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Micarna

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Micarna SA

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Micarna logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1958
Sitz Courtepin, Schweiz
Leitung
  • Matthias Wunderlin (Verwaltungsratspräsident)<ref>Micarna SA. In: Handelsregister des Kantons Freiburg. Abgerufen am 7. Oktober 2024.</ref>
Mitarbeiterzahl 2621 (2024)<ref>Tochtergesellschaften & Beteiligungen. In: report.migros.ch. Abgerufen am 5. Juli 2025.</ref>
Umsatz 1,8 Mrd. CHF (2019)<ref>Micarna-Chef tritt Ende 2021 zurück. In: schweizerbauer.ch. 22. Dezember 2020, abgerufen am 22. Dezember 2020.</ref>
Branche Nahrungsmittel, Fleischwaren
Website www.micarna.ch

Die Micarna AG mit Hauptsitz in Courtepin ist ein Unternehmen des Schweizer genossenschaftlichen Einzelhandelskonzerns Migros. Sie ist einer der führenden Fleischverarbeiter der Schweiz. Neben dem Handel werden auch Gastronomiebetriebe und Grossverbraucher beliefert. Das Unternehmen beschäftigte im Jahr 2024 rund 2'600 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von etwa 1,8 Milliarden Franken. Micarna gehört zu den 500 grössten Unternehmen in der Schweiz.

Bei Poulet hat Micarna mit 43 Prozent den grössten Marktanteil. Über 31 Millionen Hühner hat das Unternehmen im Jahr 2019 geschlachtet.<ref name="prbaur" details="S. 49">Priska Baur, Patricia Krayer: Schweizer Futtermittelimporte – Entwicklung, Hintergründe, Folgen. Forschungsprojekt im Auftrag von Greenpeace Schweiz. Hrsg.: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. 28. Februar 2021, doi:10.21256/zhaw-2400.</ref> Die Federn der geschlachteten Hühner werden, wie andere Schlachtnebenprodukte auch, an die Centravo geliefert.<ref>Andrea Söldi: Rohstoff - Wir essen tonnenweise Geflügel – doch was passiert mit den Federn, wenn das Huhn gerupft ist? In: tagblatt.ch. 30. November 2018, abgerufen am 7. Februar 2023.</ref>

Geschichte

Ab Juni 1958 betrieb der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) eine Metzgerei in Winterthur, die aber bald nicht mehr mit der ständig wachsenden Nachfrage Schritt halten konnte. Deshalb gründete der MGB noch im selben Jahr die Micarna SA mit Sitz Courtepin.<ref name="häsler">Alfred A. Häsler: Das Abenteuer Migros. Die 60 Jahre junge Idee. Hrsg.: Migros-Genossenschafts-Bund. Migros Presse, Zürich 1985, S. 329.</ref><ref name="handelsregister">Micarna SA. In: Handelsregister des Kantons Freiburg. Abgerufen am 18. September 2025.</ref> Die Eintragung ins Handelsregister des Kantons Freiburg erfolgte am 2. Juni 1958.<ref name="handelsregister" /> Am Ort des Sitzes wurde mit dem Bau eines Produktionsbetriebs für Frischfleich und Fleischwaren begonnen. Die damals modernste Fleischwarenfabrik der Schweiz nahm ihren Betrieb am 2. Juni 1960 auf. Mit der Zeit kamen Personalschule, Labors und Schlachtanlagen hinzu.<ref name="häsler" /> 1966 beschloss die Micarna, den zu klein gewordenen Betrieb in Winterthur aufzugeben und in Bazenheid eine neue, weitaus grössere Produktionsstätte zu errichten. Mit Abschluss der ersten Bauetappe am 4. November 1968 begann die etappenweise Verlegung der Abteilungen. Dieser Vorgang war am 14. August 1969 abgeschlossen.<ref>Häsler: Das Abenteuer Migros. S. 337.</ref> Seit 1993 werden die beiden Standorte einheitlich operativ geführt.<ref name="afa">Micarna SA. In: Archiv für Agrargeschichte. Abgerufen am 18. September 2025.</ref>

1997 gliederte Micarna die Geflügelveredelung in die Optigal S.A. aus, 2001 übernahm sie von der Genossenschaft Migros Waadt den Fleischproduktionsbetrieb in Ecublens. 2003 eröffnete sie in Courtepin einen neuen Schlachthof und eine neue Zerlegerei.<ref name="hist">Geschichte - Micarna-Gruppe. Migros Industrie AG, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref> Im Rahmen einer neuen Expansionsstrategie, die zunächst auf Wachstumsmöglichkeiten innerhalb des Schweizer Marktes beschränkt war, übernahm die Micarna im Jahr 2004 die im Gastronomiebereich tätige Firma Mérat & Cie AG in Bern.<ref>2013–2018 – Nachhaltigkeit, Expansion und Kommunikation. (PDF, 6,1 MB) Micarna, 2018, abgerufen am 15. Oktober 2019.</ref> 2006 fusionierte Micarna mit der Optigal S.A. und integrierte sie als Business Unit «Geflügel».<ref name="hist" /> Im gleichen Jahr setzte Micarna erstmals über 100'000 Tonnen Fleisch und Geflügel ab.<ref>Dank Exporten. Migros-Industrie kompensiert Inlandstagnation. In: Walliser Bote. 8. Februar 2007, S. 36 (online [abgerufen am 27. August 2025]).</ref> 2007 folgte die Integration des Fischgeschäfts des MGB in die Business Unit «Seafood».<ref name="hist" />

Die Natura Bündner Fleischtrocknerei in Tinizong wurde 2009 übernommen,<ref name="hist" /> 2010 die Favorit Geflügel AG in Lyss<ref name="schweizerbauer20250923">Migros verkauft Favorit Geflügel. In: schweizerbauer.ch. 23. September 2025, abgerufen am 23. September 2025.</ref> und 2015 die Firma Maurer Speck aus Flüh.<ref>Micarna übernimmt Maurer Speck. St. Galler Tagblatt, 21. Juli 2015, abgerufen am 15. Oktober 2019.</ref> 2016 übernahm Micarna die Gabriel Fleury SA in Granges, einen Spezialisten für Walliser Trockenfleisch. 2017 integrierte der MGB den Bereich Produktion und Verarbeitung des zwei Jahre zuvor erworbenen Eier- und Tiefkühlproduzenten Lüchinger + Schmid in die Micarna.<ref>Lüchinger + Schmid: Produktion zu Micarna. Schweizer Bauer, 10. Oktober 2016, abgerufen am 7. September 2021.</ref> Die deutsche Firma Stauss Geflügel GmbH wurde 2018 in Oberschwäbische Geflügel GmbH umbenannt und deren Gesellschaftssitz von Ertingen nach Betzenweiler verlegt. Im Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb in Ertingen wird das Geflügel-Rohmaterial produziert, das anschliessend in Betzenweiler verarbeitet wird.<ref>Aus der Stauss Geflügel GmbH wird die Oberschwäbische Geflügel GmbH. (PDF, 408 kB) Micarna, 18. April 2018, abgerufen am 19. Mai 2018.</ref> 2019 hat Micarna in der Industriezone von Avenches eine Brüterei eröffnet.<ref>Jasmine Baumann: Neue Micarna Brüterei eröffnet. In: bauernzeitung.ch. 4. Mai 2019, abgerufen am 31. Januar 2023.</ref><ref>Lukas Häuptli: Im Zuchthaus. In: republik.ch. 14. September 2022, abgerufen am 31. Januar 2023.</ref> Die Eier wurden zuvor in den Micarna-eigenen (siehe dazu vertikale Integration) sogenannten Elterntierparks im Unterwallis befruchtet. Nach dem Schlüpfen in Avenches werden die Eintagsküken auf rund 500 unabhängige Betriebe verteilt, welche bei Micarna unter Vertrag stehen.<ref>Mathias Streit: Vom Ei zum Kühlregal-Poulet. In: hauptstadt.be. 27. August 2022, abgerufen am 7. Februar 2023.</ref> Um Fischzucht zu betreiben, wurde im Jahr 2020 eine Aquakulturanlage in Birsfelden in Betrieb genommen.<ref>Dennis Hoffmeyer: Aquakultur — Zukunft des Fischkonsums: Migros eröffnet eigene Fischzucht. In: SRF. 18. September 2020, abgerufen am 24. Juli 2021.</ref> Die Migros will die Anlage aber bis November 2024 schliessen.<ref>Joschka Schaffner: Aus für Millionenprojekt – Migros schliesst Felchen-Zucht in Birsfelden. In: blick.ch. 2. Oktober 2023, abgerufen am 6. Oktober 2023.</ref>

In Zeiten der administrativen Versorgung verrichteten Insassen der Strafanstalt Bellechasse gemäss dem Schlussbericht der Unabhängigen Expertenkommission bis 1978 Zwangsarbeit bei der Micarna in Courtepin. Das Unternehmen weist die Vorwürfe von sich und vertritt den Standpunkt, man habe nie von sich aus Zwangsarbeiter eingestellt. Vielmehr seien diese stets unter der Auswahl, Leitung und Kontrolle der Strafanstalt in der Produktion beschäftigt gewesen.<ref>Tobias Marti: In der Schweiz gab es Zwangsarbeit. Auch die Migros machte mit. blick.ch, 29. Juni 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.</ref>

Der Standort in Ecublens VD will die Migros im Frühjahr 2025 schliessen.<ref>Keystone-SDA: Migros schliesst Micarna-Standort in Ecublens VD. In: nau.ch. 15. Februar 2024, abgerufen am 15. Februar 2024.</ref> Am 29. Februar 2024, zwei Wochen nach Bekanntgabe der Schliessung, traten die betroffenen Mitarbeitenden in den Streik.<ref>Keystone-SDA: Micarna-Mitarbeitende in Ecublens VD streiken. In: swissinfo.ch. 29. Februar 2024, abgerufen am 29. Februar 2024.</ref>

Die 2017 durch die Mérat AG übernommene in der Fischverarbeitung tätige Tipesca SA,<ref>Tipesca SA. Handelsregisteramt des Kantons Tessin, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref> mit Sitz in Monteceneri und Standorten in Sigirino und Losone, wurde 2022 in die Mérat AG fusioniert.<ref>Geschichte der Tipesca. Mérat AG, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref> Bis Ende 2025 soll auch der Standort in Sigirino geschlossen werden.<ref>Patrik Berger: 21 Jobs gefährdet: Migros-Tochter zieht Fischhändler den Stecker. In: blick.ch. 24. Mai 2025, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref>

Am 1. Juli 2024 haben Tierschutzaktivistinnen den Micarna-Schlachthof in Courtepin besetzt.<ref>Micarna-Protest Freiburg - 71 militante Tierschutzaktivisten verurteilt. In: srf.ch. 9. Dezember 2025, abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref>

Per 1. Oktober 2025 wurde die Favorit Geflügel AG an die Bigler AG Fleischwaren verkauft.<ref name="schweizerbauer20250923" />

2026 hat das Oberamt des Freiburger Broyebezirks die Baubewilligung für einen Geflügelschlachthof in Saint-Aubin erteilt, welcher jener in Courtepin ersetzen soll.<ref>Neuer Geflügelschlachthof: Micarna erhält Baubewilligung. Schweizer Bauer, 2. April 2026, abgerufen am 3. April 2026.</ref>

Micarna ist Mitglied bei der IG Bio<ref>Mitglieder. In: igbio.ch. Interessengemeinschaft Bio Schweiz, abgerufen am 8. April 2021.</ref> und bei der Branchenorganisation Proviande.

Leitung (Auswahl)

Von 2005 bis 2021 wurde das Unternehmen von Albert Baumann geleitet.<ref>Baumann, Albert (1959-)--DB4308. Archiv für Agrargeschichte, abgerufen am 5. Juni 2023.</ref><ref>Langjähriger Micarna-Chef verstorben. Schweizer Bauer, 3. Juni 2023, abgerufen am 5. Juni 2023.</ref> Baumann wurde im Januar 2015 bei den SwissAward 2014 als Gewinner der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet. Sein Nachfolger Peter Hinder hat das Unternehmen per Ende April 2024 verlassen.<ref>Micarna: Hinder übernimmt ab sofort. In: schweizerbauer.ch. 14. Oktober 2021, abgerufen am 16. Oktober 2021.</ref><ref>Hinder, Peter--DB8108. In: histoirerurale.ch. Archiv für Agrargeschichte, abgerufen am 5. Juni 2023.</ref><ref name=":0">Thomas Griesser Kym: Migros-Industrie: Die Bina wartet auf ihre neue Chefin, die von Nestlé kommt. In: aargauerzeitung.ch. 7. Oktober 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024.</ref> Vorübergehend war Hans-Ruedi Christen Geschäftsführer.<ref name="afa" /><ref name=":0" /> Am 1. Juli 2025 übernahm Thomas Garcke die Leitung.<ref>Thomas Garcke übernimmt die Leitung der Micarna-Gruppe. In: migrosindustrie.ch. 25. Juni 2025, abgerufen am 25. Juni 2025.</ref>

Optigal

Optigal ist eine Eigenmarke der Migros für Geflügelprodukte aus Schweizer Herkunft. Die einstige Optigal S.A. wurde 1961 gegründet<ref>1961: Die «kleine Pouletrevolution». In: corporate.migros.ch. Abgerufen am 18. September 2025.</ref> und hatte insgesamt zwei Geschäftsleiter. Von 1961 bis 1990 war dies Franz Tanner und von 1990 bis 2005 Beat Schwander.<ref>Optigal SA. In: Archiv für Agrargeschichte. Abgerufen am 18. September 2025.</ref>

Micarna-Gruppe

Die Hauptstandorte der Micarna AG sind Courtepin und Bazenheid, die zusammen mehr als zwei Drittel der Belegschaft umfassen. Hinzu kommen weitere Produktionsbetriebe in Avenches, Ecublens VD, Schönbühl und Zürich, mehrere Zuchtbetriebe im Kanton Wallis sowie in Kooperation mit anderen Unternehmen betriebene Schlachthöfe in Bazenheid, Clarens, Estavayer-le-Lac, Gossau und Hinwil.<ref name="vademecum">Vademecum 2019. (PDF, 5,4 MB) Micarna, 2019, abgerufen am 15. Oktober 2019.</ref> Ebenfalls zur Micarna-Gruppe gehören folgende Unternehmen:<ref name="vademecum" />

Das mit Hühnermist handelnde Walliser Unternehmen Optisol übernahm im Jahr 2007 die Düngermarke Vivasol aus Düdingen<ref>Vivasol neu bei Optisol. In: freiburger-nachrichten.ch. 11. Januar 2007, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref> und wechselte im Jahr 2021 den Standort von Saillon ins «New Optisol» nach Vétroz.<ref>Einweihungsfeier «New Optisol»: Optisol weiht die grösste Holzkonstruktion im Wallis ein. In: corporate.migros.ch. 5. November 2021, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref> Die Geschäftsanteile an der Oberschwäbischen Geflügel GmbH in Ertingen und Betzenweiler (Deutschland) wurden am 11. Mai 2020 veräussert.<ref>Akquisitionen, Veräusserungen & Unternehmensgründungen. In: report.migros.ch. Abgerufen am 20. Mai 2021.</ref> Die 2016 übernommene Gabriel Fleury SA<ref>Micarna-Gruppe übernimmt Gabriel Fleury SA. In: tagblatt.ch. 6. Februar 2016, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref> mit Standort in Granges wurde 2018 liquidiert.<ref>Gabriel Fleury SA. Handelsregisteramt Zentralwallis, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref> Die 2014 übernommene Rudolf Schär AG<ref>Micarna Gruppe übernimmt die Rudolf Schär AG. In: tagblatt.ch. 4. Dezember 2014, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref> mit Standorten in Thal und St. Gallen wurde 2022 liquidiert.<ref>Rudolf Schär AG. In: Handelsregister Kanton St.Gallen. Abgerufen am 25. Mai 2025.</ref> Den im Jahr 2015 übernommene Speckhersteller Maurer Speck in Flüh wurde bereits mit dem Einsetzen der Zusammenarbeit 2005 liquidiert.<ref>Migros-Metzger kauft grösste Speckfirma der Schweiz. In: handelszeitung.ch. 17. Juli 2015, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref><ref>Maurer-Speck. Handelsregisteramt des Kantons Solothurn, abgerufen am 25. Mai 2025.</ref>

Micarna E-Direct

Ende 2017 kündigte Micarna an, im ersten Quartal 2018 die App Micarna E-Direct zu lancieren.<ref>Micarna-App ersetzt Viehhändler. Schweizer Bauer, 9. Dezember 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.</ref> Tierproduzenten werden durch die App zu Lieferanten der Micarna (Direktvertrieb), auch Transport und Begleitdokument werden darüber abgewickelt. Dies macht den Handelsverkauf und somit den Viehhandel überflüssig. Seit 2019 wird das Bio Weide-Beef der Migros auch über die App gehandelt<ref>Micarna bekommt mehr Gewicht. Schweizer Bauer, 5. Januar 2019, abgerufen am 6. Januar 2019.</ref>, was im Vorfeld zu einer ausserordentlichen Generalversammlung der IG Bio Weide-Beef mit vielen kritischen Stimmen führte.<ref>IG Bio Weide-Beef: Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung. (PDF; 72,2 KB) igbioweidebeef.ch, 16. November 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Januar 2019; abgerufen am 6. Januar 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.igbioweidebeef.ch</ref> An der Generalversammlung vom 14. März 2019 wurde der Präsident der IG abgewählt, und zwei Drittel des Vorstands traten zurück.<ref>Adrian Krebs: Palastrevolte bei der IG Bio Weide-Beef. Bauernzeitung, 22. März 2019, abgerufen am 11. April 2019.</ref>

Kritik

Rund 93 % des Label-Geflügels bei der Migros stammt aus Optigal-Betrieben der Micarna.<ref>Labels und Marken – perfekte Orientierung. Micarna, abgerufen am 6. Januar 2019.</ref> In der Geflügelproduktion mit einer «besonders tierfreundlichen Stallhaltung» (kurz BTS) verenden immer noch rund 4 % der Tiere während der Mastzeit. Der Beitrag «Der Tod ist Teil des Geschäfts» vom 30. Januar 2018 in der Sendung 10vor10 veranlasste Micarna dazu, eine Beschwerdeschrift beim Ombudsmann der SRG einzureichen. Micarna sieht im Beitrag Verletzungen an den publizistischen Leitlinien des Schweizer Radios und Fernsehen, den Richtlinien des Schweizer Presserats sowie beim Sachgerechtigkeitsprinzip und Unabhängigkeitsprinzip der SRG. Ombudsmann Roger Blum wies die Beschwerde zurück. Seiner Meinung nach seien in der betreffenden Sendung alle wesentlichen Fragen gestellt und behandelt worden. Die verschiedenen Parteien kamen zu Wort, konnten ihre besten Argumente vortragen und auf Kritik reagieren.<ref>Keine Manipulation beim Hühnerbericht. SRG SSR, 8. Mai 2018, abgerufen am 9. Mai 2018.</ref> Dass die Optigal-Werbung der Migros nicht annähernd mit der Realität übereinstimmt,<ref>Optigal – weit weg von einer optimalen Tierhaltung. Stiftung für Konsumentenschutz, 16. Februar 2018, abgerufen am 14. Juli 2018.</ref> zeigten im Juli 2018 erneut Aufnahmen der Westschweizer Tierrechtsorganisation Pour l’égalité animale (PEA).<ref>Tote Hühner im Migros-Stall. Tier im Fokus, 10. Juli 2018, abgerufen am 13. Juli 2018.</ref> Daraufhin besuchte auch der Beobachter die Anlage.<ref>Gian Signorell: Den Himmel sehen die «Optigal»-Hühner der Migros nie. Beobachter, 27. September 2018, abgerufen am 29. September 2018.</ref> Nachdem der Kassensturz am 1. Juni 2021 erneut über das Thema berichtete, hat die Migros angekündigt, in Zukunft auf die Bezeichnung «Besonders tierfreundliche Stallhaltung» auf den Verpackungen verzichten zu wollen.<ref>David Jans: BTS – von wegen! – Tierleid in Ställen mit «Besonders Tierfreundlicher Stallhaltung». SRF, 1. Juni 2021, abgerufen am 1. Juni 2021.</ref>

Auch die Schlachtmethode bei den Hühnern per Elektroschock wird kritisiert. Konkurrent Bell nahm bereits 2011 eine Vergasungsanlage in Betrieb, was als tierschonender gilt.<ref>Felix Maise: Neue Regeln für die Lizenz zum Töten. In: tagesanzeiger.ch. 30. November 2010, abgerufen am 29. August 2023.</ref><ref>Stefan Häne: Stress und Schmerz vor dem finalen Stromschlag. In: tagesanzeiger.ch. 16. Juli 2015, abgerufen am 29. August 2023.</ref><ref>Netz Natur: Hühnerhautnah. Video ab 50:25. In: srf.ch. 1. August 2019, abgerufen am 29. August 2023.</ref>

Des Weiteren kritisiert u. a. die Umweltschutzorganisation Greenpeace, dass ein Geflügelschlachthof in Saint-Aubin gebaut werden soll.<ref>Widerstand gegen Geflügelschlachthof. Schweizer Bauer, 6. August 2023, abgerufen am 19. August 2023.</ref>

Weitere Unternehmen der Migros Industrie AG

Weblinks

Einzelnachweise

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