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Wernher von Quistorp

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Wernher von Quistorp (* 29. Dezember 1856 auf Gut Crenzow, Kreis Greifswald; † 23. Juli 1908 ebenda) war ein deutscher Gutsbesitzer und Politiker in Preußen. Er war der Großvater und Namensgeber des Raumfahrtpioniers Wernher von Braun.

Familie

Datei:Rubkow church 06 2014 009.JPG
Grabsteine von Wernher und Marie von Quistorp, heute in der Kirche von Rubkow aufgerichtet

Die Quistorps waren im 17. und 18. Jahrhundert eine Gelehrtenfamilie in Rostock und Greifswald. Dr. phil. Johann Quistorp aus dem mittleren Ast Greifswald wurde 1782 in den Reichsadelsstand erhoben. Wernher war der Sohn des Gutsbesitzers August von Quistorp (1822–1877), Gutsherr auf Crenzow und Zarrentin (heute Ortsteile von Rubkow, Landkreis Vorpommern-Greifswald), Bauer und Wehrland (heute Ortsteile von Zemitz, Landkreis Vorpommern-Greifswald), und der Emmy Flügge (1831–1901).

Quistorp heiratete am 21. Mai 1885 auf Gut Klanin (Westpreußen) Marie von Below (* 8. Juli 1861 auf Gut Rutzau, Landkreis Putzig, Pommerellen; † 20. Februar 1903 in Palermo, Sizilien), Tochter des Gustav von Below (1821–1871), Besitzers der Güter Rutzau und Schlatau, und dessen Ehefrau Eleonore Melitta Behrend.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser 1902. Jg. 3, Justus Perthes, Gotha 1901, S. 79. (Digitalisat)</ref>

Die gemeinsame Tochter Emmy kam am 3. November 1886 auf Gut Crenzow zur Welt († 27. Dezember 1959 in München). Emmy von Quistorp heiratete am 12. Juli 1910 den Gutsbesitzer und späteren Reichsminister Magnus Freiherrn von Braun. Beide waren die Eltern des Raketentechnikers Wernher Freiherrn von Braun. Am 13. August 1892 wurde auf Gut Crenzow der gemeinsame Sohn Alexander von Quistorp geboren. Dessen Tochter Maria Luise (* 10. Juni 1928 in Berlin; † 20. Januar 2025 in Alexandria, Virginia)<ref>Maria von Braun, wife of Dr. Wernher von Braun, has passed away. Huntsville Business Journal, 10. Februar 2025, abgerufen am 19. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wiederum war mit ihrem Cousin Wernher von Braun verheiratet.

Leben

Wernher von Quistorp war am Gymnasium in Treptow a. R.<ref>G. G. Winkel: Biografisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1821 – 1928. Hrsg.: Corps Borussia. Biografien. 1878, Nr. 616. Selbstverlag. Druck Wailandt AG, Aschaffenburg 1928, S. 189 (Digitalisat).</ref> Dann begann er an der Georg-August-Universität und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Rechts- und Staatswissenschaften zu studieren. Er wurde im Corps Saxonia Göttingen (1877) und im Corps Borussia Bonn (1878) recipiert.<ref>Kösener Korpslisten von 1798 bis 1910, Hrsg. Karl Rügemer, Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 85/322, 19/520.</ref> Als Inaktiver wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Nach den Examen trat er in den preußischen Staatsdienst; er widmete sich jedoch bald ausschließlich der Bewirtschaftung seines Ritterguts. Er war Rittmeister, Gutsherr auf Crenzow und Zarrentin und Ehrenritter des Johanniterordens.

Er war von 1894 bis 1905 Abgeordneter des Preußischen Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis Grimmen-Greifswald. Im Jahre 1904 wurde er auf Präsentation des alten und des befestigten Grundbesitzes im Landschaftsbezirk Neuvorpommern und Rügen in das Preußische Herrenhaus berufen.<REF NAME=HDBH>E. David (Hrsg.): Handbuch für das Preußische Herrenhaus. Carl Heymanns Verlag, Berlin 1911, S. 245. (Digitalisat).</REF> Er war Mitglied des Kreistages, des Bezirksausschusses und der Landwirtschaftskammer. Darüber hinaus war er Vorsitzender der Pommerschen Landesgenossenschaftskasse und des Anklamer Ein- und Verkaufsvereins.<ref>Mann, Bernhard (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867–1918. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 3, Droste Verlag, Düsseldorf 1988, S. 309.</ref><ref>Vgl. zu den Wahlergebnissen: Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten, In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6, Droste, Düsseldorf 1994, S. 267–270. ISBN 3-7700-5182-3.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser B (Briefadel), Band II, Band 12 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1956, S. 333. ISSN 0435-2408
  • Bernd Jordan, Johannes Friedrich Weise: Dr. jur. Wernher von Quistorp (1856–1908), in: Beiträge zur Lassaner Heimatgeschichte, Band 7 (2003). Lassan 2003, S. 42–43.
  • Klaus Berge, Bernd Jordan: Güter, Herrenhäuser und Familien um Lassan (Beiträge zur Lassaner Heimatgeschichte 2007). IG Heimatgeschichte e. V., Lassan 2007.
  • Achim v. Quistorp, Albrecht v. Quistorp: Beiträge zur Genealogie und Geschichte der Familie Quistorp, Books on Demond, Hamburg 19. November 2006, Norderstedt 2006, S. 263–269.

Weblinks

Commons: Wernher von Quistorp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Mitglieder des Preußischen Herrenhauses für den Landschaftsbezirk Neuvorpommern und Rügen Vorlage:Hinweisbaustein