Quadrennial Defense Review
Die Quadrennial Defense Review (QDR)<ref></ref><ref name=":0">Quadrennial Defense Review: Future Reviews Can Benefit from Better Analysis and Changes in Timing and Scope. U.S. Government Accountability Office (GAO), 2002, abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref></ref><ref>Jeffrey D. Brake: Quadrennial Defense Review (QDR): Background, Process, and Issues (CRS RS20771). In: Defense Technical Information Center. 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Februar 2025; abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> war das zentrale und öffentliche (unclassified) Strategiepapier bzw. die Artikulation der Verteidigungsstrategie des US-Verteidigungsministeriums von 1997 bis 2014. QDR erschien alle vier Jahre und wurde durch Section 923 des National Defense Authorization Act for FY1997 (Public Law 104-201<ref>Public Law 104 - 201 - National Defense Authorization Act for Fiscal Year 1997. In: GovInfo. 1996, abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) ermöglicht.<ref name=":0" />
Es gab mehrere Iterationen des Dokuments. Das letzte QDR wurde 2014 veröffentlicht und ging ab 2018 in der National Defense Strategy (NDS) auf.
Geschichte
Nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem Ende des Kalten Krieges Anfang der 1990er Jahre sahen die USA die Notwendigkeit, ihre Verteidigungsstrategie neu auszurichten. Eine der Studien, die diesem Ziel dienen sollte, war die im März 1993 von US-Verteidigungsminister Les Aspin in Auftrag gegebene Bottom-up Review.<ref>The Legacy of the Bottom-Up Review. In: Air & Space Forces Magazine. 2003, abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref></ref> Die im Herbst desselben Jahres vorgestellten Resultate enthielten aber nach Meinung von Kritikern kein überzeugendes zukünftiges Verteidigungskonzept und waren nicht mit den geplanten Kürzungen des Verteidigungshaushalts in Einklang zu bringen.
Daraufhin beauftragte der US-Kongress 1994 die Commission on Roles and Missions (CORM) mit einer Analyse. Der am 24. Mai 1995 veröffentlichte Bericht<ref></ref> der Kommission konnte aber ebenfalls keine umfassende Militärstrategie im Hinblick auf die neue Sicherheitslage bieten. Gleichwohl befürworteten Militärführung und Kongress den Vorschlag der CORM, alle vier Jahre eine Untersuchung zur zukünftigen Militärstrategie vorzunehmen.
Dies wurde zur gesetzlichen Pflicht, zunächst im Rahmen der Verteidigungsgesetzgebung für das Haushaltsjahr (FY) 1997,<ref name="NDAA97-923">Floyd Spence: Text - H.R.3230 - 104th Congress (1995-1996): National Defense Authorization Act for Fiscal Year 1997. 23. September 1996, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> später dann als Bundesgesetz (U.S.C.).<ref name=":1">10 U.S. Code § 118a - Quadrennial quality of life review. Abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Seit 1997 waren der US-Verteidigungsminister (siehe auch Pentagon) gesetzlich dazu verpflichtet, alle vier Jahre eine QDR (im Gesetzestext: „quadrennial quality of life review“<ref name=":1" />) durchzuführen, die die folgenden 20 Jahre abdeckt, und die Ergebnisse in einem Bericht für den Kongress festzuhalten. Auch wenn die Vorschläge für die Regierung nicht bindend sind, war der QDR-Bericht neben der National Security Strategy (NSS) u. a. eine der wichtigsten Grundlagen für die mittel- und längerfristige Militärplanung der USA.
Zur Überprüfung des QDR wurde außerdem ein National Defense Panel (NDP) eingerichtet. Die QDR erfolgte in Abstimmung mit dem Chairman of the Joint Chiefs of Staff (CJCS). Der Verteidigungsminister wurde außerdem verpflichtet, nach Abschluss der Untersuchung einen Bericht über die QDR anzufertigen und dem Streitkräfteausschuss des Senats und des Repräsentantenhauses zukommen zu lassen.
Der Bericht zur QDR 1997 sollte bis zum 15. Mai desselben Jahres übermittelt worden sein.<ref name="NDAA97-923" /> 2001 lief die Frist am 30. September ab. Seit dem Haushaltsjahr 2003 gilt ein neuer Stichtag.<ref>Bob Stump: Text - H.R.4546 - 107th Congress (2001-2002): Bob Stump National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2003. 2. Dezember 2002, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> Der Bericht sollte von nun an im Jahr nach der Untersuchung vorgestellt werden, aber noch bevor der US-Präsident seinen Haushaltsentwurf dem Kongress übermittelt, also vor dem 6. Februar eines Jahres.<ref name="USCode31-1105">31 U.S. Code § 1105 - Budget contents and submission to Congress. Abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Inhalte
QDR war das Schlüsseldokument des Pentagon und diente zur öffentlichen Kommunikation der nationalen Sicherheitslage, Verteidigungsplanung, der Struktur der Streitkräfte, der Infrastruktur, des Budgets und anderer Bestandteile des Verteidigungsprogramms der USA im Hinblick auf eine nationale Verteidigungsstrategie.
Übersicht Quadrennial Defense Reviews
Das QDR wurde in den Jahren 1997, 2001, 2006, 2010 und 2014 veröffentlicht.<ref>Quadrennial Defense Review. In: Historical Office | Office of the Secretary of War. Abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Section 941 des National Defense Authorization Act for FY2017 (Public Law 114-328) ersetzte die QDR durch die National Defense Strategy (NDS).
Die letzte QDR erschien 2014 und die erste NDS erschien 2018.
QDR 1997
Der Mitte Mai 1997 von William Cohen präsentierte Bericht zur Quadrennial Defense Review 1997<ref name="QDR97">Report of the Quadrennial Defense Review. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Juli 2019; abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> enthielt viele Aspekte der Bottom-up Review von 1993, so die Fähigkeit der US-Streitkräfte zwei regionale Kriege gleichzeitig zu führen und die Reduzierung der Truppenstärke, betonte aber auch neue Bedrohungen, wie die Proliferation von Massenvernichtungswaffen aufgrund des Zerfalls der Sowjetunion und den damit unmittelbar verbundenen Gefahren aufgrund des großen Atomarsenals in der Übergangsphase des Landes, Drogenhandel und organisierte Kriminalität.
QDR 2001
Die QDR 2001 stand kurz vor dem Abschluss, als die Terroranschläge des 11. September die Sicherheitslage der USA grundlegend änderten. Siehe auch die National Security Strategy 2002. In den knapp drei Wochen bis zur Übergabe des Berichts konnten nur hastige Änderungen vorgenommen werden. Die Verteidigung des Heimatlandes erhielt nun oberste Priorität vor dem ursprünglich ausgearbeiteten 4-2-1-Konzept. Das heißt: Bedrohungen abwehren in den vier kritischen Regionen Europa, Nordostasien (mit Japan, Südkorea), dem pazifischen Raum und dem Nahen und Mittleren Osten (Irak, Afghanistan), in zwei größeren Auseinandersetzungen gleichzeitig zu kämpfen und eine davon zu gewinnen. Mit der Inneren Sicherheit an erster Stelle wurde daraus dann die 1-4-2-1-Strategie. Die politische Realität des Irakkrieges ließ 4-2-1 allerdings an planloser Rüstung und personeller Unterbesetzung scheitern.
QDR 2005 (QDR 2006)
Die QDR 2005 (wegen des Veröffentlichungsdatums ihres Berichts auch „QDR 2006“ genannt) stand ganz im Zeichen des Kriegs gegen den Terror,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />US sets its sights on asymmetric warfare ( des Vorlage:IconExternal vom 9. Juni 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Artikel zum QDR 2005 in der Asia Times, 26. Januar 2006.</ref> der als langer Krieg (long war) bezeichnet wird. Als drängendste Herausforderungen sind die Zerschlagung terroristischer Netzwerke und die Verteidigung des Heimatlandes genannt. Um auf zukünftig häufiger zu erwartende irreguläre Kriegführung, wie Terroranschläge und Aufstände, besser reagieren zu können, soll unter anderem die Personalstärke der klassischen Truppenteile bis 2011 weiter schrumpfen, während die militärischen Spezialeinheiten um 15 Prozent aufgestockt werden sollen. Die Reservestreitkräfte sollen nicht länger vorwiegend als strategische Reserve betrachtet werden, sondern flexibler in jeweils aktuellen Konflikten eingesetzt werden können.
QDR 2010
Die QDR 2010 betonte die Anpassung der US-Militärstrategien an die sich wandelnden globalen Bedrohungen, wobei der Fokus auf Aufstandsbekämpfung, Nachhaltigkeit der Freiwilligenarmee und der Förderung globaler Partnerschaften für ein effektives Engagement lag.
QDR 2014
Die QDR 2014 unterstrich die Bedeutung einer widerstandsfähigen und flexiblen Streitkraft zur Bewältigung vielfältiger Herausforderungen, wobei der Schwerpunkt auf der Neuausrichtung auf die Asien-Pazifik-Region, der Stärkung von Partnerschaften und der Vorbereitung auf künftige Konflikte mit staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren lag.
Siehe auch
- QDR-Nachfolger: National Defense Strategy (NDS)
- National Security Strategy (NSS)
- Taiwan-Konflikt
Weblinks
- Quadrennial Defense Review. In: Historical Office | Office of the Secretary of War. Abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Einzelnachweise
<references />