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Condictio certae pecuniae

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Die condictio certae pecuniae bezeichnet im römischen Formularprozess die Klage des Gläubigers auf Leistung einer genau angegebenen Geldmenge, dem certum. Zu dieser Leistung kann sich der Schuldner durch Stipulation (stipulatio = formales Versprechen/Gelöbnis; stipulatio certi) verpflichtet haben. Der Prätor gestaltet die Klageformel in iure entsprechend aus, wenn die Voraussetzung erfüllt ist, dass die Leistung der Geldsumme bei Fälligkeit nicht erbracht worden ist.<ref>Herbert Hausmaninger, Walter Selb: Römisches Privatrecht, Böhlau, Wien 1981 (9. Aufl. 2001) (Böhlau-Studien-Bücher) ISBN 3-205-07171-9, S. 270–275.</ref>

Die Musterfassung des Klagetyps ist zuverlässig belegt.<ref>Institutiones Gai 4, 41; 43; 50; 86.</ref> Problematisch waren condictiones, wenn Schuldnermehrheit vorlag und gegenüber dem Prätor unklar blieb, ob im Innenverhältnis der Parteien eine Solidarobligation oder einzelne Inanspruchnahme (vgl. Gesamtschuld) vereinbart worden war.<ref>Philipp Schmieder: Der praetor, der iudex und die Solidarobligationen, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (Romanistische Abteilung), Band 140, Heft 1, 2023. S. 281–297.</ref>

Literatur

  • Herbert Hausmaninger, Walter Selb: Römisches Privatrecht, Böhlau, Wien 1981 (9. Aufl. 2001) (Böhlau-Studien-Bücher) ISBN 3-205-07171-9, S. 116 und S. 270–275.

Anmerkungen

<references />