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Gerhard Aigner

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Gerhard Aigner (* 1. September 1943 in Regensburg; † 20. Juni 2024)<ref>UEFA-Generalsekretär: Fußball-Funktionär Gerhard Aigner ist gestorben. In: Sportschau. 20. Juni 2024, abgerufen am 20. Juni 2024.</ref> war ein deutscher Fußballfunktionär. 1989 wurde er Generalsekretär der UEFA, bei der er von 2000 bis 2003 dann Generaldirektor war.

Leben

Aigner spielte Fußball beim VfB Regensburg (1957–1964), wechselte anschließend in die Schweiz und spielte für den FC Moutier (1968–1969) und den FC Muri-Gümligen (1970–1979). Er betätigte sich ebenfalls als Schiedsrichter (1963–1966).

Er durchlief eine Lehre im Außenhandel.<ref name=":0">Gerhard Aigner im Munzinger-Archiv, abgerufen am 14. Oktober 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Nach Aufenthalten in Frankreich, Spanien und in der Schweiz wurde er 1969 in Bern für die UEFA tätig.<ref name=":1">UEFA-Generaldirektor Aigner mit Bundesverdienstkreuz geehrt. In: Deutscher Fußball-Bund. Abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref> Er wurde bei dem Verband Leiter der Abteilung Wettbewerbe.<ref name=":2">Die Geburtsstunde der Champions League. In: UEFA: 60 Jahre für den Fußball. Abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref> Eigener Aussage nach hatte sich Aigner auf eine Zeitungsanzeige hin bei der UEFA beworben und auf eine ihm in Aussicht gestellte Beschäftigung bei BMW verzichtet, da er unbedingt im Sport arbeiten wollte.<ref>Christian Spiller: Die Erfindung der Königsklasse. In: Der Fluch der Megaclubs: Wie die reichsten Vereine der Welt den Fußball zerstören. Rowohlt, 2022.</ref> 1989 trat er bei der UEFA das Amt des Generalsekretärs an und wurde damit Nachfolger von Hans Bangerter, der Ende Dezember 1988 in den Ruhestand ging.<ref name=":2" />

Aigner und der UEFA-Vorsitzende Lennart Johansson erachteten die Neuausrichtung der Europapokalwettbewerbe für notwendig und trieben zu Beginn der 1990er Jahre dahingehende Bemühungen voran.<ref>Fragen und Antworten zur Gründung der Champions League. In: Eurosport. 7. September 2017, abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref> Sie gaben 1991 dem von Klaus Hempel und Jürgen Lenz eingereichten Modell den Zuschlag, der enthielt, den Europapokal der Landesmeister in einen neuen Wettbewerb zu überführen. Wie auch die beiden Vermarkter Hempel und Lenz sprach sich Aigner bei der Findung eines Namens für den Wettbewerb für den Vorschlag Champions League aus.<ref>Champions League: Wer nicht dabei ist, ist arm dran. In: Luzerner Zeitung. 9. September 2017, abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref>

Aigner trieb die Erneuerung der UEFA voran,<ref name=":1" /> zu den großen Aufgaben seiner Amtszeit gehörte der Umgang mit den Auswirkungen des Bosman-Urteils.<ref name=":3">Gerhard Aigner. In: UEFA: 60 Jahre für den Fußball. Abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref> Er setzte sich des Weiteren dafür ein, Champions-League-Teilnehmer einem Lizenzierungsverfahren zu unterziehen<ref name=":4">Aigners Vermächtnis: Kampf den mächtigen Klubs. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. Dezember 2003, abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref> und war ebenfalls entscheidend am 1995 vollzogenen Umzug der UEFA von Bern nach Nyon beteiligt.<ref name=":3" /> Aigner wurde als „Intimfeind“ von Joseph Blatter<ref name=":4" /> und als „Wortführer der Opposition“ gegen den damaligen FIFA-Vorsitzenden bezeichnet.<ref name=":0" />

Im Jahr 2000 wechselte Aigner bei der UEFA ins neugeschaffene Amt des Generaldirektors.<ref name=":1" /> Diesen Posten bekleidete er bis zu seinem Rücktritt Ende 2003, für den er private Gründe angab.<ref name=":5">Oliver Hartmann: UEFA: Gerhard Aigner überrascht mit Rücktritt. In: Mitteldeutsche Zeitung. Abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref> Als sein Nachfolger wurde der Schwede Lars-Christer Olsson berufen. Kurz vor dem Übertritt in den Ruhestand wurde Aigner im Oktober 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.<ref>Kurz notiert. In: Hamburger Abendblatt. 25. Oktober 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Oktober 2022; abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref> Die UEFA ernannte Aigner 2004 zum Ehrenmitglied.<ref>Ehrenmitglieder. In: UEFA: 60 Jahre für den Fußball. Abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref>

Aus zwei Ehen hatte Aigner insgesamt fünf Kinder.<ref name=":5" /> Am 20. Juni 2024 starb er im Alter von 80 Jahren.

Einzelnachweise

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