Zum Inhalt springen

Gelbe Gauklerblume

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. Januar 2026 um 11:52 Uhr durch imported>ManyRocks (Schreibfehler im Abschnitt "Vorkommen" erster Absatz.Aus Euiroppa -> Europa gemacht.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Gelbe Gauklerblume
Datei:Mimulus guttatus 5639.JPG

Gelbe Gauklerblume (Mimulus guttatus)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Gauklerblumengewächse (Phrymaceae)
Gattung: Gauklerblumen (Mimulus)
Art: Gelbe Gauklerblume
Wissenschaftlicher Name
Mimulus guttatus
DC.

Die Gelbe Gauklerblume (Mimulus guttatus), auch Gefleckte Gauklerblume oder Gewöhnliche Gauklerblume genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gauklerblumen (Mimulus) innerhalb der Familie der Gauklerblumengewächse (Phrymaceae). Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist in Europa eingebürgert und wird auch als Zierpflanze genutzt. Sie wird auch als Erythranthe guttata <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) G.L.Nesom in die Gattung Erythranthe gestellt.<ref name="GRIN" />

Beschreibung

Datei:Illustration Mimulus guttatus0.jpg
Illustration
Datei:Mimulus guttatus03.JPG
Die Gelbe Gauklerblume wächst auf feuchten Böden und an sauberen Flussufern.
Datei:Mimulus guttatus sl8.jpg
Gauklerblume im Biotop

Vegetative Organe

Die Gelbe Gauklerblume ist eine einjährige oder ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 30 bis 50 (5 bis 90) Zentimetern erreicht. Der grüne Stängel ist aufrecht oder auch bogig aufsteigend und kann einfach oder ausladend verzweigt sein. Er ist schwach vierkantig, hohl und im oberen Bereich mehr oder weniger drüsig behaart.

Von den gegenständig angeordneten Laubblättern sind die unteren gestielt und die oberen sitzend oder auch teilweise den Stängel umfassend. Die einfache Blattspreite ist eiförmig oder manchmal herzförmig mit einer Länge von 2 bis 10 Zentimetern und einer Breite von bis zu 6 Zentimetern. Im Blütenstandsbereich kann die Blattgröße stark reduziert sein (Hochblätter). Der Blattrand ist unregelmäßig grob gezähnt, kann aber auch fast glatt sein.

Blütenstand, Blüte, Frucht und Samen

Die Blütezeit reicht etwa von Juni bis September. Der lockere, traubige Blütenstand ist drüsig bis flaumig behaart. Er trägt typischerweise drei bis sieben Blüten, die paarweise in den Achseln der oberen Blätter stehen. Die Blütenstiele sind 12 bis 25 Millimeter lang.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf grünen Kelchblätter sind verwachsen. Die Kelchzähne sind deutlich ungleich, die oberen zwei etwas größer als die restlichen. Die fünf gelben Kronblätter sind zu einer 2 bis 4,5 Zentimeter langen Kronröhre verwachsen. Die aufrechte bis zurückgeschlagene Oberlippe ist zweilappig. Die dreilappige Unterlippe ist oft rot gepunktet und ihre behaarten Wülste verschließen den Schlund oft weitgehend. Es sind nur vier Staubblätter vorhanden. Der Griffel endet in einer zweilappigen Narbe.

Die zweifächerige Kapselfrucht enthält zahlreiche, kleine Samen.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28, 48 oder 56.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die Gelbe Gauklerblume ist ein Hemikryptophyt (Halbrosetten- oder Schaftpflanze) oder eine Sumpfpflanze.

Die Blüten sind ausgeprägt zweilippige, unvollkommene „Maskenblumen“. Der Kroneneingang ist bis auf einen schmalen Spalt durch die Lippen verschlossen. Die zweilappigen Narben sind durch Erschütterung seismonastisch reizbar und klappen innerhalb weniger Sekunden zusammen. Falls kein Pollen abgelegt wird, ist die Bewegung reversibel. Die Erholungsphase beträgt ½ bis 1 Stunde. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, besonders Bienen.

Es erfolgt Windausbreitung oder Schwimmausbreitung der Samen. Durch Menschenausbreitung ist die Gelbe Gauklerblume ein Kulturflüchter. Die Samen sind Lichtkeimer.

Vorkommen

Die Gelbe Gauklerblume stammt ursprünglich aus dem westlichen Nordamerika von Alaska und Kanada bis zum nördlichen Mexiko.<ref name="POWO" /> Sie wurde zunächst als Zierpflanze nach Europa eingeführt und verwilderte. Als Wildpflanze wurde sie erstmals 1814 in Schottland beobachtet, 1824 dann auch in England und Norddeutschland. Sie breitet sich entlang der Flussläufe aus. In den Allgäuer Alpen steigt sie in Bayern an einer Waldstraße östlich der Unteren Wilhelmine bis zu einer Höhenlage von 1360 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" /> In Europa kommt sie heute in fast allen Ländern als Neophyt vor und fehlt nur in Portugal, Spanien, Island, Ungarn, Albanien, Belarus, Ukraine und in der Türkei.<ref name="POWO" />

Die Gelbe Gauklerblume kommt an feuchten und nassen Stellen wie Bach- und Flussufern, Gräben und Quellen vor. Sie bevorzugt kalkarmen, basischen, kiesigen oder sandig-lehmigen Boden. Sie breitet sich über rasch einwurzelnde Ausläufer schnell aus. Wo der Neophyt eingebürgert ist, passt er sich in die Vegetation ein, ohne andere Arten zu verdrängen. Sie kommt in Mitteleuropa vor allem in Gesellschaften der Verbände Sparganio-Glycerion fluitantis, Cardamino-Montion oder Agropyro-Rumicion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+fw+ (nass aber stark wechselnd und im Bereich von fließendem Bodenwasser), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Gauklerblume wurde 1813 von Augustin Pyramus de Candolle in Catalogus Plantarum Horti Botanici Monspeliensis Seite 127 als Mimulus guttatus erstbeschrieben. Die Art wurde 2012 von Guy L. Nesom in Phytoneuron. Digital Publications in Plant Biology 2012-39 Seite 43 als Erythranthe guttata <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) G.L.Nesom in die Gattung Erythranthe gestellt.

Verwendung

Die Gauklerblume wird auch als dekorativer Bestandteil in Pflanzenmatten zur Uferbefestigung verwendet, z. B. an Teichen und Seen, was man in naturnahen Gebieten als Florenverfälschung ansehen kann.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 428.</ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> <ref name="POWO">Erythranthe guttata. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="InfoFlora">Mimulus guttatus DC. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Gelbe Gauklerblume (Mimulus guttatus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien