Operation Snow White
Operation Snow White (übersetzt: Operation Schneewittchen) war die Scientology-interne Benennung eines Vorhabens in den 1970er Jahren, das die größte Unterwanderung der Regierung der USA in der Geschichte zum Ziel hatte.<ref>Tony Ortega: Double Crossed. In: Phoenix New Times. 23. Dezember 1999, abgerufen am 28. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Rahmen dieser Operation infiltrierten Angehörige von Scientology Regierungsbüros, führten Abhörmaßnahmen durch und stahlen Dokumente, insbesondere innerhalb des Internal Revenue Service. Elf hochrangige Scientology-Führungskräfte, unter ihnen Mary Sue Hubbard, die Frau des Gründers L. Ron Hubbard und an zweiter Stelle innerhalb der Organisationsstruktur, wurden vor Bundesgerichten wegen Strafvereitelung, Einbruchs in Regierungsgebäude und Diebstahls von Dokumenten und Regierungseigentum verurteilt (United States vs. Mary Sue Hubbard et al., 493 F. Supp. 209 (D.D.C. 1979)).
Hintergrund
Das „Snow White Programm“<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig 'Guardian Order 732', 20 Apr 73 Snow White Program.] In: Wise Old Goat. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> wurde von L. Ron Hubbard in einem Versuch verfasst,<ref>Russel Miller, „Bare-faced Messiah, The True Story of L. Ron Hubbard“, S. 317–318, erschienen 1987 im Verlag Henry Holt & Co, ISBN 0-8050-0654-0 online</ref> unvorteilhafte Berichte über Scientology, deren Organisation oder seiner eigenen Person zu verhindern, wobei er insbesondere Interpol und den Internal Revenue Service im Auge hatte. Ob die in diesem Kontext von Scientology-Führungskräften begangenen Straftaten auf einem Missverständnis besagter Richtlinien beruhten oder schlicht die exakte Ausführung der Anordnungen Hubbards darstellten, ist zwischen Anhängern und Kritikern von Scientology umstritten.
Untersuchungsergebnisse
Neben Beweisen für jene gegen die Regierung der USA gerichteten illegalen Handlungen erbrachten Durchsuchungen des FBI von Scientology-Anlagen im Jahre 1977 auch Nachweise für andere illegale Aktivitäten der Organisation gegenüber vermeintlichen Feinden von Scientology. Hierunter fanden sich beispielsweise Dokumente zur „Operation Freakout“, einer Verschwörung, in deren Rahmen die Autorin Paulette Cooper unter anderem falscher Bombendrohungen bezichtigt werden sollte. Es wurden auch gefälschte Unfallflucht-Anschuldigungen gegen Gabe Cazares, den Bürgermeister von Clearwater/Florida, gefunden.
Beteiligte Personen
Mary Sue Hubbard, Cindy Raymond, Gerald Bennett Wolfe, Henning Heldt, Duke Snider, Gregory Willardson, Richard Weigand, Mitchell Herman, Sharon Thomas, Jane Kember und Mo Budlong, sämtlich hochrangige Scientologen, wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, während der Anwalt Kendrick Moxon als nichtangeklagter Mitverschwörer genannt wurde, dem FBI falsche Handschriftproben übergeben zu haben. Seit 1999 ist Moxon leitender Firmenanwalt der Organisation.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 18. November 2005 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Auch L. Ron Hubbard wurde von der Staatsanwaltschaft als nichtangeklagter Mitverschwörer benannt.<ref>„Burglaries and Lies“, Los Angeles Times vom 24. Juni 1990</ref>
Auswirkungen der Affäre
Scientology behauptet, das Guardian Office (die Detektei von Scientology) habe entgegen seinem Auftrag und ohne das Wissen des Managements der Sekte gehandelt; das Guardian Office sei danach aufgelöst worden und alle, die an der Affäre beteiligt waren oder von ihr wussten, seien aus der Kirche ausgestoßen worden.<ref>The President answers your questions: What is the Guardian’s Office and does it still exist?</ref>
Auswirkungen in Kanada
Im Rahmen der Ermittlungen gegen die Organisation im Nachbarstaat Kanada (Operation Snow White case<ref>John Marshall, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Secret Ontario documents found in U.S. cult's files ( des Vorlage:IconExternal vom 5. Februar 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., The Globe and Mail, January 22, 1980.</ref><ref>John Marshall, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Cult harassment, spying in Canada documented ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Januar 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., The Globe and Mail, January 23, 1980.</ref>, investigations into the Church of Scientology) wurden weitere Dokumentendiebstähle aus öffentlichen und privaten Einrichtungen sowie Details zu verdeckten Operationen in Kanada enthüllt. In deren Folge wurden sieben Mitglieder sowie die Church of Scientology selbst in zwei Fällen wegen „Verletzung des öffentlichen Vertrauens“ (Criminal Breach of the Public Trust) verurteilt (R. v. Church of Scientology of Toronto).
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- 1977 Grand Jury Criminal Indictment, legal documents
- Stipulation of Evidence, legal document
- The convicted conspirator's appeal, legal document
- John Marshall, Hubbard still gave orders, records show (archived at rickross.com), The Globe and Mail, January 24, 1980.