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Rubintyrann

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Rubintyrann
Datei:095 Scarlet Flycatcher in Encontro das Águas State Park Photo by Giles Laurent.jpg

Rubintyrann (Pyrocephalus rubinus) ♂

Systematik
Unterordnung: Schreivögel (Tyranni)
Familie: Tyrannen (Tyrannidae)
Unterfamilie: Fluvicolinae
Tribus: Fluvicolini
Gattung: Pyrocephalus
Art: Rubintyrann
Wissenschaftlicher Name
Pyrocephalus rubinus
(Boddaert, 1783)

Der Rubintyrann (Pyrocephalus rubinus) ist ein amerikanischer Schreivogel. Andere Bezeichnungen für diesen Vogel sind Rubinköpfchen oder Purpurtyrann.

Merkmale

Datei:Pyrocephalus obscurus Weibchen, Baños del Inca, Cajamarca, Peru.jpg
Pyrocephalus obscurus ardens ♀ in Baños del Inca (Cajamarca) ist heute vom Rubintyrann abgespalten

Das Männchen ist an Kopf, Brust und Unterseite karminrot, an Rücken, Flügel, Bürzel, Schwanz und Maske braunschwarz gefärbt. Das Weibchen hat eine gelbbraune Oberseite, eine weißliche Stirn, einen schwarzen Schwanz, einen lachsfarbenen Bauch und eine weiße, braun durchsetzte Brust. Die zwölf Unterarten des Rubintyranns variieren in der Gefiederfärbung. So sind zum Beispiel die Vögel in Südamerika fast vollständig dunkel gefärbt, mit einzelnen roten Federn rund um den Kopf oder unter dem Schwanz.

Vorkommen

Das Brutgebiet erstreckt sich von den südlichen USA bis nach Argentinien. Die südlichen Populationen überwintern in Amazonien, die nördlichen in Zentralamerika. Der Vogel bewohnt einzelstehende Bäume, Gebüsche und lichte Wälder häufig in Trockengebieten meist in Wassernähe.

Verhalten

Der Rubintyrann jagt von einem Ast aus nach vorbeifliegenden Insekten.

Fortpflanzung

Datei:Vermillion Flycatcher Female.jpg
Rubintyrann ♀ bei der Brut

Das in einer Astgabel aufgehängte Schalennest aus dünnen Zweigen und Gräsern wird mit Tierhaaren und Federn gepolstert. Das Weibchen bebrütet die zwei bis vier Eier rund zwei Wochen lang, während das Männchen das Nest aggressiv verteidigt. Beide Altvögel versorgen nach dem Schlüpfen die Jungen. In einer über vier Brutzeiten durchgeführten Studie in Texas wurde beobachtet, dass der Rubintyrann relativ häufig (in 12 % von 120 Fällen) bereits benutzte Nester für eine zweite Brut wieder benutzt. Überraschenderweise war der Bruterfolg in den wieder benutzten Nestern signifikant höher.<ref></ref>

Systematik

Datei:Pyrocephalus rubinusDF09N241CB.jpg
Rubintyrann ♀ und ♂ gemalt von Louis Agassiz Fuertes

Seit 2016 gilt Pyrocephalus rubinus als monotypische Art.<ref>IOC World Bird List Tyrant flycatchers</ref> Viele der unten angeführten Arten und Unterarten wurden abgesplittet und der Art Karmintyrann Pyrocephalus obscurus <templatestyles src="Person/styles.css" />Gould, 1839 zugeschlagen.<ref name="ori152f">Ore Carmi u. a. (2016), S. 152–173.</ref> Ebenso wurden der Galápagostyrann Pyrocephalus nanus <templatestyles src="Person/styles.css" />Gould, 1839 und der San-Cristóbal-Rubintyrann Pyrocephalus dubius <templatestyles src="Person/styles.css" />Gould & Gray, GR, 1839 vom Rubintyrann abgespalten. Pyrocephalus rubinus major <templatestyles src="Person/styles.css" />Pelzeln, 1868 wir heute als Nomen dubium betrachtet.

Heute ist die Einordnung wie folgt:

  • Karmintyrann Pyrocephalus obscurus
    • Pyrocephalus obscurus ardens <templatestyles src="Person/styles.css" />Zimmer, JT, 1941<ref name="zimmer21">John Todd Zimmer, S. 21.</ref> – Diese Unterart kommt im nördlichen zentralen Peru vor.
    • Pyrocephalus obscurus blatteus <templatestyles src="Person/styles.css" />Bangs, 1911<ref name="bangs189">Outram Bangs, S. 189.</ref> – Diese Subspezies kommt im Südosten Mexiko bis Honduras vor.
    • Pyrocephalus obscurus cocachacrae <templatestyles src="Person/styles.css" />Zimmer, JT, 1941<ref name="zimmer19">John Todd Zimmer, S. 19.</ref> – Diese Unterart ist im Südwesten Perus bis in den Norden Chiles verbreitet.
    • Pyrocephalus obscurus flammeus <templatestyles src="Person/styles.css" />Van Rossem, 1934<ref name="rossem353">Adriaan Joseph van Rossem, S. 353.</ref> – Das Verbreitungsgebiet dieser Subspezies ist der Südwesten der USA und der Nordwesten Mexikos.
    • Pyrocephalus obscurus mexicanus <templatestyles src="Person/styles.css" />Sclater, PL, 1859<ref name="sclater45">Philip Lutley Sclater, S. 45.</ref> – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart ist das südliche zentrale Gebiet der USA, sowie Zentral- und Südmexiko.
    • Pyrocephalus obscurus pinicola <templatestyles src="Person/styles.css" />Howell, TR, 1965<ref name="howell450">Thomas Raymond Howell, S. 450.</ref> – Diese Unterart kommt in Nicaragua vor.
    • Pyrocephalus obscurus piurae <templatestyles src="Person/styles.css" />Zimmer, JT, 1941<ref name="zimmer20">John Todd Zimmer, S. 20.</ref> – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart ist der Westen Kolumbiens, der Westen Ecuadors und der Nordwesten Perus.
    • Pyrocephalus obscurus saturatus <templatestyles src="Person/styles.css" />von Berlepsch & Hartert, E, 1902<ref name="berlepsch34">Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch u. a., S. 34.</ref> – Diese Unterart ist im Nordosten Kolumbiens, in Venezuela, in Guyana und dem Norden Brasiliens verbreitet.
    • Pyrocephalus obscurus obscurus <templatestyles src="Person/styles.css" />Gould, 1839<ref name="gould45b">John Gould, S. 45.</ref> – Diese Unterart ist in der Provinz Lima verbreitet.
  • San-Cristóbal-Rubintyrann Pyrocephalus dubius
    • Pyrocephalus dubius <templatestyles src="Person/styles.css" />Gould & Gray, GR, 1839<ref name="gould46">John Gould u. a., S. 46.</ref><ref group="A">Frank Dieter Steinheimer u. a. diskutierten in The zoology of the voyage of the HMS Beagle Part III. Birds: new avian names, their authorship and their dates ausführlich die Autoren und Publikationsdaten dieses Werkes.</ref> – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart ist die Insel San Cristóbal.
  • Galápagostyrann Pyrocephalus nanus <templatestyles src="Person/styles.css" />Gould, 1839
    • Pyrocephalus nanus <templatestyles src="Person/styles.css" />Gould, 1839<ref name="gould45">John Gould, S. 45, Tafel 7.</ref> – Diese Unterart kommt auf den Galapagosinseln vor, allerdings ohne die Insel San Cristóbal.
  • Nomen dubium:
    • Pyrocephalus rubinus major <templatestyles src="Person/styles.css" />Pelzeln, 1868<ref name="pelzeln115">August von Pelzeln, S. 115.</ref> – Diese Unterart kommt im Südosten Perus vor.

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung des Rubintyranns erfolgte 1783 durch Pieter Boddaert unter dem Namen Muscicapa rubinus. Als Verbreitungsgebiet gab er Cayenne an und bezog sich dabei auf Le Rubin<ref name="buffon547">Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon (1783), S. 547</ref> von Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon.<ref name="boddaert42"/> 1838 führte John Gould die für die Wissenschaft neue Gattung Pyrocephalus ein.<ref name="brisson298">John Gould (1838), (Lieferung 3) S. 44.</ref><ref group="A">Zur Publikationsgeschichte der einzelnen Lieferungen und Autoren von The zoology of the voyage of H.M.S. Beagle siehe Frank Dieter Steinheimer u. a. (2006).</ref> Der Begriff ist ein Wortgebilde aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).<ref>Pyrocephalus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> Der Artname rubinus hat seinen Ursprung in {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).<ref>rubinus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay sechs Bälge aus dem Bergland des Río Apa, gesammelt von Hans Krieg (1888–1970), Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980), zur Verfügung. Weitere fünf Exemplare wurden bei Puerto Casado im Gran Chaco von Schuhmacher und Kiefer gesammelt. Auch von Adolf Neunteufel (1909–1979) aus der Colonie Cambychuelo und von Dr. Gualterio Walter aus dem Departamento Alto Paraná lagen ihm vor. Ebenso sah er die Art in der Literatur für Paraguay ausreichend nachgewiesen. Außerdem verwies er auf eine Publikation von Pierce Brodkorb<ref name="brodkorb4">Pierce Brodkorb (1937), S. 4–5</ref> der schon 1937 Unterschiede zwischen dem südlichen Rubintyrann und dem nördlichen Karmintyrann hinwies. In Suiriri del churrinche von Félix de Azara<ref name="azara105">Félix de Azara (1805), S. 105–109</ref> sah er ebenfalls einen Nachweis für Paraguay.<ref name="laubmann84">Alfred Laubmann (1940), S. 84–85.</ref>

Literatur

  • Félix de Azara: Apuntamientos para la historia natural de los páxaros del Paragüay y Rio de la Plata. Band 2. Impr. de la viuda de Ibarra, Madrid 1805 (biodiversitylibrary.org).
  • Outram Bangs: Descriptions of new American birds. In: Proceedings of The Biological Society of Washington. Band 24, 1911, S. 187–190 (biodiversitylibrary.org).
  • Peter H. Barthel, Christine Barthel, Einhard Bezzel, Pascal Eckhoff, Renate van den Elzen, Christoph Hinkelmann, Frank Dieter Steinheimer: Die Vögel der Erde – Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen. 3. Auflage. Deutsche Ornithologen-Gesellschaft, Radolfzell 2022 (do-g.de [PDF]).
  • Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch, Ernst Hartert: On the Birds of the Orinoco region. In: Novitates Zoologicae. Band 9, Nr. 1, 1902, S. 1–135 (biodiversitylibrary.org).
  • Pieter Boddaert: Table des planches enluminéez d’histoire naturelle de M. D’Aubenton: avec les denominations de M.M. de Buffon, Brisson, Edwards, Linnaeus et Latham, precedé d’une notice des principaux ouvrages zoologiques enluminés. NA, Utrecht 1783 (biodiversitylibrary.org).
  • Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon: Histoire naturelle des oiseaux. Band 19. L'Imprimerie royale, Paris 1778 (google.de).
  • Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon, Louis Jean-Marie Daubenton, Edme-Louis Daubenton, François-Nicolas Martinet: Planches enluminées d'histoire naturelle. Band 7. ??, Paris (biodiversitylibrary.org – 1765-1783).
  • Ore Carmi, Christopher Cooper Witt, Alvaro Jaramillo, John Philip Dumbacher: Phylogeography of the Vermilion Flycatcher species complex: Multiple speciation events, shifts in migratory behavior, and an apparent extinction of a Galápagos-endemic bird species. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 102, 2016, S. 152–173, doi:10.1016/j.ympev.2016.05.029.
  • John Gould und George Robert Gray in Charles Darwin: The zoology of the voyage of H.M.S. Beagle, under the command of Captain Fitzroy, R.N., during the years 1832–1836. Published with the Approval of The Lords Commissioners of her Majesty’s Treasury. Band 3, Lieferung 3 & 11. Smith, Elder & Co, London 1841 (biodiversitylibrary.org – 1837–1841).
  • Colin James Oliver Harrison, Alan Greensmith (Hrsg.): Vögel. Mit mehr als 800 Arten. Dorling Kindersley Limited, Starnberg 2005, ISBN 3-8310-0785-3 (Erstausgabe: 1994).
  • Alfred Laubmann: Die Vögel von Paraguay. Band 2. Strecker und Schröder, Stuttgart 1940, S. 84–85 (google.de).
  • August von Pelzeln: Zur Ornithologie Brasiliens. Resultate von Johann Natterers Reisen in den Jahren 1817 bis 1835. A. Pichler’s Witwe & Sohn, Wien 1871 (biodiversitylibrary.org).
  • Bryan Richard: Vögel über 400 Arten aus aller Welt. Parragon, Bath 2006, ISBN 1-4054-5506-3 (Originaltitel: Birds of the world. New York. Übersetzt von Eva Dempewolf).
  • Adriaan Joseph van Rossem: Notes on some types of North American Birds. In: Transactions of the San Diego Society of Natural History. Band 7, Nr. 30, 1934, S. 347–362 (biodiversitylibrary.org).
  • Philip Lutley Sclater: Description of new Species of the American Family Tyrannidae. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Band 27, Nr. 1, 1859, S. 40–46 (biodiversitylibrary.org).
  • Frank Dieter Steinheimer, Edward Clive Dickinson, Michael Walters: The zoology of the voyage of the HMS Beagle Part III. Birds: new avian names, their authorship and their dates. In: Bulletin of the British Ornithologists’ Club. Band 126, Nr. 3, 2006, S. 171–193 (biodiversitylibrary.org).
  • John Todd Zimmer: Studies of Peruvian birds. No. 38, The genera Oreotriccus, Tyrannulus, Acrochordopus, Ornithion, Leptopogon, Mionectes, Pipromorpha, and Pyrocephalus. In: American Museum novitates. Nr. 1126, 1941, S. 1–25 (amnh.org [PDF; 3,5 MB]).

Weblinks

Commons: Rubintyrann – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Anmerkungen

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