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Marie-Luise Marjan

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Datei:Pressetermin 30 Jahre Lindenstraße - Marie-Luise Marjan-9375.jpg
Marie-Luise Marjan (2015)

Marie-Luise Marjan (* 9. August 1940 als Marlies Wienkötter in Essen) ist eine deutsche Schauspielerin. Sie wurde vor allem durch die Rolle der Helga Beimer in der Fernsehserie Lindenstraße bekannt.

Leben

Herkunft

Sie wurde 1940 als Marlies Wienkötter in Essen geboren und von ihrer leiblichen Mutter, der Gladbeckerin Hildegard Wienkötter (* 30. Oktober 1920; † 14. Mai 2004), nach ihrer Geburt in ein Waisenhaus gegeben.<ref name="KST">[1]</ref> Ihr leiblicher Vater, den sie nie kennengelernt hatte, war der aus Würzburg stammende Luftwaffenoffizier Anton Offner († 1943).<ref>Mutter Beimer zu Besuch in Rüdenhausen. 24. Oktober 2012, abgerufen am 9. November 2025.</ref><ref>Peter Luley: Ahnenforschung in der ARD: Das wahre Leben der Mutter Beimer. In: Der Spiegel. 31. März 2008, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 9. November 2025]).</ref> Im Alter von einem Jahr kam sie nach Hattingen zu Pflegeeltern, dem Ehepaar Hanni († 1959) und Emil Lause († 1967).<ref>Marie-Luise Marjan - Munzinger Biographie. Abgerufen am 9. November 2025.</ref> Am 4. August 1947 wurde sie von ihren Pflegeeltern adoptiert. Die leibliche Mutter wanderte im Jahr 1956 nach Kanada aus.<ref name="WDR-Film">Das Geheimnis meiner Familie, Folge 1: Marie-Luise Marjan, Fernsehfilm des WDR von Heiko Schäfer, gesendet: Das Erste am 31. März 2008</ref> Sie hat einen fünf Jahre jüngeren Halbbruder, der im Allgäu lebt. Von seiner Existenz erfuhr sie allerdings erst mit 67 Jahren im Zuge von Recherchen für die ARD-Dokumentationsreihe Das Geheimnis meiner Familie.<ref name="WDR-Film" /> Der Name Marie-Luise Marjan ist ein Künstlername, der auch in ihrem Pass eingetragen ist.

Karriere

Sie wuchs in Hattingen auf und besuchte das dortige Mädchengymnasium, an dem sie schon früh bei Schulaufführungen ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellte. Nach dem Gymnasium absolvierte sie von 1958 bis 1960 die Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Eduard Marks. Von 1960 bis 1982 war sie durchgehend an großen Schauspielhäusern engagiert: Komödie Basel, 1961 bis 1965 Badisches Staatstheater Karlsruhe, 1965 bis 1967 Bühnen der Stadt Bonn, 1967 bis 1979 Schauspielhaus Bochum, 1979 Freie Volksbühne Berlin und 1982 bis 1983 Thalia Theater Hamburg. Zudem absolvierte sie Lee-Strasberg-Seminare in Hollywood, Paris und Hamburg.

In den beiden Animationsfilmen Shrek 2 und Shrek 3 sprach Marjan die Königin Lillian (im Original Julie Andrews). 1995 nahm sie die LP Was mir am Herzen liegt auf.<ref>Was mir am Herzen liegt bei discogs</ref>

Datei:Marie-Luise Marjan auf dem Oktoberfest 2012.JPG
Marie-Luise Marjan (2012)

Ihre Rolle als Helga Beimer

Von Beginn der Fernsehserie Lindenstraße im Dezember 1985 bis zu ihrer Einstellung im März 2020 spielte Marjan die Rolle der Helga Beimer. Sie sagte im Jahr 2015 darüber: „Was ich interessant an Helga Beimer finde, ist ihre Mütterlichkeit, ihr Humor, ihre Durchsetzungskraft. Es macht mir immer wieder Spaß, diese Rolle zu verkörpern. Ihre Entwicklung in 30 Jahren der TV-Serie Lindenstraße bietet viele schauspielerische Facetten. Vom Hausmütterchen über die Selbständigkeit nach der TV-Scheidung zur Reisekauffrau mit eigenem Reisebüro bis zur taffen Rentnerin und Oma. Es ist ein Privileg dieser Serie, dass wir mit unseren Zuschauern älter werden dürfen.“

Privates

Marjan lebte jahrzehntelang in Köln.<ref>Marie-Luise Marjan: "Es ist eine etwas ungewöhnliche Beziehung". 12. Januar 2010, abgerufen am 12. April 2025.</ref> Im März 2021 starb ihr Partner Bodo Bressler, mit dem sie fast vier Jahrzehnte lang liiert war.<ref>Sie trauert um ihren verstorbenen Partner. Abgerufen am 23. April 2023.</ref> 2022 zog sie nach Hamburg, wo sie bereits seit Anfang der 1980er Jahre eine Wohnung besaß. 2023 zog sie zurück ins Rheinland nach Bonn-Bad Godesberg.<ref>„Lindenstraßen“-Star macht Schluss mit Hamburg – nach nur einem Jahr. In: mopo.de. 19. März 2023, abgerufen am 20. März 2023.</ref> Im Juni 2024 zog sich Marjan bei einem Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zu.<ref>Schwerwiegende Verletzung: "Lindenstraße"-Star Marie-Luise Marjan musste in Krankenhaus. 14. August 2024, abgerufen am 14. August 2024.</ref>

Datei:Botschafterin Marie-Luise Marjan 2014.JPG
Marie-Luise Marjan schnuppert an einem Exemplar der 2010 nach ihr benannten Edelrose (2014)

Engagement

Seit 1990 engagiert sich Marjan bei UNICEF und beim Kinderhilfswerk PLAN International. Mit PLAN International fördert sie fünf Patenkinder in Indien, Sri Lanka, Vietnam, Paraguay und Haiti. Sie ist Mitglied im Kuratorium von Plan International Deutschland. 2010 gründete sie die Marie-Luise-Marjan-Stiftung unter dem Dach von PLAN, deren Zweck darin besteht, weltweit Projekte zur Unterstützung bedürftiger Kinder, insbesondere benachteiligter Mädchen zu fördern.

Sie ist unter anderem Mitglied des Bürgerkomitees alternative Ehrenbürgerschaft, das in Köln die Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft vergibt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hedwig Neven DuMont wird alternative Ehrenbürgerin; express.de, 19. Juli 2011 (Memento vom 7. März 2016 im Internet Archive)</ref> Seit 2018 ist sie außerdem Märchen-Botschafterin der Stadt Hanau und der dortigen Brüder-Grimm-Festspiele.<ref>Kerstin Biehl: "Mutter Beimer" Marie-Luise Marjan neue Märchenbotschafterin. In: Hanauer Anzeiger. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. März 2018; abgerufen am 28. März 2018.</ref>

Filmografie (Auswahl)

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Buchveröffentlichungen

  • Marie-Luise Marjan: Mein Lieblingskochbuch. Frisch vom Markt. Compact-Verlag, München [ca. 1992], ISBN 3-8174-3632-7.
  • Marie-Luise Marjan: Was mein Herz bewegt. Ullstein, Berlin 1998, ISBN 3-550-08260-6.
  • Marie-Luise Marjan mit Hans Dieter Schreeb: „Denk jetzt nicht, du kannst schon alles …“ Autobiografie. vgs, Köln 2000, ISBN 3-8025-2713-5.
  • Marie-Luise Marjan (Hrsg.): Freundschaften, Anthologie mit Kurzgeschichten von Reinhard Mey, Ulrich Pleitgen, Norbert Blüm u. v. a., Hoffmann und Campe, 2004, ISBN 3-455-05141-3.
  • Marie-Luise Marjan mit Sylvia Gredig: Ganz unerwartet anders. Ich suchte meinen Vater und fand eine Großfamilie. Ehrenwirth, Bergisch Gladbach 2015, ISBN 978-3-431-03941-2.

Auszeichnungen und Ehrungen

Datei:Rose - Marie-Luise Marjan.jpg
Rose des Züchters W. Kordes’ Söhne, benannt nach Marie-Luise Marjan
  • 1989: Bambi für ihre Rolle als Helga Beimer in der Serie Lindenstraße
  • 1994: Telestar, für ihre Rollen als Helga Beimer und Lisa Kern (Kein Rezept für die Liebe)
  • 1998: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 2004: Pfälzer Saumagenorden der Karneval- und Tanzsport-Gesellschaft Schlotte e. V. Schifferstadt
  • 2010: Großes Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />de.news.yahoo.com (Memento vom 1. April 2010 im Internet Archive)</ref>
  • 2010: Die von einer Holsteiner Großgärtnerei 1999 gezüchtete Edelrose wurde anlässlich ihres 70. Geburtstags, ihres 50-jährigen Bühnenjubiläums und des 25-jährigen Jubiläums der Fernsehserie Lindenstraße nach Marie-Luise Marjan benannt.
  • 2014: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen<ref>„Mutter Beimer“ erhält Verdienstorden des Landes NRW. zeit.de, 20. Juni 2014</ref>
  • 2022: Ordenskomtur des christlichen (ökumenischen) Sankt Lazarus Ordens

Literatur

Weblinks

Commons: Marie-Luise Marjan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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