Pachymeter
Ein Pachymeter (manchmal auch Pachometer genannt; von altgriechisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) pachýs „dick“ sowie {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) métron „Werkzeug zum Messen“)<ref>Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. 9. Auflage. Durchgesehen und erweitert von Karl Vretska. Freytag u. a., München u. a. 1965.</ref> ist ein Messgerät zur Messung der Hornhautdicke am menschlichen Auge.
Die Hornhautdicke ist relevant für die korrekte Bestimmung des Augeninnendruckes mittels Tonometrie, da der Messwert bei allen gebräuchlichen Verfahren von der Hornhautdicke beeinflusst wird. Standardwert der Hornhautdicke ist 550 µm.<ref name="Hornhautdicke">Josefine Haak: Vergleichende Messung der zentralen Hornhautdicke und Prüfung der Reliabilität mittels Ultraschall- und Laser-Interferenz-Pachymetrie. (PDF; 2,4 MB) Greifswald 2008, S. 10 (Dissertation, Greifswald, Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Medizinische Fakultät, 2009). Abgerufen am 12. Juni 2013.</ref>
Des Weiteren gilt die verminderte Dicke der zentralen Hornhaut als zweitwichtigster Risikofaktor für das Glaukom.<ref>Ocular Hypertension Treatment Study. Abgerufen am 22. Mai 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Umgekehrt scheint eine überdurchschnittliche Hornhautdicke das Glaukomrisiko zu senken. Als Ursache wird neben dem oben genannten direkten Einfluss auf die Druckmessung angenommen, dass Menschen mit dicker Hornhaut einen stabileren Bau der Lamina cribrosa sclerae aufweisen, so dass der Sehnervenkopf weniger empfindlich auf Druckerhöhung reagiert.
Eine weitere wichtige Rolle kommt der Pachymetrie bei der Vorbereitung auf verschiedene Augenoperationen zu. Zudem können Werte der Hornhautdickenmessung an unterschiedlichen Lokalisationen manifeste Formanomalien der Hornhaut wie Keratokonus und Keratoglobus anzeigen und sogar Frühformen nachweisen (Belin-Ambrosio-Verfahren). Dies spielt in der refraktiven Laserchirurgie eine wichtige Rolle, um postoperative Komplikationen wie Keratektasien zu vermeiden.
Zum Einsatz kommen zwei unterschiedliche Verfahren:
- die kontaktfreie optische Messung (optisches Kohärenz-Pachymeter, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) sowie
- die Bestimmung mittels Ultraschall, bei der ein kleiner Ultraschallkopf auf die Hornhaut aufgesetzt wird.
Beide Verfahren erlauben die Bestimmung der Hornhautdicke auf einige Mikrometer genau. Das erstere Verfahren wird von vielen Augenärzten als individuelle Gesundheitsleistung („IGeL-Leistung“) angeboten bzw. beworben.
Mittels moderner Scheimpflug-Bildgebung (z. B. Pentacam<ref>Interpretationsleitfaden Oculus Pentacam. (PDF) Oculus, abgerufen am 18. Dezember 2018.</ref>) oder mittels Optischer Kohärenztomografie (z. B. Anterion) lassen sich Dickenwerte über die gesamte Hornhaut ermitteln.
Literatur
- Tamara Myers: Mosby’s Medical Dictionary. 8th edition. Mosby Elsevier, St. Louis MO 2009, ISBN 978-0-323-05290-0.
Einzelnachweise
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