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Das Andere Heimatmuseum

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Das Andere Heimatmuseum wurde 1996 in Schloss Lind, in Sankt Marein bei Neumarkt in Österreich gegründet. Es widmet sich der jüngeren Zeitgeschichte und will dabei auch verdrängte Aspekte der österreichischen Identität darstellen. So ist in den Ausstellungen unter anderem ein Erinnerungsmal für das im Schloss untergebrachte KZ-Außenlager enthalten. Das Außenlager wurde wie das im Stift St. Lambrecht von SS-Obersturmbannführer Hubert Erhart verwaltet und unterstand ab Juni 1942 organisatorisch dem Konzentrationslager Dachau und ab dem 20. November des gleichen Jahres dem KZ Mauthausen.<ref>Albert Knoll: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Band 2. C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52962-3, S. 487 f.</ref> Das Museum wurde initiiert von dem Künstler Aramis, der von 1994 bis 2010 in dem restaurierungsbedürftigen Schloss lebte, und dort seine Kunstinstallationen im Zusammenhang mit dem Ausstellungskonzept zeigte.

Seit 2011 wird das Museum von Britta Sievers und Andreas Staudinger als Zentrum für Erinnerungskunst und ortspezifische Kunst weitergeführt.

Auf rund zweitausend Quadratmetern umfasst das ANDERE heimatmuseum – ein Hybrid aus Gesamtkunstwerk, Museum und Ge/denkort – die Dauerausstellung „das eigene & das fremde“, die Gedenkstätte zur Geschichte des Mauthausen-Nebenlagers, Räume mit assoziativen Installationen und Environments von Aramis, die Große Galerie, die Prälatengalerie, die Felsenkellergalerie, den Konzert- und Performance-Saal und vier Bibliotheken. Im Areal rund um Schloss Lind befindet sich der frei zugängliche Schlosspark mit Installationen und den 14 Parkgalerien (dem Immersiven Observatorium, dem Windpavillon, der Kapelle, dem Mühlenhaus, dem natur/lab/oratorium, der Saustall-, der Glashaus-, der Brechlstadl- und fünf Turmgalerien).

In den Sommermonaten finden darüber hinaus Literatur-, Theater und Musikprojekte, Performances des GEHmuSEHums, sowie Sonderausstellungen statt.

Namensgebung und Ausstellungskonzept

Das Andere Heimatmuseum erzählt nicht nostalgische oder romantisch verklärte Geschichten vom Landleben, sondern zeigt, Zitat: Die heimatliche Schattseite mit den braunen Flecken im Schnee von gestern. Dabei wird in der Präsentation auf modische, architektonisch ausufernde Elemente weitgehend verzichtet. Die historischen Objekte werden nicht in Beton-, Stahl- oder Glaskonstruktionen isoliert, sondern stehen dem Betrachter ungeschützt gegenüber. Das nur innen renovierte Schloss gibt den passenden Rahmen, um das künstlerische Anliegen unmittelbar auf den Besucher wirken zu lassen.

Position und Abgrenzungen

„Anderes Heimatmuseum“ meint auch ein kritisches (unterscheidendes) Verhältnis zu anderen gegenwärtigen offiziellen Auffassungen über die Rezeption von Heimat, wie z. B. Europa der Regionen, Regionale Identität, Heimatwerbung, Naturpark. Hierzu werden verschiedene Formen der Annäherung gewählt. Sonderausstellungen mit Publikationen, Theater, Konzerten, Tanz, Lesungen, Filmen und Seminaren ergänzen die Grundinstallation und zeigen neue Aspekte auf.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 47° 3′ 20,2″ N, 14° 25′ 32,6″ O

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