Zum Inhalt springen

Ritschweier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. Mai 2024 um 18:43 Uhr durch imported>Aka (Weblinks: Website).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Ritschweier
Stadt Weinheim
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(308)&title=Ritschweier 49° 31′ N, 8° 42′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(308) 49° 31′ 17″ N, 8° 41′ 53″ O
 {{#coordinates:49,52139|8,69806|primary
dim=10000 globe= name=Ritschweier region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 261 (228–324) m
Einwohner: 308 (31. Dez. 2020)<ref name="Einwohner">Ritschweier – Einwohnerzahl. In: weinheim.de. Abgerufen am 18. Juli 2021.</ref>
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 69469
Vorwahl: 06201
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Ritschweier ist ein Stadtteil von Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis und liegt im Südosten von Weinheim im Westteil des südlichen, kristallinen Odenwaldes. Ritschweier ist mit rund 300 Einwohnern die kleinste Eingemeindung der Stadt Weinheim. Ritschweier besteht aus dem eigentlichen Dorf Ritschweier und dem etwas abgelegenen Weiler Oberkunzenbach. Seit dem Mittelalter bilden die beiden Ortsteile eine Gemeinde.

Geographie

Ritschweier befindet sich in einem in Ost-West-Richtung verlaufenden Tal im westlichsten Bereich des kristallinen Odenwaldes, nur durch einen Höhenzug von der etwa drei Kilometer entfernt verlaufenden Bergstraße getrennt. Die Gemarkung befindet sich in einer Höhenlage zwischen 228 und 324 m ü. NN und umfasst eine Fläche von etwas mehr als 191 Hektar. Davon sind 6 % überbaut, 33 % bestehen aus Wald und 61 % werden landwirtschaftlich genutzt.

Geschichte

Es ist anzunehmen, dass es spätestens zur Zeit der Fränkischen Landnahme auch zur Besiedlung des Ritschweierer Tales kam. Das zu Ritschweier gehörende Oberkunzenbach fand 795 als Gunnesbach im Lorscher Codex in einer Beschreibung der Mark Heppenheim erste urkundliche Erwähnung.<ref>Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 1), Urkunde 6a, Mitte August 795. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 59, abgerufen am 22. März 2016.</ref> Die erste schriftliche Erwähnung von Ritschweier selbst, unter dem Namen Ruozelenswilre (Weiler des Rucelin), findet man ebenfalls im Lorscher Codex (Urkunde Nr. 3668) im Zusammenhang mit der Aufzeichnung einer Zinserhebung: „In Ruozelenswilre zinsen 3 Hofleute, 4 Müller, 9 frei Männer und 14 Frauen, 16 Schilling“.<ref>Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 5), Urkunde 3668. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 249, abgerufen am 22. März 2016.</ref> Diese Urkunde lässt sich auf die Zeit um 1175 datieren, zu diesem Zeitpunkt befand sich der Weiler Ritschweier im Besitz des Klosters Lorsch.

Mit der Auflösung des Lorscher Klosters im Jahre 1232 gelangte Ritschweier in den Besitz des Kurfürstentums Mainz, von welchem es als Lehen zunächst an die Grafen von Sayn zu Greiffenstein und ab 1392 an die Schenken von Erbach vergeben wurde. Im 15. sowie in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wechselten die Besitzverhältnisse wiederholt, bis Ritschweier schließlich 1539 wieder an Erbach zurückfiel und damit letztendlich in Kurpfälzer Besitz gelangte.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde der Ort Bestandteil des neu gebildeten Großherzogtums Baden. Hier erhielt es 1837 den Status einer selbstständigen Gemeinde, nachdem es seit 1812 vorübergehend mit Rippenweier zu einer Gemeinde vereinigt worden war.

Am 1. August 1972 wurde die Gemeinde Ritschweier im Rahmen der kommunalen Gebietsreform in die Stadt Weinheim eingegliedert<ref></ref> und bildet seitdem dort einen Stadtbezirk.

Wirtschaft, Infrastruktur und Bevölkerungsentwicklung

In seiner gesamten Geschichte, auch in der Neuzeit, war Ritschweier immer ein rein agrarisch geprägter Ort. Heute entwickelt er sich mehr und mehr zu einer reinen Wohngemeinde, in der nur noch ein landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb und zwei kleinere Nebenerwerbsbetriebe existieren.

Entwicklung der Einwohnerzahlen <timeline> Colors=

id:lightgrey value:gray(0.9)
id:darkgrey value:gray(0.7)
id:sfondo value:rgb(1,1,1)
id:barra value:rgb(0.6,0.7,0.8)

ImageSize = width:800 height:300 PlotArea = left:50 bottom:50 top:30 right:30 DateFormat = x.y Period = from:0 till:400 TimeAxis = orientation:vertical AlignBars = justify ScaleMajor = gridcolor:darkgrey increment:500 start:0 ScaleMinor = gridcolor:lightgrey increment:100 start:0 BackgroundColors = canvas:sfondo

BarData=

bar:1871 text:1871
bar:1890 text:1890
bar:1900 text:1900
bar:1910 text:1910
bar:1925 text:1925
bar:1939 text:1939
bar:1950 text:1950
bar:1961 text:1961
bar:1970 text:1970
bar:1972 text:1972
bar:1975 text:1975
bar:1978 text:1978
bar:1981 text:1981
bar:1999 text:1999
bar:2002 text:2002
bar:2008 text:2008
bar:2009 text:2009
bar:2010 text:2010
bar:2011 text:2011
bar:2012 text:2012

PlotData=

color:barra width:20 align:left
bar:1871 from:0 till:97
bar:1890 from:0 till:89
bar:1900 from:0 till:67
bar:1910 from:0 till:65
bar:1925 from:0 till:64
bar:1939 from:0 till:58
bar:1950 from:0 till:116
bar:1961 from:0 till:86
bar:1970 from:0 till:119
bar:1972 from:0 till:114
bar:1975 from:0 till:164
bar:1978 from:0 till:276
bar:1981 from:0 till:332
bar:1999 from:0 till:340
bar:2002 from:0 till:323
bar:2008 from:0 till:303
bar:2009 from:0 till:304
bar:2010 from:0 till:313
bar:2011 from:0 till:318
bar:2012 from:0 till:320

PlotData=

bar:1871 at: 97 fontsize:S text:87 shift:(-8,5)
bar:1890 at: 89 fontsize:S text:89 shift:(-10,5)
bar:1900 at: 67 fontsize:S text:67 shift:(-10,5)
bar:1910 at: 65 fontsize:S text:65 shift:(-10,5)
bar:1925 at: 64 fontsize:S text:64 shift:(-10,5)
bar:1939 at: 58 fontsize:S text:58 shift:(-10,5)
bar:1950 at: 116 fontsize:S text:116 shift:(-10,5)
bar:1961 at: 86 fontsize:S text:86 shift:(-10,5)
bar:1970 at: 119 fontsize:S text:119 shift:(-10,5)
bar:1972 at: 114 fontsize:S text:114 shift:(-10,5)
bar:1975 at: 164 fontsize:S text:154 shift:(-10,5)
bar:1978 at: 276 fontsize:S text:276 shift:(-10,5)
bar:1981 at: 332 fontsize:S text:332 shift:(-10,5)
bar:1999 at: 340 fontsize:S text:340 shift:(-10,5)
bar:2002 at: 323 fontsize:S text:323 shift:(-10,5)
bar:2008 at: 303 fontsize:S text:303 shift:(-10,5)
bar:2009 at: 304 fontsize:S text:304 shift:(-10,5)
bar:2010 at: 313 fontsize:S text:313 shift:(-10,5)
bar:2011 at: 318 fontsize:S text:318 shift:(-10,5)
bar:2012 at: 320 fontsize:S text:320 shift:(-10,5)

TextData=

fontsize:S pos:(20,20)
text:

</timeline>

Politik

Ortschaftsrat

Auf der Grundlage des Eingliederungsvertrages von 1972 bildet Ritschweier einen fünfköpfigen Ortschaftsrat, der einen Ortsvorsteher wählt und einen Vertreter in den Weinheimer Stadtrat entsendet. Nach der Ortschaftsratswahl von 2019 setzt sich der Ortschaftsrat wie folgt zusammen:

Sitze
FWV 4
Pro Ritschweier 1

Ortsvorsteher

Derzeitiger Ortsvorsteher ist Karl-Friedrich Kippenhan.

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Blau der silberne lateinische Großbuchstabe R.

Es geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1673. Auf Vorschlag des Generallandesarchivs wurde es 1910 von der Gemeinde angenommen. Die Farben nehmen Bezug auf die kurpfälzischen Wittelsbacher. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die Gemeinde zeitweise ein dreigeteiltes Wappen, das drei Ähren, zwei Äpfel und einen Pflug zeigte. Da es keine amtliche Änderung gab und auch keine Farben festgelegt wurden, kehrte Ritschweier 1960 wieder zum offiziellen Wappen zurück.

Verkehr

Über Kreisstraßen ist Ritschweier an Hohensachsen und somit an die B 3 sowie die A 5 angebunden. Eine Buslinie der zum VRN gehörenden WEBU sowie ein Ruftaxi verbinden Ritschweier über Hohensachsen und Lützelsachsen mit der Weinheimer Innenstadt.

Vereine

  • Obst-, Wein- und Gartenbauverein Hohensachsen-Ritschweier
  • DRK – Ortsverein Hohensachsen-Ritschweier
  • Freiwillige Feuerwehr Weinheim, Abteilung Ritschweier
  • Arbeiterwohlfahrt, Ortsgruppe Lützelsachsen-Hohensachsen und Ritschweier

Literatur

  • Ortschaftsrat Ritschweier (Hrsg.): Handbuch Chronik von Ritschweier und Oberkunzenbach. o. O. 1982.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />