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Rieselhilfe

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Rieselhilfen (auch Rieselhilfsmittel, Rieselfähigkeitsförderer oder Antiagglomerationsmittel) sind Trennmittel, die kristallinen Substanzen zugesetzt werden, um das Zusammenklumpen der Einzelkristalle zu verhindern. Durch ihre Verwendung soll verhindert werden, dass sich beispielsweise Natriumchlorid (Kochsalz, Steinsalz, Meersalz) vor oder während der Verarbeitung verklumpt und damit schlechter dosierbar wird.

Verwendung

Speisesalz

Einige Rieselhilfen sind als Lebensmittelzusatzstoff für Speisesalz zugelassen:

Datei:Trennmittel Speisesalz.jpg
Zutatenliste: Inhaltsstoffangabe eines Trennmittels ohne Angabe der E-Nummer

Als Hausmittel werden im Salzstreuer Reiskörner verwendet. Diese wirken als zusätzliches Trennmittel, welches in vielen industriell verarbeiteten Salzen schon vorhanden ist und nehmen nicht die Feuchtigkeit in ausreichendem Maße auf, um das Salz trocken zu halten (wie meist behauptet). So funktioniert dieser Trick auch mit alten Reiskörnern, ohne regelmäßigen Austausch (der bei wirkungsvoller Feuchtigkeitsaufnahme unablässig wäre).

Andere Lebensmittel

Trennmittel finden zusätzlich Anwendung bei der Produktion von Suppen, Tütensuppen, Trockenlebensmitteln in Pulverform und Backmitteln. Vor allem in Würfelzucker, Kochsalz und Backpulver werden Rieselhilfen verwendet.<ref name="Lexikon">Eintrag zu Trennmittel. In: Lexikon der Lebensmittelzusatzstoffe: Zusatzstoffe im Essen. Frank Massholder, abgerufen am 23. Mai 2022.</ref><ref name="Frede">Frede: Handbuch für Lebensmittelchemiker. 3. Auflage, Springer, 2010, ISBN 978-3-642-01684-4, S. 351, doi:10.1007/978-3-642-01685-1.</ref><ref>Eintrag zu Rieselhilfe. In: Lexikon der Ernährung. Spektrum der Wissenschaft Verlag, abgerufen am 23. Mai 2022.</ref> Sie werden vorrangig zum Zweck der besseren maschinellen Verwendbarkeit eingesetzt.

Rechtliche Situation

In der Europäischen Union sind die Lebensmittelzusatzstoffe gemäß Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 (Stand August 2021)<ref name="VO1333/2008">Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebensmittelzusatzstoffe in der konsolidierten Fassung vom 8. August 2021Vorlage:Abrufdatum</ref> sowie in der Schweiz gemäß der Zusatzstoffverordnung (ZuV) (Stand: Juli 2020)<ref name="sr_817_022_31">Verordnung des EDI über die zulässigen Zusatzstoffe in Lebensmitteln. (PDF) Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI), 1. Juli 2020, abgerufen am 20. Dezember 2020.</ref> aufgelistet. Sofern die Trennstoffe nur bei der Produktion verwendet werden, im Endprodukt jedoch nicht mehr vorhanden sind, müssen diese auf der Zutatenliste nicht aufgeführt werden. Sobald sie im Endprodukt enthalten sind, müssen sie als Trennmittel mit der zugehörigen Stoffbezeichnung oder E-Nummer als diese deklariert werden.<ref name="Lexikon" /><ref name="Frede" /><ref>Baltes, Matissek: Lebensmittelchemie. 7., vollständig überarbeitete Auflage, Springer, 2011, ISBN 978-3-642-16539-9, S. 258, doi:10.1007/978-3-642-16539-9.</ref>

Technische Anwendungen

Für technische Zwecke wird pyrogene Kieselsäure (Handelsnamen: Aerosil, Cabosil, HDK) häufig als Rieselhilfsmittel eingesetzt. Für Ionenaustauscher in Geschirrspülmaschinen können Rieselhilfsmittel problematisch sein und sollten daher Regeneriersalzen nicht zugesetzt werden.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />