Bipa
| BIPA Parfumerien Gesellschaft m.b.H.
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Bipa Logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1980<ref>Bipa feiert Geburtstag. In: Vorarlberger Nachrichten. 20. Mai 2005.</ref> |
| Sitz | Wiener Neudorf, Datei:Flag of Austria.svg Österreich |
| Leitung | Markus Geyer |
| Mitarbeiterzahl | ca. 4000<ref name=":2" /> |
| Branche | Einzelhandel |
| Website | www.bipa.at |
Bipa (Eigenschreibweise in Großbuchstaben) ist ein österreichisches Unternehmen mit Sitz in Wiener Neudorf.<ref>Verena Kainrath: Drogeriekette Bipa pflegt nach Krise ihre Wunden. In: Der Standard. 29. Juni 2017, S. 26.</ref> Es betreibt rund 600 Filialen und zählt damit zu den größten Drogeriefachhändlern Österreichs.<ref>Überdurchschnittliches Wachstum beim Drogerie- und Parfumeriehandel. In: Handelszeitung. 28. September 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Dezember 2017; abgerufen am 1. Oktober 2017.</ref> Bipa wurde Anfang der 1980er Jahre von Karl Wlaschek als Schwestergesellschaft von Billa gegründet.<ref>Georg Wailand: Billa feiert den 50. Geburtstag. In: Neue Kronen-Zeitung. 6. September 2003, S. 10.</ref> 1996 erwarb die Rewe Group das Unternehmen,<ref>Rewe-Konzern kauft größte Handelskette Österreichs. Als Kaufpreis werden zwei Milliarden Mark genannt Köln. In: Bonner General-Anzeiger. 18. Juli 1996, S. 16.</ref> heute ist Bipa ein Geschäftsbereich von Rewe International.<ref>Geschäftsbereiche. Rewe International, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Dezember 2017; abgerufen am 1. Oktober 2017.</ref>
Geschichte
1953 eröffnete Karl Wlaschek seine erste Drogerie. Später dehnte er das Sortiment auf Lebensmittel aus. In den 1960er und 1970er Jahren entwickelte sich Billa (für „billiger Laden“) zu einem florierenden Einzelhandelsunternehmen.<ref name=":0">Billa: Wie ein Barpianist den größten Handelskonzern der Alpenrepublik formierte. In: Handelsblatt. 18. Juli 1996, S. 12.</ref> Um das Geschäft zu diversifizieren und die Konkurrenz auf Abstand zu halten,<ref>Ewiger Kampf um Revier und Regal. In: Kleine Zeitung. 13. April 2008, S. 28.</ref> gründete Wlaschek schließlich Anfang der 1980er Jahre die Drogeriekette Bipa (für „billige Parfümerien“).<ref>Austria Presse Agentur: 50 Jahre Billa – Rewe machte noch mehr daraus. Chronologie. 5. September 2003.</ref> Sie war mit Billa, Merkur, Libro und anderen Handelsfirmen Teil der sogenannten BML-Holding.<ref>Die Erfolgsgeschichte – Billa. In: Niederösterreichische Nachrichten. 15. Dezember 2003, S. 26.</ref> Die erste Filiale richtete man in der Goldschmiedgasse im 1. Wiener Bezirk ein.<ref name=":1">Austria Presse Agentur: 25 Jahre: Bipa feiert Geburtstag. 28. April 2005.</ref> Das Sortiment umfasste Produkte aus allen Bereichen der Drogerie und Parfümerie. 1988 dehnte Bipa mit dem Start der Fotoshops sein Angebot auf Dienstleistungen aus.<ref name=":1" />
Ein geändertes Konsumverhalten führte in den 1990er Jahren zu einem strukturellen Wandel der Branche,<ref>Auftrieb durch die Biowelle. Drogerien orten durch geändertes Konsumentenverhalten Überlebenschancen. In: Oberösterreichische Nachrichten. 11. Februar 1993, S. 9.</ref> dazu kam die Öffnung der Märkte nach Osteuropa.<ref>Im- und Exportläden guter Hoffnung. In: Die Tageszeitung. 18. Oktober 1990, S. 22 (Ausgabe Berlin).</ref> Mitte der 1990er Jahre beherrschten Bipa, die dm-Drogerien und Schlecker drei Viertel des Marktes.<ref>Elisabeth Sladek: Schlecker, Bipa und dm beherrschen 75 Prozent des Marktes. In: WirtschaftsBlatt. 13. Juli 1996, S. 1.</ref> Zur Sicherung seines Lebenswerks verkaufte Wlaschek 1996 große Teile seines Unternehmens an die Rewe Group.<ref name=":0" /> Davon war neben den Billa-, Emma-, Merkur- und Mondo-Läden auch Bipa betroffen.<ref>Billa an deutsche Rewe verkauft. In: Oberoesterreichische Nachrichten. 17. Juli 1996.</ref> Der deutsche Konzern stellte sich durch die Akquisition von Bipa und Co. internationaler auf.<ref>Rewe: Vom Rhein bis zur Donau. Der Billa-Konzern fügt sich gut in das Bild des expandierenden deutschen Handelsriesen. In: WirtschaftsBlatt. 18. Juli 1996, S. 6.</ref> Gleichzeitig setzte das Unternehmen seinen Expansionskurs in Österreich fort: 1997 begann die Eröffnung 100 zusätzlicher Filialen. Außerdem brachte Bipa die ersten Eigenmarken in den Verkauf.<ref>Eva Gabriel: Rewe macht Dampf: Bipa eröffnet 100 neue Filialen. Die Parfümerie-Kette Bipa wird im Juli eine Eigenmarke auf den Markt bringen. In: WirtschaftsBlatt. 25. Juni 1997, S. 1.</ref>
Parallel zu Billa baute Bipa um die Jahrtausendwende sein E-Commerce-Geschäft auf.<ref>Austria Presse Agentur: Einfach und sicher einkaufen im Online-Shop von Bipa. 7. Mai 2001.</ref> Während das Unternehmen 1999 erstmals mehr Standorte als die dm-Drogerien hatte, überschritt es 2004 die Marke von 500 Filialen.<ref>Bipa baut auf neue Läden. In: Neue Kronen-Zeitung. 20. Mai 2004, S. 6.</ref> Aus diesem Anlass öffnete im Wiener Einkaufszentrum Ringstraßen-Galerien ein Flagshipstore mit über 400 Quadratmetern Verkaufsfläche und einem erweiterten Sortiment. Er sollte als Vorbild für andere Läden dienen.<ref>Bipa startet mit neuem Konzept. In: Format. 30. April 2004, S. 31.</ref> Tatsächlich wurde beispielsweise die Textilreinigung in vielen anderen Bipa-Filialen übernommen.<ref>Michaela Lexa: Drogeriekette: Bipa weitet Angebot um Putzerei-Service aus. In: WirtschaftsBlatt. 10. Dezember 2004, S. 14.</ref><ref>Vergil Siegl: Bipa startet ins Putzerei-Geschäft. In: Kurier. 10. Dezember 2004, S. 21.</ref> Neben dem Ausbau der Präsenz in Österreich expandierte Bipa ab 2004 nach Italien, testweise auch nach Deutschland.<ref>Bipa testet Markteinstieg in Italien. In: Dolomiten. 25. November 2004, S. 5.</ref><ref>Thomas Pressberger: Rewe plant, Bipa in Deutschland zu lancieren. In: WirtschaftsBlatt. 27. Dezember 2010, S. 4.</ref> In Italien entwickelte sich Bipa neben Penny zum wichtigen Wachstumstreiber für den Konzern.<ref>Christoph Schlautmann: Rewe will in Italien mit Penny und Bipa wachsen. In: Handelsblatt. 26. Mai 2006.</ref>
2007 startete Bipa in Kroatien.<ref>Tamara Depolo: Bipa startet mit fünf Filialen in Kroatien. In: WirtschaftsBlatt. 26. März 2007, S. 11.</ref> Im selben Jahr fand eine umfassende Modernisierung von Aufbau und Aussehen der Drogeriekette statt.<ref>Barbara Schumy: Rewe Austria stylt Drogerie-Kette Bipa neu. Handel: Filialen werden für mehrere Millionen Euro erneuert. In: WirtschaftsBlatt. 15. Juni 2007, S. 6.</ref> Damit einher ging die energetische Sanierung vieler Filialen.<ref>Simone Hoepke: Bipa schraubt Energieaufwand runter. In: Kurier. 2. Dezember 2009, S. 11.</ref><ref>Melanie Manner: Bipa-Vorzeigefiliale in Wien spart Energiekosten ein. In: WirtschaftsBlatt. 18. Februar 2010, S. 15.</ref> Anlässlich des dreißigjährigen Bestehens von Bipa intensivierte das Unternehmen sein soziales Engagement: 2010 kündigte man an, Schulprojekte mit einer halben Million Euro zu fördern.<ref>Bipa fördert Schulprojekte. In: Salzburger Nachrichten. 29. Oktober 2010, S. 21.</ref> 2013 führte Bipa als einer der ersten Einzelhändler die Bezahlung per Handy ein.<ref>Mobilfunker und Bipa testen das Handy als Geldbörse. In: Kurier. 26. Januar 2013, S. 12.</ref> Ungeachtet solcher Innovationen machten der preisgetriebene Wettbewerb und die Renovierung der Filialen dem Unternehmen zu schaffen. In den Jahren 2013 und 2014 brach der Gewinn ein.<ref>Thomas Pressberger: Bipa: Renovierung lässt Gewinn schmelzen. In: WirtschaftsBlatt. 20. Oktober 2014, S. 5.</ref> Der Trend wurde 2015 umgekehrt, insbesondere durch Zuwächse im E-Commerce.<ref>Austria Presse Agentur: Bipa-Online-Shop schreibt seit kurzem Gewinne – Zenit bei Filialen. 22. April 2015.</ref>
Dennoch hatte Bipa seine Position als Marktführer zwischenzeitlich an die dm-Drogerien verloren. Dies war einer der Gründe für personelle Veränderungen an der Spitze des Unternehmens.<ref>Der Drogeriekette Bipa gehen die Chefs aus. In: Salzburger Nachrichten. 19. November 2016, S. 20.</ref><ref>Einzelhandel: Bipa gehen die Chefs aus. In: Kurier. 18. November 2016, abgerufen am 1. Oktober 2017.</ref> Um weiter gegen die Konkurrenz bestehen zu können, senkte Bipa im Jahr 2016 die Preise für tausende Produkte und passte sein Sortiment an die Wünsche der Kundschaft an.<ref>Rewe krempelt Bipa in Österreich kräftig um. Billigere Preise bei Bipa, um mithalten zu können. In: Neues Volksblatt. 6. April 2017.</ref> Während die Parfümerie reduziert wurde, baute man das Angebot an Lebensmitteln aus. Seitdem stehen bei Bipa mehr gesunde Produkte wie Müsli in den Regalen.<ref>Christian Novacek: Bipa duftet gut und schmeckt gesund. In: Medianet. 21. April 2017, S. 58.</ref> Auch Kosmetik und Pflegeprodukte erhielten mehr Raum.<ref>Verena Kainrath: Drogeriekette Bipa pflegt nach Krise ihre Wunden. In: Der Standard. 29. Juni 2017, S. 16.</ref> Des Weiteren wurde 2017 abermals ein Relaunch gestartet, sowohl in den Filialen als auch im Werbeauftritt.<ref>Neuer Anstrich für Bipa. In: Kurier. 29. Juni 2017, S. 9.</ref> Seitdem kommen verstärkt sanfte Farben, natürliche Materialien und warmes Licht in Bipa-Drogerien zum Einsatz.<ref>Bipa: Neuer Shop-Look. In: Medianet. 14. April 2017, S. 68.</ref><ref>Sanfte Farbtöne, Naturmaterialien, warme Lichtgestaltung. In: Kronen Zeitung. 12. November 2016, S. 20.</ref>
Struktur
Bipa ist eine Vertriebslinie der Rewe Group.<ref>Vertriebslinien: Bipa. Rewe Group, abgerufen am 1. Oktober 2017.</ref> Das Unternehmen ist als Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach österreichischem Recht organisiert.<ref>Impressum auf bipa.at</ref> Es gehört zum Konsolidierungskreis des Konzerns.<ref>Übersicht über den Anteilsbesitz der Konzern- und sonstigen Beteiligungsunternehmen zum 31. Dezember 2016. In: Geschäftsbericht 2016. Rewe Group, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Dezember 2017; abgerufen am 1. Oktober 2017.</ref> Bipa beschäftigte 2017 rund 4000 Mitarbeiter,<ref name=":2">Unternehmen. Bipa, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Oktober 2017; abgerufen am 1. Oktober 2017.</ref> die am Gewinn beteiligt sind.<ref>Mehr Bildung und Geld für Bipa-Mitarbeiter. In: Der Standard. 9. Februar 2008, S. 43.</ref> 2008 wurde dem Unternehmen für seine Tätigkeit als Lehrbetrieb das Österreichische Staatswappen verliehen.<ref>Bipa prämiert. In: Medianet. 14. Februar 2008, S. 19.</ref><ref>Staatswappen für Bipa. In: Vorarlberger Nachrichten. 14. Februar 2008, S. 1.</ref>
Das Sortiment umfasst 15.000 Produkte, die in derzeit rund 600 Filialen angeboten werden. Nach eigenen Angaben verfügt Bipa über rund 3,3 Millionen Stammkunden.<ref name=":2" /> Für sie bietet das Unternehmen eine Kundenkarte an, mit der sie für jeden Einkauf Punkte sammeln und diese in Prämien und Geschenke umtauschen können.<ref>Jutta Maucher: Bipa: Zwei Millionen treue Kunden nützen Vorteile. In: Medianet. 8. März 2006, S. 19.</ref> Neben dem stationären ist der elektronische Handel ein wichtiges Standbein des Unternehmens. Dieser unterstützt verschiedene Zahlungsmethoden und ermöglicht sowohl die Lieferung frei Haus als auch die Abholung in einer Filiale.<ref>Bipa Onlineshop: Selbstabholung am selben Tag. In: Handelszeitung. 27. November 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Dezember 2017; abgerufen am 1. Oktober 2017.</ref> Seit 2015 ist der Onlineshop von Bipa barrierefrei.<ref>Barrierefreies Shopping-Erlebnis. In: Medianet. 4. Dezember 2015, S. 47.</ref>
Aufgrund der verstärkten internationalen Expansion, ab 2026 auch nach Rumänien,<ref>BIPA expandiert nach Rumänien</ref> wird 2025 die neue Organisationseinheit Bipa International aufgebaut, deren Leitung Markus Geyer zum 1. September 2025 zusätzlich zu seiner bisherigen Position übernimmt.<ref>REWE Group stellt Führungsmannschaften bei toom Baumarkt, REWE Region Nord und BIPA neu auf</ref>
Kritik
1998 prozessierte der Österreichische Drogistenverband gegen das Unternehmen aufgrund unlauteren Wettbewerbs. Das Landesgericht Wiener Neustadt untersagte Bipa, sich als „Drogeriekette“ oder „Drogist“ zu bezeichnen. Die Begriffe wurden in Werbeaussendungen verwendet, obwohl man zum damaligen Zeitpunkt den vorgeschriebenen Befähigungsnachweis für dieses Gewerbe nicht vorweisen konnte. Der Verband betrachtete dies als Irreführung von Konsumenten.<ref>Gabriela Schnabel: Drogistenverband gewinnt Klage gegen Bipa. In: WirtschaftsBlatt. 10. Februar 1998, S. 1.</ref>
1998/1999 geriet Bipa in einen Konflikt mit der Gewerkschaft der Privatangestellten. Dem Unternehmen wurde abermals unlauterer Wettbewerb vorgeworfen, weil die beiden Filialen am Franz-Josefs-Bahnhof und am Praterstern in Wien an Sonntagen sämtliche Waren anboten, obwohl eigentlich nur der Verkauf von Reisetoiletteartikeln erlaubt war. Bipa bedauerte dieses Vorgehen und sagte zu, sich an allen Standorten an die gesetzlichen Vorgaben zu halten.<ref>Evelyn Holley-Spiess: Gewerkschaft schießt sich auf Bipa ein. In: WirtschaftsBlatt. 23. Juli 1999, S. 3.</ref>
2008 äußerte sich die Arbeiterkammer kritisch über die Kundenkarte des Unternehmens. Ein Preisvergleich ergab, dass knapp 20 Prozent der Sonderangebote teurer als bei anderen Drogerien waren. Bipa wies die Vorwürfe unter Verweis auf seine Bestpreisgarantie zurück.<ref>Austria Presse Agentur: Arbeiterkammer rät Bipa-Card-Kunden zum Preisvergleich. 29. Oktober 2008.</ref>
Weblinks
- Offizielle Website von Bipa
Einzelnachweise
<references responsive />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:österreichbezogen
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Logoeinbindung
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Drogeriemarkt
- Unternehmensgründung 1980
- Österreichischer Staatswappenträger
- Rewe-Unternehmen
- Unternehmen (Wiener Neudorf)
- Einzelhandelsunternehmen (Österreich)