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Blei(II)-nitrat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Bleiion 2 Nitration
Kristallsystem

kubisch

Raumgruppe

Pa3 (Nr. 205)Vorlage:Raumgruppe/205 (früher Raumgruppe Pa3)<ref>W. C. Hamilton: A Neutron Crystallographic Study of Lead Nitrate. In: Acta Cryst. Bd. 10, 1957, S. 103–107. doi:10.1107/S0365110X57000304.</ref>

Allgemeines
Name Blei(II)-nitrat
Andere Namen

Bleinitrat

Summenformel Pb(NO3)2
Kurzbeschreibung

farb- und geruchloser Feststoff<ref name="Merck-SDB"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 233-245-9
ECHA-InfoCard 100.030.210
PubChem 16683880
ChemSpider 23300
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 331,05 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,53 g·cm−3<ref name="Merck-SDB">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Schmelzpunkt

470 °C (Zersetzung)<ref name="Merck-SDB"/>

Löslichkeit
  • gut löslich in Wasser (522 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="Merck-SDB"/>
  • wenig löslich in Ethanol<ref>Hermann P. T. Ammon: Hunnius Pharmazeutisches Wörterbuch. Walter de Gruyter & Co KG, 2021, ISBN 978-3-11-242212-0, S. 259.</ref>
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.788">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302+332​‐​317​‐​318​‐​351​‐​360Df​‐​372​‐​410
P: 273​‐​280​‐​301+312​‐​304+340+312​‐​305+351+338​‐​308+313<ref name="GESTIS" />
Zulassungs­verfahren unter REACH

besonders besorgnis­erregend: fortpflanzungs­gefährdend (CMR)<ref name="SVHC_100.030.210">Eintrag in der SVHC-Liste der Europäischen ChemikalienagenturVorlage:Abrufdatum</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Blei(II)-nitrat, ein weißer, kristalliner Feststoff, ist das Blei(II)-salz der Salpetersäure. Blei(II)-nitrat ist ein starkes Oxidationsmittel. Es ist im Gegensatz zu anderen Bleisalzen gut in Wasser löslich. Aus diesem Grund ist es giftig.

Darstellung

Datei:Blei(II)-nitrat by Danny S. - 002.JPG
Blei(II)-nitrat

Blei(II)-nitrat entsteht bei der Reaktion von heißer, verdünnter Salpetersäure mit (1) Blei<ref>Laboratory manual of chemistry, for secondary schools, 1905, S. 108.</ref> oder (2) Blei(II)-oxid:

<math>\mathrm{1) \ 3 \ Pb + 8 \ HNO_3 \longrightarrow 3 \ Pb(NO_3)_2 + 4 \ H_2O + 2 \ NO}</math>
<math>\mathrm{2) \ PbO + 2 \ HNO_3 \longrightarrow Pb(NO_3)_2 + H_2O}</math>

Aus den Lösungen kristallisiert es in großen, wasserklaren Kristallen aus.

Die Umsetzung von Blei(II)-carbonat mit Salpetersäure liefert ebenso Blei(II)-nitrat unter Bildung von Kohlenstoffdioxid:

<math>\mathrm{PbCO_3 + 2 \ HNO_3 \longrightarrow Pb(NO_3)_2 + CO_2 + H_2O}</math>

Eigenschaften

Datei:Blei(II)-nitrat crystals (GeoMuseum Cologne)2.jpg
Farblose Zuchtkristalle aus Blei(II)-nitrat, ausgestellt im GeoMuseum Köln

Im Gegensatz zu vielen anderen Blei(II)-salzen wie Blei(II)-chlorid oder Blei(II)-sulfat ist Blei(II)-nitrat gut in Wasser löslich.<ref name="GESTIS" />

Erhitzt man Blei(II)-nitrat bis zu seiner Zersetzungstemperatur von 470 °C, so zerfällt es unter Bildung von Stickstoffdioxid, Sauerstoff und Blei(II)-oxid:<ref name="GESTIS" />

<math>\mathrm{2 \ Pb(NO_3)_2 \longrightarrow \ 2 \ PbO + 4 \ NO_2 + O_2}</math>

Daher ist diese chemische Reaktion im Labor zur Bildung geringer Mengen des Gases Stickstoffdioxid geeignet.<ref>Karl A. Hofmann: Anorganische Chemie. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-663-14240-9, S. 137.</ref> Wegen der Sauerstoff-Freisetzung wird Blei(II)-nitrat bei der Synthese von Farbstoffen als Oxidationsmittel eingesetzt.<ref name="Roempp">RÖMPP Lexikon Chemie, 10. Auflage, 1996-1999: Band 1: A - Cl. Georg Thieme Verlag, 2014, ISBN 978-3-13-199951-1, S. 471.</ref>

Toxizität

Bleinitrat ist gesundheitsschädlich, fruchtschädigend und kann möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Es kann, wenn auch nur in vernachlässigbarer Menge, durch die Haut aufgenommen werden. Außerdem geht von ihm eine Gefahr für die Umwelt aus, da es giftig für Wasserorganismen ist.<ref name="GESTIS" />

Bleinitrat wurde am 19. Dezember 2012 in der Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen.<ref name="SVHC_100.030.210" />

Verwendung

Verwendung findet Blei(II)-nitrat weiterhin bei der Herstellung von Textilbeizen<ref>Heinrich Bechhold: Bechhold's handlexikon der naturwissenschaften und medizin. H. Bechhold, 1894, S. 873.</ref>, Zündmischungen für Explosivstoffe<ref>Egon Wiberg: Anorganischen Chemie. Walter de Gruyter & Co KG, 2019, ISBN 978-3-11-144037-8, S. 348.</ref>, Ätzlösungen und zur Perlmuttfärbung.<ref name="Roempp" />

Weblinks

Commons: Blei(II)-nitrat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />