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Chlortetracyclin

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Strukturformel
Datei:Chlorotetracycline.svg
Allgemeines
Freiname Chlortetracyclin
Andere Namen
  • 7-Chlor-4-dimethylamino-1,2,3,4,4a,5,5a,6,12,12a-decahydro-6,10,11,12a-tetrahydroxy-6-methyl-1,3,12-trioxo-2-naphthacencarboxamid
  • Aureomycin
Summenformel C22H23ClN2O8
Kurzbeschreibung

gelber, geruchloser, kristalliner Feststoff<ref name="DCP">D. C. Plumb. In: Veterinary Drug Handbook, Pharma Vet Publishing, White Bear Lake (USA), 1999, S. 853, ISBN 0-8138-2353-6.</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 200-341-7
ECHA-InfoCard 100.000.310
PubChem 5280963
ChemSpider 10469370
DrugBank DB09093
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code
Wirkstoffklasse

Antibiotikum

Eigenschaften
Molare Masse 478,88 g·mol−1
Löslichkeit

schwer löslich in Wasser<ref name="DCP" />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: keine P-Sätze<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Chlortetracyclin, auch Aureomycin, ist ein Antibiotikum, das aus Streptomyces aureofaciens gewonnen wird. Es war das zuerst entdeckte Antibiotikum aus der Klasse der Tetracycline.

Geschichte

Aureomycin wurde 1945 vom amerikanischen Botaniker Benjamin Minge Duggar (1872–1956) in den Lederle-Laboratorien entdeckt.<ref>Benjamin Duggar et al.: Aureomycin, a product of the continuing search for new antibiotics. In: Annals of the New York Academy of Sciences, 1948, Band 51, S. 177–181.</ref> Duggar fokussierte seine Forschung auf Mikroorganismen aus dem Boden. Nach der Prüfung von mehr als 3500 Stämmen von Bodenbakterien und Schimmelpilzen testete er 1945 eine Bodenprobe vom Campus der Universität von Missouri. Eine goldgelbe Substanz, produziert von den Bodenbakterien und Schimmelpilzen, zeigte antibiotische Eigenschaften. Nach umfangreicher Prüfung fand er heraus, dass die Substanz gegen Bazillen, Staphylokokken und Streptokokken aktiv war. Duggar nannte die Substanz, deren Struktur 1952<ref>Karl Wurm, A. M. Walter: Infektionskrankheiten. In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): Lehrbuch der Inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 9–223, hier: S. 50.</ref> aufgeklärt war, Aureomycin, vom lateinischen Wort aureus („golden“) und dem griechischen Wort mykes für „Pilz“ (obwohl der „Bodenpilz“ kein Pilz, sondern ein Bakterium ist, das Myzel bildet).

Verwendung

In der Humanmedizin bzw. Dermatologie<ref>Alfred Marchionini, Hans Götz: Neuere Erfahrungen mit der antibiotischen Behandlung der Hautkrankheiten (Aureomycin, Chloromycetin, Terramycin). In: Münchener Medizinische Wochenschrift. Band 95, Nr. 1, 2. Januar 1953, S. 71–74.</ref> wird Chlortetracyclin heute nur noch als Salbe (Handelsname Aureomycin) für die Behandlung entzündlicher Akne im Gesicht eingesetzt.<ref>Rote Liste, abgerufen am 13. Juni 2019.</ref>

In der Veterinärmedizin werden Chlortetracyclin-Präparate (arzneilich meist als Chlortetracyclinhydrochlorid<ref>Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Chlortetracyclinhydrochlorid: CAS-Nr.: Vorlage:CASRN, EG-Nr.: 200-591-7, ECHA-InfoCard: Vorlage:ECHA, GESTIS: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), PubChem: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), ChemSpider: 10482318, DrugBank: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Wikidata: Q27285204.</ref> eingesetzt) bei vielen Tierarten zur Behandlung bei Infektionen des Respirations-, Urogenital- und des Magen-Darm-Traktes eingesetzt, wobei aufgrund möglicher Resistenzbildung vorab ein Antibiogramm erstellt werden sollte.<ref name="DCP" /><ref name="kroker">R. Kroker: Pharmaka zur Behandlung und Verhütung bakterieller Infektionen. In: Pharmakotherapie bei Haus- und Nutztieren, Parey, Berlin (D), 1999, ISBN 3-8263-3286-5, S. 211–246.</ref><ref>J.E. Riviere, J.W. Spoo: Tetracycline Antibiotics. In: Veterinary Pharmacology and Therapeutics. Iowa State University Press, Ames (USA) 7, 1995, ISBN 0-8138-1741-2, S. 784–796.</ref>

Kontraindikationen

Prinzipiell verfügt Chlortetracyclin über vergleichbare Kontraindikationen wie Tetracyclin. In der Veterinärmedizin darf eine orale Gabe bei Wiederkäuern und Pferden nicht erfolgen.<ref name="kroker" />

Sonstige Informationen

Im Rahmen einer dreijährigen Studie der Universität Paderborn analysierten Chemiker in einem Modellversuch u. a. den Weg von Chlortetracyclin in der Nahrungskette. Dabei wurde festgestellt, dass die in der Tierhaltung eingesetzten Antibiotika durch das Verteilen der Gülle auf Feldern von Nutzpflanzen aufgenommen werden und somit in Nahrungsmittel gelangen. Die Präparate waren in der Gülle noch nach 8 Monaten nachzuweisen, ebenso gelang der Nachweis in den oberen Bodenschichten der damit gedüngten Felder. Sogar in den Wurzel- und den Grünanteilen von erntereifen Pflanzen konnten Antibiotika nachgewiesen werden. So fanden sich z. B. im Korn des Winterweizens noch Spuren an Chlortetracyclin. Der Leiter dieses Projekts, Manfred Grote, meint deshalb: „Die weltweit zunehmenden Risiken durch Antibiotika-Resistenzen können durch den Arzneimitteleinsatz in der landwirtschaftlichen Tierhaltung verstärkt werden, wenn Antibiotika-Rückstände nicht nur in Lebensmittel vom Tier, sondern auch über Nutzpflanzen in die Nahrung gelangen.“<ref>Chemiker der Universität Paderborn beweisen erstmals, dass Nutzpflanzen Antibiotika aus güllegedüngten Böden aufnehmen. chemie.de, 9. Juni 2005; abgerufen am 14. Mai 2017.</ref>

Handelsnamen

Chlortetracyclin wird in Deutschland unter dem Namen Aureomycin und in Österreich in Kombination mit Triamcinolonacetonid unter dem Namen Aureocort im Handel vertrieben.<ref>Rote Liste online, Stand: September 2009.</ref><ref>AGES-PharmMed, Stand: September 2009.</ref>

Tiermedizinische Präparate sind Animedazon Spray, Citrolan CTC, CTC-HCl, Cyclo Spray und Cepemycin (als Augensalbe für Pferde, Rinder, Hunde und Katzen).

Einzelnachweise

<references />

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