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Labial-velarer Plosiv

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Ligaturen zur Darstellung der labial-velaren Plosive in IPA
Datei:Voiceless labial-velar plosive.ogg
Tonbeispiel des stimmlosen labial-velaren Plosivs [<templatestyles src="IPA/styles.css" />k͡p]

Labial-velare Plosive sind doppelt artikulierte Konsonanten, die sich dadurch auszeichnen, dass sie durch jeweils einen labialen und einen velaren Verschluss erzeugt werden. Anders als bei Konsonantenclustern erfolgt die Artikulation an beiden Orten gleichzeitig. Labial-velare Plosive sind unter anderem in verschiedenen westafrikanischen Niger-Kongo-Sprachen anzutreffen, außerdem in der Kreolsprache Saramaccaans, in einigen austronesischen Sprachen und als Allophon auch im Vietnamesischen. In der Lautschrift IPA werden labial-velare Plosive durch die Überklammerung der beiden Plosivkomponenten gekennzeichnet, für die beiden am häufigsten auftretenden labial-velaren Plosive gibt es zudem Ligaturen.

Zu unterscheiden sind im Wesentlichen eine stimmhafte [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ɡ͡b] und eine stimmlose [<templatestyles src="IPA/styles.css" />k͡p] Form labial-velarer Plosive. Peter Ladefoged zufolge kennen die meisten westafrikanischen Sprachen mit labial-velaren Plosiven sowohl die stimmhafte, als auch die stimmlose Form, andere nur eine der Formen. Ladefoged unterschied darüber hinaus drei Artikulationsarten dieser Konsonanten: eine rein egressive, eine pulmonal-egressive, velar-ingressive und eine pulmonal-egressive, velar-glottal-ingressive.<ref>Peter Ladefoged: A Phonetic Study of West African Languages: An Auditory-instrumental Survey. Cambridge University Press, 1968. ISBN 0521069637. S. 5–13.</ref> Eine Unterscheidung zwischen stimmhafter und stimmloser Form ist auch im Saramaccaans festzustellen, wo es neben den labial-velaren Plosiven auch labialisierte velare Plosive gibt.<ref>John McWhorter, Jeff Good: A Grammar of Saramaccan Creole. Walter de Gruyter, 2012. ISBN 311027826X. S. 5–7.</ref> Darüber hinaus sind aus Vanuatu eine labialisierte Variante [<templatestyles src="IPA/styles.css" />k͡pʷ] im Mwotlap sowie eine pränasalierte labialisierte Variante [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ᵑ͡ᵐɡ͡bʷ] eines labial-velaren Plosivs im Volow überliefert<ref>Alexandre François: A typological overview of Mwotlap, an Oceanic language of Vanuatu. In: Linguistic Typology 9, 2005. S. 116.</ref>, im Mono (Demokratische Republik Kongo) eine pränasalierte Variante ohne Labialisierung [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ᵑ͡ᵐɡ͡b].<ref>Kenneth S. Olson: Mono. In: Journal of the International Phonetic Association 34/2, 2004. S. 233f.</ref> Im Ega (Elfenbeinküste) existiert ein labial-velarer Implosiv [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ɠ͡ɓ].<ref>Bruce Connell, Firmin Ahoua, Dafydd Gibbon: Ega. In: Journal of the International Phonetic Association 32, 2002. S. 99–104.</ref>

Literatur

  • John Hajek: On labial-velar stops and nasals in Vietnamese. In: The Mon-Khmer Studies Journal 38, 2008. S. 217–221.
  • Peter Ladefoged: A Phonetic Study of West African Languages: An Auditory-instrumental Survey. Cambridge University Press, 1968. ISBN 0521069637. (Kapitel Airstream Mechanisms and Double Articulations, S. 5–13.)

Einzelnachweise

<references />