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Raumvorteil

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Vorlage:Hinweisbaustein Wenn beim Schachspiel einer der Spieler einen größeren Teil des Schachbretts als sein Gegner kontrolliert, und daher auch mehr Raum (mehr Felder) zum Manövrieren für die Figuren zur Verfügung hat, so besitzt er Raumvorteil. Raumvorteil ist ein Indiz dafür, dass sein Inhaber auch Stellungsvorteil an sich hat, aber dies ist nicht immer der Fall. Viele Eröffnungen, vor allem solche von Schwarz, laufen darauf hinaus, dem Gegner zunächst Raumvorteil zu überlassen und seine vorgerückten Steine dann anzugreifen. Umgekehrt gibt es aber auch Eröffnungen, in denen sogar eine Figur geopfert wird, um Raumvorteil zu erlangen.

Raumvorteil wird in Eröffnung und Mittelspiel großteils von der Bauernstruktur bestimmt, im Endspiel kann aber auch die Position der Figuren, insbesondere der Könige, den Ausschlag geben.

Beispiel

Die weit vorgerückten Bauern sichern Raumvorteil. Weiß steht beweglicher und kann daher besser als Schwarz mit seinen Figuren agieren.

Partiebeispiele, in denen Raumvorteil eine entscheidende Rolle spielte

Aaron Nimzowitsch -
Arthur Hakansson
Kristianstad, 1922
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Schwarz ist auf verlorenem Posten





Das ist eines der erdrückendsten Beispiele für Raumvorteil in einer realen Schachpartie. Schwarz ist an die Wand gedrückt, die Dame eingesperrt. Seine Versuche, die Stellung noch zu konsolidieren, führten nur zu einer schnellen taktischen Lösung:

23. … Se7–f5
24. Sb1–c3 Lf8–e7
25. Sc3xd5 Sf5xd4
26. Sf3xd4 e6xd5
27. Dg4xd7+ Sb8xd7
28. Sd4–e6#
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Weiß zieht und realisiert entscheidenden Vorteil

Weiß hat in dieser scheinbar völlig blockierten Stellung mit drei Bauern die Mittellinie überschritten und dadurch deutlichen Raumvorteil. Das allein würde nicht unbedingt zum Sieg in der Partie reichen. Doch hier kommt erschwerend für Schwarz der Doppelbauer in der e-Linie hinzu, der einerseits den Lg7 auf alle Zeiten lebendig einsperrt und andererseits keine Hilfe für die Damenflügelbauern ist, auf die die weiße Batterie Le3/Df2 zielt. Durch diese Vorteile vermag Weiß einen Durchbruch vorzutragen:

34. b3–b4!

Spielt Schwarz nun 34. … c5xb4, so wird ihn nach 35. Le3xb6 die weiße Bauernwalze c4/d5 überrennen. Andererseits wäre jeder Tausch des Bb4, der die b-Linie für die weißen Türme öffnet, ebenfalls tödlich. Also bleibt nur:

34. … a5xb4
35. a4–a5!

Wenn nun nach Schlagen auf a5 der Punkt c5 fällt, ist wiederum der Bauer c4 frei. Schwarz versuchte daher:

35. … Ta8–c8, doch nach
36. a5xb6 Dd6xb6
37. Df2–a2 Le8–d7
38. Da2–a7

drang Bronstein in die schwarze Stellung ein und gewann die Partie. Ohne den Raumvorteil wäre das nicht erfolgversprechend gewesen.