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Willi Melliger

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Willi Melliger
Medaillenspiegel
Willi Melliger (Mitte der 1980er Jahre)
Willi Melliger (Mitte der 1980er Jahre)

Vorlage:Infobox Medaillen/Sport

SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz
 Olympische Spiele
Silber 1996 Einzel
(mit Calvaro)
Silber 2000 Mannschaft
(mit Calvaro)
Europameisterschaften
Silber 1981 Mannschaft
(mit Trumpf-Buur)
Gold 1983 Mannschaft
(mit Van Gogh)
Silber 1985 Mannschaft
(mit Beethoven II)
Bronze 1987 Mannschaft
(mit Corso)
Bronze 1989 Mannschaft
(mit Corso)
Bronze 1991 Mannschaft
(mit Quinta C)
Gold 1993 Einzel
(mit Quinta C)
Gold 1993 Mannschaft
(mit Quinta C)
Silber 1995 Einzel
(mit Calvaro)
Gold 1995 Mannschaft
(mit Calvaro)
Silber 1997 Einzel
(mit Calvaro)
Silber 1999 Mannschaft
(mit Calvaro)
Bronze 2003 Mannschaft
(mit Gold du Talus)

Wilhelm «Willi» Melliger (* 26. Juli 1953 in Buttwil; † 16. Januar 2018<ref>Todesanzeige. In: todesanzeigenportal.ch. 16. Januar 2018, abgerufen am 10. Januar 2024.</ref>) war ein Schweizer Springreiter und vierfacher Olympiateilnehmer.

Karriere

Datei:Willi Melliger Com LC0568-000-005.tif
Willi Melliger
Datei:Willi Melliger Com LC0568-002-001-001.tif
Willi Melliger (Mitte der 1980er Jahre)

Willi Melliger war gelernter Metzger.<ref name="DLudwig">Dieter Ludwig: Willi Melliger – ein Großer des Springsports ist für immer gegangen. In: ludwigs-pferdewelten.de. 16. Januar 2018.</ref> Sein beruflicher Werdegang fand jedoch im Pferdesport statt: Der erste grosse sportliche Erfolg war der Gewinn der Schweizer Meisterschaft im Springreiten 1974.<ref name="NachrufFrei">Thomas Frei: Willi Melliger hatte Gespür und nahm sich nie wichtiger als seine Pferde. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. Januar 2018 (Nachruf).</ref> Den Grossen Preis des Schweizer Nationenpreisturniers gewann er erstmals 1976 mit Rhonas Boy. Sein erstes internationales Championat bestritt er bei den Europameisterschaften 1977.

Im Jahr 1980 nahm die Schweiz im Springreiten nicht an den Olympischen Spielen teil,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Olympische Sommerspiele 1980: Ergebnisse Springreiten (Memento vom 1. August 2012 im Internet Archive). FEI, Juli/August 1980 (PDF; 9 kB).</ref> stattdessen brachte man eine Equipe bei den von den boykottierenden Staaten ausgerichteten Olympia-Ersatzwettbewerben der Springreiter in Rotterdam an den Start. Melliger gehörte der Schweizer Mannschaft an und kam mit Trumpf-Buur auf Rang sieben im Einzel. Ein Jahr später gewann er erstmals mit der Schweizer Equipe eine Mannschaftsmedaille, bis 2003 sollten neun weitere bei Europameisterschaften folgen. Mit insgesamt 13 Medaillen war Willi Melliger der erfolgreichste Schweizer Springreiter bei Europameisterschaften.<ref name="Springsportikone">Peter Wyrsch: Springsportikone Willi Melliger verstorben. In: PferdeWoche. 16. Januar 2018.</ref>

Erstmals am Weltcupfinal nahm Melliger 1982 mit Trumpf-Buur teil. 1983 errang er mit Van Gogh zwei grosse Erfolge: Er wurde zum zweiten Mal Schweizer Meister (dies sollte ihm insgesamt sechs Mal gelingen). Zudem gewann er in jenem Jahr den Grossen Preis von Aachen. Zehn Jahre später wurde er auf Quinta C Einzel-Europameister im Springreiten.

Zwischen 1995 und 2001 sollte in Kooperation mit Calvaro Melligers erfolgreichste Phase im Sport werden: Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta gewann er hinter Ulrich Kirchhoff die Einzel-Silbermedaille. 1995 und 1997 gewannen beide Einzel-Bronze bei den Europameisterschaften, im Frühjahr 1996 erreichten Melliger und Calvaro den zweiten Platz beim Weltcupfinal vor heimischem Publikum in Genf. Als erster Schweizer siegte Melliger 1998 in der Hauptprüfung des CSI Zürich, ebenso mit Calvaro. Bei den Weltreiterspielen in jenem Jahr verpasste er in Einzel- und Mannschaftswertung jeweils knapp die Medaillenränge. 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney konnte er mit der Schweizer Mannschaft, bestehend aus Beat Mändli, Lesley McNaught und Markus Fuchs, die Silbermedaille erringen.<ref name="WichtigeErfolge">Wichtige Erfolge von Willi Melliger. FEI, 2003</ref>

Seinen letzten Sieg in einem internationalen Grossen Preis errang Melliger im August 2009 mit Lea C in Ranshofen. Letztmals eine internationale Springprüfung bestritt er im November 2010.<ref>FEI-Ergebnisdatenbank Willi Melliger. FEI, 2010.</ref> Von 2007 bis 2016 war er als Trainer der Springreiter-Kader Junioren und Junge Reiter für den Schweizerischen Verband für Pferdesport tätig.<ref>Nachwuchs Springen 2017 – wer ist dabei? In: pferdonline.ch. 17. November 2016.</ref>

Neben seiner Sportlerlaufbahn war Melliger stets als Pferdehändler aktiv und verkaufte auch mehrere seiner Championatspferde.<ref name="NachrufFrei"/> Auf seiner Reitanlage veranstaltete er über Jahre hinweg Reitturniere, Mitte der 2000er Jahre sogar auf CSI-4*-Niveau.<ref>siehe Turnierkalender der FEI (Suchmaske)</ref>

Willi Melliger starb am 15. Januar 2018 an den Folgen eines Schlaganfalls.<ref>Springreiter-Legende Willi Melliger (†64) ist tot! In: Blick. 16. Januar 2018.</ref>

Pferde (Auszug)

  • Quinta C (* 1982), braune Selle-Français-Stute, Vater: Cyrus; ab Ende 1993 von Alfonso Romo geritten<ref>Quinta C in der FEI-Pferdedatenbank.</ref><ref name="DLudwig"/>
  • Corso (* 1983), Hessischer Schimmelwallach<ref>Corso in der FEI-Pferdedatenbank.</ref>
  • Calvaro (1986–2003), Holsteiner Schimmelwallach, Vater: Cantus, Muttervater: Merano, Besitzer: Hans und Christina Liebherr<ref>Calvaro in der FEI-Pferdedatenbank.</ref>
  • L.B. Annaconda / Annaconda II (* 1992), Holsteiner Schimmelstute, Vater: Athlet Z, Muttervater: Lord<ref>L.B. Annaconda in der FEI-Pferdedatenbank.</ref>
  • Gold du Talus (* 1994), brauner Selle-Français-Wallach, Vater: Olisco, Muttervater: In Chala A; bis 2009 von Willi Melliger geritten<ref>Gold du Talus in der FEI-Pferdedatenbank.</ref>
  • Lea C (* 1996), braune Holsteinerstute, 2006 für 1 Million Franken an Bertrand Darier verkauft, von Ende 2008 bis 2010 wieder von Willi Melliger geritten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />WM-Absage: Eine Million machte Melliger schwach (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive). In: Blick. 12. Juli 2006.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lea C wieder bei Willi Melliger (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive). In: pferdenews.de. 19. November 2008.</ref><ref>Lea C in der FEI-Pferdedatenbank.</ref>

Calvaro

Calvaro wurde 8-jährig von Melliger entdeckt und für 1 Million DM gekauft. Das Paar gewann etwa 2 Millionen Franken im Sport. Bis zu 5½ Millionen Franken wurden für Calvaro geboten. Das höchste Angebot machte die jordanische Prinzessin Haya, doch ihr Vater Hussein I, zog das Angebot im letzten Moment zurück. Aufgrund seiner Erfolge wurden Klonversuche mit dem Schimmel gestartet. Allein der erste kostete 250'000 Franken. Das Fohlen starb relativ schnell an einer Gelenkinfektion, die allerdings nichts mit dem Klonen zu tun gehabt haben soll, weshalb in den USA ein zweiter Versuch gestartet wurde. Die Karriere endete aufgrund einer Meniskusverletzung Calvaros. Im September 2003 wurde der Wallach 17-jährig eingeschläfert.<ref>Willi Melliger und der «weisse Mythos». In: 20 Minuten. 14. September 2010.</ref><ref>Reiten: Willi Melligers Calvaro eingeschläfert – Der weisse Mythos ist tot. In: news.ch. 3. Oktober 2003.</ref>

Erfolge

  • Olympische Spiele:
    • 1984, Los Angeles: mit Van Gogh 38. Platz im Einzel und 5. Platz mit der Mannschaft
    • 1992, Barcelona: mit Quinta C 61. Platz im Einzel und 5. Platz mit der Mannschaft
    • 1996, Atlanta: mit Calvaro 2. Platz im Einzel und 6. Platz mit der Mannschaft
    • 2000, Sydney: mit Calvaro 10. Platz im Einzel und 2. Platz mit der Mannschaft
  • Olympia-Ersatzwettbewerbe der boykottierenden Staaten:
    • 1980, Rotterdam: mit Trumpf-Buur 7. Platz im Einzel und 5. Platz mit der Mannschaft
  • Weltmeisterschaften/Weltreiterspiele:
    • 1982, Dublin: mit Trumpf-Buur 37. Platz im Einzel und 9. Platz mit der Mannschaft
    • 1990, Stockholm: mit Landlord 15. Platz im Einzel und 7. Platz mit der Mannschaft
    • 1998, Rom: mit Calvaro 4. Platz im Einzel und 4. Platz mit der Mannschaft
  • Europameisterschaften:
    • 1977, Wien: mit Butterfly 6. Platz mit der Mannschaft
    • 1981, München: mit Trumpf-Buur 32. Platz im Einzel und 2. Platz mit der Mannschaft
    • 1983, Hickstead: mit Van Gogh 10. Platz im Einzel und 1. Platz mit der Mannschaft
    • 1985, Dinard: mit Beethoven II 6. Platz im Einzel und 2. Platz mit der Mannschaft
    • 1987, St. Gallen: mit Corso 7. Platz im Einzel und 3. Platz mit der Mannschaft
    • 1989, Rotterdam: mit Corso 14. Platz im Einzel und 3. Platz mit der Mannschaft
    • 1991, La Baule: mit Quinta C 9. Platz im Einzel und 3. Platz mit der Mannschaft
    • 1993, Gijón: mit Quinta C 1. Platz im Einzel und 1. Platz mit der Mannschaft
    • 1995, St. Gallen: mit Calvaro 3. Platz im Einzel und 1. Platz mit der Mannschaft
    • 1997, Mannheim: mit Calvaro 3. Platz im Einzel und 6. Platz mit der Mannschaft
    • 1999, Hickstead: mit Calvaro 25. Platz im Einzel und 2. Platz mit der Mannschaft
    • 2001, Arnheim: mit Annaconda II 25. Platz im Einzel und 6. Platz mit der Mannschaft
    • 2003, Donaueschingen: mit Gold du Talus 44. Platz im Einzel und 3. Platz mit der Mannschaft
  • Weltcupfinal (in Auswahl):
    • 1996, Genf: 2. Platz mit Calvaro
    • 1997, Göteborg: 9. Platz mit Calvaro
    • 2001, Göteborg: 4. Platz mit Calvaro<ref name="WichtigeErfolge"/>

Privates

Willi Melliger war in Neuendorf wohnhaft, wo er einen Turnier- und Handelsstall betrieb. Er war zweimal geschieden und hatte drei Kinder. Seine Söhne Kevin und Kay Melliger sind ebenfalls als Springreiter aktiv.<ref>Springreiter-Legende Melliger gestorben. In: SRF Sport. 16. Januar 2018.</ref> Melliger war der Pate des Springreiters Martin Fuchs.<ref name="Springsportikone"/>

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang 1957: Hans Günter Winkler | 1958: Fritz Thiedemann | 1959: Piero D’Inzeo | 1961: David Broome | 1962: David Barker | 1963: Graziano Mancinelli | 1965: Hermann Schridde | 1966: Nelson Pessoa | 1967/69: David Broome | 1971: Hartwig Steenken | 1973: Paddy MacMahon | 1975: Alwin Schockemöhle | 1977: Johan Heins | 1979: Gerd Wiltfang | 1981/83/85: Paul Schockemöhle | 1987: Pierre Durand | 1989: John Whitaker | 1991: Éric Navet | 1993: Willi Melliger | 1995: Peter Charles | 1997: Ludger Beerbaum | 1999: Alexandra Ledermann | 2001: Ludger Beerbaum | 2003: Christian Ahlmann | 2005: Marco Kutscher | 2007: Meredith Michaels-Beerbaum | 2009: Kevin Staut | 2011Rolf-Göran Bengtsson | 2013Roger-Yves Bost | 2015Jeroen Dubbeldam | 2017Peder Fredricson | 2019Martin Fuchs | 2021André Thieme Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1957: Werber Brenzikofer | 1958: Samuel Bürki | 1959: Paul Weier | 1960: Viktor Morf | 1961: Paul Weier | 1962: Max Hauri | 1963: Alex von Erdey | 1964: Paul Weier | 1965: Arthur Blickenstorfer | 1966: Monica Bachmann | 1967–69: Paul Weier | 1970: Monica Bachmann | 1971: Francis Racine | 1972: Kurt Maeder | 1973: Markus Fuchs | 1974: Willi Melliger | 1975–79: Walter Gabathuler | 1980: Jürg Notz | 1981: Bruno Candrian | 1982: Heidi Robbiani | 1983: Willi Melliger | 1984: Markus Fuchs | 1985: Willi Melliger | 1986: Thomas Fuchs | 1987: Willi Melliger | 1988: Willi Melliger | 1989: Markus Fuchs | 1990: Renata Fuchs | 1991: Lesley McNaught-Mändli | 1992: Stefan Lauber | 1993: Thomas Fuchs | 1994: Markus Fuchs | 1995: Thomas Fuchs | 1996: Willi Melliger | 1997: Markus Hauri | 1998: Beat Mändli | 1999: Hansueli Sprunger | 2000: Markus Fuchs | 2001: Jörg Röthlisberger | 2002: Daniel Etter | 2003: Beat Grandjean | 2004: Beat Mändli | 2005: Lesley McNaught | 2006: Markus Fuchs | 2007: Nicole Scheller | 2008: Steve Guerdat | 2009: Pius Schwizer | 2010: Claudia Gisler | 2011: Hansueli Sprunger | 2012: Janika Sprunger | 2013: Beat Mändli | 2014: Martin Fuchs | 2015: Werner Muff | 2016: Martin Fuchs | 2017: Pius Schwizer | 2018: Bryan Balsiger | 2019: Pius Schwizer Vorlage:Klappleiste/Ende

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