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Johannes Gramm

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Datei:Johannes Gramm und Paul Albert Leitner auf der Fotowien 2022.jpg
Johannes Gramm und Paul Albert Leitner auf der Fotowien 2022

Johannes Dieter Gramm (* 1964 in Essen) ist ein deutscher Fotokünstler, Maler, Bühnenbildner, Videokünstler<ref name="Vita">Vita J. Gramm engelsysteme.de.</ref> und Autor.<ref>https://deutscherfotobuchpreis.de/portfolio/dinge-things/</ref>

Leben

Gramm wurde 1964 als zweites Kind<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Johannes Gramm (Memento vom 10. März 2016 im Internet Archive) staatsoper-berlin.de.</ref> von Mechtild und dem Chemiedidaktiker Altfrid Gramm<ref>uni-due.de</ref> in Essen geboren. Er ist der Enkel des Pädagogen und Kinderbuchautors Hubert Göbels<ref>Johannes Gramm, Dinge - Erinnerungen und ihre Gegenstände bei Tageslicht, Salzburg 2021, Seite 326</ref> sowie ein direkter Nachfahre Joachim von Sydows<ref>Johannes Gramm, Dinge - Erinnerungen und ihre Gegenstände bei Tageslicht, Salzburg 2021, Seite 356</ref>. Nach dem Abitur am Gymnasium Essen-Werden und Zivildienst in der Fachklinik Kamillushaus<ref> Johannes Gramm, Dinge - Erinnerungen und ihre Gegenstände bei Tageslicht, Salzburg 2021, Seite 328</ref> studierte er von 1987 bis 1997 an der Universität Essen Philosophie, Germanistik und Mathematik. Im Fachbereich 4 – aus dem der jetzige Fachbereich Gestaltung der Folkwang Universität der Künste hervorging – schloss er sein Kunststudium in der Klasse László Lakner 1997 in den Fächern Malerei, Grafik und Fotografie ab.<ref>Johannes Gramm labkultur.tv.</ref> Seitdem arbeitet er freiberuflich als bildender Künstler in Essen und den benachbarten Niederlanden.

Datei:Johannes gramm strasse salzburg 2020.jpg
Salzburg, Kunstlitfaßsäule mit Gramms Motiv (2020)

Arbeit

Neben Ausstellungen seiner Bilder und Installationen stehen bei Gramms Arbeit auch Bühnenbilder für verschiedene Häuser - zu nennen sind hier u. a. das Schauspielhaus Bochum oder die Staatsoper Berlin<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bühne für Carole King (Memento vom 28. September 2013 im Internet Archive) Schauspielhaus Bochum.</ref><ref>https://www.tagesspiegel.de/kultur/vom-werden-eines-diktators-5183761.html</ref> - und Produktionen in ganz Europa, Ausstellungsarchitektur sowie performative Veranstaltungen und Illustrationen. Von 2004 bis 2009 arbeitet Gramm als Dozent für Zeichnen an der Universität Duisburg-Essen,<ref>uni-due.de (PDF; 1,1 MB) Veranstaltungen J. Gramms, S. 13–14</ref> 2005 bis 2007 als Dozent für Bühnenbild an der FH Dortmund und 2016 bis 2019 für Porträtfotografie an der TU Dortmund. 2020 hatte er einen Lehrauftrag an der HfBK Dresden, Klasse Wolff. Thematisch ist seine Arbeit nicht auf ein Genre begrenzt. Gramm verbindet verschiedenste Techniken und Bereiche, um die für ihn relevanten Themen zu bearbeiten und darzustellen, vergleichbar mit einem musikalischen Remix. Aufgrund seiner Erfahrung im Theater und Ballett greift er häufig auf unterschiedliche Techniken und Genres oder die Mitarbeit anderer Künstler zurück.<ref>Englischsprachiges Interview zur Arbeitsweise J. Gramms mit dem Kunstwissenschaftler und Kurator Sabin Bors (anti-utopias.com).</ref> Das allen Arbeiten Gramms zugrunde liegende Thema ist aber immer im weitesten Sinne das Porträt. Die Vorstellung was ein Portrait leistet, wird von Gramm immer wieder erweitert oder in Frage gestellt. Wie zum Beispiel mit der großen Tarzanskulptur im Park des Emslandmuseums Schloss Clemenswerth. Hier erweitert der Künstler das Standbild durch die Möglichkeit dieses als Megafon durch die Besucher zu nutzen und so dem reinen Abbild ein "Eigenleben" zu geben.<ref>https://www.emsvechtewelle.de/neue-ausstellung-gejagt-geliebt-gefuerchtet-von-menschen-und-tieren-am-schloss-clemenswerth/</ref>

Datei:Schloß Clemenswerth Hauptschloß und Park.jpg
Schloß Clemenswerth, Park mit der überlebensgroßen Tarzanfigur

So reicht hierbei das bildnerische Spektrum vom klassischen Porträt, bzw. fotografischen Selbstporträt z. B. mit Bezügen zu Genderfragen<ref>Selbstporträtserie BetterI engelsysteme.de.</ref>, über Themen im Zusammenhang von Kultureller Aneignung<ref>Abbildung der Arbeit Achterkleindochter / Wenn Du mal groß bist, möchte ich so sein wie ich! engelsysteme.de.</ref> bis zur Auseinandersetzung mit Werken anderer Künstler. Zu nennen ist hier z. B. sein gemeinsam mit Laas Abendroth herausgegebenes Buch „Nein“<ref>Antwortbuch Nein engelsysteme.de.</ref> mit den Antworten auf die Fragen von Peter Fischli und David Weiss sowie eine unmittelbar auf Bas Jan Aders Arbeit „Broken fall (Geometric)“ von 1971 bezogene Serie, die Gramm 35 mal variiert fallend vor dem auch bei Ader im Hintergrund sichtbaren Leuchtturm von Westkapelle zeigt.<ref>Bildserie zur Arbeit Bas Jan Aders engelsysteme.de.</ref> 2021 erschien sein Fotobuch Dinge, eine fotografische Autobiografie anhand von über dreihundert Alltagsgegenständen, in der Edition des Fotohofs Salzburg. Das Buch wurde mit dem Deutschen Fotobuchpreis 21/22 in Silber ausgezeichnet.<ref>Nominierungen 2021 (PDF) deutscher-fotobuchpreis.de.</ref> 2025 erschien das Kinder-Fotobuch "Ene Reise durch die Zeit", das Gramm gemeinsam mit seiner Tochter Maria in der Edition Hase&Mann herausbrachte.<ref>https://www.schmitzbuch.de/johannes-und-maria-gramm-eine-reise-durch-die-zeit/</ref> 2022 erhielt er das einjährige Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn.<ref>https://www.kunstfonds.de/aktuelles/foerderprogramm/details/17-millionen-euro-fuer-bildende-kuenstlerinnen</ref> Johannes Gramm wird vertreten durch die Grau Galerie.<ref>https://galerie-grau.com/kuenstler-grau-und-gast/</ref> Gramms Arbeiten finden sich im Besitz privater Sammlungen und in Museen.

2013 kandidiert er zudem mit einer künstlerischen Aktion als parteiloser Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Essen III für den 18. Deutschen Bundestag. Die auf der weiter oben genannten Serie von Selbstportraits basierenden Wahlplakate, die im gesamten Stadtgebiet gehängt wurden, und die Kampagne trugen den auf Martin Kippenberger verweisenden Titel "Einer von Euch für Euch"<ref>https://www.waz.de/staedte/essen/article8203648/essener-kuenstler-will-in-den-bundestag.html</ref>. Der Wahlkreis wurde mit nur 3 Stimmen Vorsprung vom Kandidaten der CDU gewonnen. Ferner öffnete eines der Wahllokale im Wahlkreis mit halbstündiger Verspätung, so dass Bürger nicht zur Wahl gehen konnten. Mit seiner künstlerischen Plakataktion – verschiedene Motive aus einer Selbstporträt-Serie – sorgte Gramm dabei für Diskussionen, ob die für ihn abgegebenen Stimmen den entscheidenden Ausschlag brachten<ref>Artikel in der NRZ vom 24. September 2013, NES_3|NR.223.</ref>.

Ausstellungen, Bühnenbilder und Performances (Auswahl)

Angaben soweit nicht gesondert belegt laut engelsysteme.de Liste der Ausstellungen<ref name="Vita" />

Preise

Angaben soweit nicht gesondert belegt laut engelsysteme.de<ref name="Vita" />

Nominierungen:

  • 2011 Blooom-Award, Köln
  • 2009 und 2010 Nassauischer Kunstverein Wiesbaden Follow Fluxus – Fluxus und die Folgen

Literatur

  • Eine Reise durch die Zeit, Edition Hase&Mann, Essen 2025, ISBN 978-3-932443-82-4
  • Das Zeug zum Erinnern, Hrsg. Dr Sophie-Charlotte Opitz, Museum Villa Rot Burgrieden 2023, ISBN 978-3-9823910-3-8
  • Dinge / Things, Erinnerungen und ihre Gegenstände bei Tageslicht / Memories and their objects in daylight. Fotohof Edition, Salzburg 2021, ISBN 978-3-903334-19-9
  • Beleidigungen und Scherze. Hrsg.: J. Gramm, Essen 2019.
  • Oberleitung der Stadt Salzburg, Hrsg.: J. Gramm Salzburg, Galerie Sophia Vornier 2019.
  • Nein. 315 überfällige Antworten und 17 Zeichnungen; herausgegeben von Johannes Gramm und Laas Abendroth; 2019; Eigenverlag.
  • Johannes Gramm – Into the dark; mit einem Text von Sabin Bors, Milton Keynes UK, ISBN 978-1-366-63623-2.
  • Exit #46 in the studio, May/June/July C. Kuhlmann Who Are You and Who Do You Want to Be?, Madrid 2012.
  • Ruhr Kunst Szene - 50 Positionen, 10 Museen eine Ausstellung; herausgegeben von F. Ullrich, S. Hiekisch-Picard, H.-J. Schwalm, S. Reichart, M. Kalayci, ISBN 978-3-939753-51-3
  • Wenn ich in den Ohren bohre, riecht es noch ein bißchen nach Party; mit Texten von Dr. Christiane Kuhlmann (Hrsg.) und Julia Heer, Essen 2009, ISBN 978-3-931201-31-9
  • Kunsthaus Essen, Ausstellungen und Projekte 2001–2007; Essen 2007, ISBN 978-3-931201-28-9
  • Fünfundzwanzig Jahre Kunsthaus Essen; Essen 2003, ISBN 3-931201-18-X
  • GrenzgebietRuhr, Ein Projekt der Kulturhauptstadt Europas Ruhr2010 für die Projektgemeinschaft KunstvereineRuhr; herausgegeben von Reinhard Buskies, Bernd Finkeldey, Peter Schmieder und Uwe Schramm, Ruhr2010
  • Checkpoint, Katalog herausgegeben im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung; Essen 2010

Weblinks

Quellen

<references />

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