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Eichelbohrer

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Eichelbohrer
Datei:Curculio3.jpg

Eichelbohrer (Curculio glandium)

Systematik
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Familie: Rüsselkäfer (Curculionidae)
Unterfamilie: Curculioninae
Gattung: Curculio
Art: Eichelbohrer
Wissenschaftlicher Name
Curculio glandium
Marsham, 1802

Der Eichelbohrer oder Gewöhnliche Eichelbohrer (Curculio glandium) ist ein Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae).

Merkmale

Datei:Curculio2.jpg
Ansicht von oben
Datei:2017 10 12 Curculio glandium Larve.jpg
Larve
Datei:2017 10 12 Eicheln mit Loch.jpg
Eicheln mit Schlupflöchern, durch die die Larven sie zur Verpuppung verlassen haben.
Datei:Curculio antenae comparison.jpg
Vergleich der Fühler von Curculio glandium (links) und Curculio nucum (rechts)

Die Käfer werden 4 bis 7,5 Millimeter lang. Ihr Körper ist mit länglichen, gelbbraunen oder rotbraunen, anliegenden Schuppen bedeckt. Sie sehen den nah verwandten Arten der Gattung sehr ähnlich. Vom Haselnussbohrer (Curculio nucum) unterscheiden sie sich durch die Form der Fühlerglieder und deren Behaarung: Die Geißelglieder sind länger als breit und nur locker, fein anliegend statt abstehend behaart. Außerdem haben sie keinen Haarkamm an der Flügeldeckennaht. Die ebenfalls ähnlichen Arten Curculio venosus und Curculio pellitus unterscheiden sich durch ihr langgestrecktes Schildchen sowohl vom Eichel- als auch vom Haselnussbohrer. Der Rüssel der Männchen ist nur so lang wie die Deckflügel, der der Weibchen ist körperlang.<ref name="Dieckmann">Lothar Dieckmann (1988): Beiträge zur Insektenfauna der DDR: Curculionidae (Curculioninae: Ellescini, Acalyptini, Tychiini, Anthonomini, Curculionini). Beiträge zur Entomologie 38 (2): 365–468, auf S. 456–457. online</ref>

Vorkommen

Die Tiere kommen in ganz Europa, Nordafrika und in der Türkei vor,<ref name="insektenbox">http://www.insektenbox.de/kaefer/eichbo.htm</ref> werden nach Norden hin aber seltener.<ref name="Harde/Severa">Harde, Severa: Der Kosmos Käferführer, Die mitteleuropäischen Käfer, S. 318 Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-06959-1 </ref> Sie leben in verschiedenen Lebensräumen mit Gehölzen, wie etwa Wäldern und großen Hecken.

Lebensweise

Die Weibchen fressen mit ihrem Rüssel tiefe Löcher in unreife Eicheln, um dann ein oder zwei Eier in die Frucht zu legen. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen die gelblich weißen, am Kopf rotbraunen, beinlosen Larven. Ihre Lebensweise ähnelt den Larven des Haselnussbohrers. Sie entwickeln sich innerhalb der Frucht und verlassen sie mit einer Körperlänge von 9 bis 10 Millimetern, um etwa 25 Zentimeter tief im Erdboden zu überwintern, bevor sie sich im Frühjahr des nächsten Jahres im Boden verpuppen. Die Imagines der neuen Generation schlüpfen im nächsten Mai oder Juni.

Gefährdung

Die Art gilt in Deutschland als ungefährdet.<ref>Sprick, P.; Behne, L. & Maus, C. (2021): Rote Liste und Gesamtartenliste der Rüsselkäfer (i. e. S.) Deutschlands (Überfamilie Curculionoidea; exklusive Anthribidae, Scolytidae, Platypodidae). – In: Ries, M.; Balzer, S.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Matzke-Hajek, G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 5: Wirbellose Tiere (Teil 3). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (5): 335-412</ref>

Belege

Einzelnachweise

<references/>

Literatur

  • Karl Wilhelm Harde, Frantisek Severa und Edwin Möhn: Der Kosmos Käferführer: Die mitteleuropäischen Käfer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co KG, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-06959-1.
  • Georg Möller, Reiner Grube, Ekkehard Wachmann: Der Fauna Käferführer I – Käfer im und am Wald Fauna-Verlag, Nottuln 2006, ISBN 3-935980-25-6.
  • Jiři Zahradnik, Irmgard Jung, Dieter Jung et al.: Käfer Mittel- und Nordwesteuropas. Parey, Berlin 1985, ISBN 3-490-27118-1.

Weblinks

Commons: Eichelbohrer (Curculio glandium) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien