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Technische Kompromittierung

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Ein System, eine Datenbank oder auch nur ein einzelner Datensatz wird als kompromittiert betrachtet, wenn Daten manipuliert sein könnten und wenn der Eigentümer (oder Administrator) des Systems keine Kontrolle über die korrekte Funktionsweise oder den korrekten Inhalt mehr hat, beziehungsweise ein Angreifer ein anderes Ziel der Manipulation erreicht hat.

Begriffserklärung

Unter Angreifer wird hier ein zum Zugriff auf das System nicht berechtigter Nutzer verstanden, der sich jedoch Zugriff verschafft hat. Dabei ist nicht entscheidend, ob der unberechtigte und unkontrollierte Zugriff in missbräuchlicher Absicht oder unabsichtlich geschieht. Wesentlich ist, dass die Integrität der gespeicherten Information nicht mehr gewährleistet werden kann.<ref name="TU Darmstadt"> Was kann passieren wenn mein Passwort kompromittiert wurde?. Artikel über die Folgen eines kompromittierten Passwortes von der Technischen Uni Darmstadt. Abgerufen am 5. November 2013.</ref>

Bei öffentlich zugänglichen Daten kann eine Kompromittierung nur durch (die Möglichkeit einer) Manipulation erfolgen. Bei Daten, die in irgendeiner Weise geheim sind, bedeutet dagegen auch die Möglichkeit, dass ein Angreifer Lesezugriff erhalten hat, bereits eine Kompromittierung, da zuvor geheime Informationen hinterher Dritten zugänglich sein könnten. Die Kompromittierung muss also nicht zwangsläufig die Manipulation von Daten implizieren.


Wenn es einem Angreifer z. B. gelingt, den Schlüssel eines Kryptosystems zu bekommen, ist dieses System kompromittiert, ohne dass der Angreifer Daten geändert hat. Auch ein ausschließlich beobachtender Angreifer kann ein System kompromittieren. Typischerweise tritt dies nach einem Befall durch einen Computervirus<ref>Kaspersky: Cybersöldner schlagen gezielt und zügig zu. In: Heise Security, 27. September 2013. Abgerufen am 5. November 2013.</ref> oder durch einen gezielten Einbruch durch Hacker (bzw. Cracker) auf<ref>Adobe-Hack betrifft mindestens 38 Millionen Accounts. In: Heise Security, 29. Oktober 2013. Abgerufen am 5. November 2013.</ref>. Ein derartig manipuliertes System ist nicht mehr als vertrauenswürdig anzusehen.

Beispiele

Erkennung

Um ein kompromittiertes System zu erkennen, kann man z. B. prüfen:

  • ob Benutzer zu ungewöhnlichen Zeiten angemeldet waren
  • ob es Logins von ungewöhnlichen Systemen aus gab
  • ob sich Benutzer angemeldet haben, die sich normalerweise nicht auf dem System anmelden
  • ob ungewöhnlich viel Rechenzeit verbraucht wurde
  • ob Programme laufen, die normalerweise nicht auf dem System laufen
  • ob ungewöhnliche Neustarts (in der Anzahl oder bei der Uhrzeit) des Systems oder von Diensten zu verzeichnen waren
  • ob Programme unter ungewöhnlichen Benutzern/Rechten laufen<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Suche nach Hinweisen auf Kompromittierung am Beispiel von UNIX / Linux (Memento vom 13. Mai 2010 im Internet Archive). Abgerufen am 8. November 2013.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Suche nach Hinweisen auf Kompromittierung am Windows-Beispiel (Memento vom 22. Mai 2010 im Internet Archive). Abgerufen am 8. November 2013.</ref>

Einzelnachweise

<references />