Zum Inhalt springen

Neurosis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. April 2026 um 14:08 Uhr durch imported>Winkekatze (Aaron Turner verlinkt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Neurosis
Datei:Neurosis 038.jpg
Neurosis im Jahr 2008

Neurosis im Jahr 2008

Allgemeine Informationen
Herkunft Oakland, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Genre(s) Post-Metal (seit 1992)
Thrash Metal (1990)
Crustcore (1988)
Aktive Jahre
Gründung 1985
Auflösung
Website www.neurosis.com
Aktuelle Besetzung
Gitarre, Gesang
Steve Von Till (seit 1989)
Dave Edwardson
Jason Roeder
Noah Landis (seit 1995)
Gitarre, Gesang
Aaron Turner (seit 2026)
Ehemalige Mitglieder
Gesang, Gitarre
Scott Kelly (1985–2022)
Chad Salter (1986–1989)
Keyboard
Simon McIlroy (1990–1995)

Neurosis (englisch für Neurose) ist eine Post-Metal-Band aus Oakland, USA.

Bandgeschichte

Neurosis begann 1985 mit einer Mischung aus Hardcore und Punk. Ihr erstes Album, Pain of Mind, erschien 1988. Zwei Jahre später wurde vom Pop-Punk-Label Lookout! Records das Zweitwerk The Word as Law veröffentlicht.<ref name=hiller/> Die Band veränderte im Laufe der Zeit ihren Stil weg vom schnell gespielten Hardcore hin zu einer langsam gespielten Variante mit düsteren Elementen. Nach dieser Entwicklung vertritt die Band heute eine progressive Spielart des Doom Metal und Ambient. Neurosis gilt als großer Einfluss für viele Bands im Underground und in der Metal-Szene,<ref name=hiller /> darunter u. a. Isis, die Death-Metal-Band Disbelief und die Band Mastodon. Die Metal-Szene war dabei jedoch nicht die ursprüngliche Zielgruppe von Neurosis; die Band hegte z. B. in Interviews in der Regel eine Abneigung gegen die oberflächliche Ästhetik und die Selbstdarstellung, die für dieses Genre typisch ist. Dies stellt eher die Grundhaltung des ursprünglichen Umfelds von Neurosis – nämlich Punk bzw. Hardcore – dar. In diesem Zusammenhang ist folgendes Zitat von Sänger Scott Kelly überliefert:

„Die Hippies sind und bleiben unsere Erzfeinde, weil sie vorgaben, Kinder der Natur zu sein, aber in Wirklichkeit ihre Natur geleugnet haben. Sie glaubten ihre ‚happy family‘, dieses dumpfe Leben in Liebe, Drogen, und Tanz wäre ein Ausdruck von Freiheit, habe etwas mit Natur zu tun. Blindheit war es! Mir wird schlecht, wenn ich all diese Gestalten vor mir sehe, wie sie damals auf einem Grateful Dead-Konzert mit Grinsen im Gesicht abhingen und nur noch ein verzücktes ‚La la la‘ wimmern konnten. Das ist die Vision der Hölle: eine unzählbare, gezähmte Masse von grinsenden Gesichtern.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Scott Kelly<ref>Martin Büsser: If the kids are united. Von Punk zu Hardcore und zurück. In: Ein Testcard-Buch. 1. Auflage. Dreieck, Mainz 1995, ISBN 3-930559-48-X.</ref>

Die Band hat inzwischen ihr eigenes Label gegründet: Neurot Recordings. 2003 kollaborierte Neurosis mit der Sängerin Jarboe (ex-Swans) auf einer Albumaufnahme (Neurosis & Jarboe, 2003). Die Bandmitglieder Steve von Till, Scott Kelly und der Visual Artist Josh Graham sind in zahlreiche Musikprojekte (u. a. Blood & Time, Isis, Red Sparowes, A Storm of Light, Shrinebuilder, Corrections House) involviert. Nach der Veröffentlichung ihres Albums Given to the Rising (2007) begab sich Neurosis im Spätsommer 2008 auf ausgedehnte Europatournee. Vorher stellte Scott Kelly sein zweites Solo-Album The Wake vor. 2011 folgten zahlreiche Konzerte in Nordamerika und Europa.

2012 erschien das zehnte Studioalbum Honor Found in Decay. In diesem Zusammenhang absolvierte die Band viele Auftritte in Amerika und begab sich Mitte 2013 auf eine Europa-Tournee.

2022 verkündete Kelly sein Ausscheiden aus der Band und aus dem Leben als Musiker, da er seine Familie jahrelang auf verschiedenen Ebenen sehr schlecht behandelt habe und sich ihr Vertrauen neu erarbeiten müsse.<ref>Und Sonst So. In: Ox-Fanzine. Nr. 164, Oktober 2022, S. 5.</ref>

Stil

Während die ersten Alben Pain of Mind und The Word as Law noch als Mischung aus Post-Hardcore und Thrash Metal galten,<ref>Eduardo Rivadavia: Pain of Mind. All Music, abgerufen am 22. April 2014.</ref><ref>Eduardo Rivadavia: The Word as Law. Abgerufen am 22. April 2014.</ref> definierten sie mit Souls at Zero und den nachfolgenden Alben eine Mischung aus Hardcore Punk und Doom Metal mit Einflüssen aus Post-Rock, Ambient und Progressive Rock die als Post-Metal bekannt wurde.<ref>Times of Grace: Greg Moffitt. BBC, abgerufen am 22. April 2014.</ref> Dave Edwardson beschrieb Jahre nach der Veröffentlichung den Stil des Albums Enemy of the Sun als „Sludge/Tribal-Festival“.<ref>Adrian Bromley: A Chat with Neurosis’ Dave Edwardson. Chronicle of Chaos, 18. April 1996, abgerufen am 6. Juli 2014.</ref> Der Riff-lastige Klang von Neurosis ist geprägt durch Drone-Sounds und den gesanglichen Wechsel zwischen Steve von Till und Scott Kelly.

Trotz des Hangs zum Experiment entsteht die Musik nicht in Jamsessions. Kelly nennt den Entstehungsprozess der gemeinsam geschriebenen Musik generell „harte Arbeit“, welche darauf abziele, dass „jeder in der Band hundertprozentig mit einer Passage zufrieden sein muss“.<ref Name="EMP">Andreas Reissnauer: Neurosis Interview 07/2004. EMP, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Dezember 2015; abgerufen am 7. September 2015.</ref>

Einfluss

Der Band wird insbesondere aufgrund der frühen Alben im Genre ein Pionierstatus für den Post-Metal zugeschrieben.<ref name=hiller>Joachim Hiller: Enemy of the Sun. In: Ox-Fanzine. Abgerufen am 22. April 2014.</ref> So hebt auch Lars Brinkmann für die Zeitschrift Spex die Bedeutung des Albums Souls at Zero für den Post-Metal und artverwandte Musikbereiche hervor.

„Im fernen San Francisco von den sonnenverwöhnten Kollegen Neurosis eingespielt, konzentrierte sich auf diesem Album alles, was in den nächsten 15 Jahren Hunderte von Bands brauchten, um sich an den Schnittstellen Metal/Hardcore und Noise/Rock wund reiben zu können. Dennoch hat es bis heute keine Band geschafft, im Leid ähnlich heftige Orkane zu entfesseln und dabei mit schwelgerischem Pathos sowohl Musikhallen wie auch besetzte Häuser zum Beben zu bringen.“

Diverse Interpreten des Genres beziehen sich auf die Band oder werden mit ihr verglichen. Unter anderem nennen Amenra,<ref>Alexander Eitner: Interview Colin H. Van Eeckhout, AmenRa. Metal news, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. April 2014; abgerufen am 29. April 2014.</ref> Dirge,<ref>Alexander Eitner: Stéphane L. & Alain B. von Dirge. Metal News, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. April 2014; abgerufen am 24. April 2014.</ref> Buried Inside,<ref>Björn Backes: Buried Inside: Interview mit Nick Shaw. PowerMetal.de, abgerufen am 26. August 2014.</ref> Overmars<ref>Oliver Plöger: Overmars – Affliction, Endocrine...Vertigo. Visions, abgerufen am 25. April 2014.</ref> und Zatokrev<ref Name="Ox13">Ollie Fröhlich: Verzweiflung ist ein Meister aus der Schweiz. Ox-Fanzine, abgerufen am 2. September 2015.</ref> Neurosis einen bedeutsamen Einfluss, für weitere Interpreten wie Year of No Light<ref>Cosmo Lee: Interview – Year of No Light. Stylus Magazine, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. März 2014; abgerufen am 27. April 2014.</ref> oder Mouth of the Architect<ref>Eduardo Rivadavia: Time Withering. All Music, abgerufen am 24. April 2014.</ref><ref>Alexander Eitner: The Ties that Blind. Metal News, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. April 2014; abgerufen am 24. April 2014.</ref> werden Neurosis als Vergleichsgröße zur Stilbeschreibung herangezogen.

Besetzung

<timeline> ImageSize = width:1000 height:auto barincrement:22 PlotArea = left:100 bottom:100 top:20 right:20 Alignbars = justify DateFormat = mm/dd/yyyy Period = from:01/01/1985 till:05/21/2026 TimeAxis = orientation:horizontal format:yyyy Legend = orientation:vertical position:bottom columns:4 ScaleMajor = unit:year increment:2 start:1985 ScaleMinor = unit:year increment:1 start:1985

Colors =

id:vocals     value:red          legend:Lead-Gesang
id:bvocals    value:pink         legend:Begleitgesang
id:Guitar     value:green        legend:Gitarre
id:bass       value:blue         legend:Bass
id:drums      value:orange       legend:Schlagzeug
id:keys       value:purple       legend:Keyboard,_Synthesizer
id:visual     value:rgb(1,0.7,1) legend:Visual_Arts
id:lines      value:black        legend:Studioalben

LineData =

at:03/10/1987 color:black layer:back
at:11/12/1990 color:black layer:back
at:05/02/1992 color:black layer:back
at:08/17/1993 color:black layer:back
at:04/23/1996 color:black layer:back
at:05/04/1999 color:black layer:back
at:07/08/2001 color:black layer:back
at:06/28/2004 color:black layer:back
at:05/08/2007 color:black layer:back
at:10/30/2012 color:black layer:back
at:09/23/2016 color:black layer:back

BarData =

bar:Kelly     text:"Scott Kelly"
bar:Salter    text:"Chad Salter"
bar:Till      text:"Steve Von Till"
bar:Edwardson text:"Dave Edwardson"
bar:Roeder    text:"Jason Roeder"
bar:McIlroy   text:"Simon McIlroy"
bar:Landis    text:"Noah Landis"
bar:Kendall   text:"Adam Kendall"
bar:Pete      text:"Pete Inc."
bar:Graham    text:"Josh Graham"

PlotData=

width:3 textcolor:black align:left anchor:from shift:(10,-4)
bar:Kelly     from:01/01/1985 till:08/01/2022 color:Vocals
bar:Salter    from:03/01/1986 till:10/01/1989 color:BVocals
bar:Till      from:10/01/1989 till:end        color:Vocals
bar:Edwardson from:01/01/1985 till:end        color:BVocals
bar:McIlroy   from:04/01/1990 till:03/01/1995 color:BVocals
bar:Landis    from:03/01/1995 till:end        color:BVocals
width:11  textcolor:black align:left anchor:from shift:(10,-4)
bar:Kelly     from:01/01/1985 till:end        color:Guitar
bar:Salter    from:03/01/1986 till:10/01/1989 color:Guitar
bar:Till      from:10/01/1989 till:end        color:Guitar
bar:Edwardson from:01/01/1985 till:end        color:Bass
bar:McIlroy   from:04/01/1990 till:03/01/1995 color:Keys
bar:Landis    from:03/01/1995 till:end        color:Keys
bar:Roeder    from:01/01/1985 till:end        color:Drums
bar:Kendall   from:04/01/1990 till:08/17/1993 color:Visual
bar:McIlroy   from:06/01/1990 till:08/17/1993 color:Visual width:7
bar:Pete      from:08/17/1993 till:12/01/2000 color:Visual
bar:Graham    from:12/01/2000 till:11/27/2012 color:Visual

</timeline>

Diskografie

Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found

Alben

  • 1988: Pain of Mind (Alchemy Records) (1990 und 1994, Alternative Tentacles Reissue) (1999, Neurot Recordings Reissue)
  • 1990: The Word as Law (Lookout! Records)
  • 1992: Souls at Zero (Alternative Tentacles) (1999, Neurot Recordings Reissue)
  • 1993: Enemy of the Sun (Alternative Tentacles) (1999, Neurot Recordings Reissue)
  • 1996: Through Silver in Blood (Relapse Records)
  • 1999: Times of Grace (Relapse Records)
  • 2001: A Sun that Never Sets (Relapse Records)
  • 2003: Neurosis & Jarboe (Neurot Recordings/Relapse Records)
  • 2004: The Eye of Every Storm (Neurot Recordings)
  • 2007: Given to the Rising (Neurot Recordings)
  • 2012: Honor Found in Decay (Neurot Recordings)
  • 2016: Fires Within Fires (Neurot Recordings)
  • 2026: An Undying Love for a Burning World

Singles und EPs

  • 1989: Aberration (Lookout! Records)
  • 1990: Empty (1990, Allied Records) (1991, Your Choice Records Reissue)
  • 1996: Locust Star (Relapse Records)
  • 1999: In these Black Days Vol. 6 (Split-EP mit Soilent Green, Hydra Head Records)
  • 2000: Sovereign (Neurot Recordings)

Offizielle Bootlegs

  • 2000: Short Wave Warfare (Re-Release eines zuvor inoffiziellen Bootlegs, Neurot Recordings)
  • 2002: Live in Lyon (Neurot Recordings)
  • 2003: Live in Stockholm (Neurot Recordings)
  • 2010: Live at Roadburn 2007 (2010, Neurot Recordings/Roadburn Records)

Videoalben

  • 2002: A Sun that Never Sets (Relapse Records, Neurot Recordings)

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein