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Nils Schumann

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Nils Schumann Vorlage:SportPicto

Datei:Koech, Kiplagat, Schumann 2.jpg
Nils Schumann (Mitte) beim ISTAF 2008

Nation DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Geburtstag 20. Mai 1978 (48 Jahre)
Geburtsort Bad FrankenhausenDeutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg DDR
Größe 192 cm
Gewicht 77 kg
Karriere
Disziplin 800 m
Bestleistung 1:44,16 min
Status zurückgetreten
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Europameisterschaften 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Halleneuropameisterschaften 1 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Deutsche Meisterschaften 4 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Deutsche Hallenmeisterschaften 3 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Olympische Spiele
Gold Sydney 2000 800 m
 Europameisterschaften
Gold Budapest 1998 800 m
Bronze München 2002 800 m
 Halleneuropameisterschaften
Gold Valencia 1998 800 m
Silber Gent 2000 800 m
 Deutsche Meisterschaften
Silber Berlin 1998 800 m
Gold Erfurt 1999 800 m
Gold Duisburg 1999 3 × 1000 m
Gold Troisdorf 2000 3 × 1000 m
Gold Braunschweig 2000 800 m
Silber Wattenscheid 2002 800 m
Bronze Ulm 2009 800 m
 Deutsche Hallenmeisterschaften
Gold Sindelfingen 1998 800 m
Gold Sindelfingen 2000 800 m
Gold Sindelfingen 2000 3 × 1000 m
Silber Leipzig 2003 800 m

Nils Schumann (* 20. Mai 1978 in Bad Frankenhausen, Kreis Artern, DDR) ist ein ehemaliger deutscher Mittelstreckenläufer. Er war 1998 Europameister in der Halle und im Freien und 2000 Olympiasieger jeweils im 800-Meter-Lauf.

Leben

Nils Schumann ist der Sohn eines Sportlehrers. Er begann schon als Sechsjähriger mit der Leichtathletik. Nach dem Abitur 1996 in seiner Heimatstadt nahm er eine Lehre als Bankkaufmann in Erfurt auf. Ein Jahr später brach er die Ausbildung ab und wurde Laufprofi.

Mit 17 Jahren wurde Schumann deutscher Crosslaufmeister. Nachdem er 1997 Junioreneuropameister im 800-Meter-Lauf geworden war, trat er 1998 erstmals in der Erwachsenenklasse an. Nach seinem Sieg bei den Deutschen Hallenmeisterschaften gewann er auch bei den Halleneuropameisterschaften in Valencia, dort siegte er in 1:47,02 min vor dem Niederländer Marko Koers und dem norwegischen Olympiasieger von 1996 Vebjørn Rodal. In der Freiluftsaison unterlag er bei der Deutschen Meisterschaft gegen Nico Motchebon. Bei den Europameisterschaften in Budapest siegte Schumann sowohl in seinem Vorlauf als auch in seinem Halbfinale, während Motchebon im Halbfinale ausschied. Im Finale siegte Schumann in persönlicher Bestzeit von 1:44,89 Minuten vor dem Schweizer André Bucher. In diesem Rennen zeigte Schumann, dass er in der Lage war, ein Rennen mit seiner Spurtkraft auf den letzten 100 Metern zu entscheiden. 1999 gewann Schumann bei den U23-Europameisterschaften zwei Titel: Außer im 800-Meter-Lauf trat er auch mit der 4-mal-400-Meter-Staffel an. Bei den Weltmeisterschaften 1999 in Sevilla erreichte er zwar das Finale, konnte jedoch in einem sehr schnellen Rennen nicht mithalten und belegte am Ende den achten Platz.

Im Jahr 2000 gewann er bei den Deutschen Hallenmeisterschaften. Bei den Halleneuropameisterschaften in Gent gewann er Silber hinter dem Russen Juri Borsakowski, der mit noch größerer Spurtkraft als Schumann versehen war und diesen auf der Zielgeraden überholte. In der Freiluftsaison gewann Schumann seinen zweiten Deutschen Meistertitel nach 1999. Bei den Olympischen Spielen in Sydney verbesserte er im Halbfinale seine persönliche Bestzeit auf 1:44,22 min. Im Finale siegte Schumann im Spurt in 1:45,08 min mit einem Vorsprung von sechs Hundertstelsekunden auf den dänischen Weltmeister Wilson Kipketer. Am Ende des Jahres wurde er zu Deutschlands Sportler des Jahres gewählt.

2001 nahm Schumann nach einigen Verletzungen nicht an den Deutschen Meisterschaften teil und qualifizierte sich erst sehr spät für die Weltmeisterschaften in Edmonton. Dort belegte er den fünften Platz. 2002 belegte Schumann bei den Deutschen Meisterschaften den zweiten Platz hinter René Herms. Bei den Europameisterschaften in München gewann er die Bronzemedaille hinter Wilson Kipketer und André Bucher. Dies war Schumanns letzter Start bei großen internationalen Meisterschaften. Fast drei Wochen nach den Europameisterschaften lief Schumann beim Memorial Van Damme in 1:44,16 min das schnellste Rennen seiner Karriere.

Nachdem Schumann 2003 bei den Deutschen Hallenmeisterschaften den zweiten Platz hinter René Herms belegt hatte, fiel er drei Jahre lang wegen Verletzungen aus. Am 20. November 2006 eröffnete der DLV gegen Nils Schumann ein sportrechtliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen. Auslöser des Verfahrens waren DLV-eigene Ermittlungen sowie Erkenntnisse aus den Akten des Prozesses gegen den Trainer Thomas Springstein. Dieses Verfahren wurde im Januar 2007 eingestellt.<ref>leichtathletik.de: Überprüfungsverfahren abgeschlossen, 12. Januar 2007</ref> 2007 lief er erstmals nach 2002 wieder im Endlauf bei den Deutschen Freiluftmeisterschaften, erreichte aber lediglich den achten Platz. 2008 belegte Schumann hinter Robin Schembera den zweiten Platz bei den Deutschen Hallenmeisterschaften, 2009 erreichte er noch einmal den dritten Platz bei den Freiluftmeisterschaften. Kurz darauf beendete Nils Schumann seine Karriere.<ref name=":0" />

Er startete für SV Kyffhäuser Frankenhausen, ESC Erfurt, Erfurter LAC und SV Creaton Großengottern. Durch seinen im Januar 2001 erfolgten Wechsel zum Verein LG Nike Berlin endete die Zusammenarbeit mit seinem Trainer Dieter Hermann, zu dem er aber nach einer Verletzung in der Hallensaison zurückkehrte. Zeitweilig trainierte er bei seinem Vater. Im Jahr 2002 wechselte er wieder zum SV Creaton Großengottern. Mit dem vollständigen Wechsel der Trainingsgruppe Hermann zum LC Creaton Erfurt ging auch Nils Schumann im Jahr 2003 nach Erfurt. Danach wechselte Schumann zum SC Magdeburg (2004). Nach Dopingvorwürfen gegen seinen Magdeburger Trainer Thomas Springstein wechselte er zur LG Eintracht Frankfurt, wo er bis 2007 bei Volker Beck trainierte,<ref>leichtathletik.de: Nils Schumann verlässt Frankfurt, 11. Oktober 2007</ref> und kehrte schließlich nach Erfurt zu Dieter Hermann zurück.<ref name=":0">leichtathletik.de: Olympiasieger Nils Schumann beendet Karriere, 29. Juli 2009</ref>

Schumann hatte bei einer Größe von 1,92 m ein Wettkampfgewicht von 78 kg.

2008 heiratete er die 400-Meter-Läuferin Korinna Fink<ref>leichtathletik.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nils Schumann im Hafen der Ehe (Memento des Vorlage:IconExternal vom 31. März 2022 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.leichtathletik.de, 3. März 2008</ref>, mit der er im gleichen Jahr einen Sohn bekam. Im selben Jahr gründete er ein eigenes Unternehmen in Erfurt<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Website seines Unternehmens prana Sports GmbH (Memento vom 20. April 2010 im Internet Archive)</ref> und vermarktet sich seitdem als Personal Trainer.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schumann auf einer Vermittlungsplattform für Personal Trainer (Memento vom 29. Juni 2013 im Internet Archive)</ref> Inzwischen ist er in zweiter Ehe verheiratet und hat mit seiner Frau einen weiteren Sohn (* 2013).

Er nahm an der vom 14. Februar bis 4. April 2017 gesendeten zweiten Staffel der Wettkampfshow Ewige Helden teil und belegte den vierten Platz.

Leistungen

Bestleistungen

Leistungsentwicklung

Jahr 800 Meter
(in min)
1996 1:48,35
1997 1:46,61
1998 1:44,89
1999 1:45,05
2000 1:44,22
2001 1:44,32
2002 1:44,16
2003  -
2004  -
2005  -
2006 1:48,02
2007 1:47,90
2008 1:47,18
2009 1:47,28

Publikationen

  • Nils Schumann, Ingo Niermann, Erik Niedling: Lebenstempo. In Alltag und Sport den eigenen Rhythmus finden. Herder, Freiburg im Breisgau 2016, ISBN 978-3-451-34995-9.

Literatur

  • Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft
  • Volker Kluge: Schumann, Nils. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 2. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).
  • Karl-Heinz Keldungs: Nils Schumann. In: ders.: Die deutsche Leichtathletik in 100 Porträts von Hanns Braun bis Malaika Mihambo. Arete Verlag Christian Becker, Hildesheim 2022, ISBN 978-3-96423-081-2, S. 147–149.

Weblinks

Commons: Nils Schumann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang 1896: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Edwin Flack | 1900: Vereinigte Staaten 45Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg Alfred Tysoe | 1904: Vereinigte Staaten 45Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg James Lightbody | Zwischenspiele 1906: Vereinigte Staaten 45Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg Paul Pilgrim | 1908: Vereinigte Staaten 46Datei:Flag of the United States (1908-1912).svg Mel Sheppard | 1912: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Ted Meredith | 1920: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Albert Hill | 1924: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Douglas Lowe | 1928: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Douglas Lowe | 1932: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tommy Hampson | 1936: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg John Woodruff | 1948: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Mal Whitfield | 1952: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Mal Whitfield | 1956: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Tom Courtney | 1960: NeuseelandDatei:Flag of New Zealand.svg Peter Snell | 1964: NeuseelandDatei:Flag of New Zealand.svg Peter Snell | 1968: AustralienAustralien Ralph Doubell | 1972: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dave Wottle | 1976: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Alberto Juantorena | 1980: Vorlage:IOC/IOC Steve Ovett | 1984: Brasilien 1968Datei:Flag of Brazil (1968-1992).svg Joaquim Cruz | 1988: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Paul Ereng | 1992: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg William Tanui | 1996: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Vebjørn Rodal | 2000: DeutschlandDeutschland Nils Schumann | 2004: RusslandRussland Juri Borsakowski | 2008: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Wilfred Bungei | 2012: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg David Rudisha | 2016: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg David Rudisha | 2020: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Emmanuel Korir | 2024: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Emmanuel Wanyonyi

Liste der Olympiasieger in der Leichtathletik Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1934: Miklós Szabó | 1938: Rudolf Harbig | 1946: Rune Gustafsson | 1950: John Parlett | 1954: Lajos Szentgáli | 1958: Mike Rawson | 1962: Manfred Matuschewski | 1966: Manfred Matuschewski | 1969: Dieter Fromm | 1971: Jewgeni Arschanow | 1974: Luciano Sušanj | 1978: Olaf Beyer | 1982: Hans-Peter Ferner | 1986: Sebastian Coe | 1990: Tom McKean | 1994: Andrea Benvenuti | 1998: Nils Schumann | 2002: Wilson Kipketer | 2006: Bram Som | 2010: Marcin Lewandowski | 2012: Juri Borsakowski | 2014: Adam Kszczot | 2016: Adam Kszczot | 2018: Adam Kszczot | 2022: Mariano García | 2024: Gabriel Tual Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Halleneuropameister im 800-Meter-LaufVorlage:Navigationsleiste Deutschlands Sportler des Jahres

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