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Groupe Bruxelles Lambert

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Groupe Bruxelles Lambert SA

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Rechtsform Aktiengesellschaft (Belgien)
ISIN BE0003797140
Gründung 1972
Sitz Brüssel, BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien
Leitung
  • Ian Gallienne (Chairman of the Board of Directors)
  • Paul Desmarais, Jr. (Vice Chairman of the Board of Directors)
Mitarbeiterzahl 69 FTE (2023) (Holding)
Umsatz 6,137 Mrd. € (2023)
Branche Beteiligungsgesellschaft
Website www.gbl.be
Stand: 31. Dezember 2023
Datei:Belgique - Bruxelles - Siège de la Banque Lambert - 01.jpg
Hauptsitz der Groupe Bruxelles Lambert (Ehemaliger Sitz der Banque Lambert, erbaut 1956–1960)

Groupe Bruxelles Lambert SA (GBL) ist eine belgische Holdinggesellschaft mit Sitz in Brüssel und gehört zu den größten belgischen Unternehmen. Das 1972 gegründete Unternehmen ist in dem Aktienindex BEL20 an der Brüsseler Euronext enthalten. Nach der SchwedischenInvestor AB“ war GBL Eigenaussagen zufolge 2014 die zweitgrößte börsennotierte Beteiligungsgesellschaft in Europa.<ref name=ar2014>Geschäftsbericht 2014.</ref>

Beteiligungen

Die Holding besitzt unter anderem folgende Anteile am Aktienkapital (Stand: Januar 2025):

Unternehmen Art des Unternehmens Anteile Quelle
Affidea privat 99 % <ref>Affidea. GBL, abgerufen am 4. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Sanoptis privat 83,2 % <ref>Sanoptis. GBL, abgerufen am 4. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Imerys börsengehandelt 54,7 % <ref>Imerys – Portfolio. Groupe Bruxelles Lambert, abgerufen am 4. Januar 2025.</ref>
Canyon privat 48,8 % <ref>Canyon. GBL, abgerufen am 4. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Parques Reunidos privat 23,0 % <ref>Parques Reunidos. GBL, abgerufen am 4. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ontex börsengehandelt 19,98 % <ref>Ontex. GBL, abgerufen am 4. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
SGS börsengehandelt 19,1 % <ref>SGS – Portfolio. Groupe Bruxelles Lambert, abgerufen am 4. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Umicore börsengehandelt 15,9 % <ref>Umicore – Portfolio. Groupe Bruxelles Lambert, abgerufen am 4. Januar 2025.</ref>
Voodoo privat 15,1 % <ref>Voodoo. GBL, abgerufen am 4. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Concentrix börsengehandelt 13,5 % <ref>Concentrix. GBL, abgerufen am 4. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Pernod Ricard börsengehandelt 6,8 % <ref>Pernod Ricard – Portfolio. Groupe Bruxelles Lambert, abgerufen am 4. Januar 2025.</ref>
Adidas börsengehandelt 5,1 % <ref>Adidas – Portfolio. Groupe Bruxelles Lambert, abgerufen am 4. Januar 2025.</ref>

Die „Groupe Bruxelles Lambert“ versucht durch ihre Beteiligungen möglichst mehrere Sitze im Aufsichtsrat zu erhalten.<ref name=ar2014 />

Geschichte

Die Beteiligungsgesellschaft „Groupe Bruxelles Lambert“ (GBL) entstand im November 1972, als sich auf Initiative des Bankiers Baron Léon Lambert (1928–1987) vier belgische Beteiligungsgesellschaften zusammenschlossen: Einerseits die von der Bankiersfamilie Lambert kontrollierten Unternehmen „Compagnie Lambert pour l'Industrie et la Finance“<ref>Die „Compagnie Lambert pour l'Industrie et la Finance“ wurde 1957 unter dem Namen „Compagnie d'Outremer pour l’Industrie et la Finance“ als Holding der Unternehmensbeteiligungen der Bankiersfamilie Lambert gegründet. 1959 übernahm dieses Unternehmen von der Familie Lambert auch die „Banque Lambert“.</ref> und „Cofinter“<ref>Der Name „Cofinter“ ist eine Abkürzung für „Compagnie Financiére Internationale“.</ref>, andererseits die zur „Groupe de Launoit“ zählenden Firmen „Brufina“<ref>Der Name „Brufina“ ist eine Abkürzung für „Société de Bruxelles pour la Finance et l’Industrie“.</ref> und „Cofinindus“<ref>Der Name „Cofinindus“ ist eine Abkürzung für „Compagnie Financiére et Industrielle“.</ref>.

Das neue Unternehmen, welches mit vollem Namen „Groupe Bruxelles Lambert pour l'Industrie et la Finance“ hieß, war börsennotiert und verfügte über Vermögenswerte von etwa 350 Millionen US-Dollar. Es war damit nach der „Société générale de Belgique“ das zweitgrößte Unternehmen Belgiens.

Im Zuge der Fusion hatte die Groupe Bruxelles Lambert die Kontrolle über zwei Banken erlangt: Die „Banque Lambert“<ref>Die „Banque Lambert“ wurde 1926 unter dem Namen „Banque Henri Lambert“ von dem Bankier Baron Henri Lambert (1887–1933) in Brüssel gegründet. Henri Lamberts Familie war bereits seit 1838 als Bankiers in Belgien tätig.</ref> von Seiten der Familie Lambert und die „Banque de Bruxelles“<ref>Die „Banque de Bruxelles“ wurde 1871 von dem aus Venedig stammenden Jacques Errera-Oppenheim (1834–1880) in Brüssel gegründet. Dabei wurde er von einer Gruppe Deutscher und Niederländischer Finanziers unterstützt.</ref> von Seiten der Groupe de Launoit. Nach zwei Jahren Vorbereitung, wurden die beiden Banken per 30. Juni 1975 zur „Banque Bruxelles Lambert“ (BBL) zusammengefasst, indem die Banque de Bruxelles die Banque Lambert übernahm.

1982 wurde die GBL mehrheitlich von der Gesellschaft Pargesa Holding übernommen, die dem Investor Albert Frère (1926–2018) gehörte. Dieser wurde in den Medien wiederholt als „belgischer Warren Buffett“ bezeichnet. Die GBL verkaufte 1998 ihre Banktochter „Banque Bruxelles Lambert“ an die „ING Groep“. Stand 2008 hielt Pargesa 50 % an GBL, durch 3,6 % Anteile, die die GBL an sich selbst hält, ist Pargesa weiterhin Mehrheitseigentümer der GBL.<ref name="l20201215">Nick Thomas: Der belgische Warren Buffett – Baron Albert Frère. aktien, 9. März 2018, abgerufen am 15. Dezember 2020.</ref> GBL hielt in den 1980er Jahren einen Minderheitsanteil an Drexel Burnham Lambert. Durch diverse Käufe und Verkäufe von Unternehmensbeteiligungen ab den 1980er Jahren wurde Frère einer der wohlhabendsten Belgier. Sein Vorgehen wird unter anderem so beschrieben:

„Seine bevorzugte Strategie sah dabei folgendermaßen aus: er kaufte sich einen großen Anteil an einem kleinen Unternehmen einer gewissen Branche und tauschte diese dann gegen einen kleinen Anteil an einem großen Unternehmen derselben Branche.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Nick Thomas<ref name="l20201215" />

Im April 2001 fusionierte die GBL mit ihrer börsennotierten Tochtergesellschaft „Electrafina“. Hierzu kaufte sie die 20 % des Aktienkapitals der Electrafina, welches ihr bisher noch nicht gehört hatte. Zuvor war die Electrafina der „Energiezweig“ der GBL gewesen, welcher deren Beteiligungen im Erdöl- und Elektrizitätsbereich bündelte.<ref>Groupe Bruxelles Lambert (GBL): „Annual Report 2006“, S. 88</ref>

Am 1. Juli 2006 wurde eine Beteiligung an Bertelsmann (25,1 % des Kapitals, 25 % der Stimmrechte) wieder zurückgekauft. Damit gehört Bertelsmann wieder vollständig der Familie Mohn und einer Stiftung – und der von GBL geplante Börsengang wurde verhindert. Der Rückkaufpreis der Familie Mohn belief sich Medienberichten zufolge auf 4,5 Milliarden €, der Gewinn von Frère betrug an diesem Geschäft alleine etwa 2,5 Milliarden €.<ref name="l20201215" />

Im Juni 2013 kaufte die GBL von der Holding-Gesellschaft Exor SpA eine 15-%-Beteiligung an der Warenprüfgesellschaft „SGS SA“.<ref>Fiat-Eigentümer Exor trennt sich für 2 Mrd. Euro von SGS-Anteil. In: Die Welt. 3. Juni 2013, abgerufen am 13. Oktober 2016.</ref> Offiziell gegen die Führung der Gesellschaft 2015 an Albert Frères Sohn Gérald über, Albert war aber bis zu seinem Tod an den Geschäften beteiligt.<ref name="l20201215" />

Mitte Dezember 2020 wurde bekannt, dass GBL mit etwa 800 Millionen Euro Investitionssumme als Mehrheitseigentümer beim deutschen Fahrradhersteller Canyon Bicycles einsteigen wird.<ref name="l202012152">Peter Köhler: Fahrradproduzent Canyon wird nach Belgien verkauft. 15. Dezember 2020, abgerufen am 15. Dezember 2020.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />

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