9K113 Konkurs
| 9K113 Konkurs | |
|---|---|
|
9K113M Konkurs-M / 9M113M1 | |
| Allgemeine Angaben | |
| Typ | Panzerabwehrrakete |
| Heimische Bezeichnung | 9K113 Konkurs |
| NATO-Bezeichnung | AT-5 Spandrel |
| Herkunftsland | Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Sowjetunion / Datei:Flag of Russia.svg Russland |
| Hersteller | Konstruktionsbüro KBP |
| Entwicklung | 1962 |
| Indienststellung | 1974 |
| Einsatzzeit | im Dienst |
| Technische Daten | |
| Länge | 1,15 m |
| Durchmesser | 135 mm |
| Gefechtsgewicht | 16,5 kg |
| Spannweite | 468 mm |
| Antrieb | Feststoffraketentriebwerk |
| Geschwindigkeit | 206 m/s |
| Reichweite | 4.000 m |
| Ausstattung | |
| Lenkung | SACLOS via Draht |
| Gefechtskopf | 2,7-kg-Hohlladung |
| Zünder | Aufschlagzünder |
| Listen zum Thema | |
9K113 Konkurs ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), NATO-Codename AT-5 Spandrel) ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus sowjetischer Produktion. Der GRAU-Index der Lenkwaffe lautet 9M113.
Entwicklung
Das Waffensystem wurde ab 1962 parallel mit der 9K111 Fagot entwickelt. Während die 9K111 als tragbare Raketenwaffe für den infanteristischen Einsatz vorgesehen war, sollte die schwerere 9M113 primär von Fahrzeugen aus abgefeuert werden. Entwickler beider Systeme war das Konstruktionsbüro KBP in Tula. Die ersten Systeme wurden 1974 an die Sowjetarmee ausgeliefert.<ref name="janes-infantry" /><ref name="tankograd" />
Technik
Die 9M113-Lenkwaffen werden in versiegelten GFK-Transport- und Startbehältern ausgeliefert. Der Transport- und Startbehälter wiegt beladen rund 25 kg und wird auf die 9P135M-Starteinheit aufgesetzt. Diese besteht aus einer Lafette, der 9S451M-Lenkeinheit sowie der 9Sh119M1-Tageslicht-Zieloptik mit vierfacher Vergrößerung.<ref name="rwd">PALR-Raketenkomplex 9K113 Konkurs Raketen- und Waffentechnischer Dienst im Kdo. MB III, Zugriff: 5. August 2014</ref> An diese kann das 1PN86-1-Wärmebildgerät angeschlossen werden. Damit ist eine Zielerfassung auf Entfernungen von bis zu 3.500 m möglich. Der Transport- und Startbehälter mit der Lenkwaffe wird auf die Starteinheit neben der Lenkeinheit aufgesetzt. Hat der Schütze das Ziel anvisiert, betätigt er den Auslöser und zündet damit die Ausstoßladung, welche die Lenkwaffe mit 64 m/s aus dem Rohr ausstößt. In einer Entfernung von 10–15 m zündet das Feststoff-Marschtriebwerk und beschleunigt die Lenkwaffe auf 270 m/s.<ref name="narod">ПТРК 9К113 «КОНКУРС» btvt.narod.ru, Zugriff: 5. August 2014</ref> Der Flugkörper erreicht durch seine Rotation eine stabile Flugbahn. Um die gesamte Reichweite von 4.000 m zu durchfliegen, benötigt die Waffe rund 20 Sekunden. Die durchschnittliche Fluggeschwindigkeit beträgt 206 m/s.<ref name="opfor">Threat Support Directorate: OPFOR Worldwide Equipment Guide (WEG). TRADOC DCSINT, Fort Leavenworth, Sept 2001.</ref> Während des Fluges spult die Lenkwaffe einen Draht ab, über den sie Lenkkommandos erhält. Die 9M113 arbeitet nach dem SACLOS-Lenkprinzip (halbautomatische Kommandolenkung). Dabei verfolgt die 9S451M-Lenkeinrichtung die Lenkwaffe über einen an der Lenkwaffe angebrachten Infrarot-Strahler. Lenkkommandos werden in der Lenkeinheit errechnet und mittels der Drahtverbindung an die Lenkwaffe übermittelt. Während des Fluges braucht der Schütze lediglich das Ziel im Fadenkreuz zu behalten. Alternativ lässt sich die Rakete auch per Hand steuern (MCLOS). Die 9M113-Lenkwaffe ist mit dem 9N131-Hohlladungs-Gefechtskopf bestückt. Dieser hat eine Durchschlagsleistung von 500 bis 650 mm Panzerstahl.<ref name="michi">Michal Fiszer: Russia's Tank Stoppers, Part 1 & 2. Journal of Electronic Defense (JED), Nov 2004.</ref> Mit der 9S451M-Starteinheit können auch die 9M111-Lenkwaffen der AT-4 Spigot abgefeuert werden.<ref name="opfor"/>
Neben der Ausführung für den tragbaren Einsatz durch die Infanterie kommt die 9M113 auch auf verschiedenen Fahrzeugen zum Einsatz. Sie wird auf den Schützenpanzern BMP-2, BMD-2 und BRDM-2 als Panzerabwehr-Bordwaffe eingesetzt.<ref name="factoria">Противотанковый ракетный комплекс Конкурс-М new-factoria.ru, Zugriff: 5. August 2014</ref> Als Nachfolgemodelle kommen inzwischen die 9K135 Kornet und die 9K123 Chrisantema zum Einsatz.<ref name="janes-infantry" /><ref name="tankograd" />
Varianten
- 9K113 Konkurs:
- Rakete 9M113 Gaboy: Initialversion ab 1974 mit 2,7 kg schwerer 9N131-Hohlladung, Panzerdurchschlag 500–650 mm RHA. Ab 1982 wurde die verbesserte 9N131M-Hohlladung verbaut.<ref name="russ-ordonance">Nikolay Svertilow: Russia’s Arms and Technologies. The XXI Century Encyclopedia. Vol. 12 - Ordnance and Munitions. Russland, 2006, ISBN 978-5937990235. S. 125–126.</ref><ref name="rbase">Missilery.info: Противотанковый ракетный комплекс 9К113 Конкурс</ref><ref name="ares">Yuri Lyamin mit Kenton Fulmer & N.R. Jenzen-Jones: Introduction to the 9M113 Konkurs ATGM. In: armamentresearch.com. Armament Research Services, abgerufen am 13. Dezember 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 9K113M Konkurs-M:
- Rakete 9M113M Udar: Eingeführt 1991 mit verbesserter Elektronik und Tandemhohlladung zur Bekämpfung von Reaktivpanzerung, Panzerdurchschlag 750–800 mm RHA.<ref name="janes-infantry">Richard D. Jones & Leland S. Ness: Jane's Infantry Weapons 2010–2011. Jane’s Information Group, Vereinigtes Königreich, 2011. ISBN 978-0-7106-2908-1. S. 473–474.</ref><ref name="tankograd">Tankograd: Soviet ATGMs</ref>
- Rakete 9M113M1: Eingeführt 2004 mit vier zusätzlichen Canards und neuer 9N131M1-Tandemhohlladung.<ref name="tankograd" /><ref name="russ-ordonance" /><ref name="ares" />
Verbreitung
- Datei:Flag of Algeria.svg Algerien – 400
- Datei:Flag of Armenia.svg Armenien – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Azerbaijan.svg Aserbaidschan – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Egypt.svg Ägypten – 580
- Datei:Flag of Bulgaria.svg Bulgarien – 425 (plus Lizenzproduktion)
- Vorlage:Belarus – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of East Germany.svg Deutsche Demokratische Republik – 11.200
- Datei:Flag of Côte d'Ivoire.svg Elfenbeinküste – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Eritrea.svg Eritrea – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Finland icon.svg Finnland – 595
- Datei:Flag of Georgia.svg Georgien – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Guinea.svg Guinea – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of India.svg Indien – 39.430 (Lizenzproduktion)
- Datei:Flag of Iran.svg Iran – unbekannte Anzahl (Lizenzproduktion)
- Datei:Flag of Yemen.svg Jemen – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Kazakhstan.svg Kasachstan – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Kyrgyzstan.svg Kirgisistan – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Croatia.svg Kroatien – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Libya.svg Libyen – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Morocco.svg Marokko – 100
- Datei:Flag of Montenegro.svg Montenegro – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Poland.svg Polen – 800
- Datei:Flag of Romania.svg Rumänien – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Russia.svg Russland – unbekannte Anzahl
- Vorlage:SYR-2024 – 400
- Datei:Flag of Slovakia.svg Slowakei – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechien – 500 (plus Lizenzproduktion)
- Datei:Flag of Turkmenistan.svg Turkmenistan – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Ukraine.svg Ukraine – unbekannte Anzahl
- Datei:Flag of Hungary.svg Ungarn – 2.060
Quellen:<ref name="janes-infantry" /><ref name="ares" /><ref name="sipri">SIPRI Arms Transfers Database. In: sipri.org. Stockholm International Peace Research Institute, abgerufen am 24. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="MB1993">The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 1993–1994. Brassey’s, 1993, ISBN 978-1857530384.</ref>
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
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