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Heinrich Moritz von Battenberg

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Datei:Prince Henry of Battenberg.jpg
Heinrich Moritz von Battenberg

Prinz Heinrich Moritz von Battenberg (* 5. Oktober 1858 in Mailand; † 20. Januar 1896 in Sierra Leone) war ein Mitglied des Hauses Battenberg und durch Heirat Mitglied der britischen Königsfamilie. Ab 1889 war er Gouverneur und Kapitän der Isle of Wight.

Herkunft

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Wappen von Prinz Heinrich Moritz von Battenberg

Heinrich Moritz, genannt Liko, war der dritte Sohn von fünf Kindern des Prinzen Alexander von Hessen-Darmstadt (1823–1888) und der Gräfin Julia Hauke (1825–1895), einer ehemaligen Hofdame der Zarin Marie Alexandrowna. Da ihre Ehe als morganatisch galt, wurde Julia Hauke durch ihre Heirat nicht Mitglied des Hauses Hessen, sondern erhielt von ihrem Schwager, Großherzog Ludwig III. von Hessen und bei Rhein, den seit 1310 verwaisten Titel einer Gräfin von Battenberg. Da dies auch für ihre Kinder galt, die auch nicht auf die großherzoglich hessische Thronfolge erbberechtigt waren, entstand damit das zweite Haus Battenberg. Julia wurde später, was nach Reichsrecht eigentlich nicht möglich war, in den hessischen Fürstenstand erhoben. Sie und ihre Nachkommen erhielten damit den Titel Prinz bzw. Prinzessin.

Leben

Militärlaufbahn

Prinz Heinrich besuchte das Kadettenkorps in Dresden und wurde am 1. April 1877 als Sekondeleutnant dem 1. Husaren-Regiment Nr. 18 der Sächsischen Armee in Großenhain überwiesen. Zur weiteren Ausbildung war er von Oktober 1877 bis Juni 1878 zum Militär-Reit-Institut in Dresden kommandiert. Am 28. August 1879 nahm er seinen Abschied und trat am 5. Oktober 1880 als Sekondeleutnant in das Königs-Husaren-Regiment (1. Rheinisches) Nr. 7 der Preußischen Armee in Bonn ein. Mit einem Patent vom 15. Dezember 1875 erfolgte am 21. September 1882 seine Versetzung in das Regiment der Gardes du Corps in Potsdam. Er avancierte Mitte Dezember 1884 noch zum Premierleutnant und erhielt am 1. September 1885 seinen Abschied bewilligt.<ref>Adolf von Deines: Das Husaren-Regiment König Wilhelm I. (1. Rheinisches), von der Formation des Stammregiments bis zur Gegenwart. Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1904, S. 78, 343 (Fundstelle in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 27. Februar 2026]).</ref> Zudem war er Ehrenoberst des 1. Infanterie-Regiments (späteren Alexander-Regiments) in Bulgarien, wo sein Bruder Alexander seit dem Berliner Kongress regierender Fürst war.

Datei:Princess Beatrice of the United Kingdom - Project Gutenberg eText 13103.jpg
Beatrice von Großbritannien und Irland

Heirat

Aufgrund der engen Beziehungen der Battenbergs zum großherzoglichen Haus Hessen kamen sie in Kontakt mit verschiedenen herrschenden Familien von Europa, einschließlich des britischen Königshauses. Bei der Hochzeit seines älteren Bruders Prinz Ludwig Alexander von Battenberg mit Prinzessin Viktoria von Hessen-Darmstadt lernte Heinrich Moritz 1884 die britische Prinzessin Beatrice, Tochter von Königin Victoria und deren Prinzgemahl Albert, kennen. Beatrice und Heinrich Moritz verlobten sich heimlich in Darmstadt. Zurück in Großbritannien war die Königin schockiert, sie wollte Beatrice auf keinen Fall erlauben zu heiraten, denn sie war ihre ständige Gesellschafterin und Sekretärin. Nach acht Monaten ständigen Streits über die Heirat war Königin Victoria endlich einverstanden. Die Forderungen der Königin waren, dass Heinrich Moritz seine militärische Laufbahn in Potsdam abbrechen und das Paar für den Rest ihres Lebens bei ihr leben solle. Beatrice war einverstanden, und Heinrich Moritz, der ein halbverarmter und halbstandesgemäßer Prinz war, hatte nichts zu verlieren, also war auch er einverstanden.

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Hochzeitsbild von Prinz Heinrich (in der Uniform der preußischen Gardes du Corps) und Prinzessin Beatrice

Am 23. Juli 1885 heiratete er in Osborne House auf der Isle of Wight Prinzessin Beatrice und erhielt das Prädikat „Königliche Hoheit“.<ref>John C. G. Röhl: Wilhelm II. Band 1: Die Jugend des Kaisers. 1859–1888. 1993; 3. Auflage 2009, ISBN 978-3-406-37668-9, S. 520.</ref> Er und seine Frau waren die linke und rechte Hand der Königin von Großbritannien.

Gerüchten zufolge hatte er eine heimliche Affäre mit Louise, Duchess of Argyll, der Schwester von Beatrice. Es gibt jedoch keine ausreichenden Beweise, um diese Behauptung zu stützen.

Gouverneur und Kapitän der Isle of Wight

1889 ernannte Königin Victoria ihren Schwiegersohn zum Gouverneur und Kapitän der Isle of Wight, er wurde auch als Ritter in den Hosenbandorden aufgenommen. Allerdings war auch das keine anstrengende Aufgabe für Heinrich Moritz, und so hatte er immer noch kaum etwas zu tun. Er verbrachte seine Zeit mit der Erziehung und Bildung seiner vier Kinder.

Teilnahme am Vierten Aschanti-Krieg

Die britische Regierung war entschlossen, das Aschantireich endgültig zu unterwerfen, auch um französische und deutsche Truppen fernhalten. Den Vorwand für den Vierten Aschanti-Krieg gab der Umstand, dass die Aschanti mit Zahlungen, die ihnen im Vertrag von Fomena 1874 auferlegt worden waren, im Verzug waren. Außerdem betrieben die Ashanti weiterhin Sklavenhandel,<ref>Patience Essah: Slavery, Heritage and Tourism in Ghana. In: Graham M.S. Dann, A.V. Seaton (Hrsg.): Slavery, contested heritage and thanatourism. Haworth Hospitality Press, New York 2001, ISBN 0-7890-1386-X, S. 31–49, hier S. 44.</ref> was die britische Regierung dem Asantehene Kwakuh Prah III. untersagt hatte. Nachdem dieser es abgelehnt hatte, den britischen Anordnungen Folge zu leisten, setzte die das britische Heer eine Truppe unter dem Kommando von Generalmajor Francis Cunningham Scott gegen die Aschanti in Marsch. Heinrich Moritz bat seine Schwiegermutter um ihre Einwilligung, an diesem Kriegszug teilzunehmen, was sie zunächst ablehnte. Am 7. Dezember 1895 fuhr er an Bord des Passagierdampfers Coramandel zur Goldküste.

Beim Vorrücken auf Kumasi, die Hauptstadt von Aschanti, erkrankten am 4. Januar 1896 am Pra, dem Grenzfluss zwischen dem Aschantireich und der Kolonie Goldküste, etliche Soldaten und auch Heinrich Moritz an Malaria. Heinrich Moritz wurde ungeachtet seiner Proteste an Bord der HMS Blonde gebracht und zurück nach Großbritannien verschifft. Während das Schiff die Küste von Sierra Leone passierte, verstarb Heinrich Moritz. Er wurde in der Kirche von Whippingham auf der Isle of Wight beigesetzt.

Datei:Princess Beatrice with children.jpg
Beatrice in Witwentracht mit ihren Kindern, vier Jahre nach dem Tod ihres Gatten

Nachkommen

Seine Nachkommen anglisierten im Ersten Weltkrieg ihren deutschen Familiennamen 1917 von Battenberg zu Mountbatten.

Literatur

  • Günter Baisch, Claudia Schäfer: Jugenheim. Der Heiligenberg und die Battenberger. Verkehrs- und Verschönerungsverein Jugenheim 1863 e. V., Seeheim-Jugenheim 2011, ohne ISBN.
  • Hans-Joachim Böttcher: Prinz Alexander von Battenberg, 1857-1893, Im Strudel europäischer Politik und des Herzens. Gabriele Schäfer Verlag, Herne 2021, ISBN 978-3-944487-84-7. S. 16–21 u. a.
  • David Duff: Hessian Tapestry. London, Muller 1967, ohne ISBN.
  • Eckhart G. Franz (Hrsg.): Haus Hessen. Biografisches Lexikon. (= Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission N.F., Bd. 34) Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-88443-411-6, Nr. HD 85, S. 365–366 (Eckhart G. Franz).

Weblinks

Commons: Prinz Heinrich Moritz von Battenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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