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Martin Malterer

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Datei:Martin Malterer 6219.jpg
Holzfigur von Martin Malterer auf dem Weg zur Waldkircher Kastelburg
Datei:Martin Malterer 6220.jpg
Tafel zur Holzfigur
Datei:Malterer, Martin.jpg
Wappen des Martin Malterer
Datei:Schwabentorbrücke (Freiburg im Breisgau) 7838.jpg
Malterer-Statue auf der Schwabentorbrücke

Martin Malterer († 9. Juli 1386) war ein Ritter aus Freiburg im Breisgau.

Familiärer Hintergrund

Martin Malterer entstammte dem reichen Freiburger Patriziergeschlecht Malterer. Sein Vater Johannes Malterer war der Stifter des Maltererteppichs, der sich heute im Augustinermuseum befindet.<ref>our-royal-titled-noble-and-commoner-ancestors.com: Sir Johannes Malterer, Councilman of Freiburg, abgerufen am 25. Juni 2011.</ref> Für diesen verbürgte sich 1336 auch Johann von Liebegg vor dem Rat von Luzern.<ref>Theodor von Liebenau: Hundert Urkunden zu der Geschichte der Königin Agnes von Ungarn, Regensburg, 1869, S. 66.</ref> Seine Mutter Gisela von Kaysersberg († 22. Dezember 1381) stammte mütterlicherseits aus der Familie Snewelin.<ref>our-royal-titled-noble-and-commoner-ancestors.com: Gisela von Kaysersberg (Kaisersberg), abgerufen am 25. Juni 2011.</ref> Im Jahr 1354 kaufte sein Vater Johannes die Herrschaft Kastelburg für 2140 Silberlinge, die später seinem Sohn Martin übertragen wurde.

Leben

Martin Malterer wohnte auf der Kastelburg über Waldkirch, an der er auch Umbauten vornahm,<ref>Kastelburg in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen BurgeninstitutsVorlage:Abrufdatum</ref> und war mit Anna von Thierstein, der Tochter des Grafen Walram von Thierstein, verheiratet.<ref>ZGORh. Bd. 5 NF, S. 495.</ref> Mit ihr hatte er vier Töchter,<ref>our-royal-titled-noble-and-commoner-ancestors.com: Sir Martin Malterer, Herr zu Waldkirch, Landvogt in Alsace, Sundgau, & Briesgau, abgerufen am 17. Juli 2019.</ref> die später Anteile an der Gemeinen Teilherrschaft Riegel erben sollten, jedoch keinen Sohn. Er gehörte der Gesellschaft mit dem Löwen an, einer am 17. Oktober 1379 gegründeten Adelsgesellschaft.

Von 1356 bis 1386 waren eine Reihe baden-hachbergischer Orte an Martin Malterer verpfändet, so Emmendingen<ref>Emmendingen – Altgemeinde~Teilort. leo-bw.de, abgerufen am 17. Juli 2019.</ref> mit der Hochburg<ref>Hochburg – Wohnplatz. leo-bw.de, abgerufen am 17. Juli 2019.</ref> und die heute zu Freiamt gehörenden Mußbach, Glashausen, Reichenbach, Nordprechtsberg, Bildstein, Altkeppenbach, Gerlisberg und Hofen.<ref>Freiamt – Altgemeinde~Teilort. leo-bw.de, abgerufen am 17. Juli 2019.</ref> Außerdem besaß er 1381 Kenzingen und die Kirnburg als Pfand.<ref>Burg Kürnberg (Kvrinberc) – heute Kirnburg. breisgau-burgen.de, abgerufen am 17. Juli 2019.</ref>

Im Jahr 1377 trat Malterer in den Dienst von Leopold III. von Habsburg. Damit erreichte er eine weitgehende Befreiung der Herrschaft Kastelburg von österreichischen Lasten und Pflichten. 1379 wurde er Landvogt im Breisgau, im Sundgau und im Elsass.

Tod und Nachwirkungen

Im Jahr 1386 zog Malterer als persönlicher Beschützer des habsburgischen Erzherzogs Leopold III. und Bannerträger der Freiburger in Richtung Sempach in der Schweizerischen Eidgenossenschaft. In der Schlacht bei Sempach schlugen die Eidgenossen die Habsburger am 9. Juli verheerend, was letztlich zu ihrer Unabhängigkeit vom Hause Habsburg führte.

Die Freiburger Ritterschaft und der Adel zahlten damals einen gewaltigen Blutzoll, Malterer und mehr als 40 Kämpfer kehrten nicht mehr zurück. Der Überlieferung nach fand man Malterer über der Leiche des jungen Erzherzogs liegend.

1386/1387 verlor die Maltererfamilie die Kastelburg, da keine männlichen Erben Malterers vorhanden waren. Die Burg wurde Gegenstand abenteuerlicher Vergaben und Verpfändungen der Habsburger.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte der Kastelburg (Memento vom 16. Februar 2015 im Internet Archive), kastelburg-in-not.de, abgerufen am 21. August 2006.</ref>

Auf der Schwabentorbrücke in Freiburg erinnert eine Statue des Bildhauers Julius Seitz an Martin Malterer.<ref>Stadtteil Freiburg-Wiehre Infos, freiburg-schwarzwald.de, abgerufen am 21. August 2006.</ref> Im 1945 zerstörten Buntglasgemälde der Schlacht bei Sempach von Fritz Geiges im Freiburger Friedrich-Gymnasium wurde Malterer als Vorbild für Tugendhaftigkeit und Loyalität gegenüber dem Herrscherhaus inszeniert.<ref>Die Grafen von Freiburg und wie der kühne Karl ein Königreich sich wollt schaffen, freiburgs-geschichte.de, abgerufen am 25. August 2006.</ref>

Literatur

  • Boris Bigott: Die Damen Malterer. Zur Einheirat Freiburger Patriziertöchter in den Breisgauer Adel im 14. und 15. Jahrhundert. In: Schau-ins-Land, Band 126 (2007), S. 19–37 (Digitalisat der UB Freiburg).
  • Ulrich P. Ecker: Martin Malterer, „König“ der Gesellschaft zum Löwen, und die Schlacht von Sempach, in: Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau, Bd. 1, hrsg. von Heiko Haumann und Hans Schadek, Stuttgart 2001, S. 279–281.
  • Karl Mayer: Albertus Magnus und Martin Malterer. Zwei Standbilder auf der Schwabenthorbrücke zu Freiburg i.Br. Ein Beitrag zur Lokalgeschichte der Stadt, Freiburg im Breisgau 1901.

Weblinks

Commons: Martin Malterer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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