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Engelskirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Datei:DEU Engelskirchen COA.svg
Basisdaten
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 50° 59′ N, 7° 25′ O keine Zahl: {{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|05374008}}Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 50° 59′ N, 7° 25′ O
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Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Oberbergischer Kreis
Höhe: 124 m ü. NHN
Fläche: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ km²
Einwohner: {{Metadaten Einwohnerzahl DE−Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|05374008}} (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code">{{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code QUELLE}}</ref>
Bevölkerungsdichte: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ Einwohner je km²
Postleitzahlen: 51766, 51777
Vorwahlen: 02263, 02261, 02262Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GM
Gemeindeschlüssel: 05 3 74 008
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Engels-Platz 4
51766, 51777 Engelskirchen
Website: www.engelskirchen.de
Bürgermeister: Lukas Miebach (CDU)
Lage der Gemeinde Engelskirchen im Oberbergischen Kreis
<imagemap>

Bild:Engelskirchen in GM.svg|rahmenlos|300x375px|zentriert|Karte poly 127 332 152 332 172 351 181 378 172 409 205 428 228 458 255 447 302 468 0 468 0 409 23 363 46 378 90 378 Rhein-Sieg-Kreis poly 370 96 370 126 409 126 409 96 Oberbergischer Kreis poly 127 332 90 378 46 378 23 363 0 409 0 96 20 115 28 153 46 167 28 185 38 205 65 203 65 235 46 253 38 253 38 265 20 287 38 316 65 304 90 332 Rheinisch-Bergischer Kreis poly 319 0 319 167 468 167 468 0 Nordrhein-Westfalen poly 23 115 0 96 0 26 46 64 46 78 38 96 38 115 28 115 Remscheid poly 38 53 0 31 0 0 28 0 46 21 Wuppertal poly 38 9 28 0 172 0 127 43 127 20 110 23 110 9 Ennepe-Ruhr-Kreis poly 127 43 172 0 311 0 311 167 424 167 336 185 319 167 268 192 255 145 192 167 192 131 127 64 Märkischer Kreis poly 336 185 424 167 468 167 468 332 438 340 400 332 400 287 370 287 348 254 370 242 327 192 Kreis Olpe poly 468 341 468 394 424 394 449 332 Kreis Siegen-Wittgenstein poly 400 332 446 342 428 394 468 394 468 468 302 468 311 468 386 424 370 351 Rheinland-Pfalz poly 214 438 228 458 255 438 303 468 327 378 284 351 239 429 Waldbröl poly 311 454 327 468 386 430 370 351 327 378 Morsbach poly 205 438 239 426 284 351 172 351 177 405 Nümbrecht poly 172 351 284 342 255 279 205 304 192 287 143 332 Wiehl poly 311 378 255 278 353 254 370 287 391 287 400 332 Reichshof poly 192 287 205 304 293 265 268 242 336 185 319 167 244 216 160 228 143 254 180 242 205 273 Gummersbach poly 160 226 243 213 268 192 252 145 181 167 Marienheide poly 268 242 329 192 370 242 291 265 Bergneustadt poly 82 301 90 332 147 332 205 272 178 242 Engelskirchen poly 20 296 110 192 160 201 142 265 38 316 Lindlar poly 46 78 20 121 28 158 70 167 64 145 91 134 110 106 91 64 Hückeswagen poly 28 190 127 64 192 141 156 204 70 226 Wipperfürth poly 43 78 38 9 127 10 127 76 Radevormwald desc bottom-right </imagemap>

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Die Gemeinde Engelskirchen ist eine kreisangehörige Gemeinde des Oberbergischen Kreises im Bergischen Land im Südosten des Landes Nordrhein-Westfalen.

Geografie

Datei:Karte-engelskirchen.png
Karte des Gemeindegebietes
Datei:Engel-Museum.13.JPG
Der Engelskirchener Engel

Engelskirchen liegt im Aggertal im Westen des Oberbergischen Kreises und grenzt dort mit Overath an den Rheinisch-Bergischen Kreis. Im Norden grenzt die Gemeinde an Lindlar, im Osten an Gummersbach, im Südosten an Wiehl und im Süden an Much.

Lindlar Lindlar, Gummersbach Gummersbach
Lindlar, Overath Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Gummersbach, Wiehl
Overath Much Wiehl

Gemeindegliederung (offizielle Orte der Gemeinde)

B BellingrothBickenbachBuschhausen
D Dörrenberg
G Grünscheid
H HahnHardtHollenberg
K Kaltenbach
L Loope
M MiebachMüllensiefen
N Neuremscheid
O OesinghausenÖtterstalOsberghausen
P Papiermühle
R RemerscheidRennbruchRommersbergRünderoth
S SchnellenbachStiefelhagen
W WahlscheidWallefeldWiehlmünden

Frühere Ortschaften, die eingegliedert wurden

Früherer Ort eingegliedert nach
Broich Grünscheid
Ehreshoven Loope
Gosse Wahlscheid
Thal Wahlscheid
Heide Loope
Hintersteimel Loope
Hülsen Loope
Kastor Loope
Niederhof Loope
Ohl Grünscheid
Oberschelmerath Loope
Vordersteimel Loope
Unterbüchel Loope

Einwohnerentwicklung

Entwicklung von 1792 bis 1974

Bis zur Kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 umfasste die Bürgermeisterei Engelskirchen die Gemeinden Engelskirchen und Hohkeppel.<ref>Zahlen bis 1974 entnommen aus: Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 70 und 106.</ref>

Jahr Einwohner
insgesamt
davon
Gemeinde
Engelskirchen
davon
Gemeinde
Hohkeppel
1792 2.777 1.516 1.261
1821 2.892 1.840 1.052
1831 3.590 2.103 1.487
1850 4.285 2.458 1.827
1860 4.496 2.597 1.893
1870 4.945 2.886 2.059
1880 5.096 3.483 1.613
1890 5.455 3.988 1.467
1900 5.687 4.195 1.492
1910 5.154 4.148 1.006
1920 5.342 4.312 1.030
1933 5.788 4.644 1.144
1939 5.894 4.815 1.079
1945 7.176 5.760 1.416
1950 7.780 5.954 1.826
1961 9.612 7.457 2.155
1970 10.382 8.139 2.243
1974 10.595 8.142 2.453

Entwicklung ab 1975

Einwohnerentwicklung nach der Kommunalen Neugliederung und Zusammenführung von Engelskirchen und Ründeroth:<ref>Gemeinde Engelskirchen. 26. Juli 2024, abgerufen am 31. Juli 2024.</ref><ref>Zahlen bis 1984 entnommen aus: Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 106.</ref>
(jeweils zum 31. Dezember)

Jahr Einwohner
1975 18.555
1976 18.452
1977 18.444
1978 19.002
1979 19.278
1980 19.425
1981 19.552
1982 19.558
1983 19.726
1984 19.740
Jahr Einwohner
1998 20.568
2000 20.647
2001 20.829
2003 20.807
2005 20.569
2008 20.164
2012 19.269
2013 19.211
2022 19.584
2023 19.637

Geschichte

Während die Germanisierung des Rheinlands im zweiten Jahrhundert v. Chr. nahezu vollendet war, gibt es für den Bereich des Engelskirchener Gemeindegebiets keine Nachweise für eine dauerhafte Besiedlung zu dieser Zeit; Ausgrabungsfunde weisen auf durchreisende Jäger, Händler und Hirten hin. Gründe für die späte Besiedlung waren vermutlich die dichte Bewaldung und die Agger, die zu dieser Zeit einen deutlich höheren Stand hatte als heute.<ref name="pk">Peter Kühlheim: Heimatgeschichte der Gemeinde Engelskirchen. In: Opladen, Schiefeling: Engelskirchen im Aggertal. 1951, S. 9–12.</ref>

Engelskirchen wurde als alte bergische Siedlung urkundlich erstmals im Jahr 1353 erwähnt, und zwar in der Formulierung: „Gerlaco von Engellerskerken wird als Wipperfürther Schöffe genannt“. Die Schreibweise der Erstnennung war Engellerskerken.<ref>Klaus Pampus: Urkundliche Erstnennungen oberbergischer Orte (= Beiträge zur Oberbergischen Geschichte. Sonderbd. 1). Oberbergische Abteilung 1924 e. V. des Bergischen Geschichtsvereins, Gummersbach 1998, ISBN 3-88265-206-3.</ref> Älter ist der Ortsteil Ründeroth, der 1174 zum ersten Mal erwähnt wird.

Für das Kirchspiel Engelskirchen, unterteilt in die Honschaften Ober- und Unter-Engelskirchen, war der Lindlarer Fronhof zuständig. Der verantwortliche Stiftskämmerer zählte 1413 im Gemeindegebiet 45 Höfe in 28 Gehöften.<ref name="pk" /> Im Kirchspiel wurde schon früh Bergbau und Metallbearbeitung betrieben; urkundliche Belege für die Zeit vor 1500 sind jedoch selten. Das älteste bekannte Fachwerkhaus stellt eine Mühle dar, die in einem Pachtvertrag von 1514 erstmals in Dokumenten zu finden ist.<ref>Josef Schiefeling (Hrsg.), Josef Hesse, Hartmut Neuhoff: Engelskirchen – Bilder eines bergischen Ortes. Schiefeling Verlag, Engelskirchen, 1991. Seite 96.</ref> Am 3. Mai 1566 erteilte der Herzog von Berg die Erlaubnis von Eisenhämmern.<ref>Peter Kühlheim: Heimatgeschichte der Gemeinde Engelskirchen. In: Opladen, Schiefeling: Engelskirchen im Aggertal. 1951, S. 13.</ref> Darüber hinaus nutzten die Bewohner die Waldungen zur Gewinnung von Holzkohle für die Eisenwerke und zur Herstellung von Fassreifen, die im 15. und 16. Jahrhundert nach Köln geliefert wurden, wo ein besonderer Reifenmarkt eingerichtet war.<ref name="pk" />

Engelskirchen gehörte bis 1806 zum Herzogtum Berg verwaltungsrechtlich und gerichtlich zum Amt Steinbach.

Von 1800 bis 1820

1806 erhob Napoleon das Herzogtum Berg zum Großherzogtum, das er 1808 in Départements, Arrondissements, Kantone und Mairien unterteilte. In den Mairien blieben die alten Honschafts- und Kirchspielgrenzen unverändert bestehen. Zur Bürgermeisterei Engelskirchen gehörten die Honschaften Ober- und Unterengelskirchen, Tüschen und Vellingen. Engelskirchen wurde dem Kanton Lindlar zugeordnet und bildete aufgrund der geringen Einwohnerzahlen eine Samtgemeinde mit dem Kirchspiel Hohkeppel.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 61–62.</ref>

Nach dem Rückzug Napoleons wurde das Großherzogtum Berg Preußen zugesprochen. Bei der folgenden Reorganisation der Verwaltung wurden französische Namen und Begriffe durch deutsche ersetzt. Alexander Court wurde zum Bürgermeister in Lindlar bestellt und übernahm zugleich die Mitverwaltung der Bürgermeisterei Engelskirchen. Lindlar gehörte zum Landkreis Wipperfürth, der Teil des Regierungsbezirks Köln war.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 62–65.</ref>

Von 1820 bis 1850: Die Industrialisierung Engelskirchens

Von Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Engelskirchen insbesondere Landwirtschaft, Handwerk sowie in geringem Umfang Erzabbau betrieben.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 72 und 80–81.</ref> Die Industrialisierung erreichte die Gegend um Engelskirchen erst spät. Während 1850 im Deutschen Bund der Anteil der im gewerblich-industriellen Bereich Beschäftigten über 25 % lag, betrug er im Kreis Wipperfürth 1855 nur ungefähr 9 %.<ref>Thomas Schleper: Mit Engels ins Industriezeitalter. Von Wasserkraft, Fabrikarbeit und Baukunst (= Beiträge zur Industrie- und Sozialgeschichte. Bd. 3). 2., unveränderte Auflage. Rheinland-Verlag GmbH, Köln 1993, ISBN 3-7927-1254-7, S. 50–52.</ref> Wichtig für die beginnende Industrialisierung Engelskirchens waren in diesen Jahren insbesondere die Ansiedlung der Baumwollspinnerei Ermen & Engels und der Ausbau der Infrastruktur.

Ausbau der Infrastruktur

Von 1824 bis 1834 erfolgte der Ausbau und die Befestigung eines Karrenwegs, der von Köln über Engelskirchen nach Eckenhagen geführt hatte, zur befestigten Staatsstraße von Köln nach Minden. Die erste Teilstrecke der neu geschaffenen Köln-Olper Chaussee von Köln bis Engelskirchen wurde 1830 eröffnet. Die Teilstrecke bis Wegeringhausen wurde 1834 freigegeben. Die Straße verbesserte die Anbindung des Gebiets um Engelskirchen mit der Rheinschiene und ermöglichte schnellere und kostengünstigere Transporte der produzierten Güter.<ref>Karl-Heinz Lüdenbach, Rainer Schmidt: Freie Fahrt durchs Aggertal. In: Bürger- und Verschönerungsverein Loope e. V. (Hrsg.): Loope. Ein Heimatbuch. Heider, Bergisch Gladbach 2012, ISBN 978-3-87314-473-6, S. 116–117.</ref> Dem Neubau der Köln-Olper Chaussee folgte 1843 bis 1845 der befestigte Ausbau einer Straße durch das Horpetal nach Lindlar und der Bau der Leppestraße nach Kaiserau zwischen 1853 und 1856.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 81 und 95.</ref>

Ansiedlung der Baumwollspinnerei Ermen & Engels

Friedrich Engels erwarb 1837 ein an der Agger gelegenes Industriegebäude, das er zur Baumwollspinnerei Ermen & Engels umbauen ließ. Die Produktion begann 1847. Engels hatte zuvor die Ansiedlung eines Betriebs in Barmen und dem nahegelegenen Overath geprüft, sich jedoch schließlich für eine Ansiedlung in Engelskirchen entschieden.<ref>Thomas Schleper: Mit Engels ins Industriezeitalter. Von Wasserkraft, Fabrikarbeit und Baukunst (= Beiträge zur Industrie- und Sozialgeschichte. Bd. 3). 2., unveränderte Auflage. Rheinland-Verlag GmbH, Köln 1993, ISBN 3-7927-1254-7, S. 33–39.</ref> Für Engelskirchen sprach aus seiner Sicht die Agger, die eine zuverlässige Energieversorgung gewährleisten könne und zudem über eine Wasserqualität verfüge, die auch die Verwendung des Wassers als Betriebsmittel in der Färbereianlage zulasse. Ein weiterer Faktor war die Verfügbarkeit günstiger Arbeitskräfte, denn „…die Bewohner sind sehr arm, und sehen mit Sehnsucht einer neuen Nahrungsquelle entgegen“, so Engels.<ref>Zitiert nach: Thomas Schleper: Mit Engels ins Industriezeitalter. Von Wasserkraft, Fabrikarbeit und Baukunst (= Beiträge zur Industrie- und Sozialgeschichte. Bd. 3). 2., unveränderte Auflage. Rheinland-Verlag GmbH, Köln 1993, ISBN 3-7927-1254-7, S. 38.</ref> Darüber hinaus ermöglichten die gut ausgebauten Verkehrswege verhältnismäßig kurze Reisezeiten nach Barmen, wo der Firmensitz Engels lag, sowie nach Köln und Gummersbach.<ref>Thomas Schleper: Mit Engels ins Industriezeitalter. Von Wasserkraft, Fabrikarbeit und Baukunst (= Beiträge zur Industrie- und Sozialgeschichte. Bd. 3). 2., unveränderte Auflage. Rheinland-Verlag GmbH, Köln 1993, ISBN 3-7927-1254-7, S. 37.</ref> In den Folgejahren stiegen die Beschäftigtenzahlen der Baumwollspinnerei an. Dies führte auch zu einem Anstieg der Einwohnerzahlen in Engelskirchen. In den 1850er Jahren waren fast 50 % der Einwohner in der Textilfabrik beschäftigt.<ref>Thomas Schleper: Mit Engels ins Industriezeitalter. Von Wasserkraft, Fabrikarbeit und Baukunst (= Beiträge zur Industrie- und Sozialgeschichte. Bd. 3). 2., unveränderte Auflage. Rheinland-Verlag GmbH, Köln 1993, ISBN 3-7927-1254-7, S. 107.</ref>

Von 1850 bis 1900: Eisenbahn und Bergbau

Datei:Grube Bliesenbach.8.jpg
Die Grube Bliesenbach um 1900

Im Jahr 1851 existierten in Engelskirchen circa 40 Häuser. In diesem Jahr entstand die erste bekannte Abbildung des Ortes in Form einer Bleistiftzeichnung.<ref>Josef Schiefeling (Hrsg.), Josef Hesse, Hartmut Neuhoff: Engelskirchen – Bilder eines bergischen Ortes. Schiefeling Verlag, Engelskirchen, 1991. Seite 1.</ref> Das 1860 gegründete „Eisenbahn-Komitee“ unter maßgeblicher Beteiligung von Emil Engels setzte sich für einen Anschluss Engelskirchens an die in Planung befindliche Eisenbahnstrecke nach Siegburg ein, die 1880 projektiert und ab Ende 1882 gebaut wurde. Engelskirchen erhielt somit einen Bahnhof, der am 15. Oktober 1884 erstmals von der Aggertalbahn angefahren wurde. Der Bahnanschluss sowie die 1897 eröffnete Leppetalbahn nach Marienheide führten zu deutlich sinkenden Frachtkosten für die Industriebetriebe und die Steinbrüche im Leppetal.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 86–88.</ref>

Neben der Firma Ermen & Engels, die zu ihren Hochzeiten mehr als 600 Personen beschäftigte, wurde der Bergbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer der größten Arbeitgeber in Engelskirchen. Während die Gewinnung von Erzen und die Eisenverhüttung bis dahin nur eine geringe Bedeutung hatten, gingen nun mehrere Gruben in Betrieb, die insbesondere Bleierze und Zinkblende abbauten. Zu den wichtigsten Gruben gehörten:

  • Die Grube Castor, die ab 1853 betrieben wurde und bis zu 392 Personen beschäftigte.
  • Die Grube Silberkaule, die jedoch bereits 1893 wieder stillgelegt wurde.
  • Die Grube Bliesenbach, für die gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Pferdelorenbahn nach Loope verlegt wurde.
  • Weitere Gruben gab es in der Umgebung von Kaltenbach, wie zum Beispiel Grube Litz, Grube Braunfels und die Grube 15 Löwenpfähle.
  • Hinzu kamen einige kleinere Abbaustätten in Ründeroth und Hohkeppel.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 89–92.</ref>

Insbesondere für die Bevölkerung im Umkreis von Loope hatten die Gruben Bliesenbach, Castor und Silberkaule eine große Bedeutung; zeitweise waren hier bis zu 1.000 Personen beschäftigt. Loope hatte daher auch die Bezeichnung „Dorf der Bergarbeiter“.<ref>Karl-Heinz Lüdenbach: Harte Arbeit – niedrige Löhne. In: Bürger- und Verschönerungsverein Loope e. V. (Hrsg.): Loope. Ein Heimatbuch. Heider, Bergisch Gladbach 2012, ISBN 978-3-87314-473-6, S. 185.</ref>

Von 1900 bis 1913

Während der Bergbau nach der Jahrhundertwende wirtschaftliche Probleme hatte, war die Auftragslage der Baumwollspinnerei Ermen & Engels gut. Durch die Ansiedlung neuer Betriebe stiegen die Zahl der Arbeitsplätze und das Einkommen der Engelskirchener Bevölkerung. In der Folgezeit entstanden zahlreiche Wohnungen und öffentliche Gebäude. Aus diesem Grund legte der Gemeinderat im Jahr 1905 erstmals Straßennamen fest.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 112.</ref> Neben dem Neubau der Katholischen Volksschule (eröffnet 1903) und dem Ausbau der alten Volksschule zur Höheren Schule (abgeschlossen 1907) wurde das St. Josef-Krankenhaus erweitert. Am 10. Oktober 1908 konnte das erste Bürgermeisteramt Engelskirchens bezogen werden.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 110.</ref>

1908 erwarb die Firma Busch & Co. das Gelände der stillgelegten Eisenschmelzhütte Unterkaltenbach und siedelte ihre Zahnbohrerfabrik von Düsseldorf nach Engelskirchen um. Sie legte damit den Grundstein für eine stark wachsende Zahn- und Spiralbohrer-Industrie in Engelskirchen. Busch & Co. entwickelte sich in den Folgejahren zu einem der bedeutendsten Zahnbohrerhersteller der Welt; ehemalige Mitarbeiter gründeten in den Jahren bis 1930 mehrere Betriebe, darunter die Firmen H & K Müller und Lukas-Erzett.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 113–114.</ref>

Die Verlegung der Bahnstrecke, die zwischen Loope und Ründeroth größtenteils auf der Köln-Olper Chaussee verlief, veränderte das Ortsbild erheblich. Die Gemeinde unterstützte diese Verlegung aufgrund mehrerer Kollisionen mit Fuhrwerken, Personenunfällen und unzureichenden Sicherungsmaßnahmen entlang des bestehenden Streckenverlaufs. Arbeitslose einheimische Grubenarbeiter und ausländische Hilfskräfte errichteten zwischen 1909 und 1912 mehrere Bahndämme, unter anderem auf der Hardt und dem Streckenabschnitt zwischen Loope und Engelskirchen. Die Strecke zwischen Ehreshoven und Engelskirchen wurde am 4. Mai 1912 wieder in Betrieb genommen. Die Öffnung des Streckenabschnitts zwischen Engelskirchen und Ründeroth folgte am 1. August 1913.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 110–111.</ref>

Von 1914 bis 1923

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs Mitte 1914 erfolgte auch in Engelskirchen eine Mobilmachung. Das Krankenhaus wurde ab November 1914 nach den Bedürfnissen der Heereslazarettverwaltung eingerichtet. Erste Verwundete erreichten das Krankenhaus noch im selben Monat. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs starben 90 Soldaten aus Engelskirchen.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 120.</ref>

Nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 musste die Reichsregierung der Besetzung rechts- und linksrheinischer Gebiete durch die Truppen der Siegermächte zustimmen. Gemäß den alliierten Plänen zur Rheinlandbesetzung besetzten britische Truppen einen „Brückenkopf“ mit einem Radius von 30 km um Köln. Engelskirchen lag in einer 10 km breiten neutralen Zone, die besetzte von unbesetzten Gebieten abgrenzen sollte. Nach kurzer Besatzungszeit durch kanadische Truppen erreichte die britische Armee Engelskirchen am 14. Dezember 1918. Die Soldaten drangen zunächst bis Loope vor und errichteten in Grünscheid eine Grenzwache; der Personen- und Güterverkehr der Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Ehreshoven und Engelskirchen wurde im Dezember 1918 gesperrt. Engelskirchen war somit von Köln abgeschnitten. Die folgende Einquartierung der britischen Truppen war eine starke Belastung für die Bevölkerung. Gründe hierfür waren insbesondere der Mangel an Nahrungsmitteln und die Versuche der Besatzungstruppen, den Schmuggelverkehr mit benachbarten Ortschaften zu unterbinden. Als in Deutschland der Widerstand gegen eine Unterschrift des Versailler Vertrags zunahm, wurden Mitte 1919 kurzzeitig mehrere tausend britische Soldaten als Verstärkung hinzugezogen, die Feldlager auf der Miebach und den Alsbacher Wiesen errichteten.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 122–127.</ref>

Mit Wiederaufnahme des Zugverkehrs im November 1919 nahm der Schmuggelverkehr durch Engelskirchen stark zu. 1922 und Anfang 1923 patrouillierten daher mehrfach französische Soldaten durch das Agger- und Leppetal und besetzten die Bahnhöfe in Overath und Ründeroth mit dem Ziel, den Güter- und Versorgungsverkehr zu unterbinden. Somit sollte der Schmuggel erschwert und Deutschland zur pünktlicheren Lieferung von Reparationsleistungen bewegt werden. Die französischen Soldaten verließen Ründeroth erst am 22. Oktober 1924, während die britischen Truppen ihre Bahnhofswache und Zollschranken bereits Ende 1923 beendeten.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 127.</ref>

Von 1923 bis 1945

Datei:Inferno Seite 3.jpg
Der zerstörte Ortskern von Engelskirchen nach den Luftangriffen von 1945

Nach dem Ende der Besatzungszeit wurde die Strom- und Gasversorgung der im Aggertal ansässigen Industriebetriebe zunehmend wichtiger. Die Gemeinde beteiligte sich daher am 15. März 1923 an der Gründung der „Gasgesellschaft Aggertal mbH“ und wurde bald an das Gasnetz der „Thyssenschen Gas- und Wasserwerke AG“ angeschlossen. In den Jahren 1926 bis 1933 entstanden die drei Stauanlagen Ohl/Grünscheid, Ehreshoven I und II, die Engelskirchen mit Strom versorgen sollten. Gleichzeitig erfolgte der Ausbau des Strom- und Wassernetzes in den entlegenen Ortsteilen.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 132–133.</ref>

Mit der Machtübernahme Hitlers am 30. Januar 1933 änderten sich die politischen Verhältnisse in Engelskirchen. Im September 1933 wurden alle Vertreter der KPD und SPD aus Vertretungskörperschaften verbannt; Bürgermeister Wilhelm Carl wurde vom Amt suspendiert. Am 12. März 1933 wählten die Engelskirchener Bürger letztmals einen Gemeinderat; ab 1934 wurden entsprechende Mandatsträger vom Ortsbeauftragten der NSDAP berufen und vereidigt.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 136.</ref> Der spätere Bürgermeister Edmund Schiefeling, Inhaber der Druckerei Schiefeling, Redakteur und Herausgeber der regierungskritischen Bergischen Wacht, floh ins Rheinland und wurde nach seiner Rückkehr monatelang inhaftiert.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 172–173.</ref> Engelskirchen gehörte nun zum Reichsgau Köln-Aachen unter der Leitung von Josef Grohé; Engelskirchen und Hohkeppel bildeten in beiden Gemeinden je eine Ortsgruppe.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 145.</ref>

Ab Januar 1945 erreichten größere Flüchtlingsströme das Bergische Land; auch Engelskirchen nahm zahlreiche Menschen auf. Während andere Städte und Gemeinden im Umkreis teils deutlich früher bombardiert worden waren, wurde Engelskirchen erst kurz vor Kriegsende Angriffsziel britischer Streitkräfte. Bei zwei Bombardements durch die Second Tactical Air Force der RAF am 19. und 28. März 1945 kamen 278 Menschen ums Leben, weitere 22 Personen starben später aufgrund der bei den Angriffen erlittenen Kriegsverletzungen. Bei Kriegsende war Engelskirchen zu 80 % zerstört; ca. 50 % des Wasserleitungsnetzes und der Kanalisation waren unbrauchbar. Damit war Engelskirchen der am stärksten zerstörte Ort im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 149–156.</ref> Bis Herbst 1947 wurden insgesamt 646 Kriegstote erfasst und registriert, darunter 159 Soldaten und 15 vermisste Zivilisten sowie 22 Einwohner, die auf der Flucht getötet wurden.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 156–157.</ref>


Von 1945 bis 1975

Datei:Inferno Bahn Seite 21.jpg
Das zerstörte Ortszentrum mit Überresten des Engelskirchener Bahnhofs

Zu Beginn der Nachkriegszeit hatte der Wiederaufbau des zerstörten Ortes höchste Priorität. Bis Dezember 1945 waren die eher leicht beschädigten Wohnungen wiederhergestellt, die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser gesichert; zwei Brücken ermöglichten die Überquerung der Agger. Die Gemeinde beauftragte die „Baugesellschaft Oberberg“ mit Organisation, Durchführung und Kontrolle des Wiederaufbaus. Der nach Engelskirchen geflohene Kölner Architekt Wilhelm Riphahn entwickelte Pläne für die Neugestaltung des Ortes. Riphahn empfahl die Verkleinerung und Neuordnung der Grundstücksflächen, eine ersatzlose Beseitigung der Leppetalbahn und eine Verlegung und Verkleinerung des Bahnhofes. Umgesetzt wurde ein den lokalen Verhältnissen angepasster Kompromissvorschlag.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 163–165.</ref> Die britische Militärregierung plante zur gleichen Zeit, alle Spiral- und Zahnbohrbetriebe Engelskirchens zu demontieren; nach Protesten der Bevölkerung beschränkte sie sich jedoch auf die Demontage der Firma Arnold Bürstinghaus.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 175–177.</ref>

Am 31. Mai 1958 stellte die OVAG den Betrieb der Leppetalbahn ein. Der Landschaftsverband Rheinland hatte zuvor die Beseitigung einer Reihe von Engpässen im Leppetal gefordert, die die OVAG jedoch nicht finanzieren konnte. Der Strecke wurde daraufhin zurückgebaut und zu einem Fußweg entlang der Leppe umgestaltet.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 185–186.</ref>

Der Ausbau der Autobahn A 4 von Köln nach Olpe brachte in den Jahren ab 1965 größere bauliche Maßnahmen und Landschaftseingriffe mit sich. Sowohl die Bürger der Gemeinde als auch die Verkehrsteilnehmer unterstützten den Neubau der Autobahn, da die B 55 aufgrund ständig steigender Kraftfahrzeugdichte zunehmend Probleme bereitete. Die Planung der Arbeiten hatte bereits 1961 begonnen, die Planfeststellung lief in Etappen von 1965 bis 1975. Im Bereich Engelskirchen wurden, neben vielen kleinen Brücken, mit der Loopetalbrücke und der Kaltenbachtalbrücke zwei Großbauwerke errichtet. Die im Planfeststellungsverfahren bereits berücksichtigte Umgehungsstraße L 302, die Lindlar, das Leppetal und Wipperfürth anbinden sollte, machte die Enteignung von 71 Grundstückseigentümern und den Abriss von vier Wohnhäusern erforderlich. Der Autobahnabschnitt von Köln bis Wiehl wurde am 11. April 1975 eröffnet, die L 302 drei Jahre später.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 193–198.</ref>

Seit der kommunalen Neugliederung 1975

Am 1. Januar 1975 wurden im Zuge der kommunalen Neugliederung gemäß § 13 Abs. 1 des Köln-Gesetzes die bis dahin selbständigen Gemeinden Engelskirchen und Ründeroth zur neuen Gemeinde Engelskirchen zusammengeschlossen. Gleichzeitig wurde das Gemeindegebiet vom Rheinisch-Bergischen Kreis abgetrennt und dem Oberbergischen Kreis zugeordnet.<ref></ref> Der Neugliederung erfolgte nach einer mehrjährigen, teilweise höchst umstrittenen Planungsphase. Die Wünsche kleinerer Gemeinden wie beispielsweise Hohkeppel wurden dabei kaum berücksichtigt.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 225.</ref> Besonders umstritten war die Namensgebung der durch den Zusammenschluss der Gemeinde Ründeroth und des Amtes Engelskirchens neu entstehenden Gemeinde. In einem Interkommunalen Ausschuss diskutieren Vertreter beider Orte verschiedene Vorschläge. Eine Einigung gelang jedoch nicht, da beide Seiten den eigenen Namensvorschlag durchsetzen wollten. In einer Landtagssitzung entschied daher Franz-Josef Antwerpes über den zukünftigen Gemeindenamen. Er begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass Engelskirchen der Geburtsort Friedrich Engels sei. Mit der Neugliederung wurden die Ortsteile Kastor (zuvor Gemeinde Hohkeppel) sowie Hülsen, Niederhof, Rottland, Unter- und Oberstaat (zuvor Gemeinde Overath) Engelskirchen angegliedert. Abgetrennt und der Stadt Wiehl zugeordnet wurden Büddelhagen, Verr und Brächen.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 227–228.</ref><ref>Anmerkung: Hesse zitiert Antwerpes' Äußerungen zu alternativen Namen oder deren Kombinationen. Antwerpes soll in der damaligen Sitzung des Landtags gesagt haben „[...] zumal alle Kombinationen daran scheitern, dass Friedrich Engels in Engelskirchen geboren wurde“. Diese Aussage ist offensichtlich falsch.</ref>

Religion

Datei:Peter-paul-kirche-engelskirchen.jpg
Kirche St. Peter und Paul

In Engelskirchen gibt es folgende kirchliche Einrichtungen:

  • Katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul
  • Katholische Kirchengemeinde Heilige Familie Hardt
  • Katholische Kirchengemeinde Herz-Jesu Loope
  • Katholische Kirchengemeinde St. Jakobus Ründeroth
  • Katholische Kirchengemeinde St. Mariä Namen Osberghausen
  • Neuapostolische Kirche
  • Evangelische Kirchengemeinde Engelskirchen-Loope
  • Evangelische Kirchengemeinde Ründeroth
  • Evangelische Kirchengemeinde Schnellenbach
  • Eyüp Sultan Camii Moschee in Engelskirchen-Hardt

Politik

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Kommunalwahl 2020
Wahlbeteiligung: 55,8  % (2014: 54,8 %)
 %
40
30
20
10
0
38,6 %
34,9 %
18,0 %
n. k. %
7,1 %
1,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+0,6 %p
−1,3 %p
+7,3 %p
−6,0 %p
+1,6 %p
−2,3 %p

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Engelskirchen hat 32 Sitze, die sich auf die Parteien wie folgt verteilen:

CDU SPD GRÜNE FDP UWG LINKE Gesamt
200400 12 12 3 3 2 32
2009<ref>Wahlergebnisse von Engelskirchen 2009. Abgerufen am 7. Juni 2015.</ref> 12 11 3 3 2 1 32
2014<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bekanntmachung des Ergebnisses der Ratswahl der Gemeinde Engelskirchen am 25.05.2014 (Memento vom 27. Oktober 2014 im Internet Archive). Website der Gemeinde Engelskirchen. Abgerufen am 7. Juni 2015.</ref> 12 12 3 2 2 1 32
2020<ref>Ratswahl – Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Engelskirchen – Gesamtergebnis. Abgerufen am 18. Oktober 2020.</ref> 11 13 6 2 32

Bürgermeister

  • 1808–1809: Georg Klug
  • 1809–1815: Johann Joseph David Friederichs
  • 1815–1836: Franz Alexander Court, Bürgermeister für Lindlar, Engelskirchen und Hohkeppel
  • 1836–1839: Heinrich Schade, Adolf Nelles, Johann Heinrich Bau, kommissarische Bürgermeister
  • 1839–1844: Johann Heinrich Bau
  • 1844–1846: Friedrich Bremmer, kommissarischer Bürgermeister für Lindlar, Engelskirchen und Hohkeppel
  • 1846–1851: Friedrich Bremmer, Bürgermeister für Lindlar, kommissarischer Bürgermeister für Engelskirchen

Erster Bürgermeister der Gemeinde wurde am 30. August 1851 Friedrich Bremmer. Nach kurzer Amtszeit blieb der Posten vakant. Die Amtsgeschäft wurden währenddessen stellvertretend geführt von:

  • 19. September 1853 bis 6. Dezember 1853: P. J. Stiefelhagen, Beigeordneter
  • 6. Dezember 1853 bis 21. Dezember 1854: Graf Nesselrode, Beigeordneter
  • 21. Dezember 1854 bis 21. Mai 1855: Konrad Heckmann, Bürgermeistereiverwalter
  • 21. Mai 1855 bis 4. Dezember 1855: Graf Nesselrode, Beigeordneter<ref>für den Zeitraum von 1851 bis 1855: Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 70.</ref>

Bürgermeister ab 1856:

  • 1856 bis 1904: Edmund Gefeler
  • 1906 bis 1910: Heinrich Ungermann
  • 1910 bis 1920: Julius Hübner
  • 1921: Josef Herbrandt
  • 1921 bis 1929: Wilhelm Becker
  • 1929 bis 1933: Wilhelm Carl
  • 1933 bis 1940: Hermann Hasberg
  • 1940 bis 1944: Erich Blumberg
  • 1944 bis 1945: Rudolf Radermacher
  • 12. April 1945: Heinrich Huhnen
  • 20. April 1945: Wilhelm Fischer
  • 4. Mai 1945 bis 1. Oktober 1946: Heinrich Raskin
  • 1946 bis 1947: Edmund Schiefeling (während der Amtszeit verstorben)
  • 1947 bis 1949: Aloys Remmel
  • 1949 bis 1974: Carl Allmann

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurden die Gemeinden Engelskirchen und Ründeroth zusammengelegt. Für den Zeitraum vom 16. Dezember 1974 bis zum 1. Januar 1975 ernannte der Regierungspräsident zwei Personen mit der Führung der neuen Gemeinde Engelskirchen:

  • Otto Jeschkeit, Beauftragter für den Rat
  • Josef Hesse, Beauftragter für die Verwaltung

Bürgermeister ab dem 1. Januar 1975:

  • 1975–1979: Carl Allmann<ref>für den Zeitraum von 1856 bis 1984: Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 106–107.</ref>
  • 1979 – 12/1988: Horst Fabritius
  • 12/1988 – 10/1989: Margarete Vierbaum
  • 10/1989 – 03/1997: Bernhard Reuber
  • 04/1997 – 09/2009: Wolfgang Oberbüscher
  • 2009 – 2025: Gero Karthaus
  • seit 2025: Lukas Miebach

Wappen

Bis zur kommunalen Neugliederung 1975 hatten Amt und Gemeinde Engelskirchen und Ründeroth eigene Wappen. Diese waren der Gemeinde Ründeroth 1935 und dem Amte Engelskirchen 1937 verliehen worden. Das neue Wappen entwarf Ulf-Dietrich Korn. Er kombinierte die Wappen des Herzogtum Bergs und der Grafschaft Mark. Der Regierungspräsident genehmigte dieses Wappen am 24. März 1976.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 247.</ref>

[[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen von Engelskirchen]] Blasonierung: „Im geteilten Schild oben in Silber (Weiß) ein wachsender, blaubewehrter, -bezungter und -bekrönter, zwiegeschwänzter roter Löwe, unten von Silber (Weiß) und Rot in 3 Reihen und 6 Plätzen geschacht.“<ref name="Wappen">zitiert nach: Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 247.</ref>

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wandern und Radwege

Folgende Wanderwege werden ausgehend vom Wanderparkplatz Engelskirchen Bahnhof von dem Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) angeboten:

  • A1 (2,5 km); A2 (5,0 km); A3 (8,2 km); A4 (8,7 km); A5 (2,2 km); A6 (6,5 km)

Museen

Datei:LVR-Industriemuseum in Engelskirchen.JPG
LVR-Industriemuseum in der ehemaligen Baumwollspinnerei Ermen & Engels

Engelskirchener Karneval

In Engelskirchen wird sehr stark Karneval gefeiert, angelehnt an den Kölner Karneval. Federführend ist hier die KG Närrische Oberberger, die 1893 gegründet wurde, und somit eine der ältesten rechtsrheinischen Karnevalsgesellschaften ist. Im Jahr 2002 ging aus der KG die Schlossgarde hervor, die im Karneval an den Rittmeister Wienand Ruttger von Quadt zu Alsbach, einen Herrn von Burg Alsbach, erinnert. Als Narrenruf wird in Engelskirchen sowohl das kölsche „Alaaf!“, als auch das lokale „Kall du!“ verwendet.

Burgen und Schlösser

Datei:Aggertalhoehle.jpg
Aggertalhöhle innen

Sowohl das Schloss Ehreshoven und die Wasserburg Alsbach sind von einem Wassergraben umgeben.

Denkmäler

Denkmäler sind unter anderem das Kriegerdenkmal mit Thingstätte und das Naturdenkmal Aggertalhöhle in Ründeroth. Die Engelskirchener Lohmühle und drei Mühlen im Lambachtal werden im Artikel Mühlen im Oberbergischen Land beschrieben. Hinzu kommt ein 2019 neu entdecktes großes, mehrere Millionen Jahre altes Höhlensystem namens Windloch im Mühlenberg.<ref>"Windloch am Mühlenberg": Forscher erkunden weit verzweigte Höhle, tagesschau.de vom 5. April 2019, abgerufen am 6. April 2019</ref>

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Sonstige Bauwerke

Infrastruktur und Wirtschaft

Schienen- und Busverkehr

Datei:DB 644 037 Engelskirchen Bhf.JPG
Bahnhof Engelskirchen

Der Bahnhof Engelskirchen liegt an der eingleisigen, nicht elektrifizierten Oberbergischen Bahn (KBS 459<ref name="Link_459">Abfrage der Kursbuchstrecke 459 bei der Deutschen BahnVorlage:Abrufdatum </ref>), auf der halbstündlich im Schienenpersonennahverkehr die Oberbergische Bahn (RB 25) von Köln nach Meinerzhagen über Overath und Gummersbach verkehrt. Seit einer weiteren Streckenreaktivierung Ende 2017 beginnen und enden Züge der Linie teilweise am Bahnhof Lüdenscheid.<ref>Klaus Schliek: RB 25 Strecke zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid eingeweiht – Quelle: https://www.rundschau-online.de/29271658 ©2018 Rundschau-online.de vom 10. Dezember 2017. Abgerufen am 3. Januar 2018.</ref>

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von DB Regio NRW.

Bis in die 1950er-Jahre gab es noch eine Schmalspurbahn nach Marienheide, die Leppetalbahn, die hauptsächlich zum Transport von Steinen aus den Steinbrüchen genutzt wurde.

Im Straßenpersonennahverkehr verkehren vom Bahnhof Engelskirchen folgende Buslinien (neues Busnetz ab 11. Dezember 2022):

Linie Linienweg Mo. – Fr. Sa. So. Anmerkungen
310 Gummersbach – Ründeroth Bf. – Engelskirchen Bf. – Overath Bf. 30 Min. 30 – 60 Min. 60 Min.
316 Engelskirchen Krankenhaus – Engelskirchen – Berghausen – Gummersbach 60 Min. 120 Min. 4 Fahrten
331 Engelskirchen – Industriegebiet Klause – Frielingsdorf (- Schmidt & Clemens) 60 Min. 120 Min. kein Verkehr samstags Taxibus
332 Engelskirchen Krankenhaus – Engelskirchen – Lindlar – Frielingsdorf – Scheel 60 Min. 60 Min. 120 Min.
334 Engelskirchen Bf. – Lindlar – Hartegasse – Wipperfürth 120 Min kein Verkehr kein Verkehr überwiegend Taxibus

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Wirtschaft

Der Textilfabrikant Friedrich Engels sen. gründete am 1. Juli 1837 die Textilfabrik Ermen & Engels. Er war der Vater des bekannten Philosophen Friedrich Engels jun., der mit Karl Marx die als Marxismus bezeichnete Gesellschaftstheorie entwickelte. 1900 wurde die Wasserkraft der Agger für die Erstellung eines Elektrizitätswerkes genutzt. 1979 wurde die Firma im Zeichen der Textilkrise geschlossen. Seit 1986 befinden sich in den Firmengebäuden die Gemeindeverwaltung Engelskirchen, das LVR-Industriemuseum – Schauplatz Engelskirchen, die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Engelskirchen, Arztpraxen, Büros, Wohnungen und Restaurants. Wichtige Standbeine der Wirtschaft in Engelskirchen sind heute mittelständisch geprägte Betriebe aus der Kunststoffverarbeitung, der Eisen-, Blech- und Metallwarenherstellung und des Maschinenbaus.

Öffentliche Einrichtungen

Christkindpostfiliale

Jedes Jahr eröffnet die Deutsche Post in Engelskirchen zur Weihnachtszeit die Weihnachtspostfiliale. Dort werden alle Schreiben und Wunschzettel der Kinder rechtzeitig bis Heiligabend beantwortet. 2009 waren es über 160.000 Briefe, die aus aller Welt eingingen. Die Anschrift lautet: An das Christkind in 51777 Engelskirchen.<ref>Engelskirchen: Christkindpostfiliale. Website der Gemeinde Engelskirchen. Abgerufen am 3. Dezember 2022.</ref>

Schulen

In Engelskirchen gibt es zwei weiterführende Schulen<ref>Engelskirchen: Weiterführende Schulen. (engelskirchen.de [abgerufen am 20. August 2018]).</ref>:

Zudem gibt es mehrere Grundschulen<ref>Engelskirchen: Grundschulen. (engelskirchen.de [abgerufen am 20. August 2018]).</ref>:

  • Gemeinschaftsgrundschule Engelskirchen
  • Gemeinschaftsgrundschule Ründeroth
  • Gemeinschaftsgrundschule Schnellenbach
  • Katholische Grundschule Loope

Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde wurde am 6. Dezember 1885 auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Gefeler gegründet.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 20–21.</ref> Neben den Löschzügen aus Engelskirchen und Ründeroth gibt es im Gemeindegebiet Löschgruppen in Loope und Osberghausen.

Friedhöfe

Im Gemeindegebiet gibt es sechs kommunale sowie je einen evangelischen und einen katholischen Friedhof, darunter den Gemeindefriedhof Engelskirchen.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/bis.engelskirchen.deAnliegen. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive ) Webseite der Gemeinde Engelskirchen. Abgerufen am 7. Juni 2015.</ref>

Krankenhäuser

Ein erstes Krankenhaus geht zurück auf das Jahr 1860, in dem drei Schwestern der Genossenschaft der „Armen Dienstmägde Christi“ die Krankenpflege übernahmen. 1874 bezogen die „Dernbacher Schwestern“ ein Armenhaus bei der katholischen Kirche als Krankenhaus. In den Folgejahren wurde das Gebäude mehrfach erweitert und verlegt.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 95–96.</ref> Heute gibt es im Ortsteil Grünscheid ein Krankenhaus der Katholischen Kliniken Oberberg und eine Rehaklinik in Trägerschaft der Deutschen Rentenversicherung Rheinland.

Aggertalklinik

Die Aggertalklinik ist eine Rehaklinik für Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparats. Die Klinik wurde ab 1950 zunächst für die Behandlung Tuberkulosekranker geplant. Kurz nach Baubeginn wurde 1953 aufgrund bundesweit rückläufiger Fallzahlen ein Baustopp verhängt. Harald Deilmann erstellte neue Entwürfe für ein verkleinertes Gebäude, das nun für tuberkulosekranke Frauen in Verbindung mit einer Entbindungsstation genutzt werden sollte. Das ab 1958 errichtete Gebäude konnte 1961 mit 240 Betten für Frauen und 30 Betten für Säuglinge eröffnet werden. 1966 wurde die Behandlung von Tuberkulosepatienten eingestellt. Im Gegenzug wurden nach baulichen Veränderungen ab 1967 Patienten mit Gefäßerkrankungen aufgenommen.<ref>Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. 1985, S. 187–189.</ref>

GFO Klinik Engelskirchen

Die GFO Klinik Engelskirchen im St. Josef-Krankenhaus ist ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit Fachabteilungen für Chirurgie, Innere Medizin, Orthopädie und Unfallchirurgie, Urologie, Anästhesie und Geriatrie.<ref>GFO Klinik Engelskirchen St. Josef Krankenhaus: Über uns. Abgerufen am 24. November 2025.</ref> Das Krankenhaus geht zurück auf Planungen aus den 1960er Jahren. Am 18. Juli 1972 begannen die Bauarbeiten; im Februar 1976 wurde das Gebäude bezogen. 1999 fusionierte das Haus mit dem Herz-Jesu-Krankenhaus in Lindlar; im Jahr 2000 wurde die Chirurgie aus Lindlar nach Engelskirchen verlagert, 2009 folgten die internistische und die urologische Abteilung. Im Jahr 2010 wurden die beiden Krankenhäuser von der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe übernommen.<ref>GFO Klinik Engelskirchen St. Josef Krankenhaus: Unser Standort. Abgerufen am 24. November 2025.</ref>

Söhne und Töchter von Engelskirchen

Literatur

  • Josef Hesse: Engelskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. Bilder und Beiträge zum Zeitgeschehen. Schiefeling, Engelskirchen 1985.
  • Gero Karthaus, Hartmut Neuhoff: Grüße von anno dazumal. Engelskirchen, Ründeroth und Umgebung auf alten Ansichtskarten. Glunder, Nümbrecht 2001, ISBN 3-931251-93-4.
  • Peter Opladen, Edmund Schiefeling: Engelskirchen im Aggertal. Ein Heimatbuch. Unter Mitarbeit von Josef Külheim. Schiefeling, Engelskirchen 1951.

Weblinks

Commons: Engelskirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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