Lardo
Lardo ist ein luftgetrockneter, gereifter, fetter Speck der italienischen Küche.<ref name=":0">Warum ist Lardo di Colonnata g.g.A. so berühmt? Geschichte und Geheimnisse. Anticalarderiamafalda.com, 6. März 2025, abgerufen am 11. April 2026.</ref> Die bekanntesten Sorten kommen aus dem Aostatal und aus Colonnata<ref name=":0" /> in der Toskana.
Lardo di Colonnata ist seit 2024 mit dem Siegel geschützte geografische Angabe (g.g.A.) versehen<ref name=":0" /> – im Italienischen Indicazione geografica protetta (IGP).<ref>Verordnung (EG) Nr. 1856/2004 der Kommission vom 26. Oktober 2004 zur Ergänzung des Anhangs der Verordnung (EG) Nr. 2400/96 zur Eintragung bestimmter Bezeichnungen in das Verzeichnis der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der geschützten geografischen Angaben (Lardo di Colonnata)Vorlage:Abrufdatum</ref> Im Aostatal ist der Lard(o) d’Arnad ein solcher Speck mit Herkunftsbezeichnung (Denominazione d’Origine Protetta); er hat in der Gemeinde Arnad seinen Ursprung.
Herstellung
Für Lardo wird Rückenspeck von Landschweinen verwendet<ref name=":1">Lardo: was ist das? – Salumi Pasini. In: Salumi Pasini. Smapp Spa, 24. Mai 2023, abgerufen am 11. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und davon nur der feste, obere Teil direkt unter der Schwarte. Da Landschweine wesentlich schwerer und fettreicher als übliche Mastschweine sind, ist dieser Teil des Rückenspecks etwa fünf Zentimeter dick.
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Marmortrog mit zur Reifung eingelegtem Lardo, oben ist die Marmorplatte zum Abdecken zu sehen
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Truhen, in denen der Lardo nach der Reifung zum Transport gelagert wird
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Lardo, oben sind drei Lardo-Stücke mit Anschnitten erkennbar
Die Herstellung von Lardo variiert regional, aber üblicherweise wird der Speck in große, eckige Stücke geschnitten, mit Salz eingerieben und mit Gewürzen wie Lorbeer, Pfeffer, Salbei, Wacholder, Muskatnuss und Knoblauch gewürzt, übereinandergeschichtet<ref name=":0" /> und beschwert, anschließend reift er je nach Dicke drei bis sechs Monate oder länger in einer Salzlake in Carrara-Marmor-Trögen.<ref name=":2">Delikatesse: Mit Speck fängt man Leute - WELT. Premium-Gruppe GmbH, 24. Oktober 2014, abgerufen am 11. April 2026.</ref> In Colonnata wird für die steinernen Tröge nur eine großkristalline Marmorsorte verwendet.<ref name=":0" /> Die Behältnisse werden mit Marmorplatten während des Reifeprozesses abgedeckt.<ref name=":0" /> Guter Lardo ist weiß oder leicht rosig gefärbt<ref name=":2" />, von delikatem Geruch, leicht salzig und etwas süßlich mit einem an Walnüsse erinnernden Geschmack. Die Konsistenz sollte fest und zugleich zart schmelzend sein. Gelblich gefärbter Lardo ist falsch gelagert und schmeckt ranzig.
Geschichtliches
Ob der Speck auf die römische Zeit zurückgeht, keltisch-lombardische Wurzeln hat oder erst im 19. Jahrhundert kreiert wurde, ist nicht abschließend geklärt.<ref name=":1" />
Er war früher angeblich die Nahrung der Arbeiter in den Steinbrüchen, die energiereiches Essen für ihre harte Arbeit benötigten.<ref name=":0" />
Der Speck geriet in den letzten Jahrzehnten etwas in Vergessenheit, erfreut sich neuerdings einer Wiederentdeckung<ref name=":2" /> in Italien und in Deutschland in Feinkostgeschäften und wird von professionellen sowie von Hobbyköchen verwendet.<ref>Lardo di Colonnata. Easy Reserve Limited, 4. September 2017, abgerufen am 11. April 2026.</ref>
Konsum
Lardo wird pur als Vorspeise gegessen, dient als Brotbelag oder, zum Teil gebraten, als würzige Zutat für Nudelgerichte wie Spaghetti alla gricia, Polenta, Suppen und Salate.
Weblinks
- Herstellung und Bilder vom Lardo (it. Seite)
- Verordnung (EG) Nr. 1856/2004 (PDF)Vorlage:Abrufdatum (Lardo di Colonnata)
- Lardo in der Datenbank von Kulinarisches Erbe der Schweiz (italienisch)
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Foto von Original Lardo di Colonnata mit Etikett ( vom 18. Februar 2015 im Internet Archive)
Einzelnachweise
<references />