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Statkraft

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Statkraft

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Logo Statkraft.svg
Rechtsform Aksjeselskap (AS)
Gründung 1895
Sitz Oslo, Norwegen
Leitung Birgitte Ringstad Vartdal (Vorstandsvorsitzende)
Alexandra Bech Gjørv (Aufsichtsratsvorsitzende)
Mitarbeiterzahl 6.500 (Stand 2025)<ref name="über uns">Unsere Organisation. Statkraft, abgerufen am 1. August 2024.</ref>
Umsatz Nettobetriebsergebnis: 10,0 Milliarden Euro (2023)

Operatives Ergebnis (EBIT): 3,5 Milliarden Euro (2023)<ref name="über uns"/>

Branche Energie
Website statkraft.com

Statkraft ist ein staatlicher norwegischer Energiekonzern mit Hauptsitz in Oslo.<ref name="snl">Knut A Rosvold: Statkraft As. Store norske leksikon, 2. September 2020, abgerufen am 6. April 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Für die Stromproduktion wird hauptsächlich Wasserkraft genutzt. Innerhalb Europas ist das Unternehmen der größte Erzeuger von erneuerbarer Energie.<ref>Kooperation: Statkraft und Next Kraftwerke arbeiten bei der Vermarktung erneuerbarer Energien zusammen Abgerufen am 28. Oktober 2015</ref> Das Unternehmen wird vom norwegischen Wirtschaftsministerium verwaltet.<ref>Nærings-og fiskeridepartementet: Selskaper. 16. Juli 2018, abgerufen am 23. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geschichte

1895 zahlte der Staat Norwegen 23.245 Norwegische Kronen für den Bau seiner ersten Wasserkraftanlage, um seine Eisenbahnlinien mit Strom zu versorgen. 1921 wurde das Norwegische Gewässer- und Energiedirektorat (NVE) gegründet<ref name="Geschichte"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Statkraft Geschichte (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statkraft.de Abgerufen am 3. März 2016</ref> und mit Kompetenzen zum Bau und zur Überwachung der staatlichen Wasserkraftanlagen ausgestattet. Im gleichen Jahr stellte das Parlament Mittel für den Bau des Kraftwerkes Glomfjord zur Verfügung.

1960 wurde das Direktoratet for Statkraftverkene (Direktorat für staatliche Wasserkraftwerke) als eigenständige Abteilung der NVE etabliert. 1986 wurde Statkraftverkene zu einem staatlichen Unternehmen im Besitz der NVE.

Um die Flexibilität in Entscheidungen zu gewährleisten und das Statkraftverkene zu einem auf europäischer Ebene handlungsfähigen Stromanbieter zu machen, wurde Statkraftverkene 1992 in die zwei Unternehmen Statkraft SF zur Stromproduktion und Statnett SF zum Unterhalt des nationalen Versorgungsnetzes aufgeteilt.<ref name="Geschichte" /> 1993 wurde die nordische Energiebörse Nord Pool ins Leben gerufen.

1996 erlangte Statkraft die ersten Anteile an den Unternehmen Sydkraft und Oslo Energi Produksjon. 1997 wurden Langzeitverträge zur Energielieferung mit Norsk Hydro und Norske Skog abgeschlossen. Im selben Jahr wurde der Bau des bis jetzt letzten großen Wasserkraftkomplexes, Svartisen in Nordland, beendet. 1998 wurde mit dem Handelsbüro in Amsterdam die erste ausländische Niederlassung eröffnet. Ein Jahr später folgte ein weiteres Büro in Düsseldorf.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Statkraft History (engl.) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. Oktober 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statkraft.com Abgerufen am 3. März 2016</ref> Weiterhin erwarb Statkraft in diesem Jahr Anteile an den Energieunternehmen BKK und Scanenergi.

2001 erwarb Statkraft ein Drittel des Baltischen Kabels, das Schweden und Deutschland verbindet und einen Energietransfer zwischen Skandinavien und Kontinentaleuropa ermöglicht. Im selben Jahr wurde mit dem Bau von Norwegens erstem Windpark in Smøla begonnen. 2002 musste Statkraft auf Beschluss der Norwegischen Kartellbehörde Teile seiner Unternehmungen in Norwegen verkaufen. 2004 ging das staatliche Unternehmen Statkraft SF in eine Aktiengesellschaft, Statkraft AS, über; die Statkraft Group war ins Leben gerufen.

Datei:ISK Knapsack GuD 2007.jpg
GuD-Kraftwerk Knapsack von Statkraft mit zwei Gasturbinen im Chemiepark Knapsack.

2005 entschied sich Statkraft für die Übernahme eines GuD-Kraftwerks im Chemiepark Knapsack und den Bau eines weiteren in Herdecke und Knapsack und damit zum Einstieg in die Stromproduktion in Deutschland. Weitere Gas-Kombi-Kraftwerke in Emden und Landesbergen kamen durch ein Tauschgeschäft mit E.ON dazu. Ebenfalls durch den Tausch kamen mehrere Laufwasserkraftwerke in Deutschland und ein Pumpspeicherkraftwerk in Erzhausen zu Statkraft.

2009 wurde in Hürth-Knapsack eine neue Regionalzentrale zur technischen Unterstützung der Kraftwerke in Deutschland und dem Vereinigten Königreich in Betrieb genommen.

Statkraft Group

Auch nach der Umwandlung in eine Aksjeselskap (AS) (entspricht einer AG) hält der norwegische Staat alle Anteile an Statkraft; dabei war die Umwandlung hauptsächlich dazu bestimmt, das Unternehmen rechtlich vom Staat zu trennen. Durch die kommerzielle Unternehmensform erlangt Statkraft die gleichen Rahmenbedingungen wie andere Energieanbieter, was die Wettbewerbsfähigkeit gerade auf dem europäischen Energiemarkt unterstützt. Weiterhin wurde der Schritt in die freie Marktwirtschaft dazu genutzt, die unternehmensinterne Organisation umzustrukturieren, indem der monopolistische Netzbetrieb und die Energieerzeugung in verschiedene rechtliche Einheiten, also Firmen, aufgeteilt wurde, deren Anteile sich im Besitz von Statkraft SF befinden und die auch von dort aus koordiniert werden.

Das erklärte Ziel der Statkraft Group ist es, ein führendes Unternehmen im Sektor der erneuerbaren Energien in Europa zu werden. Statkraft ist der größte Erzeuger erneuerbarer Energie in Europa und versucht diese Position weiterhin auszubauen, indem weitere Investitionen in Wasserkraftanlagen und Windparks getätigt werden und weiterhin die Forschung und Entwicklung möglichst leistungsfähiger Biomassekraftwerke vorangetrieben wird.

Stromproduktion

2025 betrug die Gesamterzeugung 72,1 TWh. Diese setzte sich wie folgt zusammen:<ref name="Q42015">Jahresbericht 2025 Abgerufen am 24. März 2026</ref>

Dabei entfielen 51,2 TWh auf den heimischen Markt in Norwegen und 6,0 TWh auf Schweden. 5,7 TWh entfielen auf den Rest von Europa und 9,2 TWh auf den Rest der Welt. Zusätzlich lieferte Statkraft 1,0 TWh Fernwärme.

Wasserkraft

Weltweit ist Statkraft an 378 Wasserkraftwerken beteiligt. Von diesen liegen 273 in Norwegen, 60 in Schweden, 10 in Deutschland, drei in Großbritannien und 32 außerhalb Europas.<ref>Wasserkraft | Statkraft. Abgerufen am 30. Januar 2024.</ref> Beispielhaft werden hier die zwei Kraftwerke mit der größten installierten Leistung in Norwegen kurz vorgestellt:

  • Das 1982 eröffnete Wasserkraftwerk Kvilldal im Fylke Rogaland ist mit einer installierten Leistung von 1240 MW das größte Wasserkraftwerk in Norwegen. Die vier Francis-Turbinen erzeugen jährlich 3028 GWh. Das für die Stromproduktion verwendete Wasser kommt unter anderem aus den Seen Blåsjø und Mosvatnet. Wie auch bei anderen Wasserkraftwerken in Norwegen liegt die Turbinenhalle in einem Bergstollen. Statkraft ist mit 72 % an dem Kraftwerk beteiligt. Ein weiterer Anteilseigner ist das Statkraft Tochterunternehmen Skagerak Energi.
  • Das 1980 ans Netz gegangene Sima-Kraftwerk ist mit einer installierten Leistung von 1120 MW das zweitgrößte Wasserkraftwerk Norwegens. Es liegt im Fylke Vestland am östlichen Ende des Hardangerfjordes und wird in die beiden Untereinheiten Lang-Sima und Sy-Sima gegliedert. Die Turbinenhalle in der Kommune Eidfjord ist durch mehrere Tunnel mit den Wasserreservoiren verbunden. Das Kraftwerk, an dem Statkraft 65 % hält, produziert mit insgesamt vier Turbinen 2728 GWh jährlich.<ref>Sima hydropower plant. Abgerufen am 2. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 24. November 2009 eröffnete Statkraft den weltweit ersten Prototyp eines Osmosekraftwerkes in Hurum. Ende 2013 verkündete das Unternehmen, dass die weitere Entwicklung des neuartigen Kraftwerktyps eingestellt wird. Grund hierfür waren die nicht konkurrenzfähigen Produktionskosten.<ref>Statkraft halts osmotic power investments. Abgerufen am 2. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Windkraft

1997 beschloss Statkraft in Zukunft auch in Windenergieprojekte zu investieren. 2002 wurde der erste Teil des Windparks Smøla eröffnet. Dieser war Statkrafts erstes Windkraftwerk, sowie das erste in Norwegen. 2005 ging der zweite Teil des Parks ans Netz. Die Gesamtleistung der Smøla Wind Farm beträgt 150 MW. Zwei weitere Windparks wurden in den Jahren 2004 und 2006 in Hitra und Kjøllefjord mit 55 MW und 39 MW eröffnet.<ref name=":0">Wind power projects. In: Website Statkraft. Abgerufen am 2. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern betreibt Statkraft mehrere Windparks in Schweden, im Vereinigten Königreich und in Brasilien.<ref name=":0" />

Im Dezember 2015 verkündete die Unternehmensführung, dass zukünftig keine neuen Investitionen im Bereich der Offshore-Windenergie durchgeführt werden. Im Zuge dieser Entscheidung prüft Statkraft den Verkauf seiner Anteile am Offshore-Windpark Sheringham Shoal, sowie an den beiden noch in Bau bzw. in Planung befindlichen Parks Dudgeon und Dogger Bank.

An dem Joint Venture Fosen Vind DA besitzt Statkraft 52,1 Prozent. Mit dem Konsortium Nordic Wind Power DA besitzen Credit Suisse und BKW 40 % dieses Joint Ventures. Kritisiert wird der Umgang mit den indigenen Samen.<ref>Schweizer Investment verdrängt Indigene. In: srf.ch. 11. Dezember 2018, abgerufen am 14. Dezember 2018.</ref>

Im September 2018 schloss das Unternehmen mit verschiedenen Betreibern von deutschen Bürgerwindparks sogenannte Power Purchase Agreements ab, so dass diese die Windparks auch nach dem Auslaufen der festen Einspeisevergütung nach 20 Jahren Betrieb weiter betreiben können. Insgesamt handelt es sich um 31 Windkraftanlagen mit einer Leistung von zusammen 46 MW, die zukünftig ein großes deutsches Industrieunternehmen versorgen sollen.<ref>Statkraft schließt erste Wind-PPAs in Deutschland. In: Euwid Neue Energie, 5. September 2018. Abgerufen am 5. September 2018.</ref>

Gaskraft

Statkraft besitzt drei Gaskraftwerke in Deutschland. An jeweils einem weiteren Kraftwerk in Deutschland und Norwegen ist das Unternehmen beteiligt. Dabei ist das Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk Knapsack bei einer Leistung von ca. 1300 MW und damit einer möglichen jährlichen Stromproduktion von bis 7000 GWh das leistungsstärkste.<ref>Statkraft increases the gas power capacity in Knapsack. Abgerufen am 2. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Photovoltaik

2010 eröffnete Statkraft sein erstes Photovoltaik-Kraftwerk in Italien mit einer Leistung von 3,3 MW in der Region Aprilia. Geplant ist der weitere Ausbau der Erzeugungskapazität auf 75 MW an verschiedenen Standorten, wobei der Schwerpunkt in Italien und Spanien liegen soll.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Statkraft eröffnet ersten Solarpark in Italien – weitere Parks noch 2010 geplant (Memento vom 26. August 2011 im Internet Archive)</ref>

Im Oktober 2025 ging der Solarpark Zerbst/Anhalt (46 MWp) mit dem derzeit größten Batteriespeicher-Hybridkraftwerk Deutschlands in Betrieb.<ref>Solarpark Zerbst: 16 MW Lithium-Akku speichert bis zu 57 MWh PV-Strom. In: energie-experten.org. Abgerufen am 2. Januar 2026.</ref>

Elektromobilität

Die Tochtergesellschaft Mer (Logo mit Claim mer Pure energy from Statkraft und Internet-Domäne mer.eco)<ref>Mer Germany | Ladelösungen für Elektrofahrzeuge. 5. Oktober 2022, abgerufen am 2. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> betreibt Schnelllader-Netze in einigen europäischen Länder, derzeit<ref>Stand 11. Februar 2024</ref> in Norwegen und Schweden, im Vereinigten Königreich, sowie derzeit insgesamt 652 Ladepunkte im deutschsprachigen Netzteil de.mer.eco in Deutschland (Zuschlag bei Deutschlandnetz-Ausschreibung für Mer Germany GmbH) und in Österreich u. a. in Kooperation mit österreichischen Mc Donalds Filialen.<ref>Elektromobilität | Statkraft. Abgerufen am 1. Mai 2023.</ref><ref>Mer baut HPC an McDonald’s-Filialen in Österreich - electrive.net. Abgerufen am 1. Mai 2023.</ref>

Kontroverse

Ein 2009 geplantes Wasserkraftwerk im Süden von Chile wird seit mehreren Jahren von der indigenen Bevölkerung stark kritisiert. Die Mapuche-Williche werfen dem Unternehmen vor, ihre Existenz und Rechte, ihr Territorium und die traditionellen Praktiken der Mapuche-Williche-Gemeinschaften um den Fluss Plimaiquén nicht anzuerkennen oder zu respektieren.<ref>https://www.oecdwatch.org/complaint/mapuche-williche-communities-from-the-pilmayken-territory-et-al-vs-statkraft/.</ref><ref>Felipe Andrés Guerra-Schleef (2024): Misunderstanding the Ngen Kintuantü: a study from the legal pluralism of water rights in the conflict around Statkraft’s hydroelectric power plants on the Pilmaiquén River, Futawillimapu, Chile. In: Legal Pluralism and Critical Social Analysis. 56:2, 265–296, doi::10.1080/27706869.2024.2328475.</ref>

Der Fluss ist Heimat des Ngen Kintuantü und liegt in der Verantwortung der Machi, der spirituellen Beschützerin Millaray Huichalaf, deren lokaler Widerstand durch staatliche Institutionen kriminalisiert wird.<ref>https://lab.org.uk/millaray-huichalaf-mapuche-sacred-river/.</ref> Im September 2023 haben verschiedene indigene Gruppen eine Beschwerde gegen Statkraft AS beim norwegischen NCP eingereicht. „Dies ist die erste Beschwerde, die von indigenen Gemeinschaften in Amerika gegen ein norwegisches Unternehmen im Rahmen der OECD-Richtlinien 2023 für multinationale Unternehmen zum verantwortungsvollen Geschäftsverhalten eingereicht wurde. Die Gemeinden repräsentieren Tausende von Ureinwohnern, die das Pilmayken-Gebiet bewohnen und nutzen. Die Beschwerdeführer werden von Colectivo de Acción por la Justicia Social (CAJE) und der mexikanischen Menschenrechtsorganisation ProDESC unterstützt.“<ref>https://www.oecdwatch.org/complaint/mapuche-williche-communities-from-the-pilmayken-territory-et-al-vs-statkraft/.</ref><ref>Llancaman, Martín. 2020. “Pluralidad de Significado en Los Bienes Comunes: Mirada Mapuche Hacia la Defensa de Las Aguas.” Polis 19 (57), doi:10.32735/s0718-6568/2021-n57-1563.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />