Zum Inhalt springen

Hellmut Lorenz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. Februar 2026 um 02:53 Uhr durch imported>Rendor Thuces Al'Nachkar (Ein Wort zu viel, eines zu wenig.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein Hellmut Lorenz (* 11. Juni 1942 in Wien; † 6. Februar 2026<ref>Hellmut Lorenz. Digitale Gedenkseite für Hellmut Lorenz. In: benu.at. Abgerufen am 12. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Hellmut Lorenz †. In: geschkult.fu-berlin.de. 12. Februar 2026, abgerufen am 12. Februar 2026.</ref>) war ein österreichischer Kunsthistoriker, dessen fachlicher Schwerpunkt die Barockarchitektur bildete.

Ausbildung und Wirken

Hellmut Lorenz studierte 1960 bis 1972 an der Universität Wien Kunstgeschichte, Germanistik und Archäologie. 1972 wurde er mit einer von den Professoren Renate Wagner-Rieger und Otto Pächt betreuten Dissertation über Leon Battista Alberti zum Dr. phil. promoviert. Die Habilitationsschrift von 1983 behandelte Domenico Martinelli, womit er endgültig zum Architekturspezialisten<ref name=":0" /> insbesondere der Barockzeit wurde. 1984 war er Gastprofessor an der Universität Salzburg.

1985 folgte er einem Ruf an die Freie Universität Berlin, wo er Professor für Kunstgeschichte wurde. Seine Berliner Jahre fielen in die Zeit des Mauerfalls und der nachfolgenden Möglichkeit neuer Forschungskooperationen und -themen. So leitete er zusammen mit dem Historiker Peter-Michael Hahn von der Universität Potsdam das mehrjährigen Forschungsprojekt „Adelskultur in der Frühen Neuzeit in der Mark Brandenburg“.<ref>Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Publikationen: Der brandenburgische Adel im Spiegel seiner Herrenhäuser. In: nachrichten.idw-online.de. 16. Mai 2001, abgerufen am 30. November 2025.</ref>

1997 wechselte er zurück an seine Alma Mater, wurde Ordinarius für Kunstgeschichte an der Universität Wien<ref name=":0">Das Ende der „Wiener Schule“. Emeritierung von Prof. Lorenz und Prof. Rosenauer. In: kunstgeschichte.univie.ac. 30. September 2008, abgerufen am 29. November 2025.</ref> und galt dort schließlich als letzter Vertreter der „Wiener Schule der Kunstgeschichte“.<ref>30.09.2008: Emeritierung von Prof. Lorenz und Prof. Rosenauer. In: kunstgeschichte.univie.ac.at. 2008, abgerufen am 12. Februar 2026.</ref><ref>Almuth Spiegler: Wiener Barockspezialist Hellmut Lorenz nach langer Krankheit gestorben. In: diepresse.com. 11. Februar 2026, abgerufen am 12. Februar 2026 (Bezahlschranke).</ref> 2007 erhielt er zum 65. Geburtstag von Kollegen und Schülern eine Festschrift mit dem Titel „Barock in Mitteleuropa. Werke, Phänomene, Analysen“ überreicht.<ref>Wissenschaftlicher Eros und fürstlicher Wein. Festschrift für Hellmut Lorenz überreicht. In: kunstgeschichte.univie.ac.at. 19. Juni 2007, abgerufen am 30. November 2025.</ref> Ein Jahr später zog er sich 2008 aus gesundheitlichen<ref name=":0" /> Gründen aus dem universitären Berufsleben zurück. Nach der Emeritierung war er weiterhin in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften tätig, wo er im Rahmen des Forschungsprojekts „Die Wiener Hofburg“ zunächst noch den Teilbereich zur Geschichte des 18. Jahrhunderts leitete.<ref name=":0" /><ref>Forschungen zur Bau- und Funktionsgeschichte der Wiener Hofburg. In: oeaw.ac.at. Abgerufen am 29. November 2025.</ref>

Ehrenämter, Preise

Seit 1999 gehörte er dem Österreichischen Denkmalbeirat an.<ref name=":1">Friedrich Polleroß: Barocker Rationalist und forschender Lehrer: 65. Geburtstag von Hellmut Lorenz. In: kunstgeschichte.univie.ac.at. 11. Juni 2007, abgerufen am 30. November 2025.</ref> 2001–2005 war er Vertreter der Universitäten im Österreichischen Kunsthistorikerverband.<ref name=":1" /> Seit 2004 ist er Korrespondierendes Mitglied in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.<ref>Mitglieder im Überblick: Hellmut Lorenz. In: oeaw.ac.at. Abgerufen am 30. November 2025.</ref>

2012 erhielt er zusammen mit Günter Brucher den Wilhelm-Hartel-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.<ref>Höchste Auszeichnungen der ÖAW an Jürgen Knoblich, Günter Brucher und Hellmut Lorenz. In: oeaw.ac.at. 11. Dezember 2012, abgerufen am 29. November 2025.</ref><ref>Wilhelm Hartl-Preis 2012 zu gleichen Teilen an Günter Brucher und Hellmut Lorenz. In: stipendien.oeaw.ac.at. 2012, abgerufen am 30. November 2025.</ref>

Schriften (Auswahl)

(Ein ausführliches Schriftenverzeichnis von Hellmut Lorenz ist auf der Website des Kunsthistorischen Instituts der Universität Wien veröffentlicht und endet 2005: hier)

  • Studien zum architektonischen und architekturtheoretischen Werk L.B. Albertis. 1972, Dissertation, Universität Wien.
  • (als Mitautor der Autorengruppe GeVAG): Wiener Fassaden des 19. Jahrhunderts – Wohnhäuser in Mariahilf (= Studien zu Denkmalschutz und Denkmalpflege. 10). Böhlau, Wien [u. a.] 1976, ISBN 3-205-08172-2.
  • Domenico Martinelli (1650–1719) und die österreichische Barockarchitektur. 1983, (Habilitationsschrift, Universität Wien; 1991 unter anderem Titel veröffentlicht)
  • Liechtenstein Palaces in Vienna from the Age of the Baroque. Metropolitan Museum of Art, New York 1985, ISBN 0-87099-399-2.
  • Domenico Martinelli und die österreichische Barockarchitektur (= Denkschriften der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Band 218). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1991, ISBN 3-7001-1859-7. (Inhaltsverzeichnis)
  • Johann Bernhard Fischer von Erlach. Verlag für Architektur, Zürich / München / London 1992, ISBN 3-7608-8132-7.
  • (als Hrsg.): Berliner Baukunst der Barockzeit. Die Zeichnungen und Notizen aus dem Reisetagebuch des Architekten Christoph Pitzler (1657–1707). Nicolai, [Berlin] 1998, ISBN 3-87584-699-0.
  • (als Hrsg. und Mitautor): Barock (= Geschichte der Bildenden Kunst in Österreich. Band IV). Prestel, München [u. a.] 1999, ISBN 3-7913-2050-5.
  • (als Hrsg. mit Peter-Michael Hahn und Mitautor): Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Kommentierte Neuausgabe des Ansichtenwerkes von Alexander Duncker (1857–1883). 2 Bände, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0.
  • mit Wilhelm G. Rizzi, Wolfgang Prohaska, Andrea Stockmann (Redaktion): Palais Daun-Kinsky. Wien, Freyung. Beiträge zum barocken Palast. Hrsg.: Amisola-Immobilien-AG. Lehner, Wien 2001, ISBN 3-901749-22-5.
  • Huberta Weigl (Hrsg.): Das barocke Wien. Die Kupferstiche von Joseph Emanuel Fischer von Erlach und Johann Adam Delsenbach (1719). Imhof, Petersberg 2007, ISBN 978-3-937251-76-9.
  • Der Leopoldinische Trakt 1705–1835: Barock und Klassizismus. In: Richard Kurdiovsky (Hrsg.): Die Österreichische Präsidentschaftskanzlei in der Wiener Hofburg. Photographien von Manfred Seidl. Brandstätter, Wien 2008, ISBN 978-3-85033-161-6, S. 37–52.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Frühere Lehrkanzel („Kunstgeschichte II“): Rudolf Eitelberger (1852–1885) | Alois Riegl (1897–1905) | Max Dvořák (1909–1921) | Julius von Schlosser (1922–1936) | Hans Sedlmayr (1936–1945) | Karl M. Swoboda (1946–1962) | Otto Pächt (1963–1972) | Hermann Fillitz (1974–1994) | Hellmut Lorenz (1997–2008) | Sebastian Schütze (ab 2009)

Spätere Lehrkanzel („Kunstgeschichte I“): Moritz Thausing (1873–1884) | Franz Wickhoff (1885–1909) | Josef Strzygowski (1909–1933) | Otto Demus (1963–1973) | Günther Heinz (1974–1992) | Friedrich Teja Bach (1994–2013) | Sebastian Egenhofer (ab 2016)

Weitere Lehrkanzeln bzw. Universitätsprofessoren: Otto Benesch (1948–) | Fritz Novotny (1948–1978) | Renate Wagner-Rieger (1964–1980) | Gerhard Schmidt (1964–1992) | Helmut Buschhausen (1975–2002) | Artur Rosenauer (1976–2008) | Deborah Klimburg-Salter (1996–2013) | Michael Viktor Schwarz (ab 1998) | Lioba Theis (2005–2022) | Raphael Rosenberg (ab 2009) | Julia Gelshorn (2010–2014) | Sebastian Egenhofer (2012–2013) | Markus Ritter (ab 2012) | Noit Banai (2014–2019) | Lukas Nickel (ab 2016)

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein