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Annerod

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Annerod
Gemeinde Fernwald
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3102)&title=Annerod 50° 35′ N, 8° 45′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3102) 50° 34′ 46″ N, 8° 45′ 10″ O
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Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 5,36 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 3102 (30. Juni 2023)<ref name="DF">Porträt. In: Webauftritt. Gemeinde Fernwald, abgerufen am 2. Dezember 2023.</ref>
Bevölkerungsdichte: 579 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35463
Vorwahl: 0641
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Annerod ist ein Ortsteil der Gemeinde Fernwald im mittelhessischen Landkreis Gießen.

Geografische Lage

Annerod liegt etwa 5 km östlich von Gießen umgeben von Wäldern. Durch den Ort führt die Kreisstraße 157, die nordwestlich in die Bundesstraße 49 mündet.

Geschichte

Historische Namensformen

1307 wird ein „Johannes de Anenrode“ urkundlich erwähnt.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. Band 2. Nr. 121, S. 91.</ref> In einem Kopiar von 1312 heißt es: „in Anenrode“.<ref>Meinhard Sponheimer (Bearbeiter): Urkundenbuch der Stadt Wetzlar. Band 2: 1214–1350. Marburg 1943 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 8,2. Nr. 243, S. 327.</ref> Erstmals wird 1318 die Siedlungsform villa für den Ort angegeben: „... in villa Anninrode“, (im Dorf Annerod).<ref>Ludwig Baur: Urkundenbuch des Klosters Arnsburg in der Wetterau. Darmstadt 1851. Nr. 488, S. 327.</ref> Eine Urkunde von 1494 belegt „zu Anrode“.<ref>StAD, Urkunden Oberhessen, Annerod.</ref> Die historischen Namensformen lassen den Ortsnamen auf den Rufnamen Anno zurückführen.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 35.</ref> Der Namensteil rode für roden deutet auf eine gerodete Waldfläche hin.

Ortsgeschichte

1703 wurde Annerod im hessisch-nassauischen Teilungsvertrag Hessen zugeschrieben.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Annerod:

„Annerod (L. Bez. Giessen) evangel. Filialdorf; liegt 1 St. von Giessen, hat 74 Häuser und 360 evangel. Einw., 1 Kirche und 1 Mühle. Im Jahr 1820 wurden auf der Anneröder Heide viele teutsche Todtenhügel entdeckt. Durch die Aufhebung der Gemeinschaft mit Nassau Weilburg im Jahr 1703, kam der Ort ausschließend an Hessen.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Annerod gehörte zum Gebiet des Gemeinen Rechts, das hier ohne die Überlagerung von Partikularrecht galt. Dieses behielt seine Geltung auch während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen im 19. Jahrhundert, bis es zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst wurde.<ref> Arthur B. Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 100, Anm. 6 und S. 9, 11. </ref>

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich die Gemeinde Annerod am 31. Dezember 1971 freiwillig mit den Gemeinden Albach und Steinbach zur Gemeinde Fernwald zusammen.<ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Annerod angehört(e): <ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Die Zugehörigkeit des Amtes Hüttenberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.</ref>

Bevölkerung

Nach 1945 verzeichnete der Ort bezüglich der Einwohnerzahl die stärkste Zuwachsrate aller Gemeinden im Kreis Gießen. Auch von 1965 bis 2005 stieg die Zahl der Einwohner, bedingt auch durch ausgewiesene Neubaugebiete und Ansiedlung von Industrie, von 1.500 Einwohnern auf über 2.800.

Einwohnerentwicklung

 Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />

• 1502: 15 Hausgesesse
• 1577: 35 Hausgesesse
• 1630: 6 zweispännige, 12 einspännige Ackerleute, 21 Einläuftige, 2 Witwen, 6 Vormundschaften
• 1677: 44 Hausgesesse, davon 2 freie.
• 1742: ein Geistlicher/Beamter, 82 Untertanen, 33 Junge Mannschaften, 3 Beisassen/Juden.
• 1791: 317 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 318 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 303 Einwohner, 75 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 360 Einwohner, 74 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 470 Einwohner, 76 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 502 Einwohner, 82 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Annerod: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2011
Jahr  Einwohner
1791
  
317
1800
  
318
1806
  
303
1829
  
360
1834
  
369
1840
  
398
1846
  
430
1852
  
426
1858
  
467
1864
  
479
1871
  
490
1875
  
502
1885
  
514
1895
  
529
1905
  
575
1910
  
598
1925
  
638
1939
  
745
1946
  
1.024
1950
  
1.083
1956
  
1.074
1961
  
1.113
1967
  
1.286
1980
  
?
1987
  
2.388
2000
  
?
2011
  
2.526
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Volkszählung 1987<ref>Gemeinde Fernwald (Hrsg.), Adolf Wallbott (Red.): Annerod gestern und heute. Festschrift zum Jubiläumsjahr 2007. Gibietz, Fernwald 2006, S. 58.</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;.</ref>

Historische Religionszugehörigkeit

 Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />

• 1829: 360 evangelisch Einwohner<ref name="GW" />
• 1895: 536 evangelisch Einwohner
• 1961: 882 evangelische, 203 römisch-katholische Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

 Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />

• 1961: Erwerbspersonen: 115 Land- und Forstwirtschaft, 194 Produzierendes Gewerbe, 91 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 126 Dienstleistungen und Sonstiges.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Annerod Kirche (1).jpg
Ev. Kirche von 1880

Bauwerke

Die Evangelische Kirche ist im neugotischen Stil 1879/1880 errichtet worden. Sehenswert sind vor allem auch die Holzschnitzarbeiten im Inneren.

Das Heimatmuseum Annerod bietet einen Einblick in die oberhessische Kultur und Lebensweise vergangener Zeiten.

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Vereine

In Annerod gibt es folgende Vereine:

  • Sportverein Annerod
  • Gesangverein „Heiterkeit“ Annerod
  • Heimatverein Annerod
  • Schützenclub Annerod
  • Tennisclub Annerod
  • Naturschutz- und Gartenbauverein Annerod
  • Freiwillige Feuerwehr Annerod

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Norden Annerods liegt das gleichnamige Industrie- und Gewerbegebiet, in dem einige bekannte Firmen angesiedelt sind, z. B. die Rovema Verpackungsservice GmbH.

Alle Ortsteile von Fernwald, so auch Annerod, sind durch Busverbindungen mit Gießen verbunden. Der Ort liegt direkt an der B 49 und unweit der Autobahnen A 485 und A 5 sowie der B 457.

Weblinks

Commons: Annerod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Annerod, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. Januar 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 200 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 217 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 262 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

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