gedeiht am besten auf gut durchsickerten, felsig-steinigen Böden, die kalkhaltig, ja kalkreich sein sollten.<ref name="Aichele1994" /> Er gedeiht meist in Gegenden mit milden Wintern.<ref name="Aichele1994" /> Er wird als Zierpflanze verwendet und er ist daraus in Gegenden mit wintermildem Klima an Mauern, aber auch in warmen Gebüschen und in lichten Wäldern beständig verwildert.<ref name="Aichele1994" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1771 unter dem Namen (Basionym) Fumaria lutea durch Carl von Linné in Mantissa Plantarum, S. 258. Die Neukombination zu Pseudofumaria lutea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Borkh. wurde durch Moritz Balthasar Borkhausen 1797 in Archiv für die Botanik (Leipzig), 1, 2, S. 45 veröffentlicht.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" /><ref name="Tropicos" /> Weitere Synonyme für Pseudofumaria lutea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Borkh. sind: Capnoides lutea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Gaertn., Corydalis lutea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) DC.<ref name="GRIN" />

Toxikologie

Der Gelbe Lerchensporn enthält vor allem in der Knolle giftige Alkaloide.<ref name="Aichele1994" />

Nutzung

Der Gelbe Lerchensporn wird in den gemäßigten Gebieten in Parks und Gärten als Zierpflanze verwendet.<ref name="Botanica2003" />

Quellen und weiterführende Informationen

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 14. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen, Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-06-012539-2.
  • Magnus Lidén: Pseudofumaria Medicus. S. 305. In: Thomas Gaskell Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. 2. Auflage, Band 1: Psilotaceae to Platanaceae. Cambridge University Press 1993, ISBN 0-521-41007-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Pseudofumaria lutea (L.) Borkh., Gelber Scheinerdrauch. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Corydalis lutea (L.) DC. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Random House Australia, 2003. Deutsche Ausgabe: Tandem Verlag GmbH, 2003. ISBN 3-8331-1600-5. </ref> <ref name="Sebald1993"> Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta): Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2., ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3322-9. </ref> <ref name="Aichele1994"> Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. Band 2: Eibengewächse bis Schmetterlingsblütengewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1994, ISBN 3-440-06192-2. </ref> <ref name="Lidén1993"> Magnus Lidén: Pseudofumaria Medicus. S. 305. In: Thomas Gaskell Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. 2. Auflage, Band 1: Psilotaceae to Platanaceae. Cambridge University Press 1993, ISBN 0-521-41007-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Euro+Med"> Magnus Lidén (2011+): Fumarioideae (excl. Hypecoum). Datenblatt In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Markgraf1958"> Friedrich Markgraf: Familie Papaveraceae. S. 63–65. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 1, Verlag Carl Hanser, München 1958. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Gelber Lerchensporn (Pseudofumaria lutea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur

  • Sylwia Zielińska, Magdalena Dziągwa-Becker, Ewelina Piątczak, Anna Jezierska-Domaradzka, Malwina Brożyna, Adam Junka, Mariusz Kucharski, Serhat Sezai Çiçek, Christian Zidorn, Adam Matkowski, Francesca Mancianti, Valentina Virginia Ebani: Phytochemical Composition and Antimicrobial Activity of Corydalis solida and Pseudofumaria lutea. In: Molecules, 25, 16, 3591, August 2020. DOI:10.3390/molecules25163591
  • Miguel A. Pérez-Gutiérrez, Ana T. Romero-García, María J. Salinas, Gabriel Blanca, M. Carmen Fernández, Víctor N. Suárez-Santiago: Phylogeny of the tribe Fumarieae (Papaveraceae s.l.) based on chloroplast and nuclear DNA sequences: Evolutionary and biogeographic implications. In: Botany, Volume 99, Issue 3, 2012, S. 517–528. DOI:10.3732/ajb.1100374