Zum Inhalt springen

Mongu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 12. Februar 2025 um 16:45 Uhr durch imported>Peter in s (Einwohner aktuell).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Mongu
Mongu (Sambia)
Mongu (Sambia)
Koordinaten 15° 16′ S, 23° 9′ OKoordinaten: 15° 16′ S, 23° 9′ O
 {{#coordinates:−15,272222222222|23,148611111111|primary
dim=20000 globe= name=Mongu region=ZM-01 type=city
  }}
Symbole
Datei:Mongu Coat of arms.jpg
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Sambia
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Westprovinz
Höhe 1300 m
Einwohner 111.450 (2022)
Telefonvorwahl (0)218<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nationale und internationale Vorwahlen Sambias (Memento vom 5. November 2023 im Internet Archive)</ref>

Mongu ist die Hauptstadt der Westprovinz (vormals Barotseland) in Sambia und hat 111.450 Einwohner (Zensus 2022).<ref name=City>Citypopulation.de - Stadte in Sambia</ref> Sie befindet sich am Rande einer ausgedehnten Flutebene etwa 25 Kilometer östlich des Sambesi, mit dem sie durch den Malile-Kanal verbunden ist.<ref>Mongu. Zambia Tourism Agency, abgerufen am 12. Januar 2021 (englisch).</ref> Die Stadt ist Sitz der Verwaltung des gleichnamigen Distrikts mit 197.816 Einwohnern (2022).<ref>Zambia Statistics Agency: 2022 Census of Population and Housing. Abgerufen am 29. Februar 2024.</ref>

Geografie

Mongu liegt auf 1050 Meter Höhe über dem Meeresspiegel in einem semiariden, sandigen Gebiet, der Barotse-Ebene, die in der Regenzeit vom Sambesi bis zum Stadtrand überflutet wird. Das Umland ist geprägt von Kalahari-Vegetation und Miombowald (6,3 Millionen Hektar im Distrikt). Die Flutebene selbst gehört zur Ökoregion des sambesischen Schwemmlandes. Nördlich von Mongu erreicht diese ihre größte Ausdehnung auf etwa 50 Kilometer Breite.

Die Trocken- und der Regenzeitpälaste des Litunga, wie der Titel des Königs der größten lokalen Ethnie Lozi lautet, liegen außerhalb Mongus 12 Kilometer nordwestlich in Lealui und 16 Kilometer nördlich in Limulunga. Gegenüber dem Palast in Limulunga befindet sich das Nayuma Museum. Die noch heute am Ende der Regenzeit vollzogene Kuomboka-Zeremonie bezieht sich auf den Umzug des Königs von einem Palast in den anderen und gehört zu den größten Festivitäten des Landes.

Geschichte

Vorlage:Hinweisbaustein

Wirtschaft

Datei:Grasharvesting.jpg
Frauen mit Gras für Dachdeckung und Umzäunungen

Mongu liegt in der ärmsten Region Sambias, etwa 6 % der Bevölkerung verfügen über einen Zugang zu Elektrizität, 44 % zu sauberem Wasser sowie 10 % über eine heimische Toilette. Die Armutsquote liegt mit 71 % deutlich über dem Landesdurchschnitt.<ref>Mongu: Inclusive Urban Economic Development Diagnostic. Infrastructure & Cities for Economic Development ICED, April 2018, abgerufen am 10. Januar 2021 (englisch).</ref>

Mongu verfügt über ein kleines Geschäftsviertel, einen großen Wochenmarkt und einen Flughafen, der vor allem von der sambischen Luftwaffe genutzt wird und nach dem Bürgerkrieg in Angola den Vereinten Nationen als Stützpunkt zur Rückführung angolanischer Flüchtlinge diente. Am Stadtrand befindet sich ein Elektrizitätswerk.

Den Hauptzweig der lokalen Wirtschaft bildet die Landwirtschaft, die für vor allem Mangos, Cassava und Cashews produziert. Daneben spielt der Fischfang durch das Schwemmland eine bedeutende Rolle. Als Umschlagplatz fungiert der kleine Naturhafen an der Abbruchkante der Flutebene, der dem Barotse Royal Establishment, der königlichen Verwaltung der Lozi untersteht. Auf dem örtlichen Markt findet man daher zum Beispiel Tigerfisch aus dem Sambesi. Darüber hinaus ist die Region um Mongu für seine kunstvollen Körbe und Teppiche bekannt und das wichtigste Reisanbaugebiet in Sambia.<ref>Ilona Hupe, Manfred Vachal: Reisen in Zambia. 1. Auflage. Ilona Hupe Verlag, München 2018, ISBN 3-932084-79-9, S. 214.</ref>

Mongu bietet Touristen eine Vielzahl von Übernachtungsmöglichkeiten auf einfachem bis mittlerem Niveau und verfügt über etwa 13 Lodges und Hotels sowie ca. 30 Motels und Gästehäuser.

Infrastruktur

Die Stadt verfügt über zwei Krankenhäuser, das Lewanika General Hospital sowie das Distriktkrankenhaus, 11 weiterführende Schulen sowie 7 Einrichtungen der tertiären Bildung, darunter die private Barotse University und die in Bau befindliche öffentliche King Lewanika University.

Im Zentrum des Ortes befinden sich mehrere Filialen sambischer Banken sowie die im Jahr 2016 eröffnete Barotse Mall, die mit einem großen Shoprite-Supermarkt und weiteren Einzelhändlern das lokale Warenangebot ergänzt.<ref>Benedict Tembo: Mongu feels ripe for city status. Zambia Daily Mail Limited, 29. Januar 2018, abgerufen am 12. Januar 2021 (englisch).</ref> Die Silhouette der Stadt wird von der Kathedrale und dem Wasserturm geprägt.

Mongu ist über die M9 mit dem ca. 600 km entfernten Lusaka verbunden. Seit der Eröffnung der Sioma Bridge und dem Ausbau der M10 besteht über die Katima-Mulilo-Brücke auch Anschluss an Sesheke und Livingstone. Die 2016 eröffnete Mongu – Kalabo Road durchquert die Barotse-Ebene, überbrückt den Sambesi auf der Lubosi Imwiko II Bridge und bindet das in der Regenzeit bisher abgeschnittene Kalabo an das sambische Straßennetz an.<ref>Mongu-Kalabo road economic game-changer. Zambia Daily Mail Limited, 29. April 2016, abgerufen am 12. Januar 2021 (englisch).</ref> Durch den ausgedehnten Handel vor allem mit Getreide und Gemüse zwischen Sambia und Angola gibt es Bestrebungen, diese Straße bis ins Nachbarland weiterzuführen, um eine kurze und schnelle Verbindung zum Seehafen in Moçâmedes zu schaffen. Daneben soll die etwa 16 Kilometer lange Strecke zum Königssitz in Limulunga ertüchtigt werden.

Klima

Mongu liegt in der Übergangszone des Ostseitenklimas (oder der wechselfeuchten Subtropen) und des tropischen Savannenklimas mit einer ausgeprägten Trockenzeit zwischen Mitte April und Mitte Oktober sowie einer Regenzeit von Ende Oktober bis Anfang April. Zwischen September und November, in der Zeit der ersten Regenfälle, liegen die Temperaturen am höchsten. Die Flut des Sambesi erreicht die Region typischerweise im Januar oder Februar und hat ihren Höhepunkt etwa im April. Danach sinkt der Wasserstand bis in die kühleren Monate der Trockenzeit. Nachtfröste sind auch in dieser Periode in Mongu äußerst selten.

Mongu
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
220
 
28
19
 
 
217
 
29
19
 
 
146
 
28
19
 
 
38
 
29
17
 
 
2
 
28
13
 
 
1
 
26
10
 
 
0
 
27
10
 
 
0
 
30
13
 
 
2
 
33
17
 
 
33
 
34
19
 
 
104
 
31
18
 
 
216
 
29
18
Vorlage:Farbe Temperatur (°C)   Vorlage:Farbe Niederschlag (mm)
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Mongu
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Tagesmax. (°C) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format 29,2
Mittl. Tagesmin. (°C) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format 15,8
Niederschlag (mm) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Σ Vorlage:Klimatabelle/Format
Sonnenstunden (h/d) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format
Regentage (d) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Σ Vorlage:Klimatabelle/Format
Luftfeuchtigkeit (%) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format 55,7

Demografie

Einwohnerentwicklung der Stadt
Jahr Einwohnerzahl
1963 5000<ref name='Schultz, 127'>Jürgen Schultz: Zambia. (= Wissenschaftliche Länderkunden; 23) Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983, S. 127.</ref>
1969 10.700<ref name='Schultz, 127'/>
1974 11.900<ref name='Schultz, 127'/>
1990 29.302<ref name=City/>
2000 44.310<ref name=City/>
2010 49.818<ref name=City/>
2022 111.450<ref name=City/>

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: Mongu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Mongu. Kurzporträt mit Bildern in einer privaten Website, auf www.nrzam.org.uk (englisch)

Einzelnachweise

<references />