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Sieglar

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Sieglar
Stadt Troisdorf
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(8843)&title=Sieglar 50° 48′ N, 7° 8′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(8843) 50° 48′ 0″ N, 7° 7′ 32″ O
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Höhe: 58 m
Fläche: 43,16 km² (ehemalige Gemeinde)
Einwohner: 8843 (31. Dez. 2016)<ref name="stadtportrait"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stadtportrait Stadt Troisdorf. Abgerufen am 14. September 2017 (Memento vom 2. Juli 2017 im Internet Archive)</ref>
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53844
Vorwahl: 02241
Datei:Sieglar1915.jpg
Marktplatz mit Schule, um 1915

Sieglar ist eine der zwölf Ortschaften von Troisdorf im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis.

Geschichte

Die ältesten urkundlich erwähnten Siedlungen im heutigen Troisdorfer Stadtgebiet sind Eschmar und Sieglar, die bereits 832 in einem Güterverzeichnis des Cassius-Stiftes genannt werden, Sieglar als marca Lareriorum vel in Fluvia Segen<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>. 1555 war Sieglar Kirchspielort und Gerichtssitz im Amt Löwenburg. Ende des 18. Jahrhunderts lagen in Sieglar zwei Getreidemühlen und 1820 zwei Gerbereien.<ref>Der Rhein-Sieg-Kreis. Herausgeber: Paul Kieras. Stuttgart 1983, S. 297.</ref> Für 1816 ist eine Glockengießerei in der Rathausstraße belegt.

1806 kam das Amt Löwenburg, und damit auch Sieglar, an das napoleonische Großherzogtum Berg und Sieglar bildete seit dem 8. März 1809 eine Mairie im Kanton Siegburg.<ref>Matthias Dederichs: Sieglarer Geschichte von den Anfängen bis 1906. Schriftenreihe des Archivs der Stadt Troisdorf, Nr. 22, Troisdorf 2007, S. 99.</ref>

Bis 1927 gehörte die Gemeinde Sieglar zur Bürgermeisterei Sieglar. Sie hatte eine Fläche von 2377 ha. 665 davon waren Ackerland und 1004 Holzungen. Zur Gemeinde gehörten bis 1918 außer Sieglar selbst die Orte Oberlar mit damals 75 Häusern und über 400 Einwohnern und Forsthaus Telegraph mit vier Einwohnern.<ref name="GL1884">Gemeindelexikon für das Königreich Preußen von 1885</ref>

Die Gemeinde Sieglar hatte 1885 insgesamt 395 Wohnplätze (einschließlich unbewohnter) mit 425 Haushaltungen (einschließlich Anstalten). Von den 2071 Einwohnern waren 1080 Männer und 991 Frauen.<ref name="GL1884" />

1885 gab es in der Gemeinde 2.026 Katholiken, drei Bürger evangelischen Glaubens und zwölf Juden. Es gab eine eigene katholische Gemeinde mit der Pfarrkirche St. Johannes vor dem Lateinischen Tore im Ort, die evangelischen Bürgerinnen und Bürger wurden von der Kirchengemeinde Siegburg mitbetreut.<ref name="GL1884" />

Im Zuge der kommunalen Neugliederung des Raums Bonn wurden am 1. August 1969 die Ortschaften Bergheim, Eschmar, Kriegsdorf, Müllekoven, Oberlar, Sieglar und Spich der Gemeinde Sieglar in die Stadt Troisdorf eingegliedert.<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 85.</ref> In Sieglar war von 1990 bis 2000 die Botschaft der Mongolei in der Bundesrepublik Deutschland am Regierungssitz Bonn ansässig<ref>Kerstin Englert, Jürgen Tietz, Alfred Englert (Hrsg.): Botschaften in Berlin, Verlag Mann 2003, S. 286.</ref> (→ Eintrag in Botschaftsliste).

Im August 2007 feierte Sieglar auf dem Marktplatz seinen 1175. Geburtstag.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner<ref>Volkszählungsergebnisse von 1816 bis 1970 der Städte und Gemeinden. Beiträge zur Statistik des Rhein-Sieg-Kreises, Bd. 17 / Siegburg 1980, S. 166–167.</ref><ref>StA Troisdorf - B57, Bl. 76. Schreiben über den Beschluss des Kreisausschusses des Siegkreises vom 12. Juni 1914.</ref>
1816 928
1843 1.292
1871 1.718
1905 3.277
1914 4.485
1939 12.711
1967 25.246

Einwohnerzahl von 1939 und 1967 zusammen mit den damaligen Gemeindeteilen Bergheim, Müllekoven, Eschmar, Kriegsdorf, Oberlar und Spich.

Gemeindeleben

Auch heute sehen sich die Bewohner eher als „Sieglarer“ (Löörer oder Lööre Oohse<ref>Franz-Josef Knöchel: Kirchdorf Sieglar. Eintrag in der Datenbank „KuLaDig“ des Landschaftsverbands RheinlandVorlage:Abrufdatum</ref>) und weniger als „Troisdorfer“. Von Spielplätzen über Kindergärten bis hin zu mehreren Schulen sind alle Einrichtungen für Kinder und Jugendliche dort angesiedelt, es gibt ein Krankenhaus, zwei Kirchen, Seniorentreffs und ein Pflegeheim, die zentrale Feuer- und Rettungswache der Stadt, eine Außenstelle der Stadtbibliothek und ein Bürgerhaus, in dem nicht nur gefeiert werden kann, sondern das auch oft für kulturelle Inszenierungen genutzt wird.

Bildung

Die Gertrud-Koch-Gesamtschule und das Heinrich-Böll-Gymnasium bilden das Sekundarstufenzentrum in Sieglar und werden in Ganztagsform betrieben.

Im Georg-Kerschensteiner-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Troisdorf (GKB), das sich am Schulzentrum Sieglar befindet, werden Berufsschüler und Studierende verschiedener Ausbildungszweige und Bildungsgänge unterrichtet. Hier finden sich Berufsfachschulen, Fachoberschulen und höhere Berufsfachschulen sowohl technischer als auch sozialer Fachrichtungen. An den Fachschulen werden neben Sozialpädagogen und Heilerziehungspfleger auch Techniker der Fachrichtung Maschinenbau sowie Kunststoff- und Kautschuk-Technologie in Voll- und Teilzeitform ausgebildet. Am beruflichen Gymnasium Erzieher (AHR) sowie am beruflichen Gymnasium Gesundheit kann in 3 Jahren die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung erworben werden.

Ebenfalls am Schulzentrum gelegen ist die Schule am Rotter See mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung.<ref>Homepage der Schule am Rotter See</ref>

Sehenswürdigkeiten

Datei:Sieglar Germany house in the old quarter.jpg
Haus am Marktplatz, Sieglar

In die Liste der Baudenkmäler in Troisdorf sind für Sieglar zahlreiche Anwesen aufgenommen worden. Neben der Pfarrkirche St. Johannes gehören dazu

  • die Sieglarer Fachwerkhäuser<ref>Fachwerkhäuser in Sieglar. In: Fachwerkhäuser in Troisdorf. Frank Jensch, abgerufen am 21. Februar 2022.</ref>
  • die Sieglarer Mühle
  • das klassizistische Pfarrhaus in der Meindorfer Str. 5
  • das ehemalige Rathaus Sieglar von 1908/1909, Rathausstr. 21
  • die alte Schule am historischen Marktplatz
  • der Alte Friedhof Sieglar

Pfarrkirche St. Johannes

Zwischen 1822 und 1802 entstand die auf das 12. Jahrhundert zurückgehende Pfarrkirche St. Johannes vor dem Lateinischen Tore in ihrer heutigen Bauform. Die Kirche ist unter der Nummer A197 in der Liste der Baudenkmäler in Troisdorf verzeichnet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Ortschaft

Mit Sieglar verbunden

  • Franz Boehm (* 3. Oktober 1880 in Westpreußen; † 13. Februar 1945 in Dachau), Pfarrer in Sieglar während des Nationalsozialismus, Widerstandskämpfer und Märtyrer

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Matthias Dederichs: Sieglarer Geschichte von den Anfängen bis 1906. Vogtei – Kirchspiel – Bürgermeisterei, Schriftenreihe des Archivs der Stadt Troisdorf Nr. 22, Troisdorf 2007, ISBN 978-3-00-023079-0
  • Helmut Schulte: Das Sieglarer Weistum von 1402. Troisdorfer Jahreshefte Bd. 12 (1982), 73–84
  • Helmut Schulte: Die Machtergreifung 1933 in Sieglar. Troisdorfer Jahreshefte Bd. 13 (1983), 2–24

Weblinks

Commons: Sieglar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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