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Claude Lorius

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Datei:Claude.Lorius.jpg
Claude Lorius in der Antarktis (2008)

Claude Lorius (* 25. Februar 1932 in Besançon; † 21. März 2023<ref>Klimaforschungspionier Claude Lorius mit 91 Jahren gestorben. In: stern.de, 23. März 2023, abgerufen am 23. März 2023.</ref>) war ein französischer Glaziologe.

Leben

Von 1983 bis 1988 war Claude Lorius Direktor des Laboratoire de glaciologie et geophysique de l'environnement (Labor für Glaziologie und Umwelt-Geophysik)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Laboratoire de Glaciologie et Géophysique de l'Environnement (Memento vom 8. November 2008 im Internet Archive)</ref> im französischen Grenoble, zuletzt war er emeritierter Forschungsdirektor des französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS, Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dossier de Presse - Claude Lorius. (Memento vom 19. Juni 2004 im Internet Archive) (englisch)</ref>

Er war Teilnehmer von mehr als 22 Polarexpeditionen, meist in die Antarktis und wirkte beim Aufbau vieler internationaler Forschungskooperationen mit, vor allem dem Eisbohrprogramm bei der Station Wostok. In Summe hielt er sich ab 1957 6 Jahre seines Lebens in Antarktika auf.

1957 begann er seine Forschungen in der winzigen französischen Station Charcot mitten im antarktischen Inlandseis in 2400 m Höhe. Nach mehreren weiteren Projekten im Sommer leitete er 1965 das Winterlager in der Küstenbasisstation bei Terre Adélie und begann Erfahrung mit Eisbohrkernen zu sammeln. Dabei fielen ihm ins Eis eingeschlossene Luftbläschen auf. Er berichtete: „Als ich beobachtete, wie sie zerplatzten, als ein Eisstück in einem Glas Whisky zerschmolz, hatte ich plötzlich die Eingebung, dass diese Luftbläschen einzigartige und zuverlässige Zeugnisse für die Zusammensetzung der Luft darstellen. In den darauffolgenden Jahren haben wir das bewiesen.“

Dieser Forschungsansatz führte zu vielen grundlegenden Arbeiten Lorius und gewaltigen nationalen und internationalen Forschungsprogrammen, um das Erdklima der letzten Jahrtausende durch Untersuchung von Eisbohrkernen zurückzuverfolgen.

Reichte das erste internationale Greenland Ice Core Project (GRIP) 1989 mit einem Bohrkern von insgesamt 3027 m Länge und das amerikanische Projekt Greenland Ice Sheet Project (GISP) II mit einem Bohrkern von 3053 m (davon 1,55 m Felsuntergrund) nur etwa 105.000 Jahre zurück, so reichten beim Dome Fuji im Jahr 2003 die Schichten des Eisbohrkerns 350.000 Jahre zurück, nachdem 1999 das von Lorius aufgebaute Programm der Bohrung bei Wostok mit 400.000 Jahren einen Rekord aufgestellt hatte.

Die 1995 auf den Weg gebrachte und 2004 vollendete Bohrstelle der Station Dome Concordia (Dome C) des europäischen Projektes EPICA verschaffte der Wissenschaft sogar 900.000 Jahre altes Eis.

Ab 1989 war er ordentliches Mitglied der Academia Europaea.<ref>Mitgliederverzeichnis: Claude Lorius. Academia Europaea, abgerufen am 8. September 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1994 wurde er als auswärtiges Mitglied in die Russische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.<ref>Ausländische Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften seit 1724. Claude Lorius. Russische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 1. Oktober 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Auszeichnungen, Ehrungen

Rezeption

Weblinks

Commons: Claude Lorius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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